Eine Frau zum Anfassen

Sogenannte Berührerinnen besuchen Menschen, die kaum Gelegenheit für Körperkontakt haben. Der Bieler Fotograf Rolf Neeser hat Momente der Intimität festgehalten.

Die Wärme einer anderen Person spüren, ihre Haut und ihre Hände, die Wohligkeit einer zärtlichen Berührung: Was für viele selbstverständlich ist, bleibt manchen verwehrt. Sie haben vielleicht eine Behinderung oder sonst keine Möglichkeit für eine intime Begegnung. Diese Menschen besucht Zissi.

Die Frau aus Thun möchte anonym bleiben. Zissi war lange verheiratet, hat drei Kinder und lebt mittlerweile getrennt. Berührung, schreibt sie, sei für sie persönlich wichtig. Irgendwann habe sie gemerkt, dass sie etwas weitergeben könne. So hat sie sich zur Sexualbegleiterin ausbilden lassen; selber sagt sie lieber «Berührerin». Denn die Grenzen bei ihrer Arbeit sind klar: Es kommt nicht zum Geschlechtsverkehr.

Der Fotograf Rolf Neeser hat Zissi und eine ihrer Kolleginnen begleitet. Viele Absprachen seien nötig gewesen, erzählt der Bieler, viel Vertrauen auch. Neeser hat ein Flair für Phänomene am Rand der allgemeinen Wahrnehmung und für Menschen, die sonst kaum im Fokus stehen. 2017 hat er mit einer Serie über betagte Drogensüchtige den Swiss Press Award für Fotografie gewonnen.

Zu seiner aktuellen Arbeit sagt Neeser, er habe zeigen wollen, worüber zwar durchaus gesprochen werde – aber: «Dieses Thema wurde kaum je richtig visualisiert.» Darum rückt Neeser ins Bild, was sonst hinter verschlossenen Türen geschieht. Es sind Treffen, die durchaus etwas Prosaisches haben. Schliesslich geht es oft um versehrte Körper, der Rollstuhl oder die Gesundheitsschuhe zeugen davon. Trotzdem wird da eine Art von Zuwendung sichtbar, die über eine kühle Geschäftsbeziehung hinausgeht. Auch wenn die Rahmenbedingungen ebenso klar geregelt sind wie das Honorar.

Sich in diesen vertraulichen Momenten fotografieren zu lassen, braucht Mut. Doch mit der Zeit hätten die Berührerinnen und ihre Klienten den anwesenden Fotografen ausgeblendet, sagt Rolf Neeser. «Das hat mich berührt.»

56 Kommentare zu «Eine Frau zum Anfassen»

  • Märku sagt:

    Die Bilder berührten beim Betrachten UNANGENEHM. Vielleicht weil man weiss, dass Geld im Spiel ist. Auffallend ist, dass auf den Abbildungen keine der Frauen ihr Gesicht zeigt. Wäre ein Grossvater mit einer unmündigen, 17 jährigen Enkelin so intim, käme er in den Knast.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Eigentlich ein Beitrag um nachzudenken, wie lieblos im Allgemeinen mit alten und behinderten Menschen umgegangen wird, aber leider halt wieder in der herkömmlichen Weltanschauung bebildert: alter Mann mit Geld, kauft sich eine junge Frau ohne Geld.

  • Stefan W. sagt:

    Ein interessanter Artikel. Spannend finde ich auch, dass es richtigerweise sozial völlig anerkannt ist, wenn Behinderte ein Bedürfnis nach Berührungen haben, das sie ohne Bezahlung nicht stillen können. Wenn Nicht-Behinderte dasselbe Bedürfnis haben, gilt das ja allgemein als anrüchig und als Ausbeutung der Dienstleisterin. Klar: Nicht-Behinderte haben meist mehr Möglichkeiten, Zärtlichkeit ohne Bezahlung zu erhalten, aber nicht allen gelingt das.

  • neeser sagt:

    neeser der photograf, der uns immer wieder geschichten zeigt, die wir neu erfahren können – eine klasse für sich

  • Darja Rauber sagt:

    Gibt es das auch umgekehrt – also Männer (erst recht: so junge, attraktive – also das männliche Pendant zu der Frau in dieser Reportage…), die in die Alters- und Pflegeheime gehen, um alten oder gar invaliden Frauen Zärtlichkeit zu schenken? Ich meine, mit der längeren Lebenserwartung der Frauen und der Tatsache, dass ältere Männer häufiger noch eine jüngere Partnerin an ihrer Seite haben als umgekehrt, ist doch die Anzahl einsamer, alter und gebrechlicher Frauen deutlich höher als jene der Männer. Hätte man – wenn es sie denn gibt – für diese Reportage nicht auch mindestens einen Mann mit einer Klientin zeigen können? Oder gilt die sexuelle Rundum-Versorgung nur für Männer?

    • Luisa sagt:

      Ich glaube nicht, dass es so etwas gibt, ich würde mich aber gerne vom Gegenteil überraschen lassen.
      Es ist wahrscheinlich ähnlich wie bei der Prostitution: ein absoluter Nischenmarkt, wenn es sich um männliche Sexworker für weibliche Klientel handelt.
      Schlussendlich ist auch das Berufsprofil „Berührerin“ ein Spiegelbild der herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse: Eine Frau, getrennt mit 3 Kindern, muss irgendwie Geld verdienen.

      • Hans Meier sagt:

        „Schlussendlich ist auch das Berufsprofil „Berührerin“ ein Spiegelbild der herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse: Eine Frau, getrennt mit 3 Kindern, muss irgendwie Geld verdienen.“ Ja, weil in der heutigen Welt einer solchen Frau keine anderen Möglichkeiten offenstehen. Hach, gemeine Ausbeutung wieder. Vielleicht ist der Berufsbild der Berührerin tatsächlich ein Spiegelbild der herrschenden Geschlechtsverhältnisse: Mann muss Kohle rausrücken, wenn er sein Bedürfnis nach Sexualität stillen will.

    • Zissi sagt:

      Es gibt Attraktive Männer die ihre Dienste auch anbieten , nur ist die Nachfrage nicht sehr gross, da die ältere Generation Frau es sich oft nicht wagt danach zu fragen! Bei den kommenden jüngeren Frauen wird es sich bestimmt dann anders verhalten und die Nachfrage wird steigen.
      Sexualbegleiter wird er genannt …

  • Hans Minder sagt:

    Es irritiert mich immer etwas, dass wir unsere Limiten/Grenzen nie als Vorzug, sondern immer als Joch darstellen. Ich kann z.B. nicht beide Arme/Hände unabhängig steuern. Meine limitierte Feinmotorik lässt das Gitarre/Klavier/Schlagzeugspielen nicht zu. Nun könnte ich sagen: „Das heilende Berühren der Tasten/Saiten/Schlagzeugfelle“ ist mir musiktherapeutisch verwehrt: Ich brauche eine Musiktherapeutin, die sich auf meinen Schoss setzt und meine Hände/Finger/Füsse führt, damit ich auch erleben darf, was begnadete Gitarristen/Klavierspieler/Schlagzeuger mittels Musik erleben dürfen.“
    Wäre es für mich nicht besser, der betmögliche Trompetenspieler zu werden? Könnten Ältere/Behinderte nicht Mitgefühl/Berührung an ein Tier vom Tierheim weitergeben? Dort herrschte ein gegenseitiges Manko

    • Zissi sagt:

      Eh das ist doch nicht das selbe ob man ein Tier streichelt oder von einem Menschen gestreichelt wird…

      • Hans Minder sagt:

        @Zissi. Ja, das Streicheln eines Tieres oder Menschen ist unterschiedlich. Allerdings gibt es meist auch Unterschiede beim Streicheln zwischen Paaren, die ihre Goldene Hochzeit feierten, und jenen, die frisch verliebt sind. Sollten alle „Goldenen Hochzeitspaare“ nun sagen: „Eh, dein Streicheln ist nicht mehr das Gleiche. Somit will ich zum Streicheln eine(n) nackte(n) 30-Jährige(n) auf meinem Schoss!“
        Das Problem ist immer das selbe: Kein Mensch und keine Form des Zusammenseins findet in einem Vakuum auf einem fernen Planeten statt. Fühlt sich eine Gruppe benachteiligt und macht neue Praktiken salonreif, dann kommt verständlicherweise bereits die nächste (etwas weniger unterprivilegierte) Gruppe und will nachziehen…bis alles sich nur noch dem selbstsüchtigen Konsum widmet

    • Georg sagt:

      Tun sie ja auch. Die, die das wollen. Und weil wir denkende Menschen in einer (noch) freien Gesellschaft sind, denken wir Menschen uns auch anderes aus, als sich ein anderer ausdenkt.

      • Hans Minder sagt:

        Wenn Nachhaltigkeit das Ziel der Menschheit ist, dann sind wir nicht mehr frei in unserer Wahl. Z.B. darf ich als Mann auf der Strasse auch nicht jede Frau berühren, weil dies eben nicht nachhaltig ist und bei Frauen Traumas hinterlässt. Somit wurde dies gesetzlich geregelt. Die CO2 Debatte zeigt, dass ich auch nicht mehr frei alles wählen darf, will ich nicht globale Klima-Katastrophe fördern. Wenn das Berühren von bezahlten Frauen salonfähig wird, kann dies die gesamte Gesellschaft verändern und z.B. die klassische Familie arg belasten, weil vielleicht meine Frau nicht immer eine bezahlte 20-jährige vor der Haustür sehen möchte. Auch könnte es für meine Kinder schwierig werden, wenn sie mich mit der 20-jährigen nackt auf meinem Schoss erwischen= gesellschaftliche Kettenreaktion

  • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    Für mich sind alle Frauen, gleich von woher, die etwas mit Sex tun wertvolle Menschen. Selbstverständlich ist das nur akzeptabel, wenn diese es aus absolut freiem Willen tun und nicht jemand daraus Profit schlägt.
    Es haben ja viele Männer im Alter Erektionsprobleme. Für solche sind Berührerinnen sehr angenehm weil sie wissen, dass von ihnen nicht Beischlaf erwartet wird.

  • M.M sagt:

    Ich muss sagen ich habe riesigen Respekt vor diesen Damen und ich finde es ganz toll was sie da tun. Man vergisst häufig dass es Menschen gibt die sonst wahrscheinlich keinen Zugang zu Zärtlichkeit bekommen würden -Hut ab!

  • Danka sagt:

    Da so etwas immer noch ein Tabuthema ist, bedanke ich mich für den Beitrag. Nur weil Menschen alt, krank und/oder einfach gebrechlich sind, sehnen sie sich doch nach Zuwendung in Form von Berührung. Das wird man wohl erst nachvollziehen können, wenn sie einem selbst fehlt. In Japan ist sowas schon länger verbreiten, siehe Kuschelcafés. Ein Masseur hat mir mal erzählt, dass doch einige ältere Kunden weinen mussten während einer Lomi-Lomi-Massage, da sie enge Berührungen nicht mehr kannten.
    Ich finde die Arbeit wichtig und lobenswert, trotzdem haben die Bilder (obwohl sehr gut, berührend, intim) einen Beigeschmack mit dem alten Männer- und dem tangatragenden jungen Frauenkörper. Für pure Nächstenliebe halte ich es nicht, aber eben trotzdem für gut und sinnvoll; kann nicht jeder.
    Danke <3

  • Tinu sagt:

    Ok, eine Alleinerziehende mit 3 Kindern, die als „Berührerin“ arbeitet. Alle sind begeistert, insbesondere Leserinnen. Ist OK für mich. Wenn eine ungarische oder rumänische Alleinerziehende mit ihrem Körper sich ihren Lebensunterhalt verdient, gibts einen Shitstorm und alle rufen nach Verbot und verteufeln diese Frauen, insbesondere Leserinnen.
    Ich habe vor kurzem mit einer solchen gesprochen. Sie hat von ihrer Arbeit im Laufhaus in Hamburg erzählt, ganz begeistert. Auf meine Frage ob es nicht anstrengend sei so viele Männer pro Tag meinte sie: die meisten wollen nur plaudern und ein wenig Zärtlichkeit. Du wärst erstaunt wie wenige „ richtigen Sex“ wollen.

    • Isabelle sagt:

      Sexworker*in, Berührer*in, Sexualbegleiter*in, nicht – medizinsiche Masseur*in, hier in der Schweiz unterliegen wir alle dem Prostitutionsgesetz (ausser im Kanton Genf sind Sexualbegleiter*innen /Berüher*innen ausgenommen). Nicht jede Sexworker*in ist bereit, die umfangreichen Vorabklärungen unter Einbezug von Bezugsperson, Institution, Familienangehörigen und Beiständen zu initiieren, mitunter dauern diese bis zu einem Jahr. Das Ziel: „Mit möglichst gut strukturierter Vorarbeit den Freiraum schaffen, um Sexualität praktisch stattfinden zu lassen, nach den Wünschen des Betroffenen, in der Form, dass alle Beteiligten dahinter stehen können“.
      Herzlich
      Isabelle

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      @ Tinu

      Mag sein, dass Frauen sich gegenüber Prostituirten eher abfällig äussern, aber trifft das nicht auch auf Männer zu, ja sogar auf jene, welche diese Frauen benutzen? Bei ähnlichen Diskussionen sind es doch gerade Männer, welche solche Frauen wie Dreck behandeln. Was mich angeht, äussere ich mich eher über die Kunden dieser Frauen abfällig, welche finanzielle Not ausnutzen (die begeisterte Polin ist nachweislich eine Ausnahme) und sogar vor Minderjährigen nicht haltmachen.

  • Edith sagt:

    Wie sehen diese Berührer wohl aus die zu den alten Frauen ins Altersheim kommen? Tragen sie Lederhosen oder ein Tanga, Die männlichen Berührer sind wohl eher für schwule Männer gedacht. Da verkauft man uns eine Weihnachtsgeschichte von Mensch zu Mensch, alle finden es toll das die Männer von der Wiege bis zur Bahre ein sexuelles rundum Paket erhalten. Nein ehrlich, eine Berührung die von Herzen kommt sieht anders aus.

    • E. B. sagt:

      Mich nimmt es wunder, ob Sie aus Ihrer Werteebene hinaus überhaupt fähig sind, einen Menschen echt und ganz berühren zu können und ich meine damit, dass das Gegenüber sich auch berührt empfindet.
      Ich habe eine grosse Achtung vor Menschen, die über ihre eigene Wertung wachsen können und so der Blösse selbst gegenüberstehen vermögen!

      • Esith sagt:

        Ich habe bewusst etwas provokant formuliert. Mich stört einfach das trügerische an dieser Geschichte. Da werden Gefühle und Berührung als selbstlose Hingabe verkauft, dabei ist es einfach eine bezahlte Dienstleistung. Bitten Sie heute jemand um einen kleinen Gefallen, haben die meisten keine Zeit.

        • Demian Sinclair sagt:

          Ein Schreiner der bezahlt wird einen Tisch zu zimmern steckt bestimmt auch Gefühle in sein Werk. So ein Becker, ein Pilot, ein Arzt, ein Verkäufer, ein Pfarrer. Und alle werden sie bezahlt. Also bezahlt zu werden bedeutet nicht dass es lieblos und nur wegen des Geldes gemacht wird. Wir müssen alle bezahlt werden; Geld ist nichts schlechtes. Ich bin sicher, dass wer sich für einen solchen Beruf entscheidet, auch ehrliche Gefühle hineinsteckt und dem Kunden weitergeben kann und den Beruf genauso leidenschaftlich ausübt wie alle anderen.

    • Isabelle sagt:

      Die Sexualbegleiter, welche ich ausgebildet habe sehen ganz „normal“ aus, sympathisch, mit dem gewissen etwas an Sinnlichkeit und Einfühlungsmögen für Frau oder Mann, und trotzdem ganz Mann (ich meine damit nicht Gigolo, sondern sympatisch, wie wir Frauen uns das wünschen…) in sportlichen Boxershorts… An Bewerbungen von Männern mangelt es nicht – Ich muss für die Männer meine Hand ins Feuer legen können. Beim leisesten Zweifel über deren Beweggründe bilde ich diese nicht aus. Die Anforderungen sind umfassend und das Bewerbeprozedere unterscheidet sich nicht von einem anderen Pflegeberuf.
      Schöne Abig
      Isabelle

  • Ofner Victor sagt:

    Das hat mich jetzt wirklich sehr berührt.
    Ganz toll was die Frau da macht, wie Sie auf Bedürftige eingehen kann.
    Würde mir wünschen, dass wir viel mehr von solchen Hilfeleistungen zu sehen und zu spüren bekommen.
    Herzliches Dankeschön.

  • Paddy sagt:

    Eine schöne Sache für jeden man, der bedürftig ist. Nur: es gibt sehr viel mehr Frauen in entsprechenden Situationen. Ich höre es nicht mehr als zwingend gefunden, auf darauf hinzuweisen – wie auch auf entsprechende Adressen – statt für Zizzi alleine Reklame zu machen und ansonsten nur von Begleiterinnen zu schreiben und vielfach einen alten Mann mit einer jungen Frau zu zeigen. Journalistische Verantwortung.

    • p. grütter sagt:

      i totally agree paddy. finde es sehr wichtig, über solche themen zu schreiben. aber war auch arg verblüfft, da trappst auf verschiedenen ebenen sowas von hoppla das klischee, klischee in dem artikel..

  • Nick Schwarz sagt:

    Mir kamen die Tränen………..grossen Respekt für Menschen mit dieser Fähigkeit.

  • M. Rohr sagt:

    Beiträge wie diese sind die Weihnachtsbotschaft von heute.

  • Eva sagt:

    Wunderschöne, respektvolle Bilder zu einem wichtigen Thema.
    Kompliment und Danke.

  • Isabelle sagt:

    @alle werten Leser, danke für Euer Interesse zur Thematik, danke Rolf, dass Du es ermöglicht hast, einmal mehr darüber zu sprechen! Diejenigen, welche ein wenig mehr Hintergrund und Tiefgang erfahren möchten um die ganze Thematik und dass dieser Job weit mehr ist als Zitat „unter dem Deckmantel der Nächstenliebe“ und Zitat „ein einträgliches Geschäftsmodell ist“ der aktuellste umfassende Beitrag im Info 4/19 Muskelgesellschaft „Persönlich“ und „Seitenwechsel“.
    Und ja es gibt auch Männer, ich habe schon 4 davon erfolgreich ausgebildet und ja es gibt auch Gender Diverse Angebote.
    Herzlich
    Isabelle

    • neeser sagt:

      merci isabelle

    • Siegrist Carmen sagt:

      Isabelle: Gibt es auch Berührerinnen, die nicht so sexy mit Tanga, schlank und knackig sind? Z.B. Frauen in fortgeschrittenem Alter, etwas übergewichtig? Denn auch diese können wundervoll liebend berühren, oder wird die Auswahl bewusst auf junge körpertrainierte Frauen ausgerichtet? Danke für eine Antwort Ihrer Erfahrungen.

      • Isabelle sagt:

        Liebe Carmen, ja sicherlich, unter „meinen“ Sexualbegleiter*innen gibt es solche, welche über sechzig sind oder mollig oder auch selbst mit einer leichten Einschränkung. Die Sexualität von Menschen mit Handicap unterscheidet sich nicht von den „normalen“, so sind auch die Geschmäcker und Bedürfnisse sehr unterschiedlich. Wichtig ist die Motivation und die innere Haltung, sie darf nie Geldgesteuert sein, d.h. die Damen / Herren sollten finanziell unabhängig leben, einen Job oder Ausbildung im Pflege- oder Sozialbereich wäre ideal (auch Zissi erfüllt diese Anforderungen). Nur so kann sicher gestellt werden, dass eine Begegnung aus dem Herzen stattfindet.
        Herzlich
        Isabelle

  • Oskar sagt:

    Ich habe sowieso nie verstanden, warum Prostitution schlecht sein soll. Hier wird sie einfach unter dem Deckmantel der Nächstenliebe angeboten. Am Schluss geht es auch hier darum, sich ein Einkommen zu verdienen. Das ist völlig ok, egal ob der Freier ein seelischer oder körperlicher Pflegefall ist.

    • Jessas Neiau sagt:

      „…nie verstanden, warum Prostitution schlecht sein soll.“ Das zeugt aber von sehr wenig Phantasie.

    • Roland Stuber sagt:

      Wer als Baby am Körper gehalten wurde hat ein tiefes Bedürfnis nach der Berührung der Haut. Das Bedürfnis danach geht wohl nie mehr ganz verloren.
      DAS hat mit der klassischen „Prositution“ nicht mehr viel gemeinsam oder nur noch die Bezahlung aber auch das nur noch weil es anders nicht erreichbar/erhältlich ist.
      Mein Dankeschön an die „Dienstleister und Dienstleisterinnen“!

    • E. B. sagt:

      Auch Ehe ist und kann eine Form von Prostitution sein, welche sich selbst in weissen Kleid versteckt.
      Wir sind aus dem Erhaltensmechanismen entstanden und kein Mensch ist, wenn es so nicht wäre. Diese Menschen haben einfach gelernt dazu zu stehen und vermögen darin auf beiden Seiten zu ihrer Blösse zu stehen und leben müssen wir alle hier von Geld. Auch der Pfarrer und der Moralist. Sie prostitutieren sich auch, einfach anders! Was ist jetzt besser?

  • Markus sagt:

    Gute Sache aber seltsamer Name. Macht sie das ganze nicht umsonst so ist auch sie eine Prostituierte und der Mann ein Freier. Ich nutze aber so ähnliche Angebote selber gerne da ich lange genug in einer Beziehung war und jetzt einfach Single bleiben will ohne auf Sex und Berührung zu verzichten.

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Sehr schön das es so etwas gibt.

  • Anonym sagt:

    Vielen Dank

    • Henri sagt:

      Wenn eine Frau das tun will, ist das ihre Sache. Persönlich finde ich das grusig und könnte das nie machen. Finde auch die Bilder abstossend und wohl gestellt – was die roten Prostituiertenlackschuhe beweisen.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ich habe grosse Achtung vor diesen Frauen. Auch wenn das, was sie tun, vor allem ein einträgliches Geschäftsmodell ist. Ein Geschäftsmodell, nota bene, wozu nur Frauen befähigt sein dürften. Sie bringen viel Licht und Freude in das Leben ihrer Kundschaft. Daraus darf frau ruhig Profit schlagen. Männer könnten das nicht, glaube ich.

    • Peter sagt:

      Falsch – es gibt auch männliche Sexualbegleiter und Berührer. Und nein, sie tun das nicht nur aus Profitgier. Das sind Menschen mit ganz speziellen Eigenschaften, die so ein Treffen erfolgreich gestalten können. Es geht um Geben und Nehmen und Liebe. Das verstehen nicht alle, weil alle immer nur Kommerz interpretieren.

    • Frank sagt:

      Ein schräges Männerbild haben sie, das aber nichts über die Fähigkeiten der Männer aussagt.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Ich habe kein schräges, sondern ein vollkommen normales Männerbild. Es gibt, um beim Thema zu bleiben, weltweit erheblich mehr weibliche, als männliche Prostituierte. Das Verhältnis liegt etwa bei 2:8, sämtliche Formen und Ausprägungen der Prostitution mit eingerechnet. Alleine diese Zahl bestätigt meine ursprüngliche Aussage, selbst im Zeitalter postmoderner Denkansätze, die, meiner bescheidenen Meinung nach, ziemlich untauglich sind, da sie Mehrheitsverhältnisse i.d.R. vollkommen ignorieren. Daraus schliesse ich, dass Frauen in der Tendenz eine eindeutig eine höhere Affinität zu sexuellen Dienstleistungen (im erw. Randbereich) haben, als Männer. Selbstverständlich geniessen auch Männer in diesem Bereich meinen allerhöchsten Respekt: Wirklich schön, dass es solche Menschen gibt!

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Zufferey Marcel

        Ihre Wahrnehmung ist richtig, aber ist das nicht der Tatsache geschuldet, dass Prostitution in erster Linie ein Machtgefälle inne hat, in dem derDienstleistungsnehmer vornehmlich männlich ist und somit auch der Mann die Macht hat? Ich bin überzeugt, dass die wenigsten Frauen freiwillig als Prostituirte arbeiten (bei den Männern ist wohl nur der Drogenstrich unfreiwillig), der Kunde sich dessen bewusst ist und seine Machtposition meist auch bewusst ist und geniesst, a la:“ich kann das mit dir machen, weil du das machen musst“

  • Hofstetter sagt:

    Die Fotos zeigen urwüchsigstes Begehren von versehrten Personen, denen die Berührerin Wohlwollen zukommen lässt. Berührend. Einer Berührerin sei Dank, dass sie sich nicht nur auf versehrte Menschen einlässt, sondern insbesondere auch auf sich selbst. Ein Thema, das nicht Mainstream ist und daher meist tunlichst unter dem Deckel gehalten wird.

    • Tito sagt:

      Schade, der Körper altert, die jugendliche Anziehungskraft ist nicht mehr sichtbar, nur gefühlsmässig geblieben….
      Unter der Decke lebt das Leben weiter, ohne Stativ.
      Sind es unsere Augen, Gehirn, welche sich kritisieren beim Anblick der Wahrheit, manchmal besser verdeckt!?! Na ja c‘est la vie, se faire du bien ne fait pas du mal.

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