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Falls es zu hoch ist…

Webflaneur am Sonntag den 7. Februar 2010

Sie will mit Mozart ans Casting. Doch die Musik sei ihr zu hoch, klagt sie. «Zu hoch im ursprünglichen Sinn des Wortes. Eine Terz tiefer läge mir besser.» Ob sich da etwas machen lasse, fragt sie. Der Webflaneur hat kein Musikgehör. Ihm mangle es an der Zeit für derartige Basteleien, sagt er. «Auch nicht gegen ein Pakerl Mozartkugeln?», fragt sie. So kompliziert könne die Transposition doch nicht sein. Am letzten ähnlichen Werk habe er lange geübt, kontert der Webflaneur. Doch dann lenkt er ein. «Ich kanns mal probieren. Es muss aber prestissimo gehen.»

Er setzt sich an den Rechner. Zuerst brauche er das Opus, murmelt er. Mozart, dessen Musik längst nicht mehr urheberrechtlich geschützt ist, sollte zu finden sein Tatsächlich: Im Mutopiaproject stöbert er das Werk aufs Geratewohl auf – in der Form von Noten, aber auch in der Form einer Midi-Datei. Damit erübrigt sich die Suche bei Cpdl.org, einem ähnlichen Archiv. Der Webflaneur lädt die Midi-Datei herunter. Nun braucht er eine Notationssoftware. Nach kurzer Suche stösst er auf Musescore.org.

Er lädt die Software herunter, installiert sie – und staunt: Vor wenigen Jahren noch hätte ein solches Programm viel Geld gekostet, nun kriegt er es umsonst. Er importiert die Midi-Datei des Mozart-Liedes. Auf dem Bildschirm erscheinen die Noten. Alles markieren, um drei Halbtöne transponieren. Ob die Tonart beim Transponieren angepasst werden solle, fragt das Programm. Ja, gerne, murmelt der Webflaneur. Ein Klick, schon ist das Werk vollbracht. Der Webflaneur hört sich das Lied an. Doch, es klingt gut. Auf die Notenbildpolitur verzichtet er. Er speichert die Partitur als PDF-Datei und schickt ihr diese – zusammen mit einer Lobeshymne auf Musescore.

Am Casting habe alles gut geklappt, erzählt sie einige Tage später. Der Pianist habe sich bedankt. Der Aufwand sei indes unnötig gewesen, habe er gesagt: Das Keyboard transponiere auf Knopfdruck automatisch.