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Berns erste Strasse

Webflaneur am Mittwoch den 11. Januar 2006

Screenshot Openstreetmap.org

«Gestatten Sie: B. Z., der Erbauer von Bern.» So könnte er sich nun inskünftig vorstellen, sinniert der Berner Zeitungsblogger. Er hat sein Notebook eingeschläfert und sich hingelegt. Schlafen kann er aber nicht. Er ist noch ganz aus dem Häuschen. Denn er hat eben gerade seine erste Strasse gebaut – die erste Strasse in der Stadt Bern überhaupt.

Doch der Reihe nach: Der Berner Zeitungsblogger hat jüngst mit einem Navigationsgerät herum gespielt. Irgendwann hat er entdeckt, dass er seinen Magellan vom Navigator zum Routenplaner befördern kann, wenn er ihm ein Speicherkärtchen unterschiebt. Bloss: Günstig sind solche Kärtchen mit Kärtchen nicht. Deshalb hat er einen Plan ausgeheckt: Würden viele Nutzer die Koordinaten, die ihre Geräte aufzeichnen, zusammenlegen, entstünde eine Karte. Weshalb sollte bei Strassenkarten nicht auf funktionieren, was mit der Wikipedia bei Enzyklopädien klappt? Doch dann hat er entdeckt: Andere hatten die selbe Idee schon, in Deutschland etwa Opengeodb und Gpspunkte. Auf dem besten Weg ist aber das Community-Projekt Openstreetmap, urteilte er.

Es war am Nachmittag: Der Zeitungsblogger kurvte auf seinem quietschenden Velo durch die Stadt. Magellan sass festgezurrt auf dem Lenker und sammelte eifrig Daten. Wieder zuhause brachte der Zeitungsblogger die gesammelten Koordinaten mit dem Hilfsprogramm, das er auf GPS-Babel aufgestöbert hatte, in die richtige Form. Dann kopierte er sie auf den Rechner von Openstreetmap. Wenig später war das Satellitenbild der Stadt Bern mit gelben Punkten übersäht – dort, wo der Zeitungsblogger durchgekurvt war. Zwei Punkte verband er zu einer Strasse und gab ihr ihren Namen. Zugegeben: Das Prozedere ist etwas gar umständlich und die Website nicht ganz ausgereift. Aber sein Plan funktionierte. Die Londoner haben auf diese Weise bereits eine erstaunlich detaillierte Strassenkarte aufgezeichnet.

Nun ist also auch in Bern der erste Pflasterstein gelegt, sinniert der Berner Zeitungsblogger. Dann döst er ein. Und er träumt von seinen vielen, vielen bunten Punkten, die nun zu Strassen verbunden werden können – von irgendwem.

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