Archiv für die Kategorie ‘Transfermarkt’

Kommt er, kommt er nicht…

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 16. August 2006

Wechselt Ronaldo zu Milan? Diese Frage beschäftigt gegewärtig die Welt. Unser Herr Rrr ist heute trotz der Hitze in Kreta kurz vor die Medien getreten und hat Licht ins Dunkle gebracht:

«Sehr geehrte Damen und Herren:
Wenn Milan die Qualifikation zur Champions League übersteht, bin ich bereit! Das heisst, wenn der Lohn stimmt, eine Stammplatzgarantie besteht und ich von allen Tifosi geliebt und geachtet werde. Alles klar?»

Trinkfester Finne

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 15. August 2006

Auf Initiative des Runden Leders will YB einen Finnen zum Probetraining aufbieten.

Nachdem unser Italienkorrespondent Dr. Eichenberger in Mailand erfolgreich verhindert hat, dass der Ellbogenstürmer Zlatan Ibrahimovic zu Milan wechselt, besuchte er in Locarno in Vertretung des Kulturkorrespondenten Noz einige Tage das Filmfestival. Dort nahm er sofort Kontakt mit einem zufällig anwesenden finnischen Weltklassespieler auf. Der Mann heisst Aki Kaurismäki und geniesst in seiner Heimat den Ruf als knorriger Verteidiger mit gutem Auge und sicherem Stellungsspiel. YB will nun prüfen, wie es mit der Kondition des Finnen steht. Gerüchten zufolge ist Kaurismäki ein starker Raucher und soll sehr trinkfest sein. Integrationsprobleme dürfte der Finne hingegen kaum kennen; er spricht zwar nur Finnisch, gilt aber als äusserst wortkarger Zeitgenosse.

Wortkarger Zeitgenosse: Aki Kaurismäki (rauchend). Bild: Pirlopress

Hauptsache Übersee

Frau B am Dienstag den 8. August 2006

Sol Campbell wechselt von Arsenal zu Portsmouth.

Die Karriere des englischen Verteidigers zeigt steil nach unten. Die Pressesprecherin von ‹Pompey› bestätigte gestern, dass der 31-Jährige einen medizinischen Test im Fratton Park absolviere.

Campbell verliess Arsenal diesen Sommer ablösefrei nach einer durchzogenen Saison. Nachdem er im Spiel gegen West Ham United zwei grobe Fehler begangen hatte, verliess er das Stadion während der Halbzeitpause. Anschliessend tauchte er einige Tage unter und wurde die nächsten zehn Wochen nicht mehr eingesetzt. Das letzte Spiel, dass Campbell für Arsenal bestritt, war der Champions-League-Final gegen Barcelona, wo er für die ‹Gunners› das einzige Tor erzielte.

Vor zwei Jahren war Campbell noch einer der besten Spieler an der Europameisterschaft. Auch bei Arsenal hatte er gute Zeiten, und bei Tottenham Hotspur vorher sowieso. Als er Highbury verliess, sprach er vom Wunsch, auf dem Festland zu spielen. Stattdessen wird er wohl mit dem drittklassigen Premier-League-Club Portsmouth einen Vertrag abschliessen. Angeblich war nicht einmal Newcastle United an seinen Diensten interessiert.

Der Nächste

Frau B am Sonntag den 30. Juli 2006

Michael Carrick wechselt von Tottenham Hotspur zu Manchester United.

Am Freitag – gerade rechtzeitig zu Carricks 25. Geburtstag – einigten sich die beiden Clubs auf die Ablösesumme von rund 15 Millionen Pfund. Morgen finden die medizinischen Tests statt, und dann wird der englische Nationalspieler seinen neuen Vertrag unterschreiben.

Carrick ist – so hofft Sir Alex Ferguson – der letzte einer Reihe von Mittelfeldspielern, welche die ‹Red Devils› in den vergangenen fünf Jahren verpflichtet haben. Der schottische Trainer ist immer noch auf der Suche nach seinem idealen Mittelfeld. Juan Sebastian Veron kostete ManU 2001 £28.1m und konnte die Erwartungen nie erfüllen. Anschliessend folgten Experimente mit Kleberson, Liam Miller und Eric Djemba-Djemba. Zum Ende der letzten Saison bildeten John O’Shea und Ryan Giggs das zentrale Mittelfeld.

In Zukunft sollen Paul Scholes und Michael Carrick diesen Part übernehmen. Mit seinem Interesse an Gennaro Gattuso zeigte Ferguson jedoch, wie gerne er wieder einen Spielertyp wie Roy Keane in der Mannschaft hätte. Diese Rolle wird Carrick sicher nicht ausfüllen, aber vielleicht gelingt ihm der Durchbruch trotzdem. «Er wird ein Star in Manchester», prophezeite jedenfalls Glenn Roeder, sein ehemaliger Trainer bei West Ham United.

Die Stimme des Herzens

Frau B am Dienstag den 25. Juli 2006

Damien Duff wechselt von Chelsea nach Newcastle.

Der 27-jährige Mittelfeldspieler wurde bei den ‹Blues› trotz zwei Meistertiteln und Champions-League-Fussball nicht glücklich. Zwar hätte ihn Jose Mourinho gerne behalten, aber einen Stammplatz im Team konnte er ihm nicht garantieren. Da mit der Verpflichtung von Michael Ballack die Konkurrenz für Duff noch grösser geworden war, zog er es vor, nach einem neuen Club Ausschau zu halten.

Neben Newcastle sollen auch Tottenham und Liverpool an Duff interessiert gewesen sein. Gestern unterschrieb der Ire einen Fünfjahres-Vertrag mit den ‹Magpies›. «Viele Leute werden sich fragen, warum ich nicht nach Liverpool gegangen bin. Aber ich habe einfach auf mein Herz gehört und das sagte, ich solle nach Newcastle gehen», erklärte Duff.

Die Ablösesumme betrug fünf Millionen Pfund – ein Schnäppchenpreis, wenn man bedenkt, dass Chelsea für Duff vor drei Jahren noch siebzehn Millionen an die Blackburn Rovers überwiesen hatte.

Klimaschock

Frau B am Donnerstag den 20. Juli 2006

Diego Tristán ist bei Deportivo La Coruña nicht mehr erwünscht.

Der 30-jährige Stürmer spielt in den Plänen von Coach Joaquín Caparrós keine Rolle. Deshalb hat ihm der Dépor-Präsident nahe gelegt, sich einen neuen Club zu suchen und lieber nicht mit seinen Kollegen das Training am 22. Juli aufzunehmen. Die Gefahr einer Verletzung sei zu gross. Genau das will der Andalusier aber tun, wenn er bis dann keinen neuen Vertrag unterschrieben hat.

«Es gibt Interessenten, aber konkret ist noch nichts. Wenn ich bis zum Trainingsbeginn keinen neuen Club habe, werde ich mit Deportivo trainieren.» Celtic, Sporting und Benfica sollen an ihm interessiert sein. Einen Wechsel zu Celtic Glasgow hat Tristán aber ausgeschlossen. «Niemals werde ich in Schottland oder überhaupt in Nordeuropa spielen. Dort ist es mir viel zu kalt», erklärte er. Dabei war es gestern in Glasgow 30°C warm und in La Coruña bloss 25°C.

8 von 11

Dr. Eichenberger am Mittwoch den 19. Juli 2006

Weltmeister werden ist nicht schwer. Weltmeister sein dagegen sehr.

Ob es dem sauertöpfischen Herrn Rummenigge gefällt oder nicht: Mit dem WM-Titel haben die Kicker aus unserem südlichen Nachbarland ihren Marktwert gewaltig erhöht.

Nicht weniger als acht Italos, die zum WM-Final gegen Frankreich aufliefen, könnten nächste Saison bei einem neuen Verein anheuern. Nur gerade Totti, Perrotta (beide Roma) und Materazzi (Inter) haben ihren Vereinen Treue geschworen. Bereits die Farben gewechselt hat Grosso – von rosa (Palermo) zu blau-schwarz (Inter). Der Torhüter Buffon (Juve) geht wohl zu Milan, Cannavaro (Juve) zu Real, Zambrotta (Juve) zu Milan oder auch zu Real, Toni (Fiorentina) wird mit Inter und … Real in Verbindung gebracht, Camoranesi (Juve) liebäugelt mit Inter.

Gattuso (Milan) wird von ManU umworben und Pirlo liegen Angebote von Chelsea und … Real vor. Vor allem der Wechsel von letzterem hätte für ein nicht genannt sein wollendes Mitglied der Rundleder-Redaktion schwerwiegende Folgen. Wir berichten weiter, bleiben Sie dran.

Bleibt er, bleibt er nicht? Andrea Pirlo.

Essenstrieb

Frau B am Freitag den 14. Juli 2006

Seol Ki-Hyeon wechselt von den Wolverhampton Wanderers zum Aufsteiger Reading.

Der südkoreanische Stürmer hat einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben. Die Ablösesumme beträgt 1.5 Millionen Pfund und bedeutet für Reading den bisherigen Rekordtransfer in der Clubgeschichte.

Der 27-jährige Nationalspieler begann seine Europakarriere im Jahr 2000 bei Royal Antwerpen und wechselte anschließend zum RSC Anderlecht, mit dem er 2004 belgischer Meister wurde. Anschliessend unterzeichnete ‹Seolvaldo› einen Vertrag mit den ‹Wolves›.

Nun freut sich Seol darauf, von den Midlands in die Nähe von London zu ziehen: «In England leben nicht viele Koreaner, aber in New Malden gibt es eine grosse Gemeinschaft. Von Reading aus sind das nur 30-40 Minuten. So kann ich jeden Tag hinfahren und alles einkaufen, was ich brauche. Von Wolverhampton aus benötigte ich über drei Stunden, aber oft musste ich einfach hin um Essen zu kaufen. Die ‹Wolves›-Spieler assen immer Toast mit Bohnen. Das schmeckte mir gar nicht.»

Wo liegt eigentlich Aston Villa?

Frau B am Dienstag den 11. Juli 2006

Zwei Schweizer Nachwuchs-Talente haben einen Dreijahres-Vertrag mit dem Premier-League-Club abgeschlossen.

Yago und Damian Bellon werden im August 17 Jahre alt und wechseln von St. Gallen nach Birmingham in den englischen Midlands. Die Zwillinge spielen im Mittelfeld: Yago rechts und Damian zentral. Beide sind in der U17-Nationalmannschaft.

Bryan Jones, Direktor der Aston Villa Academy, glaubt, dass die Bellon-Brüder den Durchbruch in der Premier League schaffen werden. «Ich sah sie vor einem halben Jahr gegen Wales und war extrem beeindruckt. Seither haben wir mit dem FC St. Gallen verhandelt, um die beiden hierher zu bringen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sie sich rasch bei uns einleben und bald im Reserve-Team spielen werden.»

Good luck!

Das Leben im Konjunktiv

Frau B am Montag den 10. Juli 2006

Fabio Capello hätte den Job als England-Trainer in Erwägung gezogen.

Der ehemalige Juventus-Boss erzählte ‹News of the World›, dass der englische Fussball-Verband mit ihm Kontakt aufnehmen wollte, als der Rücktritt von Sven-Goran Eriksson feststand. «Damals lehnte Juventus ab.» Capello, der am letzten Mittwoch einen Dreijahres-Vertrag mit Real Madrid abschloss, meinte: «Wenn ich frei gewesen wäre, hätte ich mir das Angebot ernsthaft überlegt. England-Trainer zu sein ist eine Ehre für jeden Coach. Aber damals hatte ich nichts zu entscheiden.»

Capellos neuer Jefe, der frisch gewählte Real-Madrid-Präsident Ramon Calderon, versucht unterdessen seine Wahlversprechen einzulösen. Dies entpuppt sich aber als schwieriges Unterfangen: Der 19-jährige Cesc Fabregas hat vorläufig nicht vor, nach Spanien zu wechseln. «Ich habe nichts anderes im Sinn als nächste Saison für Arsenal zu spielen», erklärte der Mittelfeldstar ‹Mundo Deportivo›. «Früher oder später möchte ich nach Spanien zurückkehren, aber im Moment bin ich in England sehr zufrieden.»

Dafür will ein anderer unbedingt nach Spanien: Cristiano Ronaldo. Seit er an der Weltmeisterschaft mit Wayne Rooney aneinander geraten ist, möchte er Manchester United verlassen. «Es ist mein Wunsch in Spanien zu spielen. Real Madrid oder Barcelona? Einer der beiden Clubs wird es sein», gab der 21-jährige Portugiese bekannt.

Was lange währt, wird endlich rot

Frau B am Donnerstag den 6. Juli 2006

Mark Gonzalez darf endlich für Liverpool spielen.

Bereits vor einem Jahr verpflichteten die ‹Reds› den 23-jährigen Flügelstürmer vom spanischen Absteiger Albacete. Die englischen Behörden stellten sich aber quer und verweigerten dem Chilenen die Arbeitserlaubnis letztes Jahr zweimal. Einerseits war das schlechte FIFA-Ranking Chiles Grund für die Absage. Andererseits war Gonzalez lange am Knie verletzt und konnte gar nicht für Liverpools erste Mannschaft spielen.

Also blieb Coach Rafael Benitez nichts anderes übrig, als Gonzalez nach Spanien auszuleihen. Das letzte halbe Jahr spielte er für Real Sociedad San Sebastian. Sein Formkurve stieg steil an und er leistete seinen Beitrag an den Klassenerhalt der Basken. Zum Beispiel auch mit einem Tor gegen Real Madrid.

Diverse spanische Clubs waren an der Verpflichtung von Gonzalez interessiert, aber Benitez wollte ihn unbedingt an die Anfield Road holen. Und nun ist es endlich soweit: Das Arbeitsamt hat grünes Licht gegeben und Mark Gonzalez ist ab sofort ein ‹Red›.

Der FC Liverpool hat auf seiner Club-Homepage ein Freundschaftsspiel gegen die Grasshoppers im Hardturm angekündigt.
Datum: 1. August, Zeit: noch offen.

Dubiose Partnerschaften

Frau B am Dienstag den 6. Juni 2006

Die FIFA verlangt vom englischen Fussball-Verband die Untersuchung von Arsenals Beziehung zum belgischen Club Beveren.

Die BBC behauptete letzte Woche, Arsenal hätte heimlich Zahlungen von einer Million Pfund an Beveren getätigt. Die ‹Gunners› hatten tatsächlich bis 2005 eine Partnerschaft mit Beveren in der Art, wie sie viele Clubs mit kleinen Vereinen haben. So gingen Spieler, für die Arsenal keine Verwendung hatte, leihweise nach Belgien, während die Londoner Spieler wie Kolo Toure übernahmen, die in Beveren spielten, bis sie die Arbeitserlaubnis in England erhielten.

Arsenal hat zugegeben, einer dritten Partei Geld geliehen zu haben, welche damit Beveren unterstützte. Da Arsenal aber nie Anteile von Beveren besass oder Einfluss in der Führung des Clubs geltend machte, dürfte die Sache im Sand verlaufen. Der englische Fussball-Verband erlaubt zwar, dass englische Fussball-Clubs Anteile von anderen ausländischen Vereinen besitzen; aber die UEFA und FIFA nicht.

Etwas mysteriöser ist die Sache mit Arsenal-Coach Arsène Wenger, der eine Akademie finanziell unterstützt, welche afrikanische Fussballer fördert und mit Beveren zusammenarbeitet. Er wird beschuldigt, Teilhaber zu sein und Profit aus Transfers von beispielsweise Spielern der Elfenbeinküste geschlagen zu haben. Wenger erklärte, seinem Freund, der die Akademie führt, £30’000 geschenkt zu haben ohne die Absicht, damit Geld zu verdienen. Das wäre auch nicht verboten, aber einen gewissen Interessenkonflikt würde es schon verursachen.