Archiv für die Kategorie ‘Serie A’

Einmalige Elf

Rrr am Dienstag den 10. April 2018

Wie immer am Dienstag: Rundes Leder Psychotest!

Was sehen Sie auf diesem Foto?

– Ich sehe zehn Fussballer und einen Goalie.
– Ich sehe elf Fussballer.
– Im Publikum sitzt Walter. Wo ist Walter?
– Ich sehe zehn Zebras und einen Frosch.
– Ich sehe überall Probleme.
– Ich sehe die Startformation von Udinese gegen Lazio.
– Irgendetwas ist komisch, aber ich weiss nicht was.
– Die Spieler tragen elf verschiedene Trikots.

Wenn Sie sich mit zwei oder mehr Antworten identifizieren können, ist bei Ihnen alles in Ordnung. Ansonsten lassen Sie sich von Dr. Rüdisühli bis Saisonende krank schreiben.

Udinese trug übrigens elf verschiedene Trikots, die anschliessend zugunsten eines Fan-Projekts versteigert wurden. Details dazu finden Sie im Internet.

Grandiose Gewinne

Herr Shearer am Donnerstag den 29. März 2018

Wie jeden Donnerstag: aktuelle Anlagetipps vom Runden Leder!

Get rich or die trying. Auch heute zeigen wir Ihnen wieder anhand zweier Beispiele, wie Sie mühelos an den grossen Reibach kommen. Fangen wir mit kleineren Brötchen an. Die geschickt platzierte Sportwette ist immer wieder ein gutes Rezept, um aus einen kleinen Betrag einen grossen zu machen, sonst fragen Sie mal jemanden, der vor der Saison 2015/16 Geld auf Leicester als Meister gesetzt hatte. Mit ein bisschen Insiderwissen ist es natürlich noch einfacher, richtig abzuräumen. Das hat gerade der Grossvater von Lewis Cook bewiesen. Er setzte vor gut vier Jahren 500 Pfund darauf, dass sein Enkel, der damals noch für das Reserveteam von Leeds spielte, einmal für die Three Lions aufgeboten würde. Vorgestern im Testspiel gegen Italien (1:1) war dann Zahltag: in der 71. Minute verliess Jesse Lingard das Feld und machte Cook Platz, der damit auch zum ersten Nationalspieler von Bournemouth wurde. Gewinn für den Grossvati: 17’000 Pfund. Herzliche Gratulation! Das war übrigens der zweithöchste Auszahlungsbetrag für eine Wette dieser Art; der höchste damit erzielte Gewinn waren 125’000 Pfund, welche 2013 an den Grossvater von Harry Wilson überwiesen wurden. Bereits als sein Enkel erst eineinhalb Jahre alt war, erkannte er dessen Talent und setzte darauf, dass er für Wales auflaufen würde. Den Wetteinsatz erhielt er 2’500-fach zurück.

Ein fünf- oder sechsstelliger Betrag ist sicher nett, aber im Milliardengeschäft Fussball nur Köbizeugs. Unser zweite Tipp ist bei erfolgreichem Ausgehen deutlich lukrativer, allerdings auch mit einem gewissen juristischen Risiko behaftet, weil möglicherweise nicht ganz vollständig legal. Sie kennen ja alle die netten Mails aus Schwellenländern, in denen man Ihnen reiche Beteiligung an namenlosen Konten verspricht. Das Prinzip  funktioniert auch im schönsten Sport der Welt, wie Lazio Rom beweist. Wie hätte man auch Verdacht schöpfen sollen? Immerhin trug das Mail, mit dem man Lazio zur Nachzahlung von zwei Millionen Euro für den Transfer von Stefan de Vrij aufforderte, das Emblem von Feyenoord Rotterdam und sah absolut echt aus. Also sprach nichts dagegen, das Geld auf das angegebene Konto zu überweisen. Stutzig wurde man erst, als man erfuhr, dass der Betrag gar nie beim holländischen Klub angekommen sei. Immerhin konnte der Geldfluss  ausfindig gemacht werden, er führte zu einem Konto bei einer holländischen Bank. Die Juristen von Lazio versuchen jetzt natürlich, den Betrag wieder zurückzuholen und die Trickser der Justiz zuzuführen. Sie sehen – möglicherweise muss die Methode noch etwas verfeinert werden. Wir empfehlen für solche Geschäfte wie immer die Nutzung eines diskreten Kontos in Panama oder einem anderen einschlägigen Land mit investitionsfreundlichem Klima. Viel Glück!

Fotos: skysport / daily star

Tolles Titelrennen

Rrr am Samstag den 17. März 2018

Serie A, kompakt.

Sie haben den bisherigen Saisonverlauf nicht mehr im Kopf? Kein Problem, für das gibt es diese schöne animierte Grafik.

View post on imgur.com

Unser Redakteur Herr Maldini starrt schon seit zwei Stunden auf den Bildschirm. “Einfach wunderschön.” Auch Herr der Ama findet es sehr entspannend. Herr Harvest, dieser Fuchs, hat herausgefunden, dass das Erlebnis noch viel intensiver wird, wenn man hier drauf klickt.

Herr Rrr vermutet, dass es mit einer Mikrodosis LSD sogar noch besser ist. Herr Briger bedauert, dass es nur 2-D ist, aber Herr Shearer findet: “Tolle Sache! So vergeht die Zeit bis zum Anpfiff von FCZ-YB wie im Flug.”

Pieros Problem

Herr Shearer am Donnerstag den 21. Dezember 2017

Ein grosses Übel des Internet-Zeitalters: falsche Identitäten. Heute lernen Sie Jack O’Melly kennen.

Jack O’Melly seinerseits hat in den letzten Tagen die Lazio-Fans kennengelernt, und das war sicher keine sehr angenehme Erfahrung. Das liegt weniger daran, dass Herr O’Melly eine Bar betreibt, sondern damit, dass er auch noch als Schiedsrichter in der italienischen Serie A amtet. Vor allem aber damit, dass er unter seinem richtigen Namen Piero Giacomelli neulich den Match zwischen Lazio und Torino (ver)pfiff. Er schickte nicht nur Lazio-Stürmer Ciro Immobile nach der Hälfte der Partie überhart per roter Karte unter die Dusche, sondern unterschlug den Laziali auch noch einen klaren Penalty. Torino gewann im Stadio Olimpico mit 3:1.

Zuviel für die heissblütigen Tifosi aus Rom. Die überhäuften die Tripadvisor-Seite der Bar Giacomellis nicht nur mit Verrissen, sondern fanden eben auch noch die Facebook-Seite von diesem Jack O’Melly und konnten nachweisen, wer eigentlich hinter diesem Pseudonym steckt. Denn auf der fraglichen Seite wird sofort klar, für welchen Klub das Herz des Betreibers schlägt: auf dem Titelbild prangt Totti, dahinter ist in der Unschärfe Giacomelli zu erkennen. Kein Wunder, rauchen die Lazio-Fans nun vor Wut.

Seither hat der Referee spielfrei und zünftig Ärger mit dem Fussballverband. Der verbietet es den Unparteiischen ausdrücklich, sich unter falschem Namen in sozialen Medien herumzutreiben und dort sportlich Partei zu ergreifen. Damit nicht genug – nun folgt auch noch eine Sammelklage gegen Giacomelli und Marco Di Bello, den Video-Assistenten im fraglichen Spiel. Die Anwaltskanzlei Previti vertritt mehrere Lazio-Fans, die sich auf ihr Recht berufen wollen, ihre sportliche Leidenschaft ohne Beeinträchtigung durch illegale Tätigkeiten von Offiziellen ausleben zu dürfen.

Sehen Sie, genau wegen solchen Leuten ist es strikt verboten, die Beiträge in diesem Fachforum unter falschen Namen zu kommentieren.

Fotos: Alfredo Falcone (LaPresse) / iltempo.it

Io credo risorgerò

Harvest am Mittwoch den 6. Dezember 2017

Zum Fussball ins nahe Venetien.

Herr Harvest besuchte für Sie das Spiel Hellas Verona – FC Bologna.

Anreise

Verona erreichen Sie bequem mit der Bahn in etwa 5h 30min. Nach knapp drei Stunden sind Sie ab Bern bereits in Mailand, wo Sie umsteigen und nach weiteren 75min im Hauptbahnhof “Verona Porta Nuova” einfahren. Die Züge aus der Schweiz sind normalerweise pünktlich in Mailand, wenn Sie allerdings einen Regionalzug ab Domodossola besteigen (weil der Schnellzug mal wieder ausgebucht ist oder aus schierer Geldnot), rechnen Sie genügend Umsteigezeit mit ein.

Stadt

Die Etsch (italienisch “Adige” und damit Namensgeber für das Alto Adige, auf deutsch “Südtirol”) umfliesst die Altstadt in einer Weise, die Bernern ein leises Heimatgefühl bescheren wird, nur ohne die unseligen Höhenunterschiede. In der Altstadt finden sich einige schöne, alte Gebäude und wenn man sich von der überlaufenen und kaum von anderen Städten unterscheidbaren Hauptgasse mit den grossen Modeketten entfernt, entfaltet sie auch ihren Charme.
Hauptattraktionen sind die Arena und Julias Balkon. Vor der Arena können Sie lustige Fotos mit als Gladiatoren verkleideten Menschen schiessen und in ihr grossartige und stimmungsvolle Konzerte besuchen. Im Sommer verschreibt sie sich für mehrere Wochen der Oper, dessen Besuch ein besonders schönes Erlebnis sein soll. Julias Balkon (wer die Geschichte nicht kennt, kann sie hier nachlesen) soll gemäss Vermarktung ein außergewöhnlich romantischer Ort sein. In Tat und Wahrheit allerdings entpuppt sich der Innenhof unter dem Balkon als überfüllter Touristenkäfig, in dem die Menschen eine lange Schlange bilden, um einer Statue an die Brust zu fassen. Weiterer romantischer Höhepunkt sind die vielen Liebesbotschaften, die mit gebrauchten Kaugummis an die Wand geklebt werden.

Club

Hellas Verona ist neben Chievo Verona einer von zwei Clubs aus Verona, die in der Serie A spielen (zwei Clubs gibt es auch in Genua, Turin, Mailand und Rom). Gegründet wurde er 1903 und seinen grössten Erfolg feierte er 1985 mit dem Meistertitel. Danach fiel er allerdings bis in die Serie C und stieg erst 2011 wieder in die zweithöchste Spielklasse auf. Seit 2013 spielt Hellas wieder in der Serie A.
Neben bekannten Spielern wie Valon Behrami und Mario Frick spielten auch unbekanntere wie Javier Saviola, Luca Toni, Filippo Inzaghi oder Thomas Berthold für den Verein.

Stadion

Das “Stadio Marcantonio Bentegodi” fasst knapp 40’000 Zuschauer und dient sowohl Hellas als auch Chievo als Heimstätte. Die Nähe zum Bahnhof und zur Altstadt macht es gut zu Fuss erreichbar. Für das Ticket gibt es drei verschiedene Preiskategorien, abgestuft nach Attraktivität des Gegners. Einlass wird Ihnen (wie überall in Italien) nur gewährt, wenn Sie einen gültigen, mit Foto bestückten Ausweis zur Hand haben. Herr Harvest zahlte 23 Euro, die weibliche Begleitung nur 15. Die sexistische Preisgestaltung ermöglicht es dem Club dafür, auf Mittel wie “Ladies Nights” zu verzichten. Die Tickets ermöglichten den Zutritt zum höchstgelegensten Sektor am Seitenrand des Spielfelds. Mit dieser Distanz störte dann auch die Leichtathletikbahn nicht weiter.

  • Auf dem Weg zum Stadion

  • Vor dem Stadion gibt es tolle Fanartikel aus China...

  • ...und diverse Essensstände

  • Herr Harvest trinkt Bier und isst Pommes für 5 Euro

  • Stadion zur Linken (oben Bologna Fans)

  • Stadion in der Mitte

  • Stadion zur Rechten (oben Hellas Fans)

  • Verpflegungsstand im Stadion

  • In der Pause wird auf der Bande diversen Leuten gratuliert

  • Herr Harvest geniesst das Spiel im kalten Verona

  • Spiel zu Ende

  • Weit und breit keine Bologneser, doch die Polizei sperrt die Strasse und alle drängen sich durch ein kleines Schlupfloch

Verpflegung

Im Stadion ist die Verpflegung eher dürftig (immerhin Vin brulé und Snacks), dafür können Sie sich vor dem Spiel an einem der vielen Stände den Bauch voll schlagen. Herr Harvest begnügte sich mit einer Portion Pommes Frites und einem Birra Moretti (4dl, zusammen 5 Euro). Je nach Lust und Laune finden Sie aber auch Essen mit toten Tieren und die üblichen Biere von noch grösseren Brauereien.

Spiel

Das Niveau des Spiels verlangte Herrn Harvest keine grosse Anpassung ab, was aufgrund der Ausgangslage (beide Teams verloren die letzten vier Spiele) auch nicht zu erwarten war. Bei der Durchsage der Mannschaftsaufstellungen wurden der Trainer und etwas weniger intensiv die Nummer 93 von Hellas schamlos ausgebuht. Bereits nach dreieinhalb Minuten und zwei haarsträubenden Fehlern wurde klar, wieso auch der linke Aussenverteidiger (93) nicht allzu viele Sympathien geniesst. Die rosa Gazzetta wird am nächsten Tag schreiben, dass Fares (93) zwar das 1-0 mit einer schönen Flanke assistierte, doch 26 Fehlpässe spielte.
Hellas geht zweimal in Führung (1-0 und 2-1), verliert dann aber trotzdem mit 2-3. Am Ende schlugen zwei Bologneser die Zeit dann noch mit Krämpfen tot, um das Spiel nicht noch aus den Händen zu geben. Das Spiel war vom Niveau her vergleichbar mit den letzten beiden Partien zwischen GC und Lugano, doch um Weiten unterhaltsamer. Bemerkenswert war auch ein Unterbruch von etwa zwei Minuten, weil niemand bereit war das heruntergefallene Fähnchen wieder auf den Pfosten beim Ecken zu stülpen.

Fazit

Ein Spielbesuch in Verona lohnt sich allemal. Vor allem, wenn vorher und/oder nachher noch Zeit für die Besichtigung der Stadt bleibt. Auch das Stadion bietet viel mehr als nur Fussball, so erfreute sich die Begleitung von Herrn Harvest deutlich mehr an den Felsenschwalben, die im Stadion brüten oder zumindest den Winter dort verbringen.

Neulich an der Säbener Straße

Rrr am Montag den 2. Oktober 2017

Das historische Bild zum Wochenstart.

Heute: München, 1999: Der Bayern-Spieler Willy Sagnol (2.v.r.) posiert mit einem jungen Besucher aus der Schweiz.

Was seither geschah: Der Gast aus Bern, damals 12 Jahre alt, ist heute Fachredaktor für Fussball am Fachblog “Zum Runden Leder”. Herr Maldini ist beliebt bei jung und alt, Greis und Kleinkind, Frau und Mann!

Was aus Willy Sagnol wurde, wissen wir leider nicht. Vermutlich schenkt er heute Pastis aus, irgendwo im Périgord. Viel mehr interessieren würde uns sowieso, was der Herr rechts im Bildhintergrund heute so treibt. Immer noch Parkplatzwart? Oder Brezelbäcker auf der Wiesn? Einflüsterer von Kalle Rummenigge? Hm. Da müssten wir recherchieren.

E Hyylgschicht!

Briger am Montag den 18. September 2017

Gestern Abend verlor Genoa gegen Lazio mit 2:3. Doppeltorschütze war der 16 Jahre und 184 Tage alte Pietro Pellegri.

Durch seine Dublette ist er der jüngste Doppeltorschütze in der Geschichte des italienischen Profifussballs. Sein Vater Marco, ist ebenfalls beim Genoa Cricket and Football Club beschäftigt, als Team Manager. Gestern nun liess er seinen Emotionen freien Lauf. Sehen Sie selbst ab 02:30.

Und jetzt gehen Sie tief in sich und überlegen sich, was Sie als 16-Jähriger so gemacht haben.

Tutto bene, tutto bene, Bene Howedes

Val der Ama am Donnerstag den 7. September 2017

Wir wissen, was Sie heute so vor sich hin summen.

Aber zuerst die Geschichte. Der da oben auf dem Bild, das ist der Fussballweltmeister Benedikt Höwedes. Eben war er noch Kapitän bei Schalke, während der Sommerpause wurde er dann aber vom neuen Trainer Domenico Tedesco abgesetzt und also der Wechsel zur Alten Dame. Tedesco kommentierte den Transfer neulich ziemlich emotionslos: “Reisende soll man nicht aufhalten.” Die Schalke-Fans sehen das ganz anders.

Die Rochade kostet 3,5 Millionen Euro Leihgebühr. Bei mindestens 25 Einsätzen würde Höwedes zum festen Neuzugang und die Turiner müssten weitere 13 Millionen Euro überweisen. Eine Stammplatz-Garantie hat Höwedes bei Juve allerdings nicht: An den Innenverteidigern Giorgio Chiellini und Daniele Rugani führt im Normalfall kein Weg vorbei – und selbst wenn, werden neben Höwedes auch Andrea Barzagli und Medhi Benatia Ansprüche erheben.

Aber egal, in Turin freut man sich und zwar zum Beispiel so:

Der Barde nennt sich übrigens Leomina und hat als solcher mittlerweile fast alle Juve-Spieler besungen. Besonders hörenswert: “hi hi hi higuain”
(Foto: www.juventus.com/)

Minimalistische Meistersaison 

Rrr am Montag den 4. September 2017

Das historische Bild zum Wochenstart. 

Mai 1994: Meisterfeier mit Franco Baresi und Paolo Maldini. 

Für den Titel reichten Milan 36 Tore in 34 Spielen. Denn die Abwehr mit Baresi und Maldini liess in der ganzen Saison nur 15 Gegentore zu. 

Costa kostet viele Cents

Herr Maldini am Freitag den 14. Juli 2017

Douglas Costa de Souza freut sich sehr.

Heutzutage funktioniert es ja so: Die zumeist reichen Clubs kaufen wahllos Spieler zusammen, um dann zu merken, dass der eine oder andere gar nicht gebraucht wird. Anschliessend werden sie ausgeliehen oder verkauft. François Affolter ergeht es gerade so, oder auch Douglas Costa. 

Letzterer spielt ab der kommenden Saison bei Juventus Turin, das ist der berühmte Club mit dem schönen neuen Logo. Er sei darüber “sehr erfreut”, sagte der Brasilianer, selbiges meinte er vermutlich auch bei seinem Wechsel zu Bayern München und als er ein paar Jahre zuvor in Donezk vorgestellt worden war. Item, Juve widmete seinem Neuzugang ein Video, ganz so, wie es sich gehört:

Vorerst spielt Costa leihweise für ein Jahr in Turin, sechs Millionen Euro kostet das die Italiener. Sollten sie ihn definitiv übernehmen, würden weitere 40 Millionen Euro fällig. Bayern hatte vor zwei Jahren 23 Millionen Euro bezahlt. Diese Preissteigerung ist nicht schlecht für einen Ergänzungsspieler: In der abgelaufenen Spielzeit war  Costa lediglich in 23 Ligapartien zum Einsatz gekommen. Er wäre trotzdem der teuerste Abgang in der Geschichte der Bayern.

Geschwinder auf Tinder

Herr Maldini am Freitag den 12. Mai 2017

Als führender Fussballblog in den beinahe unendlichen Weiten des Internets erachtet es das Runde Leder als Pflicht, Sie über die neusten digitalen Errungenschaften zu unterrichten.

Sie alle kennen Tinder, vermutlich lernten Sie ihren Mann, ihre Partnerin oder das Jogginggspändli dort kennen. Mit etwas Glück machen Sie dort auch bald Bekanntschaft mit Arkadiusz Milik.

Sie kennen Arkadiusz Milik nicht? Milik ist Stürmer beim SSC Neapel und in der polnischen Nationalmannschaft. Wenn er denn spielt. Das tat er zuletzt nämlich nicht oft, der 23-Jährige erlitt Ende 2016 einen Kreuzbandriss. Was das alles mit Tinder zu tun hat? Es funktioniert so:

Sie stellen die App, die Sie ja längst auf ihr Mobiltelefon gedownloaded haben so ein, dass ihnen auch männliche Individuen angezeigt werden (falls das nicht schon der Fall ist). Jetzt swipen Sie alle ihnen angezeigten Tinderer nach links, bis Milik erscheint. Jetzt ganz wichtig: Den Polen swipen sie nach rechts! Danach senden Sie ihm eine nette Grussbotschaft, und wenn Sie supernett sind, werden Sie mit etwas Glück ausgewählt und können Milik persönlich meeten.

Mit dieser Aktion soll Milik willkommen zurück geheissen werden. Nebenbei dient sie natürlich auch ein klein wenig dem Marketing. “Ich bin wirklich stolz, ein Teil dieser einzigartigen und innovativen Tinder-Initiative zu sein”, sagte der Fussballer auf Anfrage des Runden Leders. “Die Fans haben mich sehr herzlich aufgenommen. Und es ist toll, direkt mit ihnen interagieren zu können. Technologie bringt Menschen zusammen, genau wie der Sport und das Runde Leder. Ich freue mich auf dieses neue Abenteuer.”

“Wir freuen uns, Arek Milik und den SSC Neapel zu unterstützen. Tinder ist zuallererst eine Plattform, um neue Menschen kennenzulernen. Wir freuen uns darauf, Fans mit ihrem Lieblingsspieler zu vernetzen”, sagte wiederum David Wyler, der Vice President of Partnerships bei Tinder. Kein Fussballclub weltweit ist je zuvor eine Partnerschaft mit Tinder eingegangen – es handelt sich also um eine Premiere. 

Ein weiterer Grund, weshalb Milik und der SCC Neapel die Tinder-Aktion bitternötig haben: Sie verpassten es bislang, sich auf Dugout mit ihren Fans zu connecten.

Der ewige Totti

Rrr am Mittwoch den 29. März 2017

Was taten Sie am Sonntag, 28. März 1993?

Herr Rrr weiss es noch genau: “YB hatte an jenem Wochenende spielfrei, keine Ahnung wieso. Ein paar Tage zuvor hatten sie auf dem Brügglifeld 0:2 verloren. Am Sonntag Nachmittag ging ich in den Dählhölzliwald kiffen, gegen 18 Uhr kam ich nach Hause. Ich öffnete ein Dosenbier, zündete eine Camel Mild an und stellte den Fernseher an. 90º Minuto auf RAIUNO, das war damals die ultimative Fussballsendung. Und eben, da tauchte er zum ersten Mal auf. Francesco Totti. Der fiel mir sofort auf.

Die Roma siegte 2:0 in Brescia dank Toren von Caniggia und Mihajlovic, Totti gab sein Debüt mit 16 Jahren.

Und er spielt immer noch für die Roma. Diese Saison kam er in 20 Pflichtspielen zum Einsatz. Ein Drittel aller Serie-A-Spieler war noch nicht einmal geboren, als Totti erstmals auflief, habe ich irgendwo gelesen.

Am Abend ging ich dann in den Araber und ass ein Etli Ispanak. Aarau wurde übrigens später Meister mit Trainer Fringer. YB beendete die Saison als Zweiter.”