Logo

DAS NETZMAGAZIN.

Webflaneur am Mittwoch den 4. Mai 2005

Der Berner Zeitungsblogger staunt. Er staunt über das Engagement der Jungen. 120 Autorinnen und Autoren – die meisten sind zwischen 18 und 25 Jahre jung – schreiben im Internet ein Magazin, ehrenamlich. Soeben ist ihr Werk nach einem Relaunch in einem neuen Layout veröffentlicht worden. Früher erschien das Online-Magazin ressortweise alle vier Tage. Heute erscheint es am 3. jedes Monats komplett neu. Früher hiess es Plebs, heute heisst es Netzmagazin – oder besser: DAS NETZMAGAZIN. Und zwar gross geschrieben und mit Punkt. Darauf besteht Reeno. Er ist Chefredaktor, Layouter und der geistige Vater von DAS NETZMAGAZIN. Weshalb sich so viele Autoren dafür engagierten, will der Zeitungsblogger wissen. Die Arbeit bei DAS NETZMAGAZIN. sei ein gute Möglichkeit, den Beruf des Journalisten kennenzulernen, erklärt Reeno. Hier dürften sie – für eine fast professionell produzierte Publikation mit Redaktionsschlüssen, einer Bildredaktion und einem Lektorat – erste Schreibversuche wagen, experimentieren und auch Fehler machen. Wie viel Zeit er persönlich in das Hobby investiere, fragt der Zeitungsblogger. Täglich acht Stunden – abends nach Feierabend im Geschäft, sagt Reeno. Der Berner Zeitungsblogger ist sprachlos. Das Online-Magazin sei halt seine Passion, führt Reeno aus. Es sei beliebt: Monatlich würde die Website 30000 Mal angesurft; die Nutzer schauten sich durchschnittlich drei Seiten an. Beeindruckend, findet der Zeitungsblogger, der den Wetteinsatz aus der Kolumne von letzter Woche – durch den Murtensee zu schwimmen – aus Mangel an Zugriffen auf seine Website nicht wettmachen muss.

Doch zurück zu DAS NETZMAGAZIN. So etwas ist in der Schweiz einmalig, vermutet der Berner Zeitungsblogger. Zwar kennt er viele andere Online-Publikationen: Ab und zu liest er etwa in der Netzeitung, der ersten reinen Online-Zeitung mit Vollredaktion aus Deutschland. Ab und zu schmökert er auf Indymedia in jenen Geschichten, an denen sich Andere nicht die Finger verbrennen wollen. Ab und zu liest er im Medienheft oder bei Die Gegenwart Hintergründiges zu den Medien. Ab und zu stübert er im Online-Magazin Telepolis. Fast täglich ackert er sich durch die Techniknachrichten des Heise Newstickers, ab und zu auch durch jene von Slashdot oder Symlink. Dass aber junge Erwachsene über Jahre hinweg ein ganzes Magazin gestalten, das imponiert dem Weblinkschreiber. Komisch, denkt er plötzlich – komisch, dass er seine Brötchen ausgerechnet mit dem Lob des nicht kommerziellen DAS NETZMAGAZIN verdient. Und er setzt einen Punkt.

« Zur Übersicht

Kommentarfunktion geschlossen.