Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

Problematischer Payne

Herr Shearer am Donnerstag den 15. April 2021

Ja, in Englands Norden sind die Sitten durchaus etwas rauer. Gerade auch im Abstiegskampf!

Bild: Lee Blease / Prime Media Images

Heute lernen Sie Stefan Payne kennen, falls Sie ihn nicht sowieso schon kannten. Der Mann ist Fussballprofi – Stürmer, so sagt man – tief in seinem Herz aber auch leidenschaftlicher Groundhopper. Anders können wir uns die Liste der Verein nicht erklären, die ihm in den letzten zwölf Jahren Lohn und Brot sicherten: Sutton United, Fulham, Gillingham, Braintree Town, Aldershot Town, Sutton United, Macclesfield Town, Ebbsfleet United, AFC Hornchurch, Dover Athletic, Barnsley, Shrewsbury Town, Bristol Rovers, Tranmere Rovers und aktuell Grimsby Town.

Da wird er aber kaum bleiben, denn der gute Stefan Payne hat neulich etwas die Nerven verloren. Klar, wer in der Meisterschaft ganz unten in der Tabelle steht und das Messer am Hals hat, der packt nicht die feine Klinge aus. Bei der 20. Niederlage in dieser Spielzeit brannten bei der 29-jährigen Tormaschine (bereits ein Tor in 17 Meisterschaftsspielen dieser Saison!) die Sicherungen durch und in bester Zidane-Manier rammte er zur Halbzeit beim Gang in die Kabine seinen Kopf in Filipe Morais.

Der Schiedsrichter hat das mitbekommen und Payne die rote Karte hingestreckt, bevor der in die Garderobe entschwinden konnte. In die gleiche wie sein Opfer Morais, denn dummerweise spielen beide für Grimsby Town, dass sich angesichts der Tabellenlage wohl kaum vor dem Abstieg aus der League 2 und auch aus dem Profifussball wird retten können. Immerhin blieben die “Mariners” die vorherigen acht Spiele ungeschlagen, aber gegen Bradford City war die Niederlage die logische Konsequenz. Sein Trainer will Payne nun auch nach dem Absitzen seiner drei Sperren nicht mehr aufstellen. Also, falls Sie noch einen erfahrenen, stets engagierten und robusten Stürmer für Ihren Vereins suchen und Herrn Payne die Möglichkeit geben möchten, einen weiteren Flecken Erde kennenzulernen, dann kontaktieren Sie doch einfach die Elite Management Agency. Die unterbreiten Ihnen sicher gerne ein passendes Angebot.

Freistossvarianten aus aller Welt

Briger am Montag den 12. April 2021

In unserer beliebten Serie schauen wir heute nach England.

Neuerdings ist es Mode, sich bei einem Freistoss des Gegners hinter die eigene Mauer zu legen, damit die Mauer hochspringen kann, der Trick mit dem “Unter-der-Mauer-Durchschiessen” aber nicht funktioniert. Oder man stellt, wie Atalanta gegen Real in der Champions League eine eigene Mauer vor die gegnerische Mauer, um die verteidigende Mannschaft zu verwirren.

Atalanta mit einer “Stürmer-Mauer” via dailymail.co.uk

Die allerneuste Variante stammt von Oldham Athletic. Der Viertligist traf am Freitag auf Colchester und gewann mit 5:2. Bemerkenswert war der Freistoss vor dem 2:0. Leeds-Leihgabe Alfie McCalmont konnte kurz vor der Pause den Treffer erzielen, nachdem seine Teamkollegen sich offenbar kurz in der Disco wähnten.

Aber schauen Sie selbst:

Und damit wünschen wir Ihnen einen guten Start in die neue Woche.

ZWISCHENSTAND RL-TOTO
1. sub, 177; 2. herr_pavel, 174; 3. Lattenknaller, 172; 6. Herr Maldini, 170; 37. SwissFootyBot, 148; 58. Herr der Ama, 132; 67. Herr Winfried, 121; 80. Herr Briger, 98; 84. Herr Shearer, 77; 88. Herr Rrr, 63; Tipps des Spieltages: Lattenknaller; 15.

Treffsicherer Torwart

Briger am Montag den 22. März 2021

Wir schalten nach Schottland.

In der schottischen League One, dritthöchste Ligastufe, spielte Dumbarton erstmals seit dem 19. Dezember 2020 wieder.
Im Tor von Dumbarton stand mit Sam Ramsbottom ein Engländer, der erst am Donnerstag verpflichtet wurde. Letztmals gespielt hatte der seit August vereinslose Keeper im November 2019, damals noch für Greenock Morton in der 2. Liga.

Nun, sein Debüt gestern mit “unglücklich” zu beschreiben wäre leicht untertrieben, aber sehen Sie selbst:

Weitere Treffer gab es in der Partie nicht. Dumbarton, bleibt mit 11 Punkten auf Platz 8, der bisherige Tabellenletze Forfar verbessert sich auf Platz 9.
Wieso die “Sons of the Rock”, Meister der Jahre 1891 und 1892, einen Elefanten im Clublog spazieren führen, erfahren Sie hier.

ZWISCHENSTAND RL-TOTO
1. sub, 165; 2. herr_pavel, 160; 3. Seitenlinie, 157; 6. Herr Maldini, 154; 29. SwissFootyBot, 137; 56. Herr der Ama, 122; 68. Herr Winfried, 113; 80. Herr Briger, 94; 84. Herr Shearer, 77; 88. Herr Rrr, 63; Tipps des Spieltages: wgasub: 12.

Schottische Serie reisst auf dem Sofa

Briger am Montag den 8. März 2021

Jahrelang wurden die Rangers aus Glasgow von den Fans des Stadtrivalen Celtic verspottet.

via reddit. Hier war die Welt für Celtic noch in Ordnung.

2011 gewannen die Blauen letztmals die schottische Meisterschaft, es folgten Zwangsabstieg, Neuanfang in der 4. Liga, Wiederaufstieg 2016, Rückkehr auf die europäische Bühne, aber der Meister hiess seit 2012 immer Celtic. Neun Mal in Folge konnte Grün-Weiss jubeln und immer wieder hatte man im Lager von Celtic Freude daran, dass die Rangers nach dem Aufstieg 2016 einfach nicht an Celtic rankamen, auch wenn die Starts in die Spielzeiten oftmals vielversprechend waren, wie unser Schottland-Korrespondent Max Power am Telefon zu berichten wusste. Immer wieder hiess es von Seiten Celtic: “Can u see the Rangers coming?”

Es ging so weit, erklärte Saisonkarten-Inhaber Max Power, dass Celtics Leigh Griffiths 2018 bei der Vertragsverlängerung bekannt gab, er sei “here for 10”.

“Ten in a row”, das war das grosse Ziel, denn neun Meistertitel am Stück, dass hatte Celtic 1974 schon mal erreicht und die Rangers 1997. Aber diese Saison waren die Mannen von Trainer Gerrard zu stark. Am Samstag besiegten die Blauen St. Mirren mit 3:0 und lagen somit bei noch sieben ausstehenden Celtic-Partien mit 21 Punkten voraus.

Also schickten die Rangers-Fans bereits kurz nach Spielbeginn in Dundees Tannadice Park ein Flugzeug auf die Reise.

via Glasgow Live

Am Ende bliebs beim 0:0 zwischen Dundee United und Celtic und den Grün-Weissen bleibt somit wenigstens die Schmach erspart, dass der Erzrivale am 21. März ausgerechnet im Celtic-Park die Meisterschaft klar macht.

Und Sie können nun noch Bewegtbilder der Flugzeugaktion sehen.

ZWISCHENSTAND RL-TOTO
1. sub, 155; 2. herr_pavel, 149; 3. georges_b, 146; 8. Herr Maldini, 140; 37. SwissFootyBot, 125; 67. Herr der Ama, 108; 73. Herr Winfried, 104; 82. Herr Briger, 84; 84. Herr Shearer, 77; 88. Herr Rrr, 63.

Melodrama im Managergame

Herr Winfried am Mittwoch den 24. Februar 2021

Andere geben den Spielern Ausgangs- oder Alkoholverbot. Aston Villas Spieler dürfen nicht mehr “Fantasy Football” spielen.

Und es geht nicht mal um Sucht.

Die Gerüchteküche war am brodeln: Was ist nur mit Jack Grealish los? Der Fitnesszustand des Aston-Villa-Captains gab neulich auf Social Media und im englischen Blätterwald zu reden – der Club schwieg zunächst.

Bild via Twitter von Herrn Grealish

Dann sickerte offenbar doch etwas durch – durch ein internes Datenleck gewissermassen. Spieler und Staffmitglieder der 1. Mannschaft spielen offensichtlich leidenschaftlich gern das Managerspiel “Fantasy Football”. Einer nach dem andern transferierte den Captain von seinem Kader weg; ein klares Indiz dafür, dass Herr Grealish tatsächlich verletzt war. Weil sämtliche Spieleraccounts öffentlich einsehbar sind, kam ein findiger Sportjournalist der Geschichte auf die Schliche.

Und draussen war die Katze. Villa-Trainer Dean Smith hat nun verfügt, dass seine Spieler das Managergame nicht mehr betreiben dürfen.

Farbliches Fiasko

Herr Winfried am Mittwoch den 10. Februar 2021

Die Premier League trägt ihren Fussball in die ganze Welt hinaus – vergisst dabei aber die Bedürfnisse bedeutender Minderheiten.

In Grossbritannien ist jede 12. Person farbenblind. Je nach Farbkombination hat der oder die farbenblinde Fernsehzuschauerin folglich Probleme, die Spieler auf dem Green auseinanderzuhalten. So wie neulich bei Sheffield United gegen Chelsea:

Bemitleidenswerte 100’000 Menschen hatten also Mühe, diese Partie zu verfolgen, schätzen die Kolleg*innen von “Daily Mail”. Diverse User beschwerten sich und fragten, warum Chelsea nicht sein traditionelles Blau montierte, und stattdessen diesen Textilfetzen wählte.

Bild: Getty Images

Normalerweise prüft die Premier League vor jedem Spiel mithilfe einer Software, ob auch wirklich alle Menschen den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften erkennen. Henusode, hier ist es offensichtlich schiefgegangen.

Munterer Medientermin

Herr Shearer am Donnerstag den 4. Februar 2021

Doppelgängersuche mit Dyche!

Pressekonferenzen im Fussball sind bekanntermassen so aufregend wie eine Routinekontrolle beim Zahnarzt. Trainer geben bei diesen Terminen immergleiche Antworten auf  immergleiche Fragen. Aber es muss halt sein!

Etwas anders war das vorgestern in Burnley. Clarets-Trainer Sean Dyche stand vor dem Match gegen Manchester City Red und Antwort und wurde dabei von einem Journalisten auf sein angebliche Ähnlichkeit mit Mick Hucknall angesprochen. Der Vergleich scheint weit hergeholt zu sein, aber in der Folge kam Sean Dyche nicht mehr aus dem Plaudern heraus und er gestand nicht nur, dass er diese Medienkonferenzen ebenfalls nicht besonders mag, sondern eben auch, dass er überall nach allerlei Doppelgängern Ausschau halte:

“Kennen Sie den Kinderfilm Up? Mit diesem Mann mit der Brille? Wir spielten in Sunderland und ich schwöre, da stand einer an der Bar, der sah haargenau so aus! Ich stupste die Leute aus meinem Staff an – schaut dort drüben, das ist der Mann aus “Up”! Wir haben Tränen gelacht, das war der beste Doppelgänger, den ich je gesehen hatte”.

“Wenn man dereinst wieder ins Pub gehen darf – wohl nur mit drei Kumpels – dann müsst ihr das auch machen! Überall hat es Doppelgänger, es ist ein Riesenspass. Oder auch in den Ferien, mit der Familie!”

Sie sehen, auch in der glamourösen Welt der Premier League sind die einfachen Vergnügen die besten!

Foto: 90min.com

Flanken für die Füchse

Briger am Montag den 25. Januar 2021

Richtig, Sie sahen vorhin Trent Alexander-Arnolds-Flankenversuche gegen Burnley.

Bild via @Squawka

Ganze 18-mal probierte es der Liverpool-Spieler gegen Burnely aus dem Spiel heraus. Nicht eine Flanke fand einen Mitspieler. Immerhin fand eine von drei Ecken einen Abnehmer. Genützt hat’s nichts, Liverpool verlor erstmals nach 68-Heimspielen wieder ein Spiel.

Alexander-Arnold ist der einzige Spieler in den letzten fünf Premier-League-Spielzeiten, der bei mehr als 12 Versuchen keine Hereingabe zum eigenen Mann brachte.

Immerhin schaffte er es einen Rekord, den er erst zwei Wochen zuvor gegen Southampton aufstellte zu verbessern. 39 mal verlor der Verteidiger den Ball, einmal mehr als noch im Spiel gegen die Südengländer.

Montags-Meditation

Briger am Montag den 25. Januar 2021

Eine weitere Runde Meditation.

Bild via @squawka

Schauen Sie die Abbildung an und beachten Sie diese Tipps, präsentiert von geklaut bei der Helsana.

Wählen Sie einen ruhigen Ort zum Meditieren
Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Weder von Personen oder Umgebungslärm noch von digitalen Geräten. (ok, das wird hier etwas schwierig)

Regelmässig meditieren, am besten zu einem fixen Zeitpunkt
Machen Sie Meditieren zu einem täglichen Ritual. Anfangs reichen zehn Minuten – beliebig ausbaubar. Warme und bequeme Kleidung Wer still sitzt, kühlt schnell aus. Achten Sie auf lockere und warme Kleider, eventuell ein Schal um die Schultern und dicke Socken.

Bequeme Sitzposition finden
Ob Lotussitz aus dem Yoga, Schneidersitz oder Fersensitz – es muss Ihnen wohl sein. Ein Kissen, Tuch oder Stuhl können helfen, stabil und trotzdem entspannt zu verweilen. Gerade Körperhaltung einnehmen. Die Wirbelsäule aufrichten, das Kinn neigt leicht zur Brust, die Schultern lockern und nach hinten fallen lassen. Die Hände liegen unverkrampft auf den Knien oder auf dem Schoss. Nun können Sie frei atmen.

Gedanken ziehen lassen
Akzeptieren Sie alle aufkommenden Gedanken, aber bleiben Sie nicht an ihnen hängen. Sie sind nur Beobachter, das heisst: Gedanken wahrnehmen und vorbeiziehen lassen. Atem wahrnehmen. Die Atmung dient in der Meditation als Hilfsmittel, um den unruhigen Geist zu stabilisieren und sich zu beruhigen. Unser Geist wühlt unablässig in der Vergangenheit und in der Zukunft. Wer auf die Atmung achtet, bleibt in der Gegenwart.

Objekt betrachten
So bändigen Sie Ihren Gedankenstrom: Platzieren Sie ein neutrales Objekt ein, zwei Meter vor sich auf dem Boden und betrachten Sie es, während Sie bewusst auf Ihren Atem achten und die Atemzüge zählen. Anfangs schweifen Sie vielleicht bereits bei sieben ab. Ihre Konzentration wird sich verbessern.

Um 15 Uhr dann die Auflösung.

Boxbedingter Boykott

Herr Winfried am Mittwoch den 13. Januar 2021

Bei Jim Gannon ist “nachtragend” nur ein Hilfsausdruck.

Jim (mit bürgerlichem Namen James Paul) Gannon hatte 2008 ein Problem: Seine Sky-TV-Box war defekt. Und keiner erbarmte sich seiner – erst recht nicht Mitarbeiter des britischen Bezahlfernsehsenders. Ein harter Schlag für einen fussballverrückten Iren.

Bild via Danehouse/Getty

Sky Sports kam das Malheur in Gannons Fall aber teuer zu stehen. Der damals 40-Jährige war Trainer der Profifussballmannschaft von Stockport County. Von Zeit zu Zeit baten ihn auch Fernsehstationen zum Interview – die Leute von Sky ignorierte der enttäuschte Coach aber konsequent.

Der Boykott dauerte neun Monate, dann hatte Gannon keine andere Wahl mehr, als hinzustehen. Stockport kämpfte um den Aufstieg in die League One, Sky Sports übertrug die Playoff-Spiele live. Interviewpflicht für die Trainer war vertraglich festgehalten. Und so musste sich Jim Gannon versöhnen.

Das alles erzählte Gannons damaliger Schützling Liam Dickinson neulich in einem Podcast:

Dem Vernehmen nach hat dann auch das mit der TV-Box geklappt.

Und heute ist Herr Gannon wieder in Stockport – bereits zum dritten Mal. Nach einem Umweg über Motherwell (Schottland), Peterborough und Port Vale, einer Zwischenstation in Stockport, und schliesslich einem Ausflug nach Northwich, landete er vor ziemlich genau fünf Jahren erneut im Vorort der Grossstadt Manchester. Diesmal lediglich in der fünfthöchsten Liga.

Der Heiland ist da!

Herr Shearer am Mittwoch den 16. Dezember 2020

16. Januar 2008. Der Schreibende war gerade in Newcastle eingetroffen.

Eigentlich war der Plan und auch grosses Ziel der Reise, am Samstag Newcastle gegen die Bolton Wanderers zu schauen; zwischenzeitlich ergab sich aber noch ein FA Cup-Nachtragsspiel gegen Stoke City an diesem Mittwoch, deshalb wurde die Anreise vorgezogen. Ziemlich früh an diesem Nachmittag packten mich Hunger und Durst und so begab ich mich ins Strawberry Pub, das direkt vor dem St James’ Park liegt und aus dem man praktischerweise in etwa einer Minute ins Stadion rübertorkelnlaufen kann.

Wie ich also so da sass, fiel mir auf, dass auf den TV-Bildschirmen Sky TV Szenen einer Menschenansammlung vor dem Stadion und dem Pub zeigte. Nun war es damals noch nicht Usus, mit so einem hochmodernen Telefon ständig im Internet rumzusurfen, und darum ist mir wohl die grosse lokale Schlagzeile des Nachmittags entgangen: Kevin Keegan war zurück – der verlorene Sohn, die Spieler- und Trainerlegende, den die Menschen immer noch lieben. Die Nachricht sorgte für einen Sturm auf Tickets für das vorher nur mässig nachgefragte Spiel und ergo für eine ewig lange Schlange um den halben, nicht gerade kleinen St James’ Park! Beim Heraustreten aus dem Pub dann Szenen, als wäre der Messias persönlich am River Tyne erschienen. Menschen hielten Schilder mit Liebesbekundungen auf, es erklangen Lobgesänge auf “King Kev” – und wieder einmal sah man, dass Fussball hier mehr ist als nur ein schöner Zeitvertreib.

Foto: Newcastle Chronicle

Das Spiel? Sehr durchwachsen aus meiner Sicht. Unter Einfluss der ausgezeichneten Getränkeauswahl im “Strawberry” und der glückseligen Stimmung investierte ich einen ungewöhnlich hohen Betrag auf ein 4:0 für die Magpies. Es ging auch gut los – nach acht Minuten erzielte ein gewisser Michael Owen bereits das 1:o für das Heimteam. Einige Bedenken auf einen Wetterfolg kamen natürlich nach der direkten roten Karte für unseren Herrn Emre, der in der 29. Minute wieder mal nicht ganz bei sich selber war, auf. Doch der damals nur zweitklassig spielende Stoke City FC erwies sich als zu leichtgewichtig. Eine Viertelstunde vor Schluss stand es 4:0, mit dem Wettgewinn wäre ein schöner Teil der Reisespesen gedeckt und der Abend übermässig perfekt.

Dass Liam Lawrence kurz darauf dann noch das Ehrentor für die Potters erzielte, trübte diesen schönen Abend aus finanzieller Sicht leider ein bisschen. Keegans zweite Amtszeit als Trainer in Newcastle endete im September des gleichen Jahres, nachdem er sich erfrecht hatte, den äusserst unbeliebten Besitzer Mike Ashley für sein fehlendes finanzielles Engagement zu kritisieren. Das führte übrigens wiederum zu einem Menschenauflauf vor dem Stadion, allerdings war die Stimmung da plötzlich ziemlich aufgeladen.

Arsenals Anfänge

Herr Shearer am Freitag den 11. Dezember 2020

Wissen Sie noch, heute vor  134 Jahren?

Genau, damals spielte der Dial Square F.C. seinen allerersten Match. Der von Arbeitern aus den Royal Arsenals gegründete Verein benannte sich nach einer Sonnenuhr, welche über dem Eingang von einem der Werke angebracht war, erzählen die Klubhistoriker des Arsenal FC. So heisst der Klub aus dem Nordlondoner Quartier Islington nämlich seit 1887.

Sportfotografie war damals noch nicht so eine einfache Sache und 22 Arbeiter, die sich auf einer Brache um einen Lederball zankten, waren noch kein mediales Ereignis. Darum haben wir auf die Schnelle auch kein Bild von diesem Spiel am 11. Dezember 1886 parat, als sich Dial Square zur Premiere auswärts mit den Eastern Wanderers duellierte. Das Resultat ist dagegen übermittelt: gleich 6:0 siegten die Büetzerbuebe aus den königlichen Rüstungsbetrieben. Ein gewisser Herr Thompson gab später an, das allererste Goal geschossen zu haben. Die überlieferte Aufstellung muss allerdings angezweifelt werden. So soll auch ein Herr Beardsley dabeigewesen sein, allerdings ist in anderen Chroniken vermerkt, dass der gleiche Spieler am gleichen Tag für Nottingham Forest im Finale des FA-Cup im Einsatz stand…

Bildquelle: isleofdogslife.wordpress.com

Mit Nottingham gab es insofern eine Verbindung, dass die Londoner dort um gebrauchte Trikots bettelten. Forest zeigte sich grosszügig und so kam es, dass Arsenal in rot spielt.

Der Rest ist Geschichte: kurz nach der Umbenennung wurde Arsène Wenger Trainer, der holte Thierry Henry, es folgten ein paar gute Jahre und jetzt läuft es nur noch sosolala. Aktuell steht der Arsenal FC nur gerade auf dem 15. Platz der Premier League und hat am Sonntag sogar das Derby gegen die Tottenham Hotspurs verloren. Das Foto in diesem Beitrag stammt übrigens  aus dem Jahr 1888 und die Mannschaft firmierte da bereits unter dem Namen Royal Arsenal. Für eine rasche Übersicht über die ganze Klubgeschichte empfehlen wir Ihnen praktischerweise Wikipedia.