Archiv für die Kategorie ‘Eulersche Statistik’

Ausländer rein!

Harvest am Mittwoch den 28. September 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerWieso dümpelt Ihr Lieblingsclub fortwährend im Ligamittelfeld oder gar den Niederungen des Tabellenendes umher? Sicher wollen Sie etwas dagegen unternehmen. Neben einem vernünftigen Vereinsvorstand und einigermassen stabilen Strukturen gibt es vor allem eine Massnahme, das Ihren Club aus der Misere rausholen könnte.

Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht eine grosse Menge an demographischen Daten, da ist es oftmals schwer, die wirklich wichtigen und vor allem aussagekräftigen herauszufiltern. Wenn man sich die Mühe aber macht, können bahnbrechende Erkenntnisse daraus gewonnen werden. Wir wenden uns heute einer Minderheit zu, den Inländern ohne Schweizer Pass (also alle, die sich weder “Schweizer” noch “Eidgenossen” nennen können). Dabei wird deutlich, dass ein hoher Ausländeranteil in der städtischen Bevölkerung zu einem erfolgreichen Club führt.

ausland_vs_rang

Der Ausreisser YB profitiert von oben genannten Strukturen, die den tiefen Ausländeranteil grösstenteils wettmachen.

Doch wieso ist das so?
Der Grund ist so einfach wie offensichtlich. Ausländer spielen besser Fussball! Das glauben Sie nicht? Seit es europäische Wettbewerbe gibt, haben diese immer ausländische Club gewonnen, die Schweizer haben es noch nicht mal je ins Finale geschafft. Die Sieger von Welt- und Europameisterschaften? Alles Ausländer!

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, setzen Sie sich für die Aufnahme von Ausländern in Ihrer Stadt ein. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Isländisches Wunder?

Harvest am Mittwoch den 6. Juli 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

Euler

Wie haben sich die Menschen in ganz Europa gefreut über und erfreut an den wilden Männern von der unwirtlichen Insel Island. Überaus sympathisch seien sie und von einer Männlichkeit, die in Kontinentaleuropa seinesgleichen sucht. Selbst Frau Dr. Euler hat sich in überschwänglichen Lobeshymnen über die Insulaner geäussert. Aber das gehört jetzt nicht hierher.

Sowieso und überhaupt sind sich alle Fussballfans und -experten einig, dass der Erfolg der isländischen Fussballnationalmannschaft eine der dicksten Überraschungen in der Geschichte der Europameisterschaften sei. Ich will diese Plattform nicht nutzen um anzugeben, doch für mich war da kein Wunder zu erkennen. Wer sich ein wenig mit Statistik auseinandersetzt, konnte schon im Vorfeld des Turniers mit diesem Abschneiden rechnen. Schliesslich hat Island die deutlich höchste Quote an Beschäftigten im Sportbereich aller europäischen Staaten. Das untenstehende Balkendiagramm zeigt die Gesamtzahl der Beschäftigten im Sportbereich, ausgedrückt als Prozentanteil an der Gesamtbeschäftigung (Quelle: eurostat, Zahlen von 2012).

Anteil_Sportbereich

Der Anteil ist bei den Isländern um 57% höher als bei den Schweden! Da können Sie noch lange versuchen, mit der richtigen Taktik Erfolg zu haben, wenn Ihnen der Grundstock, das Arbeitsmaterial in Form von Sportlern, fehlt, sind Sie zum Misserfolg verdammt.

Für mich die grosse Überraschung war, dass Island bereits nach dem Viertelfinale nach Hause reisen musste. Aber wie mein Lieblingsexperte Gürkan Sermeter jeweils zu sagen pflegt: “So isch ebe Fuess­ball.”

Ist die SVP fussballfeindlich?

Harvest am Mittwoch den 23. März 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerSie erinnern sich. Am 18. Oktober 2015 wählte die Schweiz ein neues Bundesparlament. Auch ich habe mich damals an dieser Wahl beteiligt, aber als Statistiker interessieren mich vor allem die Resultate und welche Lehren wir daraus ziehen können. Im Bezug auf Fussball sind die Zusammenhänge offensichtlich. Ich habe die Wähleranteile der Super League Städte genauer unter die Lupe genommen. In der einzigen Stadt mit zwei Clubs in der höchsten Klasse habe ich mir sogar die Mühe gemacht und die Auswertung nach Kreisen vorgenommen, GC gehört traditionell zum Hardturm, der FCZ zum Leichtathletikstadion.

Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die Städte, die ihre Stimmen eher nicht den Rechtsparteien SVP und Lega gegeben haben, im Fussball erfolgreicher sind.

Rechtswaehler

Auf den zweiten Blick wird dann auch noch klar, dass diese Städte eher links gewählt haben, nämlich Grüne und SP.

Linkswaehler

Nun, wieso sind Fussballclubs aus eher linken Städten erfolgreicher?
Traditionell können sich SVP/Lega-Wähler auch mit deren Politik identifizieren und natürlich auf der anderen Seite die Linkswähler mit der Politik der Linksparteien. In den Augen der SVP und der Lega sind Menschen hauptsächlich Humankapital, das sich gefälligst der Wirtschaft zu unterordnen hat. Das bedeutet, dass sich deren Wähler natürlich auch genau so verhalten und sie somit alles tun, um beruflich erfolgreich zu werden (d.h. viel Geld zu verdienen) und die Freizeit so klein wie möglich zu halten. Gleichzeitig sind die Linkswähler (Grüne und SP) eher Menschen, die sich ihr Leben vom Staat finanzieren lassen möchten und sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen stark machen. Genau diese Haltung führt dazu, dass sie ihre Kinder rausschicken zum Spielen, wobei diese unweigerlich beginnen Fussball zu spielen. Bei dieser Gelegenheit erkennen und verfeinern sie ihr Talent, während die Kinder von Rechtswählern in ihren Zimmern sitzen und Wirtschaft büffeln.

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, übernehmen Sie linkes Gedankengut und lassen Ihren Kindern den benötigten Freiraum. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Religion oder Fussball?

Harvest am Mittwoch den 2. März 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

Euler

Vor einiger Zeit habe ich Ihnen an dieser Stelle den offensichtlichen Zusammenhang zwischen vielen Golfplätzen und schlechten Fussballclubs aufgezeigt. Es hat mich gefreut, dass sich darauf auch kritische Stimmen geäussert haben. Schliesslich liegen die Kommentatoren nicht falsch damit, dass Golfplätze nicht die Alleinschuldigen sind.

Heute werde ich Ihnen einen weiteren Feind des erfolgreichen Fussballclubs vorstellen.
Ein Talent, das sich zum Fussballstar entwickeln will, muss sich von früh bis spät mit Fussball befassen und seine Gedanken dürfen sich nicht um unwesentliche Nebensächlichkeiten drehen. Neben der Schule, die in der Schweiz für jedes Kind Pflicht ist, gibt es diverse Dinge, die Kinder vom Fussball ablenken können. Oft sind das Computerspiele, Fernsehsendungen oder gar Liebschaften. Vielfach aber spielen auch die Religionen eine Rolle. Schliesslich predigen diese geradezu, dass sich Klein-Messi intensiv damit auseinandersetzen soll.

Die Statistik spricht einmal mehr eine deutliche Sprache:

Konfessionslos

Wieder liefert das BfS die Datengrundlage. Für Sion, Thun und Vaduz liegen nur Zahlen für den ganzen Kanton bzw. das ganze Land vor, für die anderen wurden die Werte der Städte verwendet. In der Grafik sehen Sie den Anteil der Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung 2014.

Offensichtlich hängt der Erfolg des Clubs direkt mit dem Anteil der Konfessionslosen zusammen. Nicht nur halten Religionen die Kinder vom Denken an Fussball ab, sondern sie nehmen auch wertvolle Zeit, die fürs wichtige Fussballtraining verwendet werden sollte, in Anspruch. Wo soll das Talent noch Zeit für die Verfeinerung der Technik finden, wenn es ständig in die Bibelgruppe, das Fastenseminar und die Messe sitzen muss?

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, schicken Sie Ihre Kinder ins Training und nicht in die Sonntagsschule. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.

Vorsicht Golfplatz!

Harvest am Mittwoch den 17. Februar 2016

Unser Kolumnist Dr. Euler ist Statistiker und erklärt uns in unregelmässigen Abständen wichtige Zusammenhänge aus dem Spannungsfeld „Gesellschaft und Fussball“.

EulerFührende Experten im Bereich Fussball sind sich einig, guter Nachwuchs ist für einen längerfristig erfolgreichen Fussballclub unabdingbar. Damit kann der Club nicht nur die erste Mannschaft verstärken, sondern immer mal wieder einen gehörigen Batzen verdienen, indem er Talente an zahlungsfähige Ausländer verschachert.

Das haben die Fussballclubs natürlich gemerkt und viele reagieren mit einem Nachwuchsförderungskonzept. Tönt gut und vielversprechend, nützt aber nichts. Viel wichtiger als ein schwülstiges Konzept ist nämlich, dass die Talente in der Freizeit Freude am Fussball gewinnen und jede freie Minute auf dem nahegelegenen Feld verbringen. Damit das möglich ist, braucht es ebensolche nahegelegenen Felder. Heutzutage ist es aber nicht mehr selbstverständlich, dass neben dem Elternhaus ein einigermassen ebenes, fussballtaugliches Feld steht, oft läuft das trainingswillige Kind direkt an einen eingezäunten Golfplatz.

Golfplätze sind nicht nur der Tod der Biodiversität, sondern auch des erfolgreichen Fussballs, wie der Homepage des Bundesamtes für Statistik entnommen werden kann. Das BfS stellt dem interessierten Leser die Daten über den Anteil der Fläche von Golfplätzen an den Erholungs- und Grünflächen (wo junge Talente Fussball lernen) zur Verfügung, allerdings nur kantonal (für Vaduz wurde der Durchschnitt der beiden Grenzkantone St.Gallen und Graubünden verwendet):

Golfplätze

Der Zusammenhang ist offensichtlich, doch einige Ausreisser verzerren das Bild. Sie fragen sich sicher, wieso GC und Zürich in der Tabelle so weit auseinander liegen. Der Grund liegt im Einzugsgebiet der Clubs. GC findet seine Talente hauptsächlich im Aargau (Anteil Golfplätze 4.8%) und Zürich, wenn überhaupt, im Kanton Appenzell Innerrhoden (Anteil 67.9%). Die gleiche Frage stellt sich auch für YB und Thun, wobei hier die Antwort auf der Hand liegt. Thun liegt im Berner Oberland und deren Erholungs- und Grünflächen liegen an Berghängen, die sich für Fussball überhaupt nicht eignen.
Der letzte Ausreisser, Lugano, lässt sich nicht so einfach erklären. Wahrscheinlich sind die Tessiner einfach grösstenteils talentfrei (was den Fussball angeht).

Wenn Sie also Ihren Club wirklich weiterbringen wollen, setzen Sie sich gegen die fussballfeindlichen Golfplätze in Ihrem Kanton ein. Ich verspreche Ihnen, Ihr Club wird längerfristig vorne mitmischen.