Archiv für die Kategorie ‘Transfermarkt’

Im Hafen der Ehe

Dr. Rüdisühli am Samstag den 3. Juni 2006

Kulturmanager Herr Ad bittet kurz um Ihre Aufmerksamkeit: Fussball. Heute. Mitternacht. Bundesplatz. Danke.


Es folgt eine hausinterne Mitteilung.

“Der Anteil der Verheirateten in der Redaktion des Runden Leders hat sich auf 50 Prozent erhöht. Unser Mitarbeiter Herr Frans ist in den Hafen der Ehe eingelaufen.

Natürlich haben wir die Braut einer strengen Prüfung unterzogen, die sie vorzüglich bestanden hat: Am YB-Wurst-Essen an Ehepaar Fransens Wohnsitz war sie eine exzellente Gastgeberin. Ausserdem ertrug sie das mehrmalige Abspielen der beschissenen Ajax-Amsterdam-CD ohne Klage, das lässt auf eine nachhaltige Verliebtheit gegenüber Herr Frans schliessen.

Aus all diesen Gründen begrüssen wir diese Ehe. Unser Chef, der Geliebte Herr Gnos, hat Herrn Frans für die Hochzeit spontan einen Tag freigegeben, und unser Mitarbeiter Herr Rrr überbrachte dem Bräutigam anlässlich einer kleinen Zeremonie eine Flasche preiswerten Denner-Prosecco.

Alles Gute, Frau und Herr Frans!”

Arrivederla, Mrs. Sheva!

Dr. Eichenberger am Freitag den 26. Mai 2006

Geht er, geht er nicht, geht er…. Andriy Shevchenko zum FC Chelski? Jetzt ist klar: er geht!

Chelsea-Besitzer Roman Abramovich kann den Krimsekt aus dem Kühlschrank holen: er bekommt endlich jenen Spieler, den der seit Jahren mit horrenden Angeboten hofiert hat: Andriy Shevchenko will künftig nicht mehr für Milan, sondern für den Londoner Quartierverein auf Torjagd gehen. Der ukrainische Stürmerstar tat sich schwer mit seinem Entscheid. Den ersten, selber festgesetzten Termin liess er am Donnerstag verstreichen. Am Freitag abend hat er sich endlich ein Herz gefasst und die Milan-Führung über seine Absichten informiert.
Dem Vernehmen nach war Frau Shevchenko (im Bild) massgeblich am Entscheid beteiligt. Sie will künftig lieber in Londons Boutiquen statt in den Läden Mailands shoppen gehen. Womit wieder einmal anschaulich bewiesen ist, dass hinter jedem erfolgreichen Fussballer eine Frau steht.

Talentsuche

Frau B am Dienstag den 23. Mai 2006

Der FC Liverpool hat angeblich Interesse an einem sechsjährigen Australier bekundet.

Dylan Collard heisst der Wunderknabe, und seine Mutter wusste schon früh, dass er zum Fussballstar geboren ist. «Als er klein war, behandelte er den Ball wie seinen Teddybären. Er küsste ihn und nahm ihn mit ins Bett.» Kaum konnte Dylan gehen, fing er an, auf den Ball einzukicken.

Der Junge spielt heute für AC United in West-Sydney und schiesst regelmässig bis zu zehn Tore pro Partie. Ausserdem wurde er in die Jugendauswahl seines Bundesstaates New South Wales aufgenommen. Sein Trainer Paul Bentzvelzen meinte, es sei zwar selten, dass europäische Clubs Sechsjährige anschauen, aber es komme vor. Die ‹Reds› sollen ein Video des Talents angefordert haben.

Im Jahr 2017 wird Dylan seinen ersten Profi-Vertrag unterschreiben und im Jahr 2020 wird Liverpool unschlagbar sein. Grossartige Aussichten!

Ausgerechnet kein Engländer

Frau B am Freitag den 28. April 2006

Der englische Fussballverband möchte Luis Felipe Scolari als neuen Nationaltrainer verpflichten.

Am Mittwoch war Brian Barwick als Vertreter der FA in Lissabon, um mit dem Brasilianer zu verhandeln. Noch ist Scolari Coach von Portugal, aber sein Vertrag läuft nach der Weltmeisterschaft aus. Eine offizielle Erklärung wurde noch nicht abgegeben, aber dafür jede Menge Meinungen zum Thema:

Gary Lineker fände die Wahl komisch wegen der „offensichtlichen fussballerischen Differenzen zwischen Brasilien und England“.

Don Howe (Ex-Assistenz-Trainer der englischen Nationalmannschaft) meinte: „Ich dachte, wir würden einen britischen oder irischen Coach bekommen. Ich weiss nicht, ob Scolari besser ist, aber er hat einen ausgezeichneten Ruf.“

Zico meinte, die Sprache könnte ein Problem sein. Aber Andre Kfouri (Reporter bei ESPN Brazil) erklärte: „Scolari ist dabei Englisch zu lernen.“

David Gold (Chairman von Birmingham City) zeigte sich wütend: „Wir wollen einen englischen Manager. Wir unterstützen das englische Team, und ich erwarte, dass Spieler und Trainer Engländer sind.“ Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Harry Redknapp (Coach von Portsmouth) drückte es etwas gepfleger aus und sprach damit vielen aus der Seele: „Ich hätte gerne gesehen, dass ein Engländer den Job bekommt.“

Kein Sex in Stockholm

Rrr am Mittwoch den 26. April 2006

Freddie Ljungberg ist von den Plakatwänden von Stockholm verbannt worden.

Der schwedische Fussballstar von Arsenal darf als männliches Unterhosen-Model keine überdimensionalen Plakatwände zieren. Die Stadtverwaltung hält die Werbung für Calvin Klein für sexistisch.

Freddie räkelt sich auf den Fotos mit dem russischen Model Natalia Vodianava, wobei beide nur mit einem Slip bekleidet sind. Der schwedische Calvin-Klein-Chef Hans Lindeblad nannte die Verweigerung der beantragten Plakatflächen über je 360 Quadratmeter an zentralen Plätzen in Stockholms Zentrum “skandalös”. Seine Kollegen in London, Rom und Mailand könnten einfach nicht verstehen, was denn “plötzlich in das sündige und liberale Schweden gefahren ist.”

Wir wissen es auch nicht.

6 Millionen Euro? Nein danke!

Dr. Eichenberger am Samstag den 1. April 2006

Gemäss englischen Medienberichten willl Chelsea den Milan-Star Andriy Shevchenko mit 50 Millionen Euro nach London locken.

50 Millionen Euro plus einen Spieler (Crespo? Drogba?) will der Chelsea-Magnat Roman Abramovich der AC Milan schicken, um sich endlich einen alten Traum zu erfüllen und den Ukrainer Shevchenko auf seiner Lohnliste zu sehen. Den Stürmer selbere ködert er mit einem Gehalt von (netto) 6 Millionen Euro pro Jahr. Vergeblich: Der Umworbene lehnte das Angebot (erneut) dankend ab: «Ich danke den englischen Journalisten», liess er verlauten, «jetzt wird Milan meinen Vertrag vorzeitig verlängern. Ich bleibe und unterschreibe.» Das dürfte nicht einmal geblufft sein, hat der Ukrainer doch eine spezielle Beziehung zu Milan-Besitzer Silvio Berlusconi. Der ist nämlich, im Gegensatz zu Abramovich, Götti von klein Sheva.

Der Umworbene: Sheva

Kennen Sie die?

Dr. Eichenberger am Dienstag den 28. März 2006

Sieben Trainer-Kandidaten haben es offenbar bei Real Madrid in die engste Auswahl gebracht – ob sie es wollen oder nicht.

Dies also sind die sieben Kandidaten, die laut dem Real-Präsident Fernando Martin in der engsten Auswahl stehen: Englands Teamchef Sven Göran Eriksson, sein italienischer Kollege Marcelo Lippi, Jose Mourinho (Chelsea), Fabio Capello (Juventus Turin), Rafael Benítez (Liverpool FC), Arsene Wenger (Arsenal FC) und Carlo Ancelotti (AC Milan). «Einer von diesen wird unser neuer Trainer werden», verkündete der Klubchef heute. Ob aber die Kandidaten den Job auch wollen, ist eine andere Frage. Wenger, Benitez und Capello haben sich in den vergangenen Wochen von dem Jobangebot distanziert und ihren Klubs die Treue geschworen. Ancelotti hat eben erst seinen Vertrag bei Milan bis 2008 verlängert. Auch Mourinho hat zuletzt mehrmals seine grosse Zufriedenheit bei Chelsea betont. Eriksson hingegen räumt nach der WM in Deutschland sein Amt als englischer Nationaltrainer. Und Lippi? Er wird als Weltmeister wohl noch ein Jahr im Amt bleiben.

Bald ein Königlicher? S. G. Eriksson

Theater um Ancelotti

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 22. März 2006

Die Gerüchteküche um Milan-Trainer Carlo Ancelotti brodelt. Welchen Verein wird er im Sommer trainieren: Milan oder Real Madrid?

Gestern gab Milan bekannt, man habe den Vertrag mit Carlo Ancelotti vorzeitig um ein Jahr bis 2008 verlängert. Heute kontert die Spanische Qualitätszeitung Marca mit der Meldung: «Die Vertragsverlängerung von gestern ist nichts anderes als reines Theater, damit die Mannschaft nicht die Konzentration für die Champions League verliert.»
In Spanien hört man also das Gras wachsen. Laut «Marca» bleibt Ancelotti erster Kandidat bei den Königlichen. Ancelotti selber habe nichts anderes im Kopf, als am 30. Juni das Traineramt in Madrid zu übernehmen, und Milan-Besitzer Silvio Berlusconi werde ihn durch Marco Van Basten ersetzen. Madrid-Präsident Fernando Martin seinerseits gab zu Protokoll, er kenne den Namen seines neuen Trainers bereits – wolle ihn aber noch nicht verraten…
Also, wenn «Marca» dies sagt, dann stimmt es bestimmt.

Wurst wider Wurst

Frau B am Dienstag den 7. März 2006

In Rumänien ist ein ungewöhnlicher Transfer geplatzt.

Der Verteidiger Marius Cioara wurde vom rumänischen Zweitligisten UT Arad an den Viertligisten Regal Hornia verkauft – für fünfzehn Kilogramm Schweinswürste. „Wir haben eine Wochenration Würste für das Team investiert, um Cioara zu verpflichten, und sind zuversichtlich, dass er den Preis wert ist“, bestätigte ein Sprecher von Regal Hornia kurz nach dem Deal.

Einen Tag später erfuhr die Presse vom Transfergeschäft, und Cioara wurde damit aufgezogen – so sehr, dass er die Fussballschuhe an den Nagel hängte und auswanderte. „Die Hänseleien und Wurstwitze wurden mir zuviel. Ich fühlte mich beleidigt. Ich gehe jetzt nach Spanien, wo ich auf einer Farm arbeiten werde“, erklärte Cioara.

Regal Hornia verlangt die Rückerstattung der Transfersumme.

Der Snob

Dr. Eichenberger am Freitag den 3. März 2006

Einen Tag nach der blamablen 1:4 Niederlage gegen Italien ist der deutsche Mittelfeldstar Ballack einsichtig geworden. Er will nicht nach Italien zu Inter wechseln.

«Die Schwarz-Blauen von Mailand sind nur dritter in Italien, Bayern ist in Deutschland Spitzenreiter», liess er durch seinen Manager Michael Becker verlauten. Er wolle seine Karriere in einem Klub fortsetzen, der die Champions League gewinnen werde. Kann man die Meldung schöner kommentieren als die Italienischen Gazzetten heute, die vermelden: «Ballack snobba l’Inter!»

Schlechte Erinnerungen: Ballack am Mittwoch in Italien (rechts Alessandro Nesta).

Unser Mann auf Teneriffa

Dr. Eichenberger am Samstag den 18. Februar 2006

Die Spannung steigt: Ganz Teneriffa fiebert der morgigen Zweitliga-Partie gegen Real Madrid B entgegen.

Unserem Sonderkorrespondenten vor Ort ist es soeben gelungen, eines der raren Tickets zu ergattern. Er wird für YB einige defensive Mittellfeldspieler beobachten.

"Le meilleur club du monde"

Frans am Dienstag den 31. Januar 2006

Um Mitternacht schliesst sich das Transferfenster. Bis dann dreht sich das Karussell noch munter im Kreise.

D’ Alessandro leihweise von Wolfsburg zu Portsmouth,
zwei defensive Haudegen für den FC Basel, Jaap Stam in einem halben Jahr von Milan zu Ajax und Steinssons dänischer AZ-Clubkollege Kenneth Perez ebenfalls – der eine oder andere nennenswerte Transfer ist bisher bekannt geworden.

Bemerkenswerter sind aber wie so oft die Dementis und Gerüchte: Johann Vogel fliegt scheints doch nicht nach England, weil Manchester zwar will, aber Milan nicht. Und Tottenham soll 30 Mio. Euro für Atletico-Stürmer Torres geboten haben. Real Madrid sodann will angeblich mit 100 Mio. Euro wieder einmal den Weg zur Milchstrasse pflastern (mit Ibrahimovic, Podolski, Xabi Alonso).

Für Real Madrid gibt es in der Tat noch einiges zu tun. Auf angebliche Transferanfragen reagierte Ludovic Giuly nämlich gemäss L’ Equipe mit dem Ausspruch, er spiele bereits für den besten Club der Welt. Ob das stimmt, ist Ansichtssache. Das Argument hat uns aber überzeugt. Raten Sie mal, was wir geantwortet haben, als uns heute Mittag ein finanzkräftiger Verleger wieder einmal einen Traumjob offeriert hat.