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Föhnsturm

Mathias Born am Dienstag den 22. Oktober 2013

Dem Webflaneur schwirrt der Kopf. Ob er krank sei, fragen Sie? Nein, grundsätzlich fühlt er sich gesund. Er hat lediglich leichtes Kopfweh. Oder besser: Sein Kopf fühlt sich etwas belegt an und sein Nacken leicht verspannt. Von Kopfweh zu sprechen, ist aber übertrieben. Noch. Denn der Webflaneur weiss: Das Schwirren kann aufbrausen und in einen veritablen Sturm übergehen.

Wenns stürmt, ist es schwierig, halbwegs elegant mit Wörtern zu jonglieren. Statt in Bildschirme zu starren, legt man sich dann besser hin, schliesst die Augen und wartet, bis dass der Sturm abflaut. Doch wie gesagt: Bislang hat der Webflaneur bloss einige dunkle Wolken am Horizont ausgemacht. Nicht mehr. Trotzdem trifft er nun eine Vorsichtsmassnahme: Flugs bringt er seinen Text zu Papier. Bis hier.

Dann ändert sich zum Glück alles. Das Schwirren verschwindet. Und der Webflaneur ist wieder voller Tatendrang. In Zukunft, so beschliesst er, notiere er sich ganz genau, wann er Kopfweh bekommt. Wozu, fragen Sie? Für seine ganz persönliche Studie. Der Webflaneur möchte nämlich wissen, ob der Föhn etwas mit dem Sturm im Kopf zu tun hat.

Sogleich macht sich der Webflaneur ans Werk. Er schaut bei Opendata.admin.ch vorbei, wo neu viele von den Behörden erhobene Daten zu finden sind: detaillierte Fakten zu Abstimmungen und Wahlen ebenso wie statistische Daten zur Bevölkerung sowie Wetterdaten. Zu letzteren gehört auch der sogenannte Föhnindex. Darin verzeichnet Meteo Schweiz alle 10 Minuten für 18 Messstationen, ob der Föhn bläst oder nicht. Diese Daten gedenkt der Webflaneur mit seinen Aufzeichnungen zu kombinieren – um herauszufinden, ob es bei ihm eine Korrelation zwischen Föhn und Kopfweh gibt. Wobei: Bis er genügend Daten beisammenhat, um eine signifikante Aussage machen zu können, dürfte noch mancher Sturm ins Land ziehen. Sie machen mit, sagen Sie? Dann melden Sie sich. Der Webflaneur wird sich die Sache überlegen. Sobald er wieder einen ganz klaren Kopf hat.

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