Archiv für die Kategorie ‘UEFA’

Van Basten und der Schuh des Baros

Dr. Eichenberger am Dienstag den 14. September 2004

Hollands neuer Nationalcoach Marco van Basten (in seiner Heimat regelmässig als Zauberlehrling bezeichnet) zeigt sich auch in Sachen Public Relations als rascher Lehrling. War sein Vorgänger Advocaat (nomen est omen?) rechthaberisch, regentenhaft, humorlos und hölzern, so präsentiert sich Marco der Öffentlichkeit eloquent, geistreich und grosszügig. Anscheinend hat sich Marco nach dem Länderspiel schriftlich für den tschechichen Stürmerpfeil Milan Baros eingesetzt, der vergangenen Mittwoch (nach einer der unzähligen unbeabsichtigen Körperkontakte mit der niederländischen Verteidigung) eines Schuhs verlustig ging, einige Sekunden besockt weiter getschuttet hatte und für diese gemeingefährliche Attacke von Schiedsrichter Markus Merk verwarnt wurde. Für sein gönnerhaftes Engagement gegen die Gelbe Karte von Baros kann sich Marco des internationalen Beifalls sicher sein. Clever. Aber eigentlich hätte Zauberlehrling Marco ja schon beim gemeinsamen Schlusstraining vor dem Mittwochmatch Gelegenheit gehabt, den Doktor Merk rechtzeitig deutsch und deutlich zu instruieren. (Frans van der Vaart, Amsterdam)


Zu gut deutsch: «Wenn jeder seine Aufgaben ausführt, dann werden wir das Spiel gewinnen.»

Thuisfluiter

Dr. Eichenberger am Samstag den 11. September 2004

Ein «fluiter» ist in der deutschen Übersetzung kein Flötler, sondern ein Pfeifer – ein «thuisfluiter» ergo ein Heimschiedsrichter. Dies wird in der fluitenden Zunft nicht unbedingt als Kompliment aufgefasst, und deshalb kassierte Ruud van Nistelrooy zwei Spielsperren, weil er im Anschluss an das EM Spiel Portugal – NL den schwedischen Schiedsrichter Frisk scheints als Selbigen (und möglicherweise auch noch als anderes) bezeichnet hatte. Ähnliche Sanktionen wären nun gegenüber dem Journalisten des Volkskrant angebracht, der heute nicht in der Lage ist, die freundnachbarschaftlichen Beiträge von Doktor Merk zustimmend zu würdigen: «Een smet op de zege was het schandalige optreden (= schändliche Auftreten) van de Duitse (= Bewohner von Hollands östlichem Nachbarland) scheidsrechter Merk, die een pure thuisfluiter (= reiner Heimflötler) was en Tsjechië vlak voor de 2-0 een strafschop onthield. Ook wuifde hij een overtreding van Heitinga op de doorbrekende Baros weg. Het leek of Merk opdracht had gekregen Nederland een handje te helpen op weg naar het WK in buurland Duitsland (= scheinbar Auftrag gekriegt, NL auf dem Weg an die WM im Nachbarland behilflich zu sein).»
Typisch Niederländer, typisch Journalistenpack: Zuerst von der nachbarschaftlichen Behilflichkeit profitieren, und dann noch reklamieren. Auch sperren, diesen Volkskrant-Polemiker – und eine Saison lang Strafversetzen von der Journalistentribüne der Amsterdam ArenA in den Hardturm. Da weiss man noch, was Dankbarkeit ist und prügelt nicht auf flötende Zahnärzte ein, sondern bloss auf Umweltverbände. (Ein Bericht unseres Holland-Korrespondenten Frans van der Vaart)

Verirrt auf den Färöer

Rrr am Freitag den 10. September 2004

Unglaublich aber wahr: 40 Stunden nach dem WM-Ausscheidungsspiel gegen die Färöer sitzen die französischen Fussballer noch immer auf der Schafsinsel fest.

Grund: Am Mitwoch wars zu spät für den Abflug. Und am Donnerstag musste der Rückflug nach Paris wegen starken Nebels ersatzlos gestrichen werden, wie die deutsche Nachrichtenagentur sid meldet. Stattdessen gab’s ein “ausführliches Sightseeing”. Ein weiterer Flug-Versuch ist am Freitag geplant. Wir sagen: Toi toi toi!

Unser Funkbild zeigt Henry, Giuly und Pires beim ausführlichen Sightseeing.

Die richtige Taktik…

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 8. September 2004

… könnte gegen die Iren so aussehen, meint unser Holland-Korrespondent Frans:

In Fahrt

Dr. Eichenberger am Dienstag den 7. September 2004


Wie gut der Ajax-Spieler Rafael van der Vaart  in Fahrt ist, meldet unser Holland-Korrespondent Frans van der Vaart aus Amsterdam. «Diesen Trick hat Hänzi oft probiert, aber nie hingekriegt…», weiss van der Vaart, der mit van der Vaart nicht verwandt ist. Danke Frans!

Harry nicht in Basel

Dr. Eichenberger am Montag den 6. September 2004

Wie unser Sonderkorrespondent aus Basel meldete, wird Irland am Mittwoch auf seinen Topstürmer Roy Keane setzen (siehe unten). Ein Wermutstropfen aber bleibt im Irischen Whiskey hängen: Der gewürchtetste Ire (unser Bild) wird am Mittwoch leider fehlen: Harry Rowohlt schafft es nicht, die Reise nach Basel anzutreten. Er ist in einem Pub versumpft und muss ausgenüchtert werden. Rowohlt, 1996 zum «Ambassador of Irish Whiskey» ernannt, ist in jungen Jahren der berühmten Hamburger Verlegerfamilie vom Karren gefallen. Dank seiner Affinität zur Irischen Literatur und zu den hochprozentigen Irischen Gewässern, die er mit Vorliebe während einer Lesung Irischer Hörspiele trinkt, die in einem Irischen Pub spielen, wird Harry von den Iren längst als waschechter Ire betrachtet.

Keane in Basel

Rrr am Montag den 6. September 2004

Das freut uns jetzt natürlich: Irland kann am Mittwoch in Basel auf die Dienste von Roy Keane zählen: Sein Klub Manchester United hat ihn rechtzeitig fitgespritzt. Toll! Ein Spieler, den man immer wieder gerne sieht.

Seine besten Freunde sind übrigens der Norweger Alf Inge Haaland (Bild links, dank einem künstlichen Kniegelenk sollte er dereinst wieder schmerzfrei gehen können) und der Portugiese Vitor Baia (rechts, die Stollenabdrücke im Rücken lassen nach einem halben Jahr langsam nach).

Tja, und diese Rippe gehörte wohl einem Arsenal-Spieler.

Tumulte in Riga

Rrr am Montag den 6. September 2004

Da staunt der Portugiese: In Lettland sind die Flitzer weiblich! Das Zwischenspiel in Riga dauerte sieben (!) Minuten, das Publikum war begeistert. (Foto: “Jornal Record”)

Papageientaucher

Rrr am Samstag den 4. September 2004

Die Nationalspeise der Färöer Inseln ist übrigens gefüllter Papageientaucher, ein leicht verträgliches Gericht, das man gern zusammen mit Pellkartoffeln und Konftüre verspeist. Man sollte darauf achten, daß man die Vögel halbwegs dicht zunäht, da der Teig ansonsten im Kochwasser herauskommt.

Dann den Kopf, die Flügel und den Schwanz abschneiden. Die Innereien und den Nackenknochen entfernen. Vögel waschen und rupfen. Halsöffnung zunähen, Vögel füllen mit einer Mischung aus Margarine, Zucker, Ei, Mehl, Backpulver und Rosinen.

Die Füllung in die Papageientaucher drücken und auch die Hinteröffnung vernähen. Die Vögel in Salzwasser 1-1,5h kochen. Weitere Fäoer-Rezepte gibts hier.

So wollen sie spielen

Rrr am Freitag den 3. September 2004

Dimmalaetting, die Tageszeitung der Färöer-Inseln, geht davon aus, dass die Färinger morgen in Basel in dieser Aufstellung antreten werden.

Es fällt auf, dass Johannesen in die Innenverteidigung gerückt ist und Joensen das rechte Coulour abdecken wird. Johnsen im Mittelfeld wird viel Laufarbeit leisten müssen, zumal hinter den Sturmspitzen noch Björn Borg spielt, der ja bereits älter ist.

Auf jeden Fall spielt der Färinger ein mutiges 4-4-2-System.

Die Färöer

Rrr am Freitag den 3. September 2004

Am Samstag kommen ja die Färöer nach Basel, und da stellt sich natürlich die Frage: Was macht eigentlich so ein Färinger den ganzen Tag auf seiner Insel?

Nun, es ist leider so, dass der Färinger trotz weltweiter Proteste jedes Jahr hunderte von Pilotwalen, Schnabelwalen und Delfinen grausam abschlachtet, wie der WWF mitteilt. Für Blick-Leser: Die Bilder gibts hier.

Für alle anderen: Es ist schockierend! Und es gibt wohl nur eine Lösung: Kauft keinen Färöer-Fisch mehr! Danke.

Gross in Grosny

Rrr am Donnerstag den 2. September 2004

Im UEFA-Cup hat der FC Basel ein attraktives Los gezogen: Das Team von Christian Gross spielt in der ersten Runde gegen Terek Grosny.

Hinweis für den Chauffeur des FCB-Cars: Grosny ist im Prinzip über drei Zufahrtswege zu erreichen, nämlich aus Norden, Westen oder auch Osten. (siehe Grafik)