Archiv für die Kategorie ‘Weisheiten’

Bilanz ohne Glanz

Rrr am Samstag den 18. Juni 2022

YB-FCZ am 16. Juli: Kann das gut kommen?

Fakt ist: Noch nie hat YB im neuen Wankdorf ein Spiel gewonnen, wenn gleichzeitig Gurtenfestival war.

Ja, es stimmt: YB-Heimspiele während des Gurtenfestivals sind selten. Aber es gibt sie. Im neuen Stadion war dies dreimal der Fall: 2008, 2009 und 2011.

Am 18. Juli 2008 rockten die Chemical Brothers den Gurten, während YB 1:2 gegen Basel verlor (unser Bild zeigt Costanzo vs Frimpong). Am 18. Juli 2009 gabs Oasis auf dem Gurten und ein 1:1 von YB gegen St. Gallen. Und am 16. Juli 2011 gehörten die Eels zu den Attraktionen auf dem Berner Hausberg, derweil YB wieder nicht über ein 1:1 herauskam – diesmal gegen Basel.

In den Folgejahren spielte YB stets auswärts, wenn das Gurtenfestival stattfand – oder befand sich noch in der Sommerpause.

Am Samstag, 16. Juli, feiern die Gurtenfans den letzten Festivaltag, während YB im Wankdorf ab 18.00 Uhr gegen den zurzeit amtierenden Meister FCZ spielt.

(Fotos: Keystone/gurtenfestival.ch)

Bittere Varheit

Rrr am Montag den 13. Juni 2022

Belgiens Trainer hat ein Gewitter im Auge. Aber alles der Reihe der nach.

In Wales reichte es Belgien am Samstag nur zu einem 1:1. Die Waliser glichen in der 86. Minute aus. Johnson traf auf Vorarbeit von Ramsey.

Das kommt Ihnen irgendwie spanisch vor? Belgiens Trainer Roberto Martínez auch. Wir zitieren aus der belgischen Tageszeitung “Le Soir”:

In der Erinnerung eines Nationalmannschaftsbeobachters hat sich der Trainer noch nie so stark von seiner sonst fast stoischen Ruhe verabschiedet. Kurz nach seinen Fernsehinterviews hat sich das Schwarz seiner Augen innert kürzester Zeit in ein Gewitter gewandelt, als er auf seinem Stuhl für die Pressekonferenz Platz genommen hatte. “Die UEFA als Verband schuldet dem belgischen Verband eine Erklärung in Bezug auf die Ziehung dieser Linie, das Computerprogramm, das diese kalibrierte Linie zieht, muss überarbeitet werden. Wir sind in einem milliardenschweren Geschäft und bekommen lächerliche Bilder zu sehen, die beweisen, dass diese Linie nicht parallel zu der des Rechtecks verläuft. Diese zufällige Linienführung kostet uns die Punkte eines Sieges. Das ist nicht seriös. Es ist sogar schockierend!”

Hat Martínez recht? Der Experte von “Le Soir” sah es anders: Martinez sei womöglich Opfer einer optischen Täuschung geworden. “So sehen wir ja manchmal, wie sich Zugsgleise, die parallel verlaufen in der Ferne am Horizont treffen oder der Parthenon-Tempel in Athen, bei dem die Stützen leicht gebogen gebaut wurden, damit das menschliche Auge sie als gerade sieht.”

Pih pah poh, findet Martínez. “Es ist offside. Der Linienrichter hat einen guten Job gemacht und seine Fahne gehoben. Aber ihm ist man nicht gefolgt.” Nun gut, das mit dem Linienrichter ist aus den TV-Bildern nicht ersichtlich. Die ganze VARheit bleibt wohl schleierhaft.

(Screenshots: SRF / Le Soir)

Offenkundige Optimierungen

Rrr am Mittwoch den 6. April 2022

Wirrkopf Walter checkt den Puck.

Vom Hockey lernen heisst Siegen lernen! Das weiss auch die Swiss Football League und plant deshalb Playoffs im Fussball. Und das ist erst der Anfang.

Im nächsten Schritt empfehle ich die Umstellung von zwei Halbzeiten auf drei Drittel. Das ermöglicht eine zusätzliche 15-minütige Werbepause. Daneben sollten auch die VAR-bedingten Unterbrüche für kurze Konsumenteninformationen genutzt werden, eventuell angekündigt durch ein schmissiges Orgelspiel.

Eine revolutionäre Neuerung ist natürlich die Umstellung auf die effektive Spielzeit. Dann ist mal fertig mit der elenden Zeitschinderei! Dreimal 20 Minuten plus fünf Minuten Verlängerung mit noch je sechs Feldspielern. Bei Remis Penäschere. Zusatzpunkt für den Sieger. Können Sie mir noch folgen?

Rasenmähen in den Drittelspausen, klar. Helme mit Visier, zur Vorbeugung von Kopfverletzungen. Zwei-Minuten-Strafen für die kleinen Schweinereien zwischendurch. Wie gefällt Ihnen eigentlich mein Playoff-Bart? Na ja, egal. Ich gönne mir jetzt einen Bärenzipfel und gehe dann wieder im Trüben fischen.”

Interessante Idee

Herr Maldini am Dienstag den 5. April 2022

Der PSG-Präsident hat sich etwas überlegt.

Die Älteren unter Ihnen erinnern sich: Das Saisonfinale der amerikanischen Nationalen Fussballliga ist vorwiegend für das bekannt, was abseits des sportlichen Geschehens passiert. So erhielten bei der letzten Austragung im Februar mehr oder weniger abgehalfterte Sprechgesangsternchen ihren grossen Auftritt.

Gelb gegen Roberto Bautista Agut und Nasser Al-Khelaifi (rechts) wegen Randsports. Bild: Keystone.

Etwas in dieser Art schwebt Nasser Al-Khelaifi, dem Präsidenten des traditionsreichen Paris Saint-Germain Football Club, für die hiesige Champions League vor. Al-Khelaifi fordert in einem Interview mit The Athletic, dass die CL für ihr Finale eine Eröffnungszeremonie im Stil des Super Bowls einführen soll, um sicherzustellen, dass jedes Spiel zu einem “Ereignis und zur Unterhaltung” wird.

Er könne nicht verstehen, wie sich der Super Bowl grösser anfühlen könne als der CL-Final, so Al-Khelaifi. Er habe deshalb eine Eröffnungsfeier mit einem Spiel vorgeschlagen, bei dem der amtierende Sieger gegen ein grosses Team antritt. “Vielleicht ist das keine gute Idee, aber wir sollten zumindest den Status quo in Frage stellen. Jedes Spiel muss ein Ereignis und Unterhaltung sein.”

Ja, vielleicht ist das eher keine gute Idee. Aber die Uefa könnte es doch mit einer Art Super League für ihre besten Clubs versuchen.

Knallharter Klartext (I)

Rrr am Freitag den 25. März 2022

Begrüssen Sie das neue Expertenduo des Runden Leders!

Tinu und Lars haben 1986 mit den Berner Young Boys den Meistertitel gewonnen, was sie befähigt, regelmässig im “Blick” aktuelle Vorgänge zu analysieren. Leider befragt sie die Zeitung immer nur zu Geschehnissen rund um den BSC YB. Bei uns haben es Tinu und Lars besser: Sie sind Experten für alles.

Heutiges Thema: Der Klimawandel.

Wie konnte es soweit kommen? Tinu kommt zu einem ähnlichen Schluss wie Lars. “Da wurde einfach viel zu lange viel zu wenig gemacht.” Niemand habe das Steuer an sich gerissen und klare Kante gezeigt. “Ein absolutes Must bei so grossen Problemen!”, sagt Lars.

Tinu erinnert sich an die Meistersaison 1985/86. “In der Hinrunde lief es bei uns auch nicht gut. Niemand wollte Verantwortung übernehmen, wir waren in einer Negativspirale gefangen. Das Klima in der Mannschaft war gar nicht gut!”

In der Rückrunde zeigte YB ein ganz anderes Gesicht. “Wir hatten im Trainingslager eine Aussprache, da hat jeder offen gesagt, was ihn stört und was sich ändern muss”, erinnert sich Lars. “Der Prytz hat dann im Mittelfeld enorm viel Verantwortung übernommen. Und natürlich der Conz, als Captain und Abwehrchef. Diese beiden haben das Steuer an sich gerissen und klare Kante gezeigt!”

Am Schluss war YB Meister. “Zäme geits, sagen wir in Bern”, sagt Tinu. “Deshalb sollten sich jetzt beim Klima auch alle zusammensetzen und dann gemeinsam an einem Strick ziehen. Dann kommt es gut mit der Erderwärmung wie damals bei uns in der Meistersaison 1985/86.”

Nächste Woche bei Tinu und Lars: Der Ukraine-Krieg.

Vorsicht Vorsprung!

Rrr am Mittwoch den 16. März 2022

Carlo Ancelotti weiss, wie man eine günstige Ausgangslage verspielt.

Real Madrid liegt in der Tabelle zurzeit deutlich von dem ersten Verfolger Sevilla. “Zehn Punkte Vorsprung zehn Spiele vor Schluss, was soll da noch schief gehen?” fragte ein spanischer Journalist den Real-Trainer.

“Wenn Du in einem Champions-League-Final 3:0 führst, was soll da noch schief gehen?”, gab Ancelotti zur Antwort. Der Mann hat Galgenhumor, denn damit erinnerte er an eine seiner dunkelsten Stunden als Trainer.

Ancelotti war Coach des mit Superstars bestückten Teams von Milan, das 2005 den Champions-League-Final gegen Liverpool verlor – nach einer 3:0-Führung zur Pause. Die Reds glichen nach der Pause innert sechs Minuten aus und gewannen später das Penaltyschiessen. Als Liverpool-Fan schaut man sich das immer wieder gerne an.

Real Madrid ist also gewarnt. Am Wochenende kommt Barcelona ins Bernabeu, der Vorsprung auf die Katalanen beträgt (bei einem Spiel mehr) nur gerade 15 Punkte.

Gutgemeinte Geste

Herr Maldini am Dienstag den 15. März 2022

Viele möchten in diesen Zeiten ein Zeichen setzen.

Bild: Internet.

So auch diese Spieler der Begegnung Politehnica Iași gegen Astra Giurgiu (zweithöchste rumänische Liga).

Punktverluste

Briger am Mittwoch den 9. März 2022

Gute Nachrichten für den neuen YB-Trainer Matteo Vanetta. Und schlechte.

Die gute zuerst: Die Lieblingsgegner der Young Boys kommen aus der Westschweiz. Die schlechte: Die Angstgegner auch. Vanetta gibt sein Debüt am Sonntag in Lausanne, und dieses Team … aber alles der Reihe nach.

(KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Seit der ersten Meistersaions des neuen Jahrtausends (2017/18, ältere LeserInnen erinnern sich) gewann keine Mannschaft so viele Punkte gegen YB wie der Servette FC, dabei machten die Genfer in den ersten beiden Saison gar nicht in der Super League mit. Seit dem Wiederaufstieg der Grénats konnte YB gerade mal 3 von 11 Partien gewinnen, dazu gab es 3 Unentschieden und 5 Niederlagen.

Am zweitmeisten Punkte konnte Basel gegen YB gewinnen (16) und dann folgt schon der FC Thun, ebenfalls nicht in allen fünf Saisons dabei, mit 12 Punkten. Es folgen: FC St. Gallen (11), FC Luzern (10), FC Lugano (6), FC Zürich (5), Grasshoppers Club (4), FC Sion (4), Lausanne-Sport (3), Xamax (3), FC Vaduz (2) und Lausanne-Sport (0).

Zwangloser Zahlensalat

Herr Maldini am Dienstag den 15. Februar 2022

Heute präsentieren wir Ihnen interessante Zahlen aus dem weltweiten Internet.

Foto: Screenshot Spektrum.de.

Also, legen wir los:

  • Ronaldo (Manchester United) hat die letzten 6 Spiele kein Tor erzielt und keinen Assist gegeben. Eine solche Durststrecke hatte er seit 2009 nie mehr gehabt.
  • Gerard Piqué, der Ehemann von Popstar Shakira, absolvierte am Wochenende sein 594. Spiel für Barcelona und überholte damit Puyol. Jetzt hat er nur noch Messi, Xavi, Iniesta und Sergio Busquets vor sich.
  • Antonio Conte (Tottenham) verlor seine letzten 3 Ligaspiele. Das ist ihm seit 2009 nicht mehr passiert.
  • 50 Spiele absolvierte Sébastien Haller unterdessen für Ajax Amsterdam. Dabei erzielte er 41 Tore und 15 Assists.
  • Ajax Amsterdam gewann am Wochenende zum 8. Mal in dieser Saison in der Liga mit 5-0.
  • Liverpool liess in dieser Saison seine Gegner 90 Mal ins Offside laufen – so viel wie kein anderes Premier-League-Team und fast doppelt so viel wie der in dieser Statistik nächstbeste Verein.
  • Newcastle United konnte erstmals seit 2018 drei Ligapartien in Serie gewinnen. Damals hiess der Trainer noch Rafael Benitez.
  • Jérémie Boga  (Atalanta Bergamo) ist der erste Feldspieler, der in seinen ersten 100 Einsätzen in der Serie A keine einzige gelbe Karte erhalten hat (seit der Saison 1994/1995 und es drei Punkte für einen Sieg gibt).

Sieglos seit Jahren

Rrr am Montag den 14. Februar 2022

Die Basler Durststrecke im Wankdorf wird immer länger.

Seit 2094 Tagen hat der FCB in Bern kein Meisterschaftsspiel mehr gewonnen. Letztmals der Fall war das am 22. Mai 2016.

Noch länger als der FCB warten vier Klubs auf einen Sieg in Bern: Der FCZ seit dem 9. März 2014, Lausanne seit dem 9. April 2012, St. Gallen seit dem 20. März 2005 und Sion sogar seit dem 17. August 1996.

Noch halbwegs an den letzten Erfolg im Wankdorf erinnern können sich die Fans von GC (17. April 2017), Lugano (23. April 2017) und Luzern (6. Oktober 2018). Am besten gefällt den Servette-Fans das Wankdorf, ihr Klub siegte hier zuletzt am 4. Dezember 2021.

Und gegen welchen YB-Trainer haben die neun Klubs den letzten Wankdorf-Sieg gefeiert? Servette gegen David Wagner, Luzern gegen Gerry Seoane, GC, Lugano und Basel
gegen Adi Hütter, Zürich gegen Uli Forte, Lausanne gegen Christian Gross, St. Gallen gegen Bidu Zaugg und Sion gegen Jean-Marie Conz.

Bevor Sie fragen: Die letzten YB-Siege bei den 9 Super-League-Gegnern gabs 2021 beim FCZ sowie in Sion, Luzern, Lausanne, Genf und Lugano, 2020 in Basel und St. Gallen sowie 2019 bei GC. Das nächste Auswärtsspiel bestreiten die Berner bei … GC.

Vargas Vorgänger

Rrr am Mittwoch den 9. Februar 2022

Die neue YB-Nummer 7 ist Ungar Nummer 7.

Kevin Varga stösst leihweise zu den Berner Young Boys. Vor ihm waren schon sechs andere Ungarn beim BSC YB aktiv.

Der Allererste war Isidor Kürschner, der die Gelbschwarzen 1934/35 trainierte. Die älteren Leser erinnern sich sicher auch an Vilmos Sipos (Bild rechts), der als Spieler 1935 nach Bern kam und zwei Jahre blieb. In zwei Saisons absolvierte er 44 Spiele für YB und schoss beachtliche 16 Tore. Allerdings wurde er auch einmal vom Platz gestellt.

Von 1937 bis 1939 waren gleich zwei Ungarn in Bern tätig: Trainer Leo Weisz sowie der unvergessene István Lukács (links), der von Servette zu YB stiess und 21-mal das gelbschwarze Trikot überstreifte. Dabei schoss er 15 Tore.

In späteren Jahren folgten zwei weitere ungarische Trainer: Bela Volentik (1942-1947) und natürlich Pal Csernai (1989). Der einstige Bayern-Meistertrainer war ein Jahr im Wankdorf aktiv.

Oha Lätz (MCMXVIII)

Rrr am Freitag den 28. Januar 2022

Wer findet die fünf Unterschiede?

Links Ex-Profi Thomas Helmer, rechts Ex-Profi Eric Cantona.

(Quelle: FUMS)