Archiv für die Kategorie ‘Zürich’

Analoge Annoncen von Annodazumal

Herr Winfried am Mittwoch den 1. Juni 2022

BREAKING NEWS: YB holt Stürmer Cedric Itten. Der 25-jährige Schweizer Nationalspieler kommt von den Glasgow Rangers und unterschrieb in Bern bis Sommer 2026. #bscyb

Die Werbung – ein Spiegelbild der Gesellschaft!

Neulich erschien an dieser Stelle ein Bericht über das Spiel FC Zürich – Young Boys vom 30. Mai 1987, Sie erinnern sich eventuell. Selbstverständlich reichte diese Zeitreise nicht aus, die ganze Fülle des 35 Jahre alten Matchprogramms auszubreiten. Lesen Sie hier nun exklusiv, was Ihnen die Werbung seinerzeit alles so verklickern wollte!

  • Der Pikettdienst Ihres Vertrauens. Man beachte auch die Telefonvorwahl.

  • Werbung ganz sportlich. Und auch ein wenig herzerwärmend.

  • Jetzt aber! Glücksspiel - oder doch eine hinterlüftete Fassade?

  • Das beste zum Schluss: Dem Slogan ist nichts hinzuzufügen.

Das Schlussbouquet übernimmt die Jugendmusik Üetli Zürich, wobei hiervon leider keine Tonbandaufnahmen mehr erhältlich sind. Aber es gibt sie also noch! Hier geht’s zur Generalversammlung vom März 2022.

Zeitreise in Zürich

Herr Winfried am Montag den 30. Mai 2022

Heute vor genau 35 Jahren: YB gastiert beim FC Zürich.

Die Young Boys reisten als amtierender Meister und künftiger Cupsieger (der Final fand nur wenige Tage danach statt) nach Zürich. FCZ-Präsident Sven Hotz eröffnete die Lektüre mit folgenden Worten:

«Während einige andere (…) auf der Fahrt ins Ungewisse sind, haben wir ein primäres Ziel – die Zugehörigkeit zur Zwölfer-Liga – vorzeitig erreicht.» Und: «Wer (…) gegen die Young Boys (…) besteht, dem ist der erste Test schon gelungen.»

Weiter hinten folgt eine eingehendere Analyse des Berner Gasts.

«Für den Meister war es eine Saison der Hochs und Tiefs. Die Berner gewannen den Philips-Cup, sie besiegten das Nationalteam, sie zogen mit Real Madrid im Europacup das grosse Los und sie verkauften Lars Lunde für eine Million nach München.» Dann folgten aber die Tiefpunkte: «Heimniederlage gegen Bellinzona, drei aufeinanderfolgende Auswärtsniederlagen in Sion, Genf und Basel (…), eine 1:5-Heimniederlage gegen Lausanne. In dieser Situation brauchen die Berner Punkte, um ruhig in den Cupfinal zu steigen.»

Nun zu den Aufstellungen der beiden Teams:

Der FC Zürich sollte mit 4:1 die Oberhand behalten. Es trafen zweimal Walter Pellegrini, Thomas Bickel sowie Jürg Studer für den FCZ, für YB verkürzte Robert Prytz zwischenzeitlich.

Elan, Freude, Selbstvertrauen

Rrr am Montag den 2. Mai 2022

Der FCZ ist Meister! Wie konnte das nur passieren?

Herzlich willkommen beim Expertentalk des Runden Leders: Herr Rrr im Gespräch mit Menschen, wo sich auskennen. Wir erreichen die Reporterlegende Dani Wyler (Blue, ex-SRF) am Natel.

Herr Wyler, hallo, haben Sie Zeit? Es ist dringend, ich brauche professionelle Hilfe.

Herr Rrr, altes Haus! Was ist denn los?

Na, was wohl? Die traditionelle YB-Meisterfeier fällt dieses Jahr ins Wasser. Plötzlich ist der Titel in Zürich, und dabei haben die nicht einmal ein Meistertram.

Aber ein tolles Team mit der richtigen Mischung: Alte und Junge, Kämpfer und Techniker … und ein Trainer, der es schaffte, die Mannschaft zusammenzuschweissen und ihr den Spass am Fussball zurückgab. Auch ich hätte letzten Sommer nicht auf den FCZ als Meister getippt, aber dann spielten die plötzlich mit Elan, Freude, Selbstvertrauen. Sie machten weniger Fehler als die Konkurrenz – und sie waren überaus konstant, in der Vorrunde genau wie in der Rückrunde.

Ja ja.

Canepas haben ebenfalls einen guten Job gemacht. Schauen Sie nur die Kommunikation an: Immer schön den Ball flachgehalten, keine vorzeitige Euphorie aufkommen lassen, keine Überheblichkeit …

Nun gut, jetzt kann ich das besser einordnen. Es tut immer gut, mit einem neutralen, unabhängigen Experten zu sprechen.

Gälled Sie.

Und an was ist YB gescheitert?

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Ganz gelungenes Grundhüpfen

Herr Winfried am Mittwoch den 13. April 2022

Neues vom Aussenposten in Zürich. Heute: 4. Liga, Gruppe 9 FVRZ.

Um eine Region fussballtechnisch zu verstehen, sollte man bekanntlich zunächst in die Tiefen des Regionalfussballs vordringen, und diesen in seiner Gesamtheit verstehen. Mit allem, was dazugehört. Beispielsweise Anspielzeiten an einem Sonntagmorgen um 10.15 Uhr.

Es spielte der FC Küsnacht II gegen den FC Seefeld Zürich III. Austragungsort war der Kunstrasen Itschnach Fallacher, an der Goldküste etwas erhöht gelegen, was bei einer Anreise auf zwei Rädern durchaus bedeutsam ist.

  • Itschnach Fallacher, Küsnacht ZH.

  • Der Logenplatz gehört den Mieter*innen da oben.

  • Hinten im Bild: der Gasgrill.

  • Für Herrn Winfried reichte es nur für Kafi und Mars.

Aufreger des Tages: Der Schiedsrichter, als er in der 60. Minute auf einmal vom Platz humpelt. Nach einer halben Dose Eisspray geht es zwar weiter, seitdem ist aber alles, was in Strafraumnähe geschieht, eher zufällig gepfiffen.

Verbaler Aufreger des Tages: Der Goalie von Küsnacht, als er nach einem Auskick in der 43. Minute ruft: “Der ScheissStuhl Ball hat überhaupt keine Luft, für gar nichts!”

Kulinarischer Aufreger des Tages: Der Gasgrill läuft durchgehend auf voller Temperatur und wäre bereit für die Bratwürste. Nur einer der handgezählten 21 Zuschauer*innen greift zu. Kein Wunder, bei 4 Grad Celsius und Bise.

Kleidungstechnischer Aufreger des Tages: Ein glatzköpfiger Mann steht bei den äusseren Bedingungen im Kurzarm-Poloshirt da. Als Seefeld zum 0:1 trifft, bejubelt er das Tor auf Englisch. Alles klar.

Auffälligster Spieler des Tages: Der rechte Flügel von Seefeld, gebürtiger Berner und von Beruf Assistenzarzt. Erreichte im Schnitt 10 km/h mehr als seine Gegenspieler.

Schlussresultat: 0:3. Seefeld festigt Platz fünf und bleibt an der Spitzengruppe dran. Küsnacht rutscht ab auf einen Abstiegsplatz.

 

Enorme Emotionen

Rrr am Sonntag den 20. März 2022

Unser Kolumnist, der Steckler Fräne, kann sich noch gut ans gestrige Spiel erinnern. So halbgut jedenfalls.

“Der Frau ihre Schwester hat ja einen Zürcher geheiratet, die wohnen in Birmensdorf, und er macht etwas auf der Bank. Gestern feierte der Roger seinen Sechzigsten in der Stadt beim Edelitaliener, alles vom Feinsten, das war also sZähni. Ds Vreni und ich waren auch eingeladen.

Ein bisschen erstaunt hat mich, dass im Hintergrund der Fernseher lief. YB-Züri auf SRF. “Roger, Du hast dich doch nie für Fussball interessiert, was isch los?” fragte ich meinen Schwager. Er hat gesagt, dass Fussball jetzt in Züri grad mega aktuell sei. Aber er hat den Match gar nicht richtig verfolgt, meistens war er am Cüplitrinken und alle zehn Minuten musste er auf die Toilette. Wahrscheinlich schwache Blase.

Ich habe nur so mit einem Auge geschaut und war froh, dass mich niemand gefragt hat, ob ich YB-Fan sei. Das war jetzt wieder putznüt! Zum Fremdschämen war das. Die Zürcher haben unsere auseinandergenommen, das war der Wahnsinn. Als dann der kleine Italiener das 2:0 schoss, da haben alle geklatscht und gejohlt, und der Roger zündete sich eine dicke Zigarre an.

Zur Feier des Tages gab es Schnupftabak für alle. Komisch, der ist in Zürich weiss, und man muss gar nicht niesen. Aber jä nu, fremde Völker fremde Sitten sage ich immer. Auf jeden Fall wars ein super Abend, und ich bin immer noch richtig aufgekratzt. So, ich muss rasch aufs WC. Tschou zäme, Euer Fräne”

Volle Fahrt voraus

Rrr am Mittwoch den 2. März 2022

Good News! Das Meistertram fährt auch nächste Saison.

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sind bereit, das in Bern nicht mehr gebrauchte Gefährt ab dem Frühsommer 2022 auf der Linie 13 (Albisgüetli – Frankental) einzusetzen, wie das Runde Leder aus zuverlässiger Quelle erfuhr.

“Das YB-Meistertram ergänzt unsere Fahrzeugflotte perfekt”, sagte ein Sprecher off the record. “Wir müssen es bloss ein wenig auffrischen, ein zeitgemässes Interieur einbauen und natürlich vor allem umspritzen.”

Die Wahl der Linie 13 ist kein Zufall: Die VBZ ehren damit den bevorstehenden 13. Meistertitel des FC Zürich.

In Bern ist man froh, dass man für das in die Jahre gekommene Meistertram eine gute Anschlusslösung gefunden hat. “Die Zürcher übernehmen sogar die Kosten für den Transport”, freut man sich bei Bernmobil. Die Jungfernfahrt ist im Anschluss an die Pokalübergabe am 22. Mai gegen Luzern vorgesehen.

Literatur mit Logo

Rrr am Sonntag den 20. Februar 2022

Buch des Jahres: Das GC Deko Buch!

Sie kennen das: Sie haben ein Buch gekauft, aber der Inhalt interessiert Sie gar nicht. Zudem ist der Buchrücken sehr hässlich, weshalb Sie das Buch auch nicht einfach ins Bücherregal stellen können.

Also ab damit aufs Altpapier? Mitnichten! Rufen Sie die Schweizer Künstlerin Sabine Amport an. Sie macht aus Ihrem Buch ein wunderschönes Faltbuch, wie sie Ihnen im Video erklärt.

Der Rekordmeister hat ihr aus Anlass seines 135-jährigen Bestehens gleich 135 alte Bücher geschickt, und Sabine Amport hat sie mit einem Arbeitsaufwand von vier Stunden pro Exemplar bearbeitet.

Das GC Deko Buch hat zwei Vorteile: Erstens ist das GC-Logo kunstvoll ins Papier eingearbeitet, und zum anderen haben die Bücher keinen GC-Inhalt, wie uns der Verein versichert. Vielleicht sind es Krimis, Romane oder chinesische Klassiker, wir wissen es nicht.

Wie auch immer: Bestellen Sie das GC Deko Buch noch heute im Internet. Der Kaufpreis beträgt 135,00 CHF inklw MwST zzzgl. Versandkosten. Die Auslieferung erfolgt innert fünf Werktagen.

Ganz guets Nois

Herr Winfried am Mittwoch den 2. Februar 2022

Der “Grasshopper Club Zürich” ist im neuen Jahr noch ungeschlagen.

Bei Tschi-Si beginnt das neue Jahr mit dem Derby gegen den FC Zürich, diesen Samstag im Letzigrund. Die Anspannung ist bereits deutlich spürbar. Schliesslich hat Tschi-Si auch etwas gutzumachen. Kurz vor dem Jahreswechsel verlor das Team von Trainer Giorgio Contini etwas unerwartet 0:2 in Sitten.

Deshalb will Tschi-Si im Derby zum Auftakt bereits seine Krallen ausfahren und den Leader ärgern. Erstmal muss aber der Neujahrs-Kater ausgestanden werden.

So erschien es am gestrigen Neujahrstag auf Tschi-Si Instagram. Dazu der Häschtäg #traditionsclub

Ob Tiger, Kater oder Höigümper: Der “Grasshopper Club Zürich” ist am Samstag im Letzigrund das Auswärtsteam. Das Rückspiel findet am 2. oder 3. April statt.

Luzide Limmatstadt

Herr Winfried am Mittwoch den 12. Januar 2022

BREAKING NEWS: Marvin Spielmann wechselt per sofort von YB zu Lausanne

Herr Winfried recherchiert neu vom Aussenposten in Zürich aus.

Was bisher geschah: Auch hier hat der Trainingsbetrieb nach der Weihnachtspause wieder begonnen. Der Ernährungsplan beim Grasshopper Club war aber noch an die Festtage angelehnt, mich dünkt, bei Tschi-Si sei neulich Kuchen auf dem Menüplan gewesen.

Das grad links von Herrn Abrashis Schulter ist glaub das Fraumünster, aber sicher bin ich noch nicht. GC möchte also dem Stadtrivalen die Position in den inneren Stadtkreisen wieder etwas streitig machen.

Den Klebern rund um den Hauptbahnhof zufolge hat im Zentrum aber eindeutig der FC Zürich das Sagen. Ah, und Anhänger:innen des FCZ haben nach dieser Vorrunde auch wieder Lust, über Fussball zu reden. Ganz gute Voraussetzungen, um hier eine Zeit lang auszuharren. Und sonst braucht ja der IC nach Bern nur gerade 56 Minuten. Man liest sich!

Wie die Alpen

Rrr am Mittwoch den 10. November 2021

In unserer Zeitmaschine reisen wir heute ins Jahr 1988.

Wir landen am Samstagabend, 10. September, und schauen uns die Zusammenfassung von GC-YB an. In der Pause liegen die Berner zurück, und es gibt Diskussionen über die taktische Ausrichtung. Trainer Tord Grip will davon nichts wissen – er liefert eine ganz andere und durchaus poetische Begründung.

Immerhin: Am Schluss schaute doch noch ein Unentschieden heraus, wie Sie dem Telegramm entnehmen können.

Wenn Sie sich nun in die Matchanalyse von Charles Beuret vertiefen möchten: Bittesehr.

Delikates Duell

Rrr am Samstag den 6. November 2021

GC gegen YB – wir wissen, wies ausgeht.

Von unserem Sonderkorrespondenten Herr Alleswisser

Ältere Leser und Leserinnen dieses Fussball- und Kulturblogs erinnern sich, dass Tiere bestens dazu geeignet sind, Fussball-Resultate vorauszusagen. Unvergessen sind etwa die Vogelfutter-Orakel des RL-Afrikakorrespondenten Lars L oder auch Krake Paul an der WM 2010.

Vor dem heutigen Match zwischen dem Rekordmeister GC und dem Serienmeister YB vertraue auch ich auf tierische Hilfe. Passenderweise lasse ich meine beiden Haustiere gegeneinander antreten. Es sind dies

YOUNG BOY Attila, 8 Monate alter Foxterrier vs. Tschi Sii, 2 Monate alter Grashüpfer.

Klicken Sie sich nun durch die Fotostrecke, anschliessend werden Sie alles wissen und beim Toto schön und reich werden.

  • Ausgeglichene Startphase, YOUNG BOY und Tschi Sii begegnen sich auf Augenhöhe

  • Weiterhin wenig Action, der gegenseitige Respekt überwiegt

  • Endlich eine vielversprechende Angriffsauslösung vom YOUNG BOY

  • Grosschance für YOUNG BOY, das wird für Tschi Sii wohl schlecht ausgehen

  • YOUNG BOY scheitert knapp, da hat wohl der Killerinstinkt gefehlt

  • YOUNG BOY trauert seiner Chance nach. Hoffentlich rächt sich das später nicht noch.

  • Nein, die 2. Halbzeit zwischen Tschi Sii und Young Boy verläuft enttäuschend, es bleibt beim Beschnuppern...

  • .. und auch in der YB-Viertelstunde gibt's weiterhin nur ein zaghaftes Abtasten. Insgesamt ein 0:0 der schlechteren Sorte, aber immerhin nun ein absolut sicherer Tipp!

Lässig im Letzi

Rrr am Donnerstag den 22. April 2021

YB gewinnt auch das vierte Saisonspiel gegen den FCZ.

2:1 siegte der Meister im Letzigrund und baute den Vorsprung an der Tabellenspitze auf den Rekordwert von 26 Punkten aus. Matchwinner war diesmal David von Ballmoos.

Den Bernern wurde es zu Spielbeginn sehr leicht gemacht: In Führung gingen sie nach 8 Minuten durch ein Eigentor von Kryeziu, das 0:2 folgte nach einem groben Züri-Schnitzer durch Mambimbi (24.).

Danach wurde offensichtlich, dass es für den FCZ noch um mehr geht als im YB. Die Zürcher zeigten Kämpferqualitäten, gewannen die Mehrheit der Zweikämpfe und strebten nach dem Anschlusstor durch Kramer vehement den Ausgleich an. Dass dieser dem FCZ verwehrt blieb, ist vor allem das Verdienst von David von Ballmoos.

Weiter gehts für YB mit dem Heimspiel Sonntag gegen den Tabellenletzten FC Sion, der heute mit einem 5:3-Sieg in Genf überraschte.