Archiv für die Kategorie ‘Der schwarze Kontinent’

Göttliche Eingebung

Briger am Montag den 7. Februar 2022

Janny Sikazwe, Fussballschiedsricher aus Sambia, erklärt sich.

Vor rund einem Monat hatte er als Spielleiter die Afrika-Cup-Partie zwischen Mali und Tunesien gleich zweimal zu früh abgepfiffen. Einmal nach rund 85 Minuten, und dann nochmals in der 89. Minute. Nun zurück in Sambia erklärte er, wieso es dazu kommen konnte.

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Fataler Fehlschuss

Briger am Montag den 24. Januar 2022

Kei Kamara verschiesst einen Elfmeter. Nicht gut für sein Zuhause.

Kei Kamara erhält Trost von Frau und Kindern. via sierraloaded.sl

Sierra Leone, die mit dem Goalie, unterlag im abschliessenden Gruppenspiel am Afrika-Cup Äquatorialguniea mit 0:1. In der 85. Minute hatte Kei Kamara von HIK Helsinki, ältere Leser kennen ihn als Spieler der Kansas City Wizzards, die grosse Chance auf den Ausgleich, doch er scheiterte aus 11 Metern. Sierre Leone blieb auf 2 Punkten sitzen und musste nach Hause fahren. Die Komoren profitierten und zogen dank des Abschlusssieges gegen Ghana ins Achtelfinale (heute gegen Kamerun) ein.

Das Haus des Stürmers in Freetown stand anschliessend unter Polizeischutz. “Ich kann bestätigen, dass die Polizei immer noch in Kei Kamaras Haus ist, um es vor verärgerten Jugendlichen zu schützen, die nicht glücklich darüber sind, dass er einen Elfmeter gegen Äquatorialguinea verschossen hat”, sagte der stellvertretende Medienchef der Polizei von Sierra Leone gegenüber BBC Sport Africa.
Die Polizei habe Hinweise bekommen, dass wütende Jugendliche das Haus angreifen wollten und sei noch vor Spielschluss zum Haus Kamaras gefahren.

Grund für das Handeln der Polizei war auch, dass das Haus von Umaru Bangura (Ex-FCZ, aktuell Xamax) im September 2019 mit Steinen beworfen wurde, nachdem er in der Nachspielzeit einen Penalty gegen Liberia verschoss, was das Aus in der WM-Qualifikation 2022 bedeutete.

Die Polizei fügte hinzu, dass Kamaras Haus “nicht beschädigt wurde” und die “Jugendlichen in der Gegend mit uns kooperieren”.

Die Komoren, die heute nun anstelle Sierra Leones auf Kamerun treffen haben derweil ein Torwartproblem. Stammkeeper Salim Ben Boina ist verletzt, die Ersatzkeeper Moyadh Ousseini und Ali Ahamada und fünf weitere Spiele wurden positiv auf das Corona-Virus getestet.

Möglicherweise mit Magie

Herr Winfried am Mittwoch den 19. Januar 2022

Gabun hat sich besonders gut auf das Spiel gegen Marokko vorbereitet.

Die Vorzeichen standen schlecht für Gabun. Anfang Woche wurde zuerst bekannt, dass die Mannschaft vor dem Turnier das Hotel in Yaoundé gewechselt hatte, weil ihr das zugewiesene nicht genügte. Dafür gab’s 20’000 Dollar Busse vom Kontinentalverband.

Dann musste Captain und Rekordtorschütze Pierre-Emerick Aubameyang wegen Herzproblemen vorzeitig abreisen. Also besann sich der Gabunische Verband vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Marokko auf überirdische Kräfte (siehe Bild).

Es brauche nicht nur den 12., sondern auch den 13. Mann, um im Turnier zu verbleiben. So oder ähnlich vermeldete es Gabuns Nationalteam in den sozialen Medien. Man kann das Bild deuten oder interpretieren wie man will – auf jeden Fall scheint das durchgeführte Ritual böse Geister vertreiben zu können. Gabun errang gegen Marokko ein 2:2-Unentschieden und steht damit im Achtelfinal.

Geht’s raus und schaut’s Fussball

Briger am Montag den 17. Januar 2022

Kameruns Regierung möchte vollere Stadien am laufenden Afrika-Cup

REUTERS/Mohamed Abd El Ghany

Abgesehen von den Spielen der kamerunischen Nationalmannschaft und einigen Ausnahmen befinden sich im seit einer Woche laufenden Afrika-Cup kaum Zuschauer in den Spielstätten ein. Die Regierung des Gastgeberlandes veröffentlichte am Samstag ein Communiqué, in der sie auf die Verkürzung der Arbeitszeiten hinwies:

Sur très hautes instructions de Monsieur le président de la République, le Premier ministre, chef du gouvernement, informe la communauté nationale que, pendant les jours de la tenue des rencontres de la CAN TOTAL ENERGIES 2021 – les activités scolaires et académiques se tiendront de 7h 30 à 13 h – les activités professionnelles s’étaleront de 7 h 30 à 14 h »

Diese Massnahme gilt für den öffentlichen Sektor ab Montag, 17. Januar und gilt bis Freitag, 4. Februar 2022. Normalerweise endet der Arbeitstag in Kamerun zwischen 15 und 17 Uhr. Die Arbeitnehmer sollen somit die 14:00 und 17:00 Uhr Spiele besser besuchen können.

Allerdings dürfte es weitere Probleme geben. Die Stadionkapazität wurde vom afrikanischen Verband auf 60% festgelegt, bei Spielen Kameruns 80%, die Zuschauer müssen geimpft – was gerade einmal 6% der Kameruner über 18 Jahre sind – und negativ getestet sein und die Ticketpreise. Das günstigste Ticket kostet rund 5 Franken, in einem Land, in dem 40% unter der Armutsgrenze leben und ein Drittel mit 2 Dollar am Tag auskommen muss viel Geld. Ab dem Viertelfinale kostet das günstigste Ticket dann 8 Franken und im Finale um die 11 Franken. Die Stadien dürften auch weiterhin nicht allzu voll sein.

Als die Namen kamen

Rrr am Mittwoch den 12. Januar 2022

Am Afrika-Cup stand gestern Ägypten im Einsatz.

Die Namen konnten Sie sich sicher merken, oder?

Die Ägypter verloren ihr Auftaktspiel gegen Nigeria übrigens mit 0:1.

Für Aufsehen sorgte auch das 0:0, das Sierra Leone den favorisierten Algeriern abtrotzte. Man of the Match war Sierra Leonas Torhüter Mohamed Kamara, der mit seinen unkonventionellen Paraden für beste Unterhaltung sorgte. Die Torhüter-Expert*innen unter Ihnen führen sich zu diesem Zweck diesen Videobeweis zu Gemüte.

Wenn Sie den Afrika Cup in geselligem Rahmen verfolgen möchten: Unser Lieblingscoiffeur Walter vom Barbershop im Breitenrain zeigt alle Spiele live. Ob er 90 Minuten braucht, um Ihnen eine neue Frisur zu verpassen, ist allerdings eine andere Frage.

Bröckelnde Bauten

Briger am Montag den 27. Dezember 2021

In wenigen Tagen startet der 33. Afrika Cup in Kamerun.

Im Land des vorletzten Gastgebers, Gabun, sind die Stadien knapp fünf Jahre nach dem Turnier in einem traurigen Zustand, aber sehen Sie selbst.

  • Es steht ein Baum im Tor

  • Eine Hütte!

  • Es steht ein Baum im Feld

  • Aschenbahn


Bilder via @VinesFoot

Zu den Stadien auf den Bildern gehört unter anderem das Stadion von Oyem, das während des Afrika-Cups 2017 genutzt wurde. Eine weitere Arena ist das Stade Omar Bongo, deren Bau kurz vor dem Turnier eingestellt wurde.
In Gabun ruht die nationale Meisterschaft wegen Covid-19 seit zwei Jahren.

Derweil laufen in Kamerun die letzten Vorbereitungen auf das Turnier vom 9. Januar bis 6. Februar. Aus der Schweiz sind folgende Spieler aufgeboten:

BSC YB: Nicolas Moumi Ngamaleu (Kamerun), Mohamed Ali Camara (Guinea)

Grasshopper: Eliseu Mendja Nadjack Soares Cassamá (Guinea Bissau)

FC Basel: Nasser Djiga (Burkina Faso)

FC Lugano: Mohamed El Amine Amoura (Algerien)

FC St. Gallen: Lawrence Ati Zigi (Ghana)

FC Sion: Mauro Rodrigues (Guniea Bissau), Geoffroy Serey Dié (Elfenbeinküste)

FC Zürich: Assan Ceesay (Gambia)

Neuchâtel Xamax: Dylan Tavares (Kapverden), Umaru Bangura (Sierra Leone)

Stade Lausanne Ouchy: Abdallah Ali Mohammed, Rafidine Abdullah (Komoren)

FC Dietikon: Pa Modu Jagne (Gambia)

Musah manipuliert

Briger am Montag den 4. Oktober 2021

Hashim Musas Geschichte beginnt im Juli.

Der Verteidiger des gahnaischen Clubs Inter Allies schoss damals zwei bemerkenswerte Eigentore.

Nach dem Spiel erklärte er sein “Missgeschick” folgendermassen. Er habe vor dem Spiel vernommen, dass es auffällige Wetten auf das Resultat 5:1 für Ashanti Gold gegeben habe. Er habe daraufhin, beim Stand von 5:0 für den Gegner, seinen Trainer gebeten, dass er, wenn er nun eingewechselt würde, die Wette zerstören werde. Gesagt getan, kaum eingewechselt stand es 6:0 und wenig später gar 7:0, also eindeutig nicht 5:1. Die Teamkollegen und der technische Staff hätten ihn nach dem Spiel gelobt, so Musah damals, er habe so gehandelt, weil er Wetten nicht dulde.

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Fussballer für Flora und Fauna

Briger am Montag den 27. September 2021

Naturnahe Neuigkeiten aus Norwegen und Paris.

Der aktuelle Meister Norwegens, Bodø/Glimt, plant ein neues Stadion, welches 2024 eröffnet werden soll. Es soll sich dabei um ein energieautarkes Stadion handeln, welches über einen Kunstrasen, versetzt mit Olivenkernen und Sand, verfügen soll. Zur Bewässerung wird Schnee gesammelt und geschmolzen, der Abfall wird recyclet und auch Sonnenkollektoren wird es geben. Zudem ist ein mit Gras bewachsenes Dach vorgesehen, welches dann von Wanderern begehen werden können soll. Im Untergeschoss werden eine Leichtathletikbahn, eine Handballhalle und eine E-Sport-Halle eingerichtet.

So soll es aussehen, das neue Stadion.
via: https://www.glimt.no/nyheter/velkommen-til-bodos-nye-storsute-copy

Doch dies sind längst nicht alle naturnahen Neuigkeiten, die uns an diesem Wochenende erreicht haben. Spieler von Paris St-Germain haben nämlich am vergangenen Freitag drei niedliche Berggorillas getauft. Dies geschah im Rahmen der Partnerschaft des Pariser Clubs mit Visit Rwanda und anlässlich des Weltgorillatags. Die drei kleinen Primaten hören von nun an auf die Namen Ingeri, Nshongore und Mudasumbwa. Dies alles soll das Bewusstsein für Berggorillas und ihren Schutz schärfen. Die letzte Zählung im Jahr 2016 ergab eine Population von 604 Gorillas im Virunga Volcanoes Massif National Park, der sich über Ruanda, Uganda und die Demokratische Republik Kongo erstreckt.

Wenn Sie jetzt noch keine Reise nach Ruanda gebucht haben, dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen.

Komischer Kleber

Rrr am Dienstag den 7. September 2021

Willkommen zu einer weiteren Folge unserer Serie “Aktenzeichen YB ungelöst”.

Heute beschäftigen wir uns mit einem mysteriösen Fall aus dem Sudan. Unser Afrika-Korrespondent Lars L kam vorletzten Freitag in der Hauptstadt Khartum vorbei und war gerade daran, ein Lager für die Nacht zu suchen. Da erblickte er diesen Kleber an einem parkierten Minibus.

Der Besitzer des Fahrzeugs liess sich vor Ort leider nicht ausfindig machen. Bemerkenswert ist immerhin, dass derselbe Kleber auch auf der anderen Seite des Wagens prangt.

Weitere Recherchen vor Ort verliefen im Sand. “Niemand im Sudan kennt YB”, sagte Herr Lars am Telefon. “ManUtd ist etwas bekannter.” Wir wende uns deshalb mit folgenden Fragen an Sie:

– Weiss jemand etwas Näheres über den mysteriösen Kleber (Grossaufnahme hier)?
– Ist jemandem eine (Fan-)Organisation namens YB Joker bekannt?
– Kennt jemand den Fahrer des Minibusses?

Ihre Beobachtungen melden Sie bitte in untenstehenden Kommentaren, am Telefon (031 189 81 898) oder per Mail an Dr. Rüdisühli. Diskretion ist zugesichert. Besten Dank für Ihre Mithilfe.

Stolze Hausbesitzer

Briger am Mittwoch den 30. Juni 2021

Nigerias Nationalspieler erhalten ein neues Zuhause.

Bild via premiumtimesng.com

Die Super-Adler gewannen kürzlich, also am 10. April 1994, den Final des Afrika Cups in Tunis mit 2:1 gegen Sambia. Präsident Muhammadu Buhari hat die Zuteilung von Häusern mit drei Schlafzimmern für die Fussballer genehmigt.

Sie befinden sich an verschiedenen Orten des Landes, da jeder Spieler seinen bevorzugten Standort wählt. Sechs Mitglieder der Mannschaft und drei des technischen Staff, darunter der Niederländer Clemens Westerhof und sein Assistent Jo Bonfrère, die die Mannschaft zum Sieg führten, hatten ihre Häuser bereits erhalten.

Mindestens drei Mitglieder der Mannschaft sind tot, darunter der ehemalige Kapitän Stephen Keshi – der Nigeria 2013 als Trainer der Super Eagles zu einem weiteren Titel führte. Was aus den anderen Spielern wurde, erfahren Sie hier.

Fatales Fallenlassen

Briger am Montag den 3. Mai 2021

Oder: Zeitschinden ist Glücksache.

Der Olympique Club de Khouribga ist drauf und dran beim Kawkab Athlétique Club de Marrakech mit 1:0 zu gewinnen. Ein letztes Mal wirft das Heimteam alles nach vorn. Der Torwart der Gäste fängt den hohen Ball ab, sinkt zu Boden und versucht noch ein paar Sekunden von der Uhr zu nehmen und wird dann von allen guten Geistern verlassen. Aber sehen Sie selbst.

Freude in Libyen

Briger am Montag den 1. März 2021

In Libyen darf wieder internationaler Fussball gespielt werden.

Delegation des CAF auf Inspektion in Libyen. Foto via bbc.com

Seit sieben Jahren ist es libyschen Teams, sowohl den Clubs als auch der Nationalmannschaft, untersagt, Spiele auf heimischem Boden auszutragen, da es die Sicherheitslage im Land nicht zulässt. Nun war aber eine Delegation des afrikanischen Verbandes (CAF) zu Besuch, um die Anlagen und die Sicherhietssituation zu inspizieren. Der Präsident des libyschen Verbandes, Abdulhakim Al-Shalmani, gab danach die frohe Botschaft an die Fans des libyschen Fussballs weiter. Eine weitere erfreuliche Nachricht für Libyens Fussballfans, denn erst am 25. Januar hat die Liga nach knapp zweijährigem Unterbruch erstmals wieder Spiele durchführen können.
Als erstes sollen Spiele im Benina-Märtyrer-Stadion in Benghasi, welches bis 2011 nach Hugo Chavez benannt war, stattfinden. Noch müssen einige Vorgaben erfüllt werden, ehe die offizielle Erlaubnis dann am 15. März, nach einem weiteren Besuch des Verbandes, eintreffen sollte. Bereits am 17. März sollte Al Ahly Benghasi im African Confederation Cup gegen Entente Setif aus Algerien spielen können. Ein Woche später soll dann das Länderspiel zwischen Libyen und Tunesien stattfinden.