Dieser Blick lässt die Girls kreischen

Elvis war der Grösste. Für manche ist er es immer noch. Weshalb, zeigt ein Fotobuch zum 40. Todestag des King of Rock ’n’ Roll.
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Ein Publicityfoto des King. (1956; Collection Christophe L., Schirmer/Mosel)

Elvis ist tot! Und das schon bald so lange, wie Elvis Presley, König des Rock ’n’ Roll, lebte. Morgen jährt sich sein Todestag zum 40. Mal. Am 16. August 1977 starb Elvis 42-jährig auf Graceland. Das Herz!

42 Jahre Leben, vielleicht 20 davon als Ikone, Sexsymbol, als Ursache für rasenden Puls, Kreischattacken und Bewusstseinsverluste, Auslöser von Massenhysterien und kollektiver Ekstase. Popkritiker Lester Banks schrieb: «An jenem Abend in Detroit (…) brauchte er nur das kleinste bisschen mit einem Schultermuskel zu zucken, nicht einmal mit den Achseln, und schon schrien die von seinem Bannstrahl getroffenen Mädchen im Rang auf, fielen in Ohnmacht und heulten vor Erregung.»

40 Jahre tot – aber Elvis lebt! Noch immer fasziniert diese Kultfigur die Menschen. Weshalb eigentlich? Keine Ahnung. Elvis starb, bevor ich lebte.

Kreischende Fans bei einem Auftritt. (1955; Schirmer/Mosel)

Elvis im berühmten Goldlamé-Tuxedo. (Sunset Boulevard, Schirmer/Mosel)

Verträumt, nachdenklich und oben ohne (1955; William Speer/Verlagsarchiv Schirmer/Mosel)

Doch, eine Ahnung schon. Vor einiger Zeit suchte ich für einen Elvis-Fan (er lebte schon ein bisschen, als Presley starb) ein Geschenk. In Paris fand ich einen Fotohändler, der einen Original-Abzug inklusive Beschneidungsmarken aus dem Fundus eines Magazins verkaufte. Es zeigte Elvis als Soldat in Deutschland, 1958, schwarzweiss, den Pferdeschwanz eines Mädchens in der Hand. Auf der Suche nach Informationen tauchte ich für einen Moment in Elvis’ Welt ein. Fotos, Videos, die Musik natürlich zogen mich in den Bann. Ich bin wiederaufgetaucht. Seither glaube ich, die Faszination ein bisschen verstehen zu können.

Zum 40. Todestag veröffentlicht nun der Münchner Verlag Schirmer/Mosel einen kleinen Bildband über Elvis Presleys frühe Jahre. Titel: «Wo waren Sie, als Elvis starb?» Antwort: «Keine Ahnung. Sicher nicht hier.» Aber: Die Bilder, die in diesem kleinen Buch, Format A5, abgedruckt sind, haben die Kraft, die Faszination für Elvis zu wecken.

Auftritt in Florida. (1956; Jay B. Leviton/Verlagsarchiv Schirmer/Mosel)

Open-Air-Konzert in Tupelo, Mississippi, 1956. (Seite 56/57) Sunset Boulevard/Courtesy Schirmer/Mosel

Zur Ergänzung zeigen wir weitere Elvis-Bilder, die allerdings nicht aus dem Buch stammen.

Elvis als Soldat in Deutschland, 1958, den Pferdeschwanz eines Mädchens in der Hand. (1958; Ullstein, Getty Images)

Einige der 23’000 Fans, die ans Konzert in Toronto gekommen sind, hält es nicht lange auf den Stühlen. Das Gekreische der Teenager übertönt nahezu komplett Elvis‘ Gesang. (April 1957; Bettmann, Getty Images)

Wie hätten Sie’s denn gern? Während einer Sitzung beim Armee-Coiffeur in Fort Chaffee, Arkansas, pustet Presley einen Haarbüschel von seiner Hand. (circa 1958; Hulton Archive, Getty Images)

Wellenreiter: Elvis posiert für Werbeaufnahmen zum Film «Blue Hawaii» (circa 1961; Ochs Archive, Getty Images)

Von Angesicht zu Angesicht: Der King posiert im Warwick Hotel in New York. (1957; Ben Mancuso/Life Images Collection, Getty Images)

Kein Entkommen: Verehrerinnen umzingeln in Los Angeles das Taxi von Elvis. Er versuchte erfolglos, die Strecke zwischen Bahnhof und eigenem Auto unerkannt zurückzulegen. (April 1960; Bettmann, Getty Images)

Schmachten in drei Akten: Teenagerin Penny Taylor verfolgt eine Matinée ihres Idols in Philadelphia. (April 1957; Bettmann, Getty Images)

Kuschelbär: Um für seine Platte «Let Me Be Your Teddy Bear» zu werben, lässt sich Elvis mit drei Teddys ablichten. (Juni 1957; Michael Ochs Archives, Getty Images)

Alle auf einmal: Wenn es um ein Autogramm von Elvis geht, kann es nicht schnell genug gehen. (1956; Bettmann, Getty Images)

Mahlzeit: Elvis füttert während seines Besuchs in Longs Point, Kalifornien, zwei Wale. (Dezember 1969; Alan Band, Getty Images)

Misstöne: Presley hält einen jungen Fan, der nicht so begeistert wirkt, im Arm. (50er-Jahre; Ullstein Bild, Getty Images)

Rock ’n‘ Roll: Der King gibt während des Elvis-Comeback-TV-Specials vollen Einsatz. (27. Juni 1968; Ochs Archive, Getty Images)

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Elvis Presley
Wo waren Sie, als Elvis starb?
Fotografien aus den besten Jahren des
King of Rock ’n’ Roll 1954–1960
Mit einem Text
von Lester Bangs
120 Seiten, 64 Abbildungen
in Duotone und Farbe
ISBN 978-3-8296-0827-5
ca. 9.10 Franken

2 Kommentare zu «Dieser Blick lässt die Girls kreischen»

  • Doris Aerne sagt:

    Am Tag, als Elvis starb, befand ich mich gerade auf meiner ersten Amerikareise, Station in Memphis. Als die Todesnachricht eintraf, und das ohne Internet damals, wusste es ganz Amerika innert Minuten. Alle Fernsehsender, alle Radiostationen hatten nur ein Thema: Elvis. Die ganze Bevölkerung trauerte, oder wenigstens die Fans, und da gab es viele.
    Elvis war, trotz seines glamouröseren Äusseren, ein sehr verletzlicher und sensibler Mann, aber er musste die Rolle des amerikanischen Superstars aufrechterhalten

  • jonny sagt:

    9 Franken 10 für das Elvis-Buch? Eher 91 Franken

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