Archiv für die Kategorie ‘Der Internetpranger’

Stinksauerer Stoyne

Briger am Montag den 23. Mai 2022

Heute lernen Sie Stoyne Manolov kennen.

Der frühere Vorsitzende von CSKA Sofia gründete 2015 den Club Zarsko Selo, im Sofioter Stadteil Dragalevtsi. Nun ist nach sieben Jahren Schluss. Schuld daran trägt auch Manolov selbst.
Am Samstag trat das Schlusslicht der Efbet Liga gegen Lokomotive Sofia an. Nach 97 Minuten stand es 1:1 und die Zaren erhielten einen Elfmeter zugesprochen. Yusupha Yaffa, Gambier mit zwielichtiger Vergangenheit, im Winter gekommen und seither nur 60 Minuten im Einsatz, wollte zum Strafstoss antreten. Doch dies passte Manolov so gar nicht.

Kapitän Martin Kavdanski versagten nach dem Unterbruch die Nerven und Zarsko Selo verpasste es, Botev Vratsa zu überholen und noch in die Barrage zu kommen. Manolov beschloss am Sonntag den Verein aufzulösen, einen Käufer habe er nicht gefunden, ob und wie intensiv er gesucht hatte, entzieht sich leider unserer Kenntnis.

Perfider Pariser Prellballer

Herr Shearer am Donnerstag den 5. Mai 2022

Enkeltricks, falsche Polizisten – und jetzt auch noch das. Unser Sicherheitsexperte wendet sich erneut mit einer dringlichen Warnung an die Leserschaft.

“Betrüger sind überall. Falls Sie im Gastgewerbe tätig sind, wurden Sie sicher auch schon Opfer von Zechprellerei. Von einer neuen, sehr perfiden Masche berichten nun meine französischen Kollegen. Glücklicherweise konnten sie den Schuldigen überführen und vor ein Gericht stellen, welches ihn letzte Woche für seine Untaten verurteilte.

Das kam so: Am 12. Dezember des vergangenen Jahres spielte die U19 von Paris St-Germain in der Coupe Gambardella auswärts in der Normandie gegen Lisieux und gewann dort auch standesgemäss mit 5:1. In einem örtlichen Hotel übernachtete an diesem Wochenende auch ein Herr Diarra, der sich als Nachwuchsspieler des PSG ausgab und bei der Abreise, als es ums Bezahlen des Aufenthalts ging, die Nummer seines Agenten hinterliess, der das regeln würde. Die Rezeptionistin wurde skeptisch, als sie auf dem Anrufbeantworter der Prepaid-Nummer landete. Für die Polizei sei es dann ein leichtes gewesen, den bereits mehrfach vorbestraften Übeltäter zu überführen und ihn – wie oben bereits geschildert – seiner gerechten Strafe von zwei Jahren Gefängnis zuzuführen.

Also, passen Sie auf, wenn da irgenwer in ihrer Beiz auftaucht und behauptet, er sei so ein Fussballprofi. Wobei, wenn Sie mich fragen, ist es eigentlich deutlich verwerflicher, Fussballprofi bei PSG zu sein als sich bloss als einer auszugeben. Aber mich fragt ja niemand.”

Geballte Bussen

Val der Ama am Freitag den 1. April 2022

Es gibt sie, die mühsamen Fans.

Da kann sich Feyenoord zwar in dieser Conference League gegen FK Partizan für die nächste Runde qualifizieren, aber dann die UEFA und die bestraft den Verein, weil sich so genannte Fans mal wieder daneben benommen haben. 79.375 Euro für die UEFA und ein anständiger Batzen nach Belgrad, damit die dort das Stadion reparieren können.

Erleichtert ist Feyenoord, dass die Ausschreitungen nicht zu einem Verbot von Auswärtsfans beim nächsten Europapokalspiel geführt haben, aber so insgesamt überwiegt die Enttäuschung über die bereits achte und neunte europäische Strafe der Saison.

Das summierte Bussgeld beträgt diese Saison bereits 405.250 Euro. Noch nie in der Geschichte musste Feyenoord in einer einzigen Saison so viel Geld an die UEFA zahlen. Nachvollziehbar, dass der Verein nun an seine Fans appelliert, sich künftig anständiger zu verhalten.
(Foto: Pro Shots)

Plumpes Plakat

Herr Maldini am Dienstag den 29. März 2022

Juhui, endlich für Katar qualifiziert, sagten sich die Amis und rollten ein Banner aus.

Hier ist das Banner. Foto: Keystone.

Sie taten es gestern nach dem 5-1 gegen Panama und einem Hattrick von Christian Pulisic. Jetzt aber: Eine Recherche des Runden Leders ergab, dass die USA noch gar nicht fix für die WM qualifiziert sind! Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht das:

Am Donnerstag kommt es zum delikaten letzten Qualifikationsspiel gegen Costa Rica. Gut, allzu viel schiefgehen sollte nicht mehr. Pulisic sagte: “Die Jungs wussten überhaupt nicht, was auf dem Banner stand. Es wurde ihnen einfach in die Hand gedrückt.” Sie hätten nun noch einen Job zu erledigen. “Wir gehen es ehrlich gesagt wie jedes andere Spiel an. Wir werden uns genauso vorbereiten, wie wir es tun würden, wenn wir einen Sieg bräuchten.”

Kanada hingegen qualifizierte sich zum zweiten Mal für eine WM-Endrunde und beendete damit eine 36 Jahre währende Durststrecke. Im Land freut man sich jetzt sehr auf Katar.

Oha Lätz (MCMXVII)

Val der Ama am Donnerstag den 13. Januar 2022

Finden Sie heute die drei Unterschiede

Links sehen Sie den Spieler Douglas Bergqvist von Kalmar FF, rechts sehen Sie den Spieler Douglas Bergqvist, neu beim FC Chernomorets Odessa.

Und wenn Sie dem zuständigen Social Media Team ein Kompliment aussprechen möchten, dann tun Sie das doch hier.

Vielfach verloren

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 15. September 2021

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, jetzt hat der Cristiano Ronaldo gestern schon wieder gegen YB verloren. Zwei Spiele, null Punkte – das ist aussergewöhnlich oder irre ich mich? Freundliche Grüsse, VdA aus B.

Lieber Herr der Ama, Wie recht Sie haben! Eine derartige Nullbilanz hat der Portugiese nur gegen einen einzigen weiteren Verein. Damals in der Saison 2002/03 verlor er mit Sporting in der heimischen Meisterschaft beide Partien gegen den Gil Vicente FC. Der Vollständigkeit halber hier kurz eine Aufzählung aller Vereine, gegen die Cristiano ebenfalls noch nie gewinnen konnte (jeweils aber nur ein Spiel): Burton Albion, VfB Stuttgart, Crystal Palace, Southend United, SC Braga, Partizan Belgrad, União Leiria, Benevento Calcio, Fenerbahce Istanbul und Associação Naval 1893.

Die meisten Niederlagen insgesamt musste er gegen den FC Barcelona hinnehmen (15 in 34 Spielen). Die meisten Siege konnte Cristiano Ronaldo gegen Atlético Madrid feiern: 17 Mal ging er in 25 Partien als Sieger vom Platz. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

Plattentellerduelle (3)

Herr Noz am Freitag den 18. Juni 2021

Welcome zu einer neuen Episode der kurzweiligen «Plattentellerduelle». Wenn Sie dachten, dass Sie schon viel ertragen mussten – wait for it! Heute spielt nämlich England gegen Schottland.

Die Engländer wählen für das heutige Duell eine nachvollziehbare, aber irrationale Strategie: Sie denken irrtümlich, dass, besängen sie nur ganz ganz fest das famose Jahr 1966, das Glück sie dann bestimmt fände. Wie verzweifelt kann man sein. Hören Sie aber gut hin: Wenn Sie mehr als sieben Stücke aus diesem Medley namens «Flashback ’66» (DJ Bear, 1990) erkennen, dürfen Sie sich stolz Pop Historian nennen.

 

Der schottische Beitrag stammt aus dem Jahr 1974. Das Nationalteam singt sich fröhlich warm zum Turnier in Deutschland und findet gerade alles total «Easy, Easy» (und ja, auch ein wenig ringi-dinga-dong). Sympathisch, rockig (wegen Schottenrock, verstehen Sie, haha) – rasch zu Ende. Die Devise der Schotten lautet ja bekanntlich seit jeher: Dabeisein ist alles.

 
(Songs via 45football.com)

Nächste Caption Competition am Freitag, 25. Juni

Sørloths Social Media Stress

Val der Ama am Donnerstag den 3. Juni 2021

Wie man heute Spieler verpflichtet.

Alexander Sörloth ist von Beruf Mittelstürmer und aktuell bei RB Leipzig unter Vertrag. Dort hat er es in 37 Spielen auf 6 Tore gebracht und das macht weder ihn, noch seinen Verein so richtig glücklich. Weil vorher, bei Trabzonspor, da hat er für 33 Tore nur gerade 49 Spiele gebraucht und deshalb finden ihn die Fans des Süper Lig-Vereins richtig gut und sehr gerne hätten sie den Norweger wieder zurück.

Um Sørloth zur Rückkehr zu überzeugen, tun sie nun das einzig Richtige und bombardieren seinen Instagram-Account. Während der norwegische Nationalspieler normalerweise pro Beitrag rund 2.000 Kommentare zu lesen hat, sind es beim aktuellen Post bereits über 3,2 Millionen.

Sörloth tut deswegen überfordert und twittert wie folgt: “Hallo Trabzonspor-Fans, Ich schätze eure Liebe und Unterstützung, aber bitte hört auf mich anzurufen und mir Nachrichten zu schicken. Es macht mein Leben sehr stressig. Genug ist genug.”

Grüsel am Goal

Herr Shearer am Donnerstag den 28. Januar 2021

So ein Seich! Die Forest Rangers müssen wohl längerfristig ohne ihren Goalietrainer auskommen.

Das hat der sambische Fussballverband so beschlossen, weil Charles Chileshe sich neulich mutmasslich daneben benommen hat. Vorgeworfen wird ihm unsportliches Verhalten im Spiel zwischen den Prison Leopards und seinem Team im President Stadium in Kabwe letzten Samstag.

Her Chileshe wird konkret vorgeworfen, das gegnerische Gehäuse vor Anpfiff zuerst mit einer unbekannten Flüssigkeit aus einer Trinkflasche besprüht und anschliessend auch noch an den rechten Torpfosten uriniert zu haben. Dieses Verhalten verstosse gegen die Werte des sambischen Fussballverbands, hielt dessen Vize-Generalsekretär Joseph Chimpampwe in einem Brief an den Forest Rangers FC fest. Chileshe ist bis auf weiteres supendiert, und das Ritual hat auch nichts genützt: das Spiel gewannen die Prison Leopards mit 2:0.

Für Charles Chileshe gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Allerdings leider auch der Videobeweis.

Was macht eigentlich…

Val der Ama am Dienstag den 20. Oktober 2020

… Adi Hütter?

Er trainiert selbstverständlich immer noch die Eintracht Frankfurt. Oder aber er spielt Quizspiele und das im ORF. Gestern Abend war er Gast bei Armin Assinger in der Promi-Millionenshow und wenn Sie jetzt auf den eben angebotenen Link klicken, dann sehen Sie, dass auch Freund und Assistent Peintinger mit dabei war.

Zwölf Runden lang ist alles gut gegangen, bis dann die Frage oben an die Reihe kam und Hütter bei 25’000 meinte: “Deswegen bevor ich da ein Risiko gehe, nehme ich die 25’000” und der Applaus war gross. Ah, und falls Sie hier und jetzt im Runden Leder mitquizzen wollen, dann los und danach für die richtige Antwort auf “weiter” klicken. Toi toi toi!

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Koronas Krise

Herr Winfried am Mittwoch den 22. Juli 2020

Mann von Bord: Ein Absteiger sucht seinen Besitzer.

Wo ist Dirk Hundsdörfer? Das fragen sich gerade einige Fans in Südpolen. Der deutsche Unternehmer ist Mehrheitsaktionär des polnischen Fussballvereins Korona Kielce. Doch darauf hat Hundsdörfer offenbar nicht mehr so grosse Lust. Kürzlich stieg das Team nach über 10 Jahren aus der obersten Liga des Landes, der Ekstraklasa, ab – und Hundsdörfer machte sich aus dem Staub. Der Stadtrat von Kielce, selbst mit 30 Prozent am Verein beteiligt, wollte vor wenigen Tagen mit Hundsdörfer an einer Sitzung gemeinsam die Zukunft besprechen.

Existenz von Korona infrage gestellt

Doch dazu kam es nicht, wie aus einem Schreiben aus Fankreisen hervorgeht. “Jetzt besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass Korona aufgrund von Ignoranz, Nachlässigkeit und eklatanten Lügen des Eigentümers und des Vorstands unter der Leitung von Krzysztof Zając nicht mehr existieren wird”, heisst es in der Mitteilung.

Hundsdörfers derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt. Zeugen werden gebeten, sich bei Korona Kielces Fanclub zu melden. Sehen Sie nun, wie der Mann zuletzt aussah.

Foto: Krzysztof Krogulec

Falls Sie Hinweise haben, lieber aber nicht direkt mit Korona in Verbindung treten möchten, dürfen Sie sich gerne an die Redaktion des Runden Leders wenden. Wir vermitteln dann – selbstverständlich unter Einhalten des Quellenschutzes – zwischen Ihnen und Kielce.

Muss Gary gehen?

Val der Ama am Donnerstag den 28. Mai 2020

Heute mal wieder Social Media-Schabernack.

Anfang Woche hatte er weniger gut lachen, der Gary Maley, Ersatztorwart beim schottischen Livingston FC. Ausgerechnet auf Twitter sollte darüber entschieden werden, ob der 37-Jährige beim Verein bleiben darf. Hier:

Alles nur Spass, wie sich eben ergeben hat. Und zwar war das so: Maley ist nicht nur Goalie, er arbeitet nebenbei bei einem Tiefbauunternehmen. Als er in das Tony-Marararoni-Stadion gerufen wurde, um sich ein Entwässerungsproblem anzugucken, traf er zufällig auf Assistenztrainer David Martindale. “Davie erwähnte meinen Vertrag und ich sagte: ‘Schau, gib ihn einem der Kinder, ich bin 37, ich bin fast fertig.” Martindale: “Wir werden ein bisschen Spass damit haben, wir werden über Twitter abstimmen”. Martindale rechnete mit ungefähr 500 Stimmabgaben und wollte jede Stimme mit einem Pfund würdigen und das Geld dann für einen guten Zweck spenden.

Aber Sie sehen es oben: So ca. 200’000 Leute haben abgestimmt, viele davon haben Maley offiziell bedauert und überhaupt sei so eine Aktion total daneben. Heute ist der Scherz allgemein erklärt, Maley und Martindale tun mit zwei gespendeten Monatsgehältern Busse und der Verein hat den Vertrag mit dem alten Goalie gestern um ein Jahr verlängert.