Archiv für die Kategorie ‘European Must-have-drunk-theres’

Magerkost in Marousi

Herr Shearer am Donnerstag den 1. Dezember 2016

Was tun, wenn man gerade schon mal in Athen ist? Gelbschwarz schauen, natürlich!

aek_fans

Den für abwegige Expeditionen zuständigen Redakteur dieses Fachorgans verschlug es letze Woche zusammen mit einer kleinen feinen Reisegesellschaft in die griechische Hauptstadt. Nach dem zwar guten, aber resultatmässig ungenügenden Auftritt der berühmten Berner Young Boys wurde erst einmal den kulturellen und kulinarischen Höhepunkten Athens gefrönt, bevor am Samstag Abend Konsens herrschte, dass man sich leicht unterfussballt fühle und so ein gemütlicher Match eine feine Sache wäre.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Heisse Kurven in Genua

Herr Shearer am Montag den 24. Oktober 2016

Knallige Sache: das Genueser Stadtderby.

dscf3668

Letzten Samstag traf die UC Sampdoria im gemeinsam bespielten Stadion Luigi Ferraris auf den viel älteren Genoa CFC. In einer über weiten Strecken attraktiven und spannenden Partie behielt das nominelle Heimteam mit einem 2:1-Sieg schlussendlich die Oberhand. Den kuriosen Höhepunkt setzte übrigens die Torlinientechnologie: in der 39. Minute setzt Sampdorias Silvestre den Ball an die Unterkante der Latte, von wo er vor die Linie zurückprallt. Die Uhr des Unparteiischen beginnt darauf zu vibrieren, obwohl es eindeutig kein Tor war. Diese Szene führt dann zu einer etwa zweiminütigen Spielunterbrechung bezwecks Absprachen zwischen den involvierten Offiziellen und allgemeiner Verwunderung im Publikum über deren Grund. Vor der Pause verschiesst Quagliarella zwar noch einen Penalty, das Spiel entscheidet sich aber kurz nach Wiederanpfiff durch ein Eigentor von Genoas Izzo. Gegen Schluss wirft der CFC alles nach vorne, die sich daraus ergebenden Konterchancen lässt die Sampd aber in teils fahrlässiger Art und Weise liegen. So bleibt die Partie zunindest bis am Schluss eine von der packenderen Sorte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schäbiges Stoke

Briger am Dienstag den 11. Oktober 2016

Ein Mal mehr, Herr Power tischt uns uralte Geschichten aus dem Mutterland des Fussballs auf. Diesmal aus Xherdan Shaqiris Wahlheimat Stoke.

“Nach dem lautstarken Auftritt der YB-Fans im Goodison Park damals in der Europa League ging die Reise am Samstag weiter nach Stoke.

Anreise
Mit dem Zug ist Stoke von Liverpool aus bequem erreichbar. Der Bahnhof ist für die Grösse der Stadt relativ klein und liegt mitten im Zentrum, welches wie z.B. auch in Leeds oder Sheffield nicht gerade ästhetisch ist. Das Stadion liegt für den Autofahrer bequem an der Autobahn Ein- und Ausfahrt. An einem grässlicheren Ort kann man wohl ein Stadion nicht bauen.
bild-1
Diesen Beitrag weiterlesen »

Neulich in Nottingham

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 5. Oktober 2016

Wie Herr Power in einem Pub beim City Ground das Glück fand.

Von unserem Sonderkorrespondenten Max Power

maxp“Viele ältere Leser könnten sich wohl noch daran erinnern, hätten sie seither nicht so viel getrunken: Vor nicht einmal zwei Jahren, da waren die berühmten Berner Young Boys zu Gast in England. Auch Ihr Sonderkorrespondent genoss damals die herrlichen Vorgärten im schönen Liverpool.

Am Vorabend des grossen Spiels im Goodison Park fand eine Vollrunde in der Championship statt. Im City Ground in Nottingham traf das traditionsreiche Nottingham Forrest auf das (mittlerweile erstklassige) Bournemouth. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Auf dem kurzen Fussmarsch vom Stadtzentrum zum Stadion kommt man zuerst am Stadion von Notts County vorbei.

bild-1

bild-2

Beide Stadien sind nur durch einen Fluss voneinander getrennt.

bild-3

Im Pub direkt beim Stadion waren die meisten Tische vorreserviert. Als wir uns an einen setzten und dann jene Gruppe kam, welche den Tisch reserviert hatten, wollten wir uns entschuldigend verabschieden. Dies war jedoch nicht möglich…

Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit Ach und Krach zum Kasach (V und Schluss)

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 29. September 2016

Das ging aber rassig! Unser Sonderkorrespondent Herr Shearer ass Kartoffelsuppe mit Kurt und ist nach fünfeinhalb Tagen Reise in Astana eingetroffen.

astana_logo_320_3„Liebe Freunde des eurasischen Fussballs, ich melde mich zum letzten Mal aus dem Zug; Juri und Igor sind letzte Nacht in Ufa wieder ausgestiegen, dafür ist ein junger Kerl aus Karaganda neu im Abteil. Als er sein Gepäck unter der Sitzbank versorgen wollte und diese deshalb hochklappte, kam ein grosser Kessel Honig zum Vorschein. Das Schlafwagenpersonal treibt offenbar nebenbei noch etwas Import-Business.

Morgens wurde ich dann auch noch in ihr Abteil zum Tee eingeladen und mit einer Flasche kasachischen Wodkas der Marke Parlament beschenkt. Dafür musste ich zum wiederholten Male über Löhne und Lebenshaltungskosten Auskunft geben. Wussten Sie übrigens, dass der Bruder des einen „Provodnik“ (Schlafwagenbegleiters) Fussballprofi ist und beim Zweitligisten Kairat Almaty die Nummer sieben trägt? Sehen Sie, da war ich auch ein bisschen überrascht. Er zeigte mir dann ein Bild seines Bruders, und ab sofort ist Kairat meine Lieblingsmannschaft in der zweithöchsten kasachischen Liga, weil auch Gelb-Schwarz.

dscf3294

Etwas später werde ich wieder ins vorderste Abteil gerufen; kaum habe ich mich gesetzt, stellt man mir schon eine Schüssel Suppe auf den Tisch. Auch mein kasachischer Abteilgenosse isst mit. Die Begleiter haben in ihrem Abteil eine Kochplatte, und heute haben Sie eben Suppe gekocht, mit Kartoffeln, Nüdelchen – und Kurt! Kurt ist eine Art Frischkäse aus Stutenmilch, er gibt dem ganzen einen angenehm säuerlichen Geschmack. Und Dill darf natürlich auch nicht fehlen, viel Dill schwimmt da in der weissen Brühe. Es schmeckt lecker und macht satt. Ich werde mich für die grosszügige Gastfreundschaft mit einem Kilo Schoggi und YB-Feuerzeugen zu revanchieren versuchen.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit Ach und Krach zum Kasach (IV)

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 28. September 2016

Herr Shearer trifft auf seiner Fahrt zum Europa League-Kracher auf einige Fussballexperten.

dscf3250

„Unsere Schlafwagenbegleiter sind alles Kasachen aus Karaganda (der Endstation des Zuges). Dort spielt zwar Schachtjor Karaganda, aber das Herz des 33-jährigen Provodnik Anton schlägt für Real Madrid. Das Niveau des einheimischen Fussballs sei einfach zu schlecht, und überhaupt, Boxen interessiere ihn deutlich mehr, denn das sei der eigentliche Nationalsport in Kasachstan.

dscf3231

Da ich immer noch alleine im Abteil bin, wage ich das Experiment und kaufe mittags bei einem längeren Zwischenhalt in Sisran nicht nur leckere Piroggen ein, sondern auch gleich noch eine grosse geräucherte Forelle, welche ein Fischer dort feilbietet. Zum Fischen braucht man in Russland offenbar kein Patent, weshalb viele ältere Menschen so die karge Rente aufzubessern versuchen, das ist mir schon bei früheren Besuchen aufgefallen. Der Verzehr der Forelle mithilfe des guten alten Schweizer Armee-Sackmessers endet in einem Massaker, allerdings in einem von der leckeren Sorte, muss man sagen.

dscf3271

astana_logo_320_3Die Fahrt führte weiter durch endlose Birkenwälder, in denen gerade der „Indian Summer“ ausgebrochen ist. Sie wissen ja: viele Pensionäre fliegen, um den zu sehen, zum Klassenfeind nach Amerika. Dann überquerte der Zug den gewaltigen Strom der Wolga auf einer ebenso gewaltigen Brücke, um wenig später Samara zu erreichen. Dort sind dann auch noch Igor und Juri in mein Abteil zugestiegen. Beide sind Eisenbahner und auf Dienstreise zurück in ihre Heimat Ufa. Es folgt die übliche Befragung über Zivilstand, Lebenshaltungskosten, Beschäftigungsmöglichkeiten und Verkehrsbussen in der Schweiz. Danach interessiert sich Juri wieder für deutsche Musik aus dem Hause Bohlen, Igor erweist sich als wahrer Fussballexperte und erinnert sich, dass GC einmal Ajax mit 1:0 geschlagen habe. Allerdings muss ich ihn zurechtweisen, dass Kerschakov nicht bei Sion, sondern beim FCZ spielte, aber man muss auch mal drei gerade sein lassen, finde ich. Daheim geht er nicht zum Fussball; Spartak Ufa mag er nicht beim Kicken zuschauen, wie er sowieso keine Spiele der russischen Liga schaut, weder im Stadion noch am Fernsehen – das Niveau sei einfach viel zu schlecht. Also hat auch er sich den grossen internationalen Ligen zugewendet. Nicht einmal mehr die Spiele der „Sbornaja“, der russischen Nationalmannschaft, tut er sich mehr an. „Die spielen nur gut, solange man ihnen Geld gibt“.

So, viel mehr gibt es gerade nicht zu erzählen. Die grosse PET-Flasche Bier ist inzwischen auch leer und ich beziehe meinen Schlafplatz. Meine beiden Abteilgenossen haben ihr Ziel derweil bereits heute Nacht kurz vor zwei Uhr erreicht. Poka!”

Mit Ach und Krach zum Kasach (III)

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 27. September 2016

Der rasende Sonderreporter hat auf seinem Weg nach Astana Moskau im Sturm erobert und auch schon wieder hinter sich gelassen.

dscf3165

“Wenn Sie denken, dass bei einer Reise mit der staatlichen russischen Eisenbahn Verspätungen an der Tagesordnung sind, dann irren Sie sich: Unser Zug aus Paris traf am Montag Morgen einige Minuten zu früh in Moskau ein. Der YB-Schal wollte daraufhin unbedingt den roten Platz sehen, also hab ich ihm die Freude gemacht.

OBIeneNatürlich gibt es auch hier viele YB-Fans, ich musste nach der Fotosession auf dem Roten Platz noch lange für Selfies posieren und Autogramme geben. Weniger erfreulich ist, dass die Maskottchenpolizei eine üble Fälschung eines OBI-Bibers entdeckt hat. Das Subjekt wurde umgehend aus dem Verkehr gezogen, die Täter konnten aber nicht gestellt werden. Ich habe den Fall dann dem russischen Geheimdienst übergeben. Gnade Gott dem Bürschchen, der dafür verantwortlich ist!

Jetzt aber noch richtiger Fussball! Nun gut, zweitklassiger russischer Fussball halt. Der Tabellenzweite Dynamo Moskau traf auf Sibir Novosibirsk. Weil Dynamos Stadion derzeit gerade WM-tauglich gemacht wird, finden die Heimspiele im Chimki-Stadion an der Stadtgrenze statt. Dieses habe ich aufgrund einiger Orientierungsschwierigkeiten erst haargenau zum Anpfiff erreicht – der Verkehr aus der Stadt ist eine zähflüssige Sache.

Die Eingangskontrolle sind absolut auf Flughafen-Niveau, die Kollegen schauen sich alles an, und zwar haargenau. Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, ich durfte die Chimki-Arena nach 70 Minuten verlassen. Stellen Sie sich einfach irgend ein Nati B-Spiel auf tiefem Niveau vor. Etwa so. Als ich ging, stand es 1:0, so endete es auch. Gerade einmal 2’655 Zuschauerinnnen und Zuschauer verirrten sich an den Match, für 500 Rubel (keine zehn Franken) gab es einen Platz auf der Haupttribüne in einem quasi klassisch englischen Stadion mit einer Tribüne an jeder Seite. Der heimische Fanblock stellt sich hinter das eine Tor, die handgezählten acht Fans von Sibir stellten sich auf der Haupttribüne unten hin und feuerten ihre Mannschaft aus dem tiefen Osten an. Verpflegung gibt es natürlich auch: Alkohol wird nicht verkauft, allerlei Mineralwasser sind aber zu tiefen Preisen im Angebot. Ich habe mir eine Büchse Kvas für 120 Rubel gegönnt – man mag Kvas oder man mag ihn nicht, muss man dazu sagen. Wer eine Wurst will, kriegt die nur kalt in einer Pirogge, der grosse Hit sind sowieso die gekochten Maiskolben.

dscf3213

So, wenn Sie das lesen, bin ich schon wieder gute 13 Stunden im Zug. Der Schnellzug Nummer 84 von Moskau nach Karagandy hat wieder die schönen alten Wagen aus DDR-Produktion, mit massig Stauraum und vor allem einem Heisswassertank. Wenn das Datennetz es zulässt, zeige ich Ihnen das gerne im nächsten Beitrag. Bis bald!”

Schlappe Lappen

Harvest am Dienstag den 27. September 2016

Sie glauben YB hat Verletzungspech? Dann kennen Sie den FC Santa Claus AC noch nicht.

fc_santa_clausDer FC Santa Claus spielt in der dritten Liga Finnlands (Kakkonen) und musste am Wochenende gegen Kajaani antreten. Mit Müh und Not konnten sie für dieses Spiel elf Spieler zusammenkratzen. Kein Problem also, bekanntlich braucht es für ein Fussballspiel genau diese Anzahl. Etwas unglücklich allerdings, wenn sich darunter gleich drei Torhüter befinden. Ins Tor durfte schliesslich nur einer, zwei mussten sich als Feldspieler versuchen, dies mit mässigem Erfolg.
Den Weihnachtsmännern hätten wohl auch hundert Torhüter nicht helfen können, sie verloren das Spiel mit 16-0. Dies ist nicht nur die höchste Liganiederlage aller Zeiten sondern auch das Ligaspiel mit den meisten Toren.

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass der Club aus Lappland nicht sonderlich erfolgreich spielt. Mit acht Punkten aus 21 Spielen und einem um 76 Tore negativen Torverhältnis halten sie sich aber beharrlich auf dem zweitletzten Platz. Noch schlechter ist nämlich Virkiä mit nur sieben Punkten und einem Torverhältnis von 22-107.

Mit Ach und Krach zum Kasach (II)

Dr. Rüdisühli am Montag den 26. September 2016

Der YB-Express rollt weiter in Richtung Astana. Der RL-Sonderkorrespondent Herr Shearer nähert sich Moskau.

astana_logo_320_3“Guten Tag, liebe Zurückgebliebene! Wenn Sie jetzt brandheisse News von Unterwegs erwarten, dann muss ich Sie leider enttäuschen. So eine Solo-Fanreise ist ein eher unspektakuläres Unterfangen. Überraschenderweise bin ich offenbar tatsächlich der einzige, der den Zug genommen hat. Oder habe ich etwas verpasst und es hätte einen Extrazug gegeben? Na ja, anyway, das nützt mir jetzt auch nichts mehr. In Polen fährt man lange durch den Wald, dann wieder über Land, dann wieder durch den Wald und zum Schluss wieder über Land. Irgendwo zwischendrin liegen noch ein paar Dörfer und Städte.

dscf3105

Der Nachtzug von Paris nach Moskau, welchen ich in Karlsruhe bestiegen habe, ist sehr modern – eigentlich schon fast zu modern für einen russischen Nachtzug. Der Speisewagen ist polnischer Provenienz, in seinem Innern haben immer noch die Achtziger Jahre das Sagen. Und jetzt das beste: der Kellner in diesem Speisewagen ist eindeutig Zlatan Ibrahimovics Bruder! Man könnte jetzt sagen, dass Zlatans Bruder sicher nicht Russe ist, aber Sie können mir glauben! Schade, dass der nette Kellner nicht für ein Beweisfoto posieren wollte, sonst wäre es auch Ihnen ins Auge gestochen.

dscf3108

An der Grenze zu Weissrussland dann allerdings erste Kalamitäten: ich wurde vom Grenzpersonal Lukaschenkos zum Übersetzen aufgeboten. Ein Franzose aserbeidschanischer Abstammung hatte zwar eine Aufenthaltsbewilligung in Minsk, aber irgendwie den falschen Passierschein. Das er per Taxi auf die polnische Seite zurück musste, um die Sache mit den Behörden zu regeln und seine Reise erst montags fortsetzen kann, hat mir nur solange leid getan, bis ich mich erinnerte, dass wir vom BSC Young Boys mit Frankreich und Aserbeischan vom letzten Jahr her noch eine Rechnung offen haben. Nein, da konnte ich wirklich nicht helfen.

Natürlich war die Stimmung nach dem Unentschieden im ganzen Zug etwas gedämpft, ein Aufsteller waren dann dafür die von einer “Babuschka” auf dem Perron in Brest erstandenen “Blinitschky”, mit Äpfeln oder Quark gefüllte Omeletten.

So, wenn Sie diese Zeilen lesen, müsste ich eigentlich Moskau erreicht haben. Drücken Sie mir nun die Daumen, dass ich nicht irgendwelchen Organdieben anheim falle und deswegen die Weiterreise verpasse. Sie wissen ja: der Zug nach Astana verlässt Moskau heute Nacht pünktlich um 22:48. Wieso diese Tasse da oben übrigens der Beweis dafür ist, dass die russische Regierung in jüdischer Hand ist, das erzähle ich Ihnen vielleicht ein anderes Mal. Do Svidanje!”

Mit Ach und Krach zum Kasach

Herr Maldini am Samstag den 24. September 2016

Einmal Bümpliz-Astana, bitte.

astana_logo_320_3Heute Abend wird unser Redaktor Herr Shearer den Zug besteigen, um am Donnerstag die berühmten Young Boys im Auswärtsspiel beim FK Astana zu unterstützen. Machen Sie sich keine Sorgen um ihn, er war schon in Wladiwostok. Mit dem Zug, klar.

Die beschwerliche Reise führt ihn über Basel, Berlin, Warschau und Minsk nach Moskau, wo Herr Shearer sich am Dienstag den ganzen Tag langweilen wird. Tags darauf geht es weiter: Vor Samara über die Wolga und weiter über Ufa (Baschkortostan!) und Tscheljabinsk (Achtung, Meteorit!) am Rand des Urals, dann via Kurgan in Richtung kasachische Grenze, die ist irgendwo in der Steppe zwischen Petuchowo und Petropavlovsk. Sodann noch irgendwie durch die Steppe bis Astana, zwischendrin liegt als grössere Stadt noch Kökschetau in der kasachischen Schweiz. Schon am Donnerstagmittag ist Herr Shearer im wunderschönen Astana.

Unser ferrophilster Redaktor nutzte die Gunst der Stunde und sprach mit der besten Tageszeitung der Schweiz über seine gefährliche Reise. Selbstverständlich wird er während der Reise mehrmals täglich dem Runden Leder rapportieren, bleiben Sie also dran.

YB in der Europa League: Die Gegner (3)

Briger am Montag den 19. September 2016

LIVE ab 11.00 Uhr: Rihs-Bros im Wankdorf

Heute zum Abschluss: APOEL Nikosia.

Am 20.10. in Bern und am 3.11. in Nikosia heisst der Gegner der Young Boys APOEL. Der zypriotische Rekordmeister ist ein erfahrener Teilnehmer an europäischen Gruppenphasen.
apoel
Club
Der athletische Fussballclub der Hellenen aus Nikosia wurde am 8. November 1926 gegründet und ist damit fast so alt wie Olympiakos Piräus. Bereits 25-mal gewann der Club die Meisterschaft, dazu kommen 21 Pokaltriumphe. Die Anhänger APOELs sind grösstenteils rechtsgerichtet, wenig verwunderlich, dass sich beim Stadtrivalen Omonia eher linke Fans auf den Tribünen befinden. Trainiert wird die Mannschaft vom früheren Barca-, Bochum- und Hannover-Spieler Thomas Christiansen. Bekanntester Spieler ist der Belgier Igor de Camargo. Europäisch für Aufsehen sorgte der vierfache CL-Teilnehmer (1992/93, 2009/10, 2011/12 und 2014/15) vor allem 2011/12 als der Club in der Gruppe mit Zenit St. Petersburg, FC Porto und Shaktar Donezk nach drei überstandenen Qualirunden mit 9 Punkten Gruppenerster wurde und im Achtelfinale nach einer 0:1 Niederlage in Lyon das Rückspiel im Elfmeterschiessen gewann. Im Viertelfinale war dann gegen Real Madrid mit dem Gesamtscore von 2:8 Schluss.

Stadion
Das GSP-Stadion, benannt nach dem Panzyprischen Gymnastikbund (Gymnastikos Syllogos Pankipria) fasst 22.859 Plätze und ist die Heimstätte von APOEL, Omonia und Olympiakos. Im 1999 eröffneten Stadion trägt auch die Nationalmannschaft Zyperns ihre Heimspiele aus, ein gewisser Pascal Zuberbühler wird sich nur ungern erinnern. Das Stadion liegt im Stadtteil Strovolos, 10 Kilometer südlich des Zentrums der geteilten Stadt.
apoel
Stadt
Die im 7. Jh. vor Christus erstmals erwähnte Stadt ist seit 1974 geteilt. Der südliche Teil ist Hauptstadt Zyperns, der nördliche Teil übernimmt diese Funktion in der der Türkischen Republik Nordzypern. Im Süden leben rund 220.000 Menschen, im Norden rund 55.000. In der Stadt gibt es drei Grenzübergänge zwischen den beiden Stadt-/Landesteilen. Während die Grenzübergänge Metehan und Ledra Palace mit dem Auto passierbar sind, ist der Grenzübergang Lokmacı nur für Fußgänger bestimmt. Mehr zu den Übergangsbestimmungen finden Sie hier. Sehenswürdigkeiten hier
Nikosia

Anreise
Für die Anreise empfiehlt es sich in 3.5 h von Zürich nach Larnaca ans Meer zu fliegen. Badehose nicht vergessen. Nach einem Badeaufenthalt wird die Ostkurve Bern einen Transfer nach Nikosia organisieren. Mehr dazu wird sich im Lauf der Zeit auf ostkurve.be finden lassen. Mit Umsteigen kann man von Zürich aus auch nach Nordnikosia fliegen, das dauert dann aber länger und ist unter Umständen komplizierter.

YB in der Europa League: Die Gegner (2)

Briger am Montag den 12. September 2016

Heute: FK Astana.

Das erste Auswärtsspiel der Young Boys in der Europa League Gruppenphase findet in Zentralasien statt. Am 29. September treffen die Berner auswärts auf den kasachischen Vertreter FK Astana. Das Rückspiel in Bern findet dann am 8. Dezember statt.

FKastana

Club
Der FK Astana ist ein junger Verein. Erst 2009 wurde er, damals noch unter dem Namen Lokomotiv Astana, gegründet. In seiner kurzen Vereinsgeschichte errang der Club aber bereits zwei Meistertitel und gewann zwei Mal den Cup und den Supercup. 2015 nahm der Verein als erster kasachischer Vertreter an der Champions League teil und schied dort mit vier Punkten nach der Vorrunde aus. Mit Ausnahme des 1:1 in Istanbul bei Galatasaray, gewann das Team alle drei Punkte mit Unentschieden zu Hause (Benfica, Atletico Madrid, Galatasaray). Die diesjährige Qualifikation für die Europa League Gruppenphase ist die erste in der Geschichte des Vereins. Dank dem 2:0-Hinspielsieg in der heimischen Astana Arena und dem 2:2 auswärts gegen das favorisierte BATE Borisov sind die Kasachen dabei, die in der 3. Runde der CL-Quali nur knapp an Celtic Glasgow scheiterten. Trainer ist der Bulgare Stanimir Stoilov. Bekanntester Spieler ist der ehemalige Bundesligaprofi Konstantin Engel.

Stadion
Gespielt wird in der 30’000 Plätze umfassenden Astana Arena, welche über ein verschliessbares Dach und Kunstrasen verfügt. Den Kunstrasenvorteil besitzen die Young Boys in diesem Spiel somit nicht. Neben dem FK Astana spielen auch das kasachische Nationalteam und der Zweitligist FC Bayterek im Stadion. Die Arena befindet sich rund 9 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums.

Astanaarena

Stadt
Astana ist seit 1997 kasachische Hauptstadt und mit 814.401 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrösste Stadt nach Almaty. Der Name Astana bedeutet die Hauptstadt. Nach Ulaanbaatar gilt die kasachische Hauptstadt als zweitkälteste der Welt, so beträgt die winterliche Durchschnittstemparatur -15 Grad Celcius, die kälteste je gemessene Temperatur lag bei -52 Grad Celcius. Im Sommer kann es dafür sehr heiss, bis zu 35 Grad werden. Im September/Oktober liegt die Durchschnittstemperatur zwischen 3.7 und 12.1 Grad Celcius.
Sehenswürdigkeiten finden Sie hier.
astana

Anreisemöglichkeiten
Nach Astana gelangen Sie mit dem Flugzeug oder mit dem Zug. Ab Zürich fliegen Sie mit Umsteigen in rund 11 Stunden in die kasachische Hauptstadt, mit dem Zug sind Sie mit der schnellsten Verbindung rund 93 h unterwegs. Umsteigen müssen Sie dabei aber unter Umständen nur in Karlsruhe, Moskau und Petropavlovsk.

Das Spiel findet um 21 Uhr Ortszeit, d.h. um 17 Uhr MESZ statt.

Nächsten Montag der Abschluss unseres Dreiteilers mit APOEL Nikosia und Infos zur geteilten Hauptstadt Zyperns.