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If this than that

Webflaneur am Mittwoch den 23. November 2011

Morgen regnet es. Das jedenfalls steht in der E-Mail, die soeben eingetroffen ist. Der Webflaneur steht auf, geht in den Gang und legt seinen Schirm bereit. Sie schaut verwundert von ihrer Lektüre auf. «Morgen werde ich gut vorbereitet von dannen ziehen», sagt der Webflaneur. Die herbstlichen Schauer würden ihn nicht kalt erwischen – dank des Warnsystems, das er soeben «programmiert» habe. «Welches Warnsystem?», fragt sie. «Mein Regenwarnsystem», antwortet der Webflaneur: «Wenn der Internetwetterdienst Regen prognostiziert, erhalte ich eine E-Mail.» Sehr praktisch, findet er. Und für einmal pflichtet sie ihm bei. Einen Augenblick lang hat der Webflaneur sogar das Gefühl, sie werfe ihm einen bewundernden Blick zu. Diesen nimmt er gerne entgegen. Obwohl er weiss: Das mit dem Programmieren ist relativ.

Programmcode hat er nämlich keinen geschrieben. Er hat sich seinen Wetterwarnservice vielmehr mit «If this than that» beziehungsweise kurz Ifttt.com machen lassen. Damit können zwei Webdienste gekoppelt werden. Konkret: Meldet der Wetterdienst Regen, wird eine E-Mail verschickt. Wird man auf einem Foto auf Facebook markiert, legt der Dienst eine Kopie des Bildes auf dem eigenen Dropbox-Speicher ab. Oder: Sinkt der Aktienkurs einer Firma unter einen bestimmten Wert, wird man darauf aufmerksam gemacht. Es gibt Tausende weitere Möglichkeiten, wie zwei Webdienste verbunden werden können. Koppeln ist einfach: Entweder klickt man sich das Gewünschte selber zusammen. Oder aber: Man übernimmt ein sogenanntes «Rezept» eines anderen Nutzers.

So hat es der Webflaneur bei der Regenwarnung gemacht. Er hätte wohl keinen bewundernden Blick geerntet, wenn sie gewusst hätte, wie einfach das geht. Und überhaupt hätte er nicht mit seinen «Programmier»-Kenntnissen geprahlt, hätte er gewusst, dass es am nächsten Tag dann doch nicht regnete.

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