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Ruandische Rauchtöpfe

Herr Winfried am Mittwoch den 25. Dezember 2019

Am heutigen Weihnachtstag unternehmen wir wieder einmal einen Ausflug in die Ferne.

Es ist der «Classique» Ruandas. Wenn in der Hauptstadt Kigali der APR FC (Armée Patriotique Rwandaise Football Club) und Rayon Sports aufeinander treffen, dann steht das Land still. Schon Stunden vor dem Spiel sind Kigalis Strassen verstopft, man kommt kaum mehr vorwärts. Am vergangenen Samstag war es wieder so weit. Und auch sportlich präsentierte sich die Ausgangslage brisant: Erster (APR) gegen Zweiter (Rayon Sports).

Das Stade Régional de Nyamirambo, eigentlich die Heimstätte des APR FC, war der Liga offenbar zu klein. Das Derby fand wegen des grossen Andrangs im Nationalstadion Amahoro statt. Kapazität laut Wikipedia: 15’000 bis 30’000 Plätze.

Per Zufall konnte die vor Ort tätige Schweizer Ärztin Frau Dr. Squirrel Eintrittskarten für das Spiel der Spiele ergattern. Im Gespräch mit der RL-Redaktion berichtet sie von dem berauschenden Erlebnis.

«Die Tickets hatten wir über einen Gartenzaun gekauft. Für umgerechnet 11 Franken durften wir auf den VIP-Plätzen sitzen. VIP bedeutet hier schlicht, dass die Sitzplätze überdacht sind. Verpflegung gab es quasi keine. Aus der Ferne beobachteten wir einen Mann, der Bier und Wasser verkaufte. Aber es wäre uns niemals möglich gewesen, bis zu ihm zu gelangen. Zu viele Leute! Also assen und tranken wir halt nichts. Wir waren übrigens fast die einzigen Frauen im Stadion. Das Verhältnis Männer-Frauen war wohl bei 50:1.»

Und jetzt zum Spiel. Wie war es denn?

«Ich bin ja keine Sportjournalistin, aber das Spiel war hervorragend. Zuerst kamen die Pässe und Flanken nicht an, dann wurde es immer besser. APR führte zur Pause 1:0, in der zweiten Halbzeit erzielten sie zuerst einen Abseitstreffer, ehe sie regulär auf 2:0 erhöhten. Trotz einer Roten Karte schien mir APR klar überlegen. Nach dem Spiel stürmten ganz viele Menschen das Spielfeld.»

Pyros gab es auch. Das schien aber niemanden zu stören. Sehen Sie unten selbst!

Foto und Video: Frau Dr. Squirrel

Anderswo kriegt man dafür Rayonverbot.

Mehr Bildmaterial entnehmen Sie gerne der Berichterstattung unserer Kollegen von Kigali Today.

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10 Kommentare zu “Ruandische Rauchtöpfe”

  1. Lars: L sagt:

    Erneut ein Hammer-Beitrag. Erst Tansania, nun Ruanda. Vielleicht könnten Sie ja mal was aus Kenia berichten?

  2. dres sagt:

    Herrn Winfrieds wunderbarster Weihnachtsbeitrag. Merci tuusig und weiterhin frohes Fasten ähm Feiern natürlich…

  3. Briger sagt:

    Bravo, Herr Winfried.

    Sie können mir gerne was schreiben Hinweise geben, Herr Lars.

  4. Lars: L sagt:

    Machen Sie mal was zu Marathon, Herr Briger…

    Eliud!!!

  5. Rrr sagt:

    Aus der Ferne beobachteten wir einen Mann, der Bier und Wasser verkaufte.

    Herr Rrr und Herr Shearer lassen nachfragen, wie teuer der Becher Wasser war.

  6. Shearer sagt:

    Also ohne Kohlensäure weil sonst stösst es uns auf.

    Ansonsten: Zen-za-zioneller Beitrag, Herr Winfried und Frau Squirrel!!!

  7. Briger sagt:

    Kann ich, Herr Lars. Aber dann reklamiert der gRrrose MeisteRrr.

  8. Rrr sagt:

    Traurige Weihnachten! Herr Winfried zügelt das Steak ab.

  9. dres sagt:

    Und der junge Mann hat es verdient. Es gibt nichts Schöneres, als mit einem Glas Ksara rosé unter dem Weihnachtsbaum zu liegen und von Afrika oder Adelboden zu träumen.

  10. Alleswisser sagt:

    Hochverdient

    bravo und danke!