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Griechischer Salat

Frau B am Samstag den 31. Juli 2010

«Machst Du uns einen Griechischen Salat zum Abendessen?», bat ich Herrn Pelocorto am letzten Sonntag kurz vor sechs Uhr. Bei uns ist es gewöhnlich so, dass ich während der Woche koche und er am Wochenende. Herr Pelocorto schnitt eine Grimasse: «Soso, ich muss Salat rüsten, während Du auf dem Sofa liegst und Tour de France guckst.» Ich sagte nichts und konzentrierte mich auf das Geschehen auf der Champs-Élysées, das doch noch spannend wurde, nachdem die Velofahrer mit Champagnerkelchen in den Händen Richtung Paris gebummelt waren. «Also gut», brummte Herr Pelocorto und schlich Richtung Küche davon.

Griechischer Salat

«Was war jetzt eigentlich so schlimm am Griechischen Salat, der schmeckt ja super!», wollte ich von ihm wissen, als wir später beim Nachtessen sassen. Ich war zufrieden, denn mein Lieblingsfahrer hatte gerade die letzte Etappe gewonnen. «Natürlich schmeckt er super. Wenn ich etwas nicht gern mache, heisst das ja noch lange nicht, dass ich es nicht kann!», entgegnete Herr Pelocorto leicht gereizt. «Wenn Du nicht so kleine Würfel schneiden würdest, wärst Du auch schneller fertig», erklärte ich, «bei den Griechen sind die Stücke mindestens viermal grösser als bei Dir. Ausserdem ist das rüstungstechnisch ein sehr freundlicher Salat, da muss man ja nur eine Gurke schälen und entkernen. Alles andere musst Du ja nur waschen und kleinschneiden. Ich verstehe wirklich nicht, was daran so schlimm sein soll. — Warte nur, das nächste Mal wünsche ich Kopfsalat und kaufe einen, der voll ist mit Erde, Schnecken und Läusen», grinste ich. «Der fliegt gleich auf den Kompost», erwiderte Herr Pelocorto, und: «Salat rüsten ist einfach eine grauenhafte Arbeit, Punkt.»

Wir assen den wunderbarsten Griechischen Salat, den man sich vorstellen kann. Ich beschrieb Herrn Pelocorto detailliert den Schlusssprint der letzten Tour-de-France-Etappe, vermochte ihn aber nicht so recht zu begeistern. Ihn beschäftigte etwas anderes: «Ach, eigentlich hat es überhaupt nichts mit dem Salat zu tun. Ich hasse es einfach, wenn der GC gegen den FCZ verliert. Wir machen das Spiel, nutzen aber unsere Chancen nicht, und der FCZ macht aus zwei Angriffen zwei Tore. Wir sind einfach zu naiv.»

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12 Kommentare zu “Griechischer Salat”

  1. Rrr sagt:

    Hi hi, Frau B.

    * überleg *

    So ein Derby zu verlieren ist aber vermutlich schon brutal. Zum Glück ist mir das seit April 2005 nicht mehr passiert.

  2. Baresi sagt:

    Hi hi, Frau B.

    * überleg *

    So ein Derby zu verlieren ist aber vermutlich schon brutal. Zum Glück ist mir das seit Mai 2006 nicht mehr passiert.

  3. tinel grantig sagt:

    macht aus zwei Angriffen zwei Tore
    don’t feed the troll!
    buon giorno.

  4. imi sagt:

    Griechischer Salat ist ja noch ok, aber griechischer Fussball nicht. Guten Morgen und Gratulation Frau Pipistrella. Sollen Ihre Fussballwünsche alle in Erfüllung gehen….

  5. Natischer sagt:

    Tour-de-France […] vermochte ihn aber nicht so recht zu begeistern

    Kenn ich. Geht mir schon seit Jahren so.

    Wolkenlos, 20°, Frühstück im Garten. Jetzt müsste nur noch YB butzen hina.
    Buon giorno zämu.

  6. Baresi sagt:

    Herr Pelocorto und Frau B sind hundertmal besser als Schreiber vs. Schneider. Meine Meinung.

  7. Lars: L sagt:

    Maxword, Herr Baresi!

  8. JimBobIII sagt:

    Guten Morgen allerseits. Ich bin gegen Griechen aus Saloniki, mag aber den Salat.

  9. Val derAma sagt:

    Guten Morgen. Ich mag sogar Retsina.

  10. Bäne II sagt:

    GC ist naiv? Kommt mir irgendwie bekannt vor………und macht diese Heugümper 1% sympathischer

  11. Renz sagt:

    Herr Baresi, wann haben Sie denn zuletzt gegen Congeli verloren?

    Hmm, griechischer Salat wäre was für heute Abend, aber entkernen werde ich die Gurke also nicht. Da wasch ich lieber Kopfsalat.

  12. Je sagt:

    Ich mag keinen Käse im Salat. Trotzdem oléolé, Frau B und Herr unnauffällig-Meersalz-in-die-Wunden-streu-Pelocorto. YB und GC haben doch mehr gemeinsam als man gemeinhin vermuten könnte.