Beiträge mit dem Schlagwort ‘Apollo Guidance Computer’

Auf dem Mond

Webflaneur am Montag den 20. Juli 2009

Als Astronaut auf den Mond fliegen: Davon träumte einst auch Klein-Webflaneur. Und noch heute liest er mit Interesse, was denen, die es vor 40 Jahren getan haben, so alles widerfahren ist. Er liest etwa über den Apollo Guidance Computer: Sieben Jahre wurde am Massachusetts Institute for Technology daran gearbeitet – am Ende unter generalstabsmässiger Führung und Hochdruck.

Der Computer war dank der erstmals eingesetzten integrierten Schaltkreise nur 30 Kilogramm schwer – ein Fliegengewicht für die damalige Zeit. Der Webflaneur überfliegt die technischen Daten und staunt: Die Astronauten liessen sich von einem Rechner lotsen, der mit 73 Kilobytes weniger Speicher hat als sein Kaffeeautomat. Dass der Autopilot im Landeanflug Fehlermeldungen spuckte, bis Neil Armstrong das Steuer an sich riss, lag aber vorab an menschlichem Versagen: Die Astronauten hatten entgegen dem Plan den Radar angeworfen und damit den Rechner überlastet.

Im Cyberspace stolpert der Webflaneur später über die Schaltpläne des Computers. Und selbst eine Simulation entdeckt er. Da erwacht in ihm wieder der Weltraumforscher von früher. Er wirft «seinen» Apollo Guidance Computer an. Auf dem Monitor erscheint der klobige Zahlenblock, über den man den Rechner sogar im Schutzanzug bedienen kann. Und was jetzt? Der Webflaneur wirft einen Blick auf die seitenlange Liste mit den vierstelligen Steuercodes. Dann tippt er aufs Geratewohl eine Zahl ein. Schon meldet sein Guidance Computer einen Fehler.

Dem Webflaneur graut: Astronaut zu sein ist kein Honiglecken. Er übernimmt das Steuer, holt einen Kaffee aus dem Vollautomaten und begräbt einen weiteren Kindheitstraum.