Logo

Unsportlichkeit im fussballrechtlichen Sinne

Frans am Mittwoch den 17. November 2004

In der zweiten Ausgabe unserer Rubrik zu Regeln und Recht widmen wir uns dem absichtlichen Handstor, genauer: dessen disziplinarischen Folgen. Ausgehend von den Fällen Neuville (Mönchengladbach) und Rey (Xamax) beleuchtet Fürsprecher und Notar Philippe Frésard – als Ersatzdisziplinarrichter der Swiss Football League ein Kenner der Materie – in seinem aktuellen wissenschaftlichen Beitrag die juristischen Hintergründe:
Erfolgt die Handbewegung – wie im Fall Rey – nicht reflexartig, so “liegt eine Unsportlichkeit im fussballrechtlichen Sinne vor”. Zur Untermauerung zitiert der Sachverständige aus dem Entscheid des DFB-Bundesgerichts in Sachen Neuville: “Eine solche Täuschung enthält in diesem Zusammenhang eine besonders erhebliche Verwerflichkeit. Die Tat geschieht mit Vorsatz, rücksichtslos, zum puren Eigennutz. Die damit einhergehende eklatante Wettbewerbsverzerrung wird bewusst und gewollt herbeigeführt. Es können die Entscheidung über Meisterschaft, Auf- oder Abstieg mit existenzvernichtenden Folgen davon abhängen.”
Schlagartig wird dem Leser vor Augen geführt, dass Fussball kein Spiel, sondern eine Tätigkeit von existenzieller Dimension ist. Leider äussert sich der etwas stark auf die beiden aktuellen Fälle fixierte Beitrag nicht zur auf der Hand liegenden Grundsatzfrage, ob wenigstens die Hand Gottes existenzvernichtend eingreifen dürfte, fussballrechtlich gesehen.
(Bild: Die harte Landung nach der existenziellen Täuschung)

« Zur Übersicht

Kommentarfunktion geschlossen.