Archiv für die Kategorie ‘Regelrecht’

Drin!

Frau B am Samstag den 11. Juni 2005

Die UEFA hat entschieden, dass der FC Liverpool seinen Champions-League-Titel verteidigen darf.

Die Mitglieder des Exekutiv-Komitees waren sich einig darüber, dass Liverpool in der nächsten Champions League dabei sein soll, aber nicht direkt in der Gruppenphase starten darf. Die ‚Reds’ müssen von der ersten Runde an in die Qualifikation. Bis zur Gruppenphase müssen sie drei Gegner in einem Hin- und Rückspiel besiegen. Da die erste Qualifikationsrunde bereits am 12./13. und 19./20. Juli stattfindet, müssen die Liverpooler ihr Sommerprogramm umstellen. So können sie beispielsweise eine lukrative Japan-Tournee nicht durchführen.

Der für den Titelverteidiger reservierte Platz in der Gruppenphase geht erwartungsgemäss an den türkischen Meister Fenerbahce Istanbul. Da Liverpool in der ersten Phase starten muss, steigen dafür die besten Teams aus der ersten und zweiten Qualifikationsrunde in die nächst höhere auf.

Lustigerweise erhalten die ‚Reds’ keinen sogenannten Länderschutz, sondern werden fast wie ein eigenes Land mit schlechtem Ranking behandelt. Sie sind aber in den Auslosungen gesetzt. Konkret bedeutet das, dass sie in der dritten Runde auf den Erzrivalen Everton treffen könnten und in der Gruppenphase auf Chelsea. Auch bekommen sie den kleinsten Anteil am Geld für die TV-Rechte, das England zusteht. Die anderen vier englischen Teams bekommen wegen Liverpool weniger Geld. Das finden sie gar nicht lustig.

In Zukunft wird es nie wieder vorkommen, dass ein Land fünf Vertreter in die Champions League schicken darf. Die UEFA hat neu zwingend festgelegt, dass der Titelverteidiger automatisch qualifiziert ist. Hätten wir das Jahr 2006, wäre Liverpool in der Gruppenphase gesetzt und das viertplatzierte Everton im UEFA-Cup. So ist das.

Damit hätte ich auch Herrn Vonlanthens Frage beantwortet und beende meine Vorlesung. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern des Runden Leders ein gesegnetes Wochenende.

true love

Die Telefon-Konferenz

Frau B am Freitag den 10. Juni 2005

Heute entscheidet die UEFA über das Schicksal des FC Liverpool in der Champions League.

Nach langem Hin und Her, das die Hoffnungen der ‚Scousers’ abwechslungsweise geweckt und wieder gedämpft hat, wird die UEFA heute endlich darüber beschliessen, ob die kommende Champions League mit oder ohne Liverpool stattfinden wird. Da sich das Exekutiv-Komitee erst am 17. Juni trifft, wird der Entscheid per Telefonkonferenz gefasst.

Die Meinungen der vierzehn Komitee-Mitglieder gehen auseinander, aber grundsätzlich geht es um folgende Fragen:

1. Soll der Champions-League-Sieger grundsätzlich seinen Titel verteidigen dürfen? (Liverpool gewann die Champions League, beendete aber die Liga auf dem fünften Platz, welcher nicht zur Teilname an der Champions League berechtigt.)

2. Darf ein Land mit fünf Clubs in der Champions League vertreten sein? (Der englische Fussballverband schickt die vier ersten der Liga Chelsea, Arsenal, Manchester United und Everton in die Champions League und fordert einen fünften Platz für Liverpool.)

Werden beide Punkte mehrheitlich mit Ja beantwortet, stellt sich die Frage, in welcher Runde Liverpool in die Champions League einsteigen darf. Falls die ‚Reds’ die volle Qualifikation durchmachen müssen, wird das ihre Saisonverbereitung gründlich durcheinander bringen. Sollte Liverpool direkt in die erste Gruppenphase zugelassen werden, würde das Fenerbahce gar nicht erfreuen. Der türkische Meister müsste dann in die Qualifikation.

UEFA-Präsident Lennart Johansson ist zuversichtlich: „Ich bin sicher, dass wir eine für alle akzeptable Lösung finden werden.“ Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Johansson!

Klose kein Sterjovski

Herr Noz am Dienstag den 10. Mai 2005

Miroslav Klose ist von der Deutschen Olympischen Gesellschaft mit der Fair-Play-Plakette ausgezeichnet worden.

Klose hatte beim Spiel gegen Bielefeld zugegeben, nicht von Torhüter Hain gefoult worden zu sein, nachdem ihn dieser vom Ball getrennt hatte. Der Schiedsrichter nahm den Penaltypfiff deshalb zurück.

Das Verhalten von Klose ist umso bemerkenswerter, als es zu diesem Zeitpunkt 0:0 stand. Bremen gewann das Spiel schliesslich 3:0, denn Miroslav Klose weiss: “Der Faire wird am Ende belohnt.” Das lässt uns wieder an das Gute im Menschen glauben. Und das brauchen wir in diesen bitteren Zeiten. Danke, Miro!


Miroslav Klose, Fair-Play-König.

Verschiedene Ellen

Frau B am Samstag den 7. Mai 2005

Der englische Fussballverband verwendet offenbar verschiedene Massstäbe für seine Regeln.

Am letzten Donnerstag gab die FA die Entscheidung bekannt, dass sich auf jeden Fall das Team auf Platz vier der Premier League für die Champions League qualifiziert, auch wenn Liverpool die Champions League gewinnt und die Meisterschaft nicht in den ersten vier Rängen abschliesst.

Noch vor einem Jahr sah das Ganze anders aus: Chelsea und Arsenal trafen im Viertelfinal aufeinander, und die FA publizierte eine Verfügung, dass jeder der beiden Londoner Clubs sich automatisch für die Champions League qualifizieren würde, sollten sie diese gewinnen und die Meisterschaft nicht in den ersten vier Rängen beenden. Das Team auf Platz vier würde in den UEFA-Cup ‚absteigen’.

Der Artikel wurde am 10. März 2004 publiziert und inzwischen von der Website der FA entfernt. Der Verband verweigerte bisher eine Stellungnahme.

Der englische Fussballverband kennt keine Gnade

Frau B am Donnerstag den 5. Mai 2005

Auch wenn Liverpool die Champions League gewinnt, ist das keine Garantie für die Teilnahme in der nächsten Saison.

Die Football Association hat entschieden: Die vier Champions-League-Plätze, welche England zur Verfügung stehen, gehen an die Teams auf den ersten vier Plätzen in der Premier League. Das bedeutet, dass der FC Liverpool, der momentan auf Platz fünf steht, leer ausgehen dürfte, auch wenn die ‚Reds’ die Champions League gewinnen sollten.

Im Fall der Fälle will die FA bei der UEFA einen fünften Champions-League-Platz für England beantragen. Die Chancen stehen jedoch schlecht, dass dieser gewährt wird. Die UEFA-Regeln beschränken die Plätze pro Land auf vier. Die Regel soll zwar geändert werden, jedoch „ist dies zu so einem späten Zeitpunkt nicht möglich“, teilte UEFA-Sprecher William Gaillard mit. „Eine Änderung tritt frühestens ab der Saison 2006/2007 in Kraft.“

Wenigstens darf Liverpool den CL-Cup behalten, sollten sie den Final gewinnen. Das wäre dann nämlich der fünfte.

Unser Urs im ZDF

Rrr am Montag den 2. Mai 2005

Urs Meier gibt sein Comeback – als TV-Star.

Der legendäre Schweizer Schiedsrichter, der im Dezember bei Basel-Thun (3:3) sein letztes Spiel pfiff, wird künftig im ZDF die Leistungen der Referees analysieren. Zusammen mit Mainz-Trainer Jürgen Klopp und Kaiser Franz Beckenbauer bildet er “das Dreigestirn am ZDF-Fussballhimmel”, wie der Fernseh-Sender in einer Pressemitteilung schreibt.

Zu sehen ist Urs National beim Konföderationen-Cup im Juni und bei der WM 2006.

Wir wünschen Urs in seiner neuen Funktion alles Gute und danken ihm bei dieser Gelegenheit nochmals für die souveräne Leitung des EM-Viertelfinals Portugal-England.

Ärger und Genugtuung

Rrr am Samstag den 23. April 2005

Frankreichs Profi-Schiedsrichter sind entrüstet: Sie halten die dreimonatige Strafe gegen Spucker Barthez für viel zu milde.

“Wir sind wütend”, heisst es in einem Communiqué der Schiedsrichter-Gewerkschaft. Auch Sportminister Jean-François Lamour befand, die Unsportlichkeit (Achtung: 4.9 MB) hätte eine höhere Strafe gerechtfertigt.

Barthez’ Kollegen sind hingegen zufrieden, dass die Goalie-Legende bei den WM-Zitterspielen gegen die Färöer Inseln, in Irland und in der Schweiz wieder mit von der Partie ist. Auxerre-Goalie Fabien Cool: “Das Urteil dient den Interessen des französischen Fussballs eher als dessen Ethik.”

Wie hiess übrigens Barthez’ Vorgänger als Nationalgoalie? Genau. Bernard Lama.

Putain!

Dr. Eichenberger am Freitag den 22. April 2005

Jetzt hat auch Frankreich seine Spuck-Affäre: Der Verband sperrte Nationalgoalie Fabien Barthez für drei Monate, weil er angeblich einen Schiedsrichter mit Körperflüssigkeit bedachte.

Der Vorfall soll sich am 12. Februar bei einem Freundschaftsspiel in Casablanca ereignet haben. Barthez hat den Vorwurf stets bestritten, die Video-Aufnahmen sprechen aber gegen ihn. Nun verpasst Barthez die letzten vier Meisterschaftsspiele mit Marseille und auch den Testmatch Frankreich-Ungarn am 31. Mai.

Inter im Glück

Rrr am Freitag den 15. April 2005

Die UEFA lässt Milde walten: Inter Mailand wird nach dem Skandalspiel vom Dienstag nicht aus dem Europacup ausgeschlossen.

Das Team muss nächste Saison zwar mindestens vier “Geisterspiele” ohne Zuschauer absolvieren, bleibt aber im internationalen Geschäft.

Ein toller Entscheid der UEFA, denn die Funktionäre in Nyon wissen: Der wahre Feind des Fussballs ist nicht die Brandpetarde, sondern Herr Mourinho mit seinen despektierlichen Äusserungen über schwedische Schiedsrichter.

Zaugg Meister der Taktik

Dr. Eichenberger am Dienstag den 22. März 2005

Wenn Fussballmannschaften zurückliegen, versuchen die Trainer oft, dem Spiel durch die Einwechslung von offensiven Spielern eine Wende zu geben. Deutsche Ökonomen haben jetzt herausgefunden, dass dieser Taktik wenig Erfolg beschieden ist.

«Häufig wurden bei Rückständen frische Offensivkräfte eingewechselt, während Trainer in Führung liegender Teams vermehrt auf eine Absicherung des Ergebnisses durch Einsatz zusätzlicher Abwehrspieler setzten», haben die Forscher in aufwändiger Kleinarbeit herausgefunden. Ein Ergebnis, das den Fussball revolutionieren wird! Gleichzeitig untersuchten die Wissenschafter, wie sich die Spiele nach der ersten Einwechslung entwickelten. Erstaunliches Ergebnis: Der Erfolg der taktischen Wechsel blieb aus. «Im Gegenteil: Trainer, die ihre taktische Ausrichtung beibehielten, konnten in der verbleibenden Spielzeit deutlich häufiger Resultatsverbesserungen erzielen.»

Die Studie rückt YB-Trainer Bidu Zaugg unvermittelt in ein glanzvolles Licht. Er, der sich als äusserst wechselfauler Trainer ins Gerede gebracht hat, wird sich durch die Forschungsergebnisse bestärkt sehen. Wahrscheinlich wird er sich sogar die Haare raufen, dass er am Sonntag gegen St. Gallen fünf Minuten vor Schluss den jungen Stürmer Boban Maksimovic eingewechselt hat – ohne zählbaren Erfolg natürlich.

Unser U21-Team

Herr Noz am Freitag den 18. März 2005

Folgende Spieler wurden für die nächsten EM-Qualifikationsspiele der Schweizer U-21-Nationalmannschaft nominiert:

Chr. M. aus Ü.-S. (ZH) schreibt uns deshalb erzürnt: «So etwas wird vom Volk nicht verstanden. Einundzwanzig heisst einundzwanzig, da brauchen sich die Verantwortlichen gar nicht hinter den Reglementen zu verstecken! Kläff, kläff.»

Lieber Christoph, gerne zeigen wir hier den Artikel 15.02 des UEFA-Reglements über die U21-Europameisterschaften, hinter dem sich die Verantwortlichen verstecken:

Liebe Grüsse, dein Weblog.

Grosses Rätsel

Rrr am Donnerstag den 17. März 2005

Das ist Schiedsrichter Rogalla, der gestern den Basler Zittersieg gegen Schaffhausen pfiff. Sein Bruder stand übrigens als Linienrichter im Einsatz, aber das braucht uns nicht weiter zu kümmern.

Kopfzerbrechen zerbreitet der Redaktion vielmehr die Aufschrift am linken Ärmel. Was steht da? Auch ein Besuch im Photoshop brachte keine Klärung. In unserer Verzweiflung wenden wir uns deshalb ans geschätzte Publikum: Wer weiss, was da geschrieben steht?

Der Sieger erhält eine YB-Wurst, anlässlich des Heimspiels gegen Basel am Sonntag 10.April (16.15 Uhr).