Denkanstoß Numero XXI

Frau Götti am Mittwoch, den 7. Dezember 2022 um 13:00 Uhr

Wie wahr spricht da unser Zauberzwerg.

Nichts anderes erwarten wir vom Göttgöttibuben. Und ich muss jetzt sagen, ohne sentimental zu werden: er hat die Erwartungen schon erfüllt, irgendwie. Fragen Sie den Götti, der ist objektiv, wie Sie wissen.

Boykott-Bulletin #18

Herr Winfried am Mittwoch, den 7. Dezember 2022 um 5:56 Uhr

Kennen Sie das noch? Heute gibt es gar nichts zu boykottieren!

Endlich! Erstmals seit siebzehn Tagen können Sie durchatmen und Ihre Energie anderen Tätigkeiten widmen als der Kraft des Katar-Boykottierens. Das war kräftezehrend. Nicht alle haben es konsequent geschafft, wie dieses Beispiel aus Zürich zeigt.

Und jetzt zu Ihrem Boykott von gestern:

Gestern waren nochmals zwei Spiele. Dabei haben nicht nur Sie weggeschaut, sondern auch die Schweizer Nationalmannschaft. Sie ging gegen Portugal 1:6 unter. Die Portugiesen (C. Ronaldo schoss ein Tor, das aber nicht zählte) treffen im Viertelfinal nicht auf Spanien, sondern auf Marokko.

Augenschein an der Zürcher Langstrasse, kurz vor 23 Uhr. Auch weit nach Ende des WM-Tages sind Hunderte unterwegs. Die Euphorie ist gross, dass nun endlich die ersehnten zwei Tage Pause kommen. Sehen Sie selbst.

Und das boykottieren können Sie heute tun:

Bereits heute Morgen können Sie beispielsweise die Bundesratsersatzwahl verfolgen, ab 7:30 Uhr live im Schweizer Farbfernsehen. Was Sie dann immerhin noch skippen können, ist um 19 Uhr das WM-Magazin mit Rainer M. Salzgeber und Benjamin Huggel. Der Inhalt der Sendung ist der RL-Redaktion nicht bekannt.

Danach haben Sie die Wahl: Auf ARD läuft zum Beispiel der Film “das Weihnachtschnitzel”, auf ORF 1 “50 Jahre Herminator” über den Skirennfahrer Hermann Maier. 3sat zeigt ab 21:05 die Dokumentation: “Warum ist die Schweiz so reich?”

Schliesslich noch zum Aufreger des Tages:

Nein, nicht das Bild sorgte für rote Köpfe. Sondern was die Frau sagte. Es handelt sich um Ivana Knöll, ehemals Miss Kroatien.

Sie kommentiere die Kleidervorschriften in Katar wie folgt:

«Ich war wütend. Ich bin keine Muslimin, und wenn wir in Europa den Niqab und den Hijab respektieren, dann denke ich, dass sie [die Katari] auch unseren Lebensstil und unsere Religion akzeptieren sollten.»

 

Fussi mit Bussi

Frau Tifosa am Dienstag, den 6. Dezember 2022 um 13:00 Uhr

BREAKING NEWS: Schweiz boykottiert Achtelfinal – Portugal-Schweiz 6:1

Dies ist die Geschichte der Dick, Kerr Ladies. 

Die Dick, Kerr Ladies sind eines der erfolgreichsten Fussballteams der Geschichte. Benannt wurde die Frauschaft nach der Munitionsfabrik Dick, Kerr in Preston. Als sich während des ersten Weltkrieges die Männer an der Front bekämpften, begannen Frauen vielerorts an der Stelle von Männern in Fabriken zu arbeiten und zu kicken. Und die Damen aus Preston waren dabei besonders erfolgreich: Zehntausende Zuschauer:innen besuchten regelmässig deren Spiele. Dabei wurden jeweils tausende Pfund zugunsten von im Krieg verwundeten Soldaten gesammelt.

Im Frühling 1920 kam es dann sogar zum ersten internationalen Frauenclubfussballspiel der Geschichte, als eine französische Frauschaft aus der Region Paris die Ladies in Grossbritannien besuchte. Weshalb ich dies alles erzähle? Ganz einfach: Weil ich dieses Bild zeigen wollte.

Fotograf:in unbekannt, 1920

Darauf zu sehen ist der Begrüssungskuss zwischen der Kapitänin der Dick, Kerr Ladies (rechts) und ihres französischen Gegenübers. 

Die Damen wurden danach übrigens Opfer ihres eigenen Erfolges: Denn im Dezember 1921 verbot die britische FA in einer einstimmigen Entscheidung den von Frauen gespielten Fussball. Der Sport sei nicht für deren Körper geeignet. Gemäss Informationsstand der Redakteurin verschwand mit dem Verbot leider auch der Begrüssungskuss aus dem Fussballalltag. 

Boykott-Bulletin #17

Herr Maldini am Dienstag, den 6. Dezember 2022 um 5:55 Uhr

Heute verpassen Sie: nichts.

Und damit herzlich Willkommen zu einem weiteren Tag mit Sport am TV. Schauen Sie ab 7:15 SS Lazio gegen FC Internazionale Milano (auf Blue Zoom, vermutlich eine Wiederholung), später wartet der Tag mit UCI Track Champions League (Eurosport,  eine Wiederholung) auf, danach Biathlon (derselbe Sender, keine Ahnung ob live) und wiederum Fussi auf Blue Zoom (Juventus FC – AS Roma, dürfte auch eine Wiederholung sein). Der Sender mit dem Namen “Sport 1” bringt ab 20:30 erstmals Sport (FC Bayern München – EWE Baskets Oldenburg, zuvor Teleshopping und ähnliches).

Ab dem Nachmittag boykottieren Sie zudem nacheinander zwei Liveübertragungen mit Fussball: Marokko-Spanien und Portugal-Schweiz. Welch’ ein Glück für Serbien, dass es ausgeschieden ist, weil da läuft was.

Das boykottierten Sie gestern:
Japan duellierte sich mit Kroatien. Der kroatische Goalie parierte eine rekordverdächtige Anzahl an Penalties und der Spieler Marcelo Brozovic rennte 16,7 km weit – so weit wie nie zuvor ein Spieler in einer WM-Partie. Falls Sie Japaner:in sind und gerade in Ägypten: Es gibt da jemand, der Mitleid hat mit Ihnen. Übrigens: Sollten Sie demnächst mit Ihrem Team in ein Penaltyschiessen geraten, lassen Sie die anderen zuerst schiessen.

Später dann noch Brasilien gegen Südkorea, also jene Partie, in der auch die Schweiz hätte mitmischen können, wenn sie am Freitag ein Tor mehr geschossen hätte und somit ihre Gruppe gewonnen. Aber das ist Budweiser light von gestern. Zur Pause hätten Sie dort getrost abschalten können und somit auch alles gesehen.

Faszinierende Fotos

Rrr am Montag, den 5. Dezember 2022 um 13:00 Uhr

RL exklusiv zur WM-Halbzeit: Die 15 besten Bilder aus Katar!

  • Katar-Ecuador, Estrada im Abseits

  • Gianni Infantino an einer Pressekonferenz mit seiner blauschwarzen FIFA-Krawatte.

  • Belgien-Marokko, Sais im Abseits

  • Saudiarabien-Argentinien, Lautaro Martinez im Abseits

  • Gianni Infantino im Stadion mit seiner blauschwarzen FIFA-Krawatte und Japans Prinzessin Mako.

  • Brasilien-Schweiz, Richarlison drü Meter im Abseits

  • Gianni Infantino im Stadion mit seiner blauschwarzen FIFA-Krawatte und Kroatiens früherer Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic.

  • Kamerun-Serbien, Aboubakar doch nicht im Abseits

  • Gianni Infantino im Stadion mit seiner blauschwarzen FIFA-Krawatte.

  • Japan-Spanien, Ball auf der Linie

  • Japanien-Spanien, Torlinientechnologie

  • Gianni Infantino im Stadion mit seiner blauschwarzen FIFA-Krawatte und dem deutschen Verbandspräsidenten Bernd Neuendorf.

  • Japan-Spanien-Lego-Beweis

  • Japanien-Spanien, Legolinientechnologie

  • Gianni Infantino im Stadion mit seiner blauschwarzen FIFA-Krawatte und einem bekannten Scheich.

Was, Sie boykottieren die WM? Dann bitte hier klicken.

Boykott-Bulletin #16

Briger am Montag, den 5. Dezember 2022 um 5:59 Uhr

Bald darf Ihr TV wieder arbeiten.

Seit dem 20. November haben Sie boykottiert, aber übermorgen Mittwoch, 7. Dezember, können Sie sich endlich wieder gefahrlos vor Ihren Fernseher setzen, zwei Tage lang wird dann kein WM-Fussi gezeigt werden. Sie können dann sogar wieder Mal auf die grosse Schanze oder gefahrlos auf’s Expogelände. Bis dahin hören Sie zum Beispiel mal wieder Radio.

Das boykottierten Sie gestern:
Kylian Mbappé ist jetzt der jüngste Spieler mit 5 Toren an WM-Ko-Spielen seit Pelé 1958 in Schweden. Sein Teamkollege Olivier Giroud ist neu Frankreichs Rekordtorschütze mit 52 Treffern. In der Nachspielzeit verschoss Lewandowski erst seinen zweiten Elfmeter im Turnier, durfte dann aber nochmal, weil Lloris auf Zigi macht und beim dritten Anlauf im Turnier klappt’s dann. Im Löwenduell am Abend setzten sich die Three Lions mit 3:0 gegen die Löwen von Teranga durch. Wieso das für die Staatskasse Senegals gut ist, lesen Sie am besten im aktuellen Zwölf.

Aber es hat mit ihnen zu tun:

Frankreich und England machen nun den Halbfinalgegner der Schweiz unter sich aus.

Das boykottieren Sie heute:
Heute ist in Katar Ostasien-Tag. Erst trifft Japan auf Kroatien, da fällt Ihnen bestimmt ein, dass Sie zu Haus mal wieder aufräumen müssten und dazu können Sie dann prima diese schon etwas ältere Podcastfolge hören. Am Abend trifft Südkorea dann noch auf Brasilien, falls Sie verheiratet sind, lassen Sie das sowieso lieber bleiben.

Song des Tages:

Grossmutter des Tages:

Boykott-Bulletin #15

Rrr am Sonntag, den 4. Dezember 2022 um 12:00 Uhr

Haben Sie alle Weihnachtsgeschenke beisammen?

Falls nicht: Heute ist der ideale Tag, um allfällige Lücken zu schliessen. Schlendern Sie am zweiten Advent über einen Weihnachtsmarkt, erwerben Sie Duftseifen, Finnenkerzen und handverzierte Glühweintassen in grosser Zahl. Ihre Freunde und Verwandte sind darauf sicher so wild wie Sie selber.

Oder vielleicht doch etwas aus der Welt des Fussballs? Das neue DFB-Trikot gibt es jetzt zum halben Preis für nur 50 Franken. Das Schweizer Trikot ist doppelt so teuer – logisch, die Schweiz hat den Nachbarn ja auch in der FIFA-Weltrangliste überholt.

Das boykottierten Sie gestern:

“Where is Messi?” höhnten die australischen Fans. Der Angesprochene gab ihnen die Antwort nach zwölf Sekunden. Im Viertelfinal, das Sie am Freitagabend nicht schauen werden, trifft Argentinien auf Holland. Danach dürfen vielleicht auch Holländer Selfies mit Messi machen.

Das boykottieren Sie heute:

Ein Torfestival entgeht Ihnen ab 16 Uhr. Denn Analysegott Tobias Escher weiss alles über alle und sagt: “Polen spielt bei dieser WM grausigen Fussball. Alles andere als ein hoher Sieg für Frankreich wäre für mich die grösste Sensation dieser K.O.-Runde.” Am Abend trifft England auf Senegal, und Herr Rrr geht es dabei wie den Schotten, den Walisern und Gianni Infantino.

Karte des Tages:

Spricht für sich, nicht? Auflösung ansonsten hier.

Groundhopper (Symbolbild)

Herr Noz am Sonntag, den 4. Dezember 2022 um 5:55 Uhr

Herr Shearer gewinnt die 926. Caption Competition.

(Keystone)

Der prämierte Beitrag gefällt durch seine kongruente Interpretation; Die Jury vermag das Bild regelrecht zirpen zu hören. Sie dürfen daher einen Blick in die Schatzkiste werfen, Herr Shearer, vielleicht finden Sie da drin noch etwas, das Sie selber vor langer Zeit reingetan haben.

Ihnen allen einen schönen Sonntag. Bald werden die Tage auch wieder länger.

Boykott-Bulletin #14

Val der Ama am Samstag, den 3. Dezember 2022 um 3:23 Uhr

Es ist vorbei.

Also dieses Gruppenphasegekicke. Nun denn, uns kann dies egal sein, weil wir boykottieren und bald ist Weihnachten und Schwiegermutter und also ab zum Metzger, weil gutes Fleisch muss bestellt werden. Achtung aber beim Geflügel! Kapaun, Fasan oder Poulet de Bresse mögen verlocken, doch leider sind die Preise eher im Obergeschoss. Das Runde Leder empfiehlt Ihnen deshalb den Schmortopf und darin vielleicht eine Haxe, einen Brasato oder auch vom Lamm, wenn Sie es denn ohne Migrationshintergrund erstehen können.

Das boykottierten Sie gestern:

Am Nachmittag verloren die Portugiesen recht spät gegen Südkorea, so dass dann das 2:0 zwischen Uruguay und Ghana intensiv bejammert wurde. Am Abend der neu doppeleadlerfreie Migrationshintergrundgipfel Schweiz gegen Serbien und wenn Sie morgen mitreden wollen, dann sagen Sie, es war ganz gut. Parallel und belanglos noch Brasilien gegen Kamerun.

Das boykottieren Sie heute:

Während Sie an Ihrem Samstagnachmittagsjoint nuckeln, verpassen Sie das entspannte Kifferduell zwischen den Niederlanden und den USA (16 Uhr). Das Abendspiel Australien gegen Argentinien (20 Uhr) vermag zwar kulinarisch umgesetzt den hauseigenen Veganer zu triggern, aber warum zuschauen, wenn parallel dazu die Abfahrt der Frauen aus Lake Louise gezeigt wird.

Fragen des Tages:

Was macht eigentlich Hakan Sukur und warum sollte das aktuell interessieren?

926. Caption Competition

Herr Noz am Freitag, den 2. Dezember 2022 um 13:12 Uhr

BREAKING NEWS: Serbien-Schweiz 2:3 – Am Dienstag Achtelfinal gegen Portugal

Willkommen Sie alle zu einem erneuten Bilderwettbewerb.

(Keystone)

Heute finden Sie bitte eine geeignete Unterschrift zu obiger Aufnahme der Herren Füllkrug und Havertz von Deutschland, die ästhetisch ausgesprochen ansprechend komponiert daherkömmt. Wie auch immer, gesucht ist eine profane Caption, die ruhig auch etwas heiter sein darf.

Sie haben wie üblich Zeit bis morgen Samstag, 18 Uhr. Gutes Gelingen.

Boykott-Bulletin #13

Val der Ama am Freitag, den 2. Dezember 2022 um 2:57 Uhr

Das Dreizehnte am Freitag.

Noch ist es nicht vorbei, also könnten Sie die Boykottzeit nutzen, sich mal wieder ein paar grundlegende Gedanken zu machen.

Das boykottierten Sie gestern:

Marokko gewann gegen Kanada und sicherte sich vor Kroatien den Gruppensieg, derweil diese Generation der Belgier erneut und wohl abschliessend Gold verpasste. Item, Belgien kann auch gut. Die Mannschaft begleitete später eine überfällige Premiere und verabschiedete sich gegen und mit Costa Rica von der WM. Parallel dazu gewannen die Japaner idealerweise gegen Spanien, aber das will überhaupt nichts bedeuten. Ah, und die FIFA zeigt eine durchaus dialektische Haltung in Sachen Homophobie.

Das boykottieren Sie heute:

Am Nachmittag (16 Uhr) ignorieren Sie Südkorea gegen erneut ohne Ronaldo und wegen historisch vorbelastet bestimmt auch Ghana gegen Uruguay. Am Abend (20 Uhr) haben Sie keine Lust auf die Umsetzung dessen, was die Gratis- und Boulevardblätter seit Tagen herbeisehnen und ob Brasilien B den Tabellenletzten Kamerun noch hoffen lässt, können Sie getrost am Samstagmorgen bei Kaffee und Gipfeli zur Kenntnis nehmen.

Erkenntnis des Tages:

Sport und Politik soll man nicht vermischen.

Fertig Fussball für Franco B. (20)

Baresi am Donnerstag, den 1. Dezember 2022 um 13:00 Uhr


Hörmruff Alte! Was findest Du eigentlich langweiliger, die Gruppenspiele oder das Boykottieren der Spiele? Gianni Infantino tut schon sehr viel dafür, während des Boykottierens keine Langeweile aufkommen zu lassen. Aktuell grad mit seinem Wohnortwechsel innerhalb der Schweiz. Die Empörung ist gross, die Hunde bellen und die Karawane zieht weiter vom Kanton Zürich nach Zug. Gut, den Umzug erledigen wahrscheinlich andere, im Moment hält er sich immer noch in der Wüste auf. Dort, wohin ihn ein anderer Walliser, der vor ihm Präsident des Fussball-Weltverbandes FIFA war, im übertragenen Sinn gerne schicken würde, weil er selbst von jenem dorthin geschickt wurde. Dafür sind Sepp Blatter, diesem anderen Walliser, alle Mittel recht. Sogar wenn er Guido Tognoni als bisher reumütigstes FIFA-Mitglied den Rang ablaufen muss. Es ist unfassbar, ohne diese Boykottiererei wäre gar nicht genug Zeit, diese verschiedenen wüsten Geschichten alle zu verfolgen. Früher, als João Havelange noch Präsident der FIFA war, da war der Fussball noch anders, nicht so schnelllebig und kommerziell. Ehrenwort – so habe ich echt keinen Bock mehr.