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Jauch zahlt den Rauch – Teil 1

Herr Maldini am Mittwoch den 20. Mai 2015

HerrEriksson

 

Wenns zu einem längeren Aufenthalt in der obersten Liga reichen soll, dann braucht es jemanden, der den ganzen Spass bezahlen will. Herr Eriksson hat deshalb die Sponsorentaktik des Schwedischen Fussballs untersucht.

DSC_2000Früher, als der Jauch noch was zu sagen hatte bei YB, da wurden Aufkleber mit dem “Anti-Jauch” verteilt, die Ostkurve johlte “Jauch muss weg!” und auf den Tifos stand “Jauch zahlt den Rauch”, wenn die vorsichtig reingeschmuggelten Pyros abgebrannt wurden. Dies lässt mich ungezwungen die Frage stellen: Wenn der Jauch den Rauch bezahlt, wer bezahlt dann den Rest?

In Schweden heisst die oberste Fussballiga der Männer Allsvenskan, die der Frauen Damallsvenskan. Bei den Männern sind es 16 Vereine, die um den Titel spielen, bei den Frauen deren 12. Um die Recherchen in einem angemessenen Rahmen zu halten, verbleibe ich im Stockholmsgebiet, wo die folgenden Vereine aktiv sind:
Skärmavbild
Die Recherchen zeigen eindeutig, wie die Sponsoren zu den Vereinen passen: AIK ist bekannt als der Verein mit den pöbelwütigsten Fans, der “Black Army”. AIK ist im Norden von Stockholm stationiert, in einem Vorort namens Solna. AIK hat Schwedens grösstes Stadion, die Friends Arena (hätte eigentlich Swedbank Arena heissen sollen, aber die Banker bekamen kalte Füsse). AIK hat Åbro, eine Bierbrauerei (ähnlich wie Cardinal, so quasi. Feldschlösschen wäre dann Spendrups), als Hauptsponsor. “Natürlich passt das zum Vereinsbild,” erklärt ein Fan, der anonym bleiben möchte, aber auf den Namen Arwid hört, “AIK hat die Schreihälse und das Bier. Passt wie die Hand in den Handschuh.” Arwid arbeitet mit Finanzforschung, erklärt er mir, als ich ihn in der Pizzeria antreffe. Arwid mag laut eigener Aussage Bier, Pizza und Fussball. Herr Eriksson kann bestätigen, dass AIK die Schreihälse hat, sowohl im Männer- wie im Frauenfussball. Und dass Arwid Bier mag, stimmt auch. Sehr sogar.

Djurgården ist ursprünglich jenes Gebiet in Stockholm, wo der König sein privates Jagdgebiet hatte. Fans findet man in allen Ecken und Winkel der Stadt, aber hauptsächlich unter den reichen Plebejern – der frühere Staatsminister (≈Präsident) Schwedens, der CEO von H&M sowie Schwedens einziger Astronaut lassen sich ab und zu in der VIP-Loge blicken. Djurgården hat ein Finanzberatungsinstitut als Haupsponsor, und der anonyme Arwid findet dazu folgendes: “Wer die reichen als Fans haben will, kann ja nicht ein Bier auf dem Leibchen tragen. Letzte Saison hatten sie Kaffeknappen als Sponsor, wo es guten Espresso und teuren Latte Macchiato gibt. Prioritet Finans passt aber besser.” Warum? “Darum geht es hier doch nicht”, meint Arwid und widmet sich wieder dem Bier.

Hammarby aber, der Verein, der in den Hoods von Herrn Eriksson zu Hause Ohne Titelist, hat verschiedene Sponsoren – bei den Männern sponsert der Dachdecker LW, bei den Frauen sind es drei Firmen, die auf der Vorderseite des Trikots stehen wollen: Elektro-, Bau- und Fitnessgewerbe buhlen um die Gunst der Zuschauer. Wie kommentiert der Arwid dies? “Die Männer haben einen Dachschaden, und die Frauen sind topfit und elektrisch geladen”, lallt er zum Schluss.

Herr Maldini distanziert sich ausdrücklich von den Recherchearbeiten des Schwedenkorrespondenten.

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6 Kommentare zu “Jauch zahlt den Rauch – Teil 1”

  1. Max Power sagt:

    Ich glaube, unser Leben ist heute so schön, weil wir es geschafft haben, zu warten.

    Sagen wir uns als YB-Fans doch auch.

    Sehr schöne Herr Lich.

    Herr Maldini, wiedo steht nach Åbro bei den Frauen “immer noch”? Steht es denen nicht zu von einer Brauerei gesponsert zu werden? Finden Sie der Frauenfussball sollte nicht von Bier finanziert werden? Haben Sie etwas gegen Frauenfussball? Wieso ist Ihr Text so Frauenfeindlich? Fragen über Fragen.

  2. Harvest sagt:

    Herr Power, haben Sie schlecht geschlafen? Versuchen Sie Ihre Gynäkophobie zu kaschieren?

  3. Herr Maldini (C) sagt:

    Vielleicht haben Sie es schon bemerkt, Herr Power, aber den Text habe ich nicht selber geschrieben, das war Herr Eriksson.

    Item, “Immer noch” steht dort, weil bei den Herren ein paar Zeilen weiter oben bereits das gleiche steht.

  4. Rrr sagt:

    Seit wann lesen Sie die Beiträge, Herr Power?

  5. Val der Ama sagt:

    Tami, die haben Bier im Stadion, dort in Schweden.

  6. Briger sagt:

    Ach was, Herr der Ama. Oben steht klar das Zeug sei wie Cardinal. Cardinal gehört zu Feldschlösschen und Feldschlösschen gehört Carlsberg. Also haben die auch kein Bier im Stadion, dort in Schweden.