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Im Fluss

Webflaneur am Dienstag den 7. Juli 2009

Am Uferweg hängt ein Plakat. Der Webflaneur, soeben dem Fluss entstiegen, bleibt tropfend davor stehen. Die Aaretemperatur könne per SMS abgerufen werden, liest er. Das koste ihn nur 40 Rappen. Der Webflaneur schüttelt den Kopf. Zweckmässiger sei es doch, einfach mal eine Zehe ins Wasser zu tunken, sagt er zum Mitschwimmer.

Doch die Temperaturfrage lässt ihn nicht kalt. Zu Hause eingetrudelt, setzt sich der Webflaneur auf den Balkon und wirft das Notebook an. Zuerst surft er bei Aaremarzili vorbei. 20 Grad sei die Aare warm, zeigt die letzte Messung. Damit ist sie bedeutend wärmer als die Gürbe und im Vergleich zur Emme schon fast lau, wie der Webflaneur der Zusammenstellung von Wiewarm entnimmt. Wie warm ist eigentlich der Thunersee? Beim Amt für Wasser und Abfall findet der Webflaneur detaillierte Messwerte sauber auf einer Karte eingetragen. Und ausserhalb des Kantons? Für diese Zahlen schaut er bei der Landeshydrologie vorbei.

In der Zwischenzeit ist die Sonne verschwunden. Die Temperatur wäre gut für ein Jogging, redet sich der Webflaneur ein. Doch wie hoch ist der Ozonpegel? Der Ozonticker der Stadt Bern steht auf 90 Mikrogramm pro Kubikmeter. Doch das Studieren, ob joggen unter diesen Bedingungen gesund sei, erübrigt sich. Denn ganz plötzlich bricht die Wolke. Sintflutartig prasselt der Regen hernieder. Der Webflaneur flüchtet vom Balkon in die Wohnung. Mit lautem Krachen schlägt in der Nähe ein Blitz ein. Die Scheiben klirren, der Boden bebt. Der Webflaneur wirft einen Blick auf die nicht mehr so schöne, braune Aare – und abonniert vorsorglich schon mal die Hochwasserwarnungen von Stadt und Kanton sowie gleich auch noch den allgemeinen Wetteralarm.