Reich an modischem Mut


Die Woche war mal wieder BIG. Ach nein, GIGA-BIG war die Woche für Donald Trump, diesen lärmenden Lautsprecher, Präsidentschaftskandidaten und Schrecken des republikanischen Parteiestablishments in Washington. Denn je mehr Herr Donald die politische Landschaft mit seinen Tiraden gegen illegale mexikanische Einwanderer vermüllt, desto vehementer laufen ihm die republikanischen Fussoldaten zu. Weshalb Trump in Umfragen neuerdings das massive Feld republikanischer Präsidentschaftskandidaten anführt.

Damit nicht genug, teilte Herr Donald der Welt kürzlich mit, wie reich er ist. Sagenhaft reich. MEGA-REICH. Laut seinen bei der amerikanischen Bundeswahlbehörde vorgelegten Papieren verfügt Mr. Trump nicht wie bisher angenommen über 8,7 Milliarden Dollar: Sein Geldspeicher beherberge «mehr als ZEHN MILLARDEN DOLLAR», teilte eine Verlautbarung des Herrn Dagobert Trump in Grossbuchstaben mit. Und weiter: «Monatelang» hätten seine Buchhalter (Tick, Trick und Track?) an der Sichtung seines Vermögens gearbeitet, da dieses «gross und komplex» sei.

Ausserdem habe er, Dagobert Trump, allein 2014 rund 362 Millionen Dollar verdient, nicht eingerechnet Kapitalerträge, Mieten und sonstiges, was in Entenhausen zastermässig anfällt. «Ich habe prima Kram», brüstete sich Trump schon 2011. Zuvor, im Jahr 2007, hatte er ein Buch verfasst, dessen Titel wie folgt lautete: «Denke BIG und trete Leuten bei Geschäften und im Leben in den Hintern».

Trotzdem wird hinter Herrn Donalds Rücken allerhand Hämisches gemunkelt. Vor allem: Warum er sich denn keinen anständigen Coiffeur leisten könne, wenn er doch so reich sei. Sein Haar, besonders das DING vorne über den Augenbrauen, genau dieses, Sie wissen schon, nun ja, eine Katastrophe, nicht wahr! Dazu die Farbe, dieser «unerklärbare Hauch von Käse der Marke Kraft», wie der britische «Guardian» neulich frech anmerkte.

Moment mal: Herr Donald sieht prima aus, weder trägt er ein Toupet noch ein exotisches Tierfell oder gar einen lebenden Chinchilla auf dem Kopf. Überdies weihte er alle Neider, denen der Mut fehlt, sich Velveeta in die Tolle zu reiben, und die statt einer Glatze selber gern ein DING über den Augenbrauen hätten, bereits 2011 in seine tägliche Routine ein: Zuerst mache er nach dem Aufstehen Pipi und putze sich das Gebiss, ehe er die Dusche aufsuche, in welcher Haar samt DING shamponiert würden.

Der Gebrauch der Shampoo-Marke Head & Shoulders lässt übrigens vermuten, dass Herrn Donalds Skalp schuppig ist. Das aber nur nebenbei. Danach werden Haar und DING eine geschlagene Stunde mit einem Trockner geföhnt, wobei Herr Donald Fernsehen schaut und sich gedanklich sammelt. Dann wird es ernst: Das DING wird «ein bisschen nach vorne und ein bisschen nach hinten gekämmt» und sorgsam gefaltet, bis sich der gewünschte Effekt einstellt: BIG HAIR, BIG VELVEETA, BIG KOPF, BIG BIG!

Insgesamt gilt es, Herrn Donald für seinen modischen Mut zu belobigen anstatt ihn niederzumachen, wie es der «Guardian» in typisch linker Manier tat.

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