Superinfektion – ein Doppelangriff auf den Körper

Nach einer Erkältung oder Grippe ist der Körper geschwächt. Das nützen einige Bakterien aus.

Hat einen eine Superinfektion erwischt, ist Schonung angesagt. Foto: Pixabay (Pexels)

Auch wenn momentan das Coronavirus im Zentrum des öffentlichen Interesses steht, sollte man nicht vergessen, dass es keine gefährlichen Erreger aus China braucht, damit man sich mit einer Infektionskrankheit echt mies fühlen kann. Nach der eigentlichen Genesung von einer happigen Grippe kann es noch wochenlang dauern, bis man sich wieder fit fühlt.

Und dann gibt es noch die sogenannte Superinfektion, deren Namen nicht wirklich Gutes verheisst. Aus dem Lateinischen übersetzt heisst super «über». Im Fall der Superinfektion bedeutet es, dass Bakterien ein leichtes Spiel haben, wenn unser Körper bereits durch Erkältungs- oder Grippeviren geschwächt ist, und das betroffene Gewebe zusätzlich infizieren können. Was in der Folge dazu führen kann, dass sich eine bestehende oder auch bereits im Abheilen begriffene Infektion wieder verstärken kann.

Eine Superinfektion fordert unserem Körper denn auch einiges ab. Wenn dieser durch eine Erstinfektion vielleicht bereits geschwächt ist, kann das auch gefährliche Folgen haben.

Antibiotika als letztes Mittel

Im Gegensatz zu anderen Erkältungskrankheiten wird eine Superinfektion zwar durch Viren begünstigt, aber durch Bakterien ausgelöst. Darum verschreibt der Arzt in diesem Fall oft auch ein Antibiotikum. Die zu häufige und überflüssige Abgabe von Antibiotika ist in letzter Zeit immer wieder diskutiert worden. So kann sich eine Antibiotikaresistenz entwickeln, was bedeutet, dass sie bei einer wirklich notwendigen Behandlung nicht mehr greifen.

Unbestritten ist allerdings, dass bei einer Superinfektion ohne spontane Besserung Antibiotika nötig sind, damit sich bestehende Symptome nicht noch verschlimmern und sich beispielsweise eine lebensgefährliche Herzklappenentzündung oder eine Hirnhautentzündung entwickeln kann.

Ein geschwächtes Immunsystem ist riskant

Das Tückische an der Superinfektion ist, dass sie sich oft erst dann zeigt, wenn man meint, ein bestehender Infekt sei überstanden. Kommt es dann zu einer Zweitinfektion, flammen die Beschwerden wieder auf. Und dies heftiger als zuvor.

Oft passiert das, wenn das Immunsystem eines Patienten bereits geschwächt ist. Das kann bei älteren Menschen der Fall sein, oder bei solchen, die bereits an einer Vorerkrankung leiden. Oder wenn wie zurzeit viele Menschen an grippalen Effekten erkrankt sind. 5 bis 10 Prozent der Patienten, die vorher unter einer virusbedingten Bronchitis litten, entwickeln in der Folge eine Superinfektion. Diese bakterielle Lungenentzündung kann unter anderem durch Pneumokokken ausgelöst werden.

Vorsicht bei diesen Symptomen

Es scheint logisch zu sein, dass eine Superinfektion meistens gefährlicher ist als die Erstinfektion. Darum sollte man zum Arzt, wenn sich nach einer fast schon abgeklungenen Erkältung oder einem grippalen Effekt plötzlich wieder stärkere Krankheitssymptome zeigen.

Folgende Hinweise können darauf hindeuten, dass sich aus einem Virusinfekt eine bakterielle Infektion entwickelt hat:

  • grünlich-gelb gefärbter Auswurf beim Husten
  • grünlicher Nasenschleim
  • starke Kopfschmerzen
  • hohes Fieber
  • ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl

Jetzt braucht der Körper Ruhe

Hat einen die Superinfektion bereits in ihren Krallen, ist Schonung angesagt. Also keinen Sport treiben und kein Krafttraining im Gym! Denn, wie schon gesagt, ein bereits ausgebrochener erster Infekt wurde aktiviert, weil unser Immunsystem zu schwach war, um den bakteriellen zweiten Angriff abzuwehren. Ein klarer Hinweis darauf, dass der Körper seine Ruhe braucht und nicht gefordert werden darf.

Heilsam sind, neben genügend Schlaf, bewährte Massnahmen, die auch bei anderen Erkältungskrankheiten greifen. Der Körper braucht viel Flüssigkeit, am besten Erkältungs- oder Hustentee oder ein Süppchen. Und natürlich können auch vom Arzt verschriebene Medikamente helfen, Husten, Halsweh, Schnupfen, Fieber & Co. zu lindern. Kontraproduktiv ist ein schlechtes Gewissen, weil man nicht leistungsfähig ist. Wer sich trotzdem ins Büro schleppt, handelt fahrlässig. Nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch gegenüber den Kolleginnen und Kollegen.

Weitere Infektionen vermeiden

Ist man wieder fit, sollte man auch weiter die Schutzmassnahmen befolgen, um sich vor neuerlichen Infektionen zu schützen. Denn eine überstandene Superinfektion schützt leider nicht automatisch vor weiterer Ansteckung. Also:

  • Hände gut und gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen.
  • Desinfektionsmittel verwenden.
  • Engen Kontakt zu anderen «Erkältungsopfern» meiden. Denn Erkältungsviren werden bekanntlich durch Hautkontakt und Tröpfcheninfektion übertragen.

Und vielleicht das Wichtigste von allem: Das Immunsystem stärken, um gegen allfällige weitere Angriffe von Infektionen aller Art gefeit zu sein. Tipps dafür lesen Sie am nächsten Freitag an dieser Stelle.