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Die Einladung

Webflaneur am Dienstag den 23. August 2011

Nichts habe er unversucht gelassen, sagt der entfernte Bekannte: Er habe sich frühzeitig eingeschrieben und eine halbe Ewigkeit lang ausgeharrt. Dann habe er jeden Winkel der Website nach Registrationslinks durchkämmt – vergeblich. Nun sei er ratlos, konsterniert und wütend: «Offenbar will man mich nicht dabeihaben», wettert er. Es sei «unprofessionell», dass Google ein solches Tamtam veranstalte, ohne dem Ansturm gewachsen zu sein.

Der Webflaneur, der ihm still zugehört hat, schüttelt den Kopf. «Im Gegenteil», sagt er, «das zeugt von Professionalität.» Das neue Soziale Netzwerk Google+ befinde sich in der Testphase. Es sei vernünftig, die Schleusen langsam zu öffnen – und zu beobachten, was passiert. So könne Google Fehler ausmerzen und testen, ob alles stabil läuft. «Ich will rein», stösst der Bekannte hervor. Er müsse sich gedulden, wiegelt der Webflaneur ab. Und er fügt er an: Er beschreibe ihm in der Zwischenzeit, wie Google+ funktioniere. Im Zentrum stünden Kreise. Jeder Kontakt werde zumindest einem davon zugeordnet – dem Familienkreis etwa, dem Freundes-, Kollegen- oder Bekanntenkreis. Nun könne man Texte, Fotos und Videos für einzelne Kreise freigeben. «Schliesslich erzähle ich Bekannten nicht alles, was ich Freunden anvertraue.» Zusätzlich gebe es Gruppenchats – wahlweise per Text oder Video. Letzteres sei besonders spektakulär: Bis zehn Personen könnten an einer Videokonferenz teilnehmen. Die Software merke dabei automatisch, wer das Wort führe und rücke diese Person gross ins Bild. Neu habe Google zudem eine Spielecke eröffnet und mache damit definitiv Facebook Konkurrenz.

«Schön und gut», sagt der entfernte Bekannte. «Ich wills aber selbst probieren.» Der Webflaneur sagt mit einem Augenzwinkern, er müsse halt die Kontakte spielen lassen. «Bitte doch ein Google+-Mitglied im Bekanntenkreis um eine Einladung – ganz freundlich.»

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