Ätherische Öle – das sollten Sie beachten

Die Alleskönner liegen im Trend. Bei welchen Beschwerden ätherische Tropfen helfen können – und wo Risiken lauern.

Kleiner Tropfen, grosse Wirkung: Ätherische Öle werden auch aus Heilkräutern hergestellt. Foto: iStock

Von ätherischen Ölen hört man immer wieder, dass sie bei verschiedensten körperlichen und psychischen Beschwerden helfen sollen. Vor allem im Winter werden sie oft und gerne verwendet, da die Düfte entspannend und stimmungsaufhellend wirken. Eine gewisse Vorsicht ist dennoch geboten. Dies, wenn es um die Qualität, die Anwendung und die Dosierung der verschiedenen Produkte geht. Zeit, ein paar Fragen zu klären.

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle stammen aus verschiedensten Pflanzen. Besonders bekannt dafür sind Eukalyptus, Lavendel, Pfefferminze und Teebaum. Ätherisch werden sie genannt, weil sich die Flüssigkeit sofort auflöst, wenn das Öl mit Luft in Berührung kommt: Für kurze Zeit bleibt der Duft des Öls in der Luft.

Wie werden sie produziert?

Gewonnen werden die ätherischen Öle durch verschiedene Methoden, zum grössten Teil durch Wasserdampfdestillation oder Extraktion. Die schonendere Kaltpressung wird nur bei wenigen Pflanzen angewendet, etwa bei Schalen von Zitrusfrüchten. Bei einzelnen Sorten kommen auch chemische Lösungsmittel zum Einsatz; das muss aber auf dem Produkt deklariert sein. Darum werden natürliche Öle empfohlen.

Wie werden sie verwendet?

Eukalyptus, der Klassiker der ätherischen Öle.

Eingesetzt werden diese Wunderöle auf verschiedene Arten. Bei der Aromatherapie werden ätherische Öle inhaliert oder zum Massieren verwendet. Ideal sind die Öle auch als Badezusatz und in der Sauna. Beliebt ist die Beduftung von Räumen mittels Duftlampen. Wichtig ist bei den Ölen, dass die Materialen rein und von guter Qualität sind. Sie sind vorsichtig zu dosieren (siehe auch ganz unten).

Welche Öle helfen wogegen?

Ätherische Öle können für ein weites Spektrum von Beschwerden und Leiden eingesetzt werden. Es gibt zahlreiche Studien, welche Wirkungen ätherischer Öle belegen. Dennoch ist ihr Einsatz nicht unumstritten, was vor allem an der Komplexität liegt: Zahlreiche Inhaltsstoffe sind von der Forschung bisher nicht identifiziert, und von vielen Pflanzen gibt es unterschiedliche Arten, und sie können sich zudem von Ernte zu Ernte unterscheiden. Doch auch Ärzte und Kliniken setzen heute in ihren Therapien ätherische Öle ein. Hier eine Auswahl von Ölsorten und wo sie helfen können.

Erkältungen: Campher (Kampfer), Eukalyptus, Fichte, Kamille, Menthol, Minze.

Schnupfen: Eukalyptus, Fenchel, Fichte, Kiefer, Minze, Myrrhe, Sandelholz.

Husten: Anis, Basilikum, Eukalyptus, Fenchel, Fichte, Muskat, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thuja, Thymian, Zitrone, Zypresse.

Grippe: Angelikawurzel, Benzoe, Eukalyptus, Grapefruit, Limette, Lorbeer, Myrte, Pfefferminze, Teebaum, Thymian, Zitrone, Zimt.

Kopfschmerzen: Eukalyptus, Ingwer, Lavendel, Majoran, Melisse, Minze, Rose, Rosmarin, Thymian.

Juckreiz: Kamille, Lavendel, Sandelholz, Vetiver, Zedernholz, Zitrone.

Verdauungsstörungen: Ingwer, Kümmel, Majoran, Zimt.

Blähungen: Ackerminze, Angelika, Anis, Bergamotte, Fenchel, Ingwer, Kamille, Koriander, Kümmel, Melisse, Nelke, Schafgarbe.

Krämpfe: Lavendel, Melisse, Muskatellersalbei, Ylang-Ylang.

Mundhygiene: Kamille, Myrrhe, Nelke, Pfefferminze, Zimt, Zitrone.

Parodontose (Zahnfleisch): Manuka, Myrrhe, Nelke, Pfefferminze, Teebaum.

Zahnschmerzen: Lorbeer, Minze, Myrte, Nelke, Niaouli, Schwarzer Pfeffer.

Sieht schön aus und hilft gegen Kopfweh: Lavendel.

Wundheilung: Geranie, Kamille, Lavendel, Patschuli, Rose, Teebaum, Thymian.

Menstruationsbeschwerden: Bergamotte, Kamille, Lavendel, Majoran, Muskatellersalbei, Schafgarbe, Ylang-Ylang, Zimt.

Wechseljahrbeschwerden: Muskatellersalbei, Nana-Minze, Pfefferminze, Rose, Rosengeranie, Zypresse.

Reisekrankheit: Basilikum, Fenchel, Ingwer, Kamille, Lavendel, Pfefferminze.

Mücken: Citronella, Eukalyptus, Teebaum.

Schlafstörungen: Bergamotte, Kamille, Lavendel, Majoran, Rose, Ylang-Ylang.

Frühjahrsmüdigkeit: Grapefruit, Ingwer, Orange, Pfefferminze, Rosmarin.

Depressive Stimmung: Bergamotte, Geranie, Jasmin, Kamille, Lavendel, Mandarine, Neroli, Rose, Rosmarin, Ylang-Ylang.

Konzentrationsschwäche: Eukalyptus, Rosmarin, Zitronengras.

Haarpflege: Broccolisamen, Hopfen, Zitronenmelisse.

Hautpflege: Benzoe, Lavendel, Rose.

Hautausschläge: Birke, Geranie, Kiefer, Lavendel, Rose, Thymian, Zeder, Zitrone.

Wo ist Vorsicht geboten?

Auch bei rein natürlichen Ölen ist auf die Dosierung zu achten, die auf den Produkten angegeben ist. Insbesondere bei Kindern sind die Öle sehr vorsichtig zu dosieren; bei Säuglingen sollten sie nicht eingesetzt werden.

In der Schwangerschaft sollten gewisse Ölsorten gemieden werden, insbesondere Anis, Basilikum, Estragon, Fenchel, Lorbeer, Muskatellersalbei, Rosmarin, Salbei, Thymian, Wacholder und Ysop. Epileptiker sollten Fenchel, Kampfer, Rosmarin, Salbei, Thymian und Ysop meiden. Allergiker sollten natürlich Stoffe meiden, auf die sie allergisch reagieren.

Das Bundesamt für Gesundheit weist darauf hin, dass ätherische Öle aus Raumluftparfüms, Duftkerzen, duftenden Öllämpchen und Räucherstäbchen «die Raumluft mit chemischen Stoffen und teils mit bedenklichen Verbrennungsprodukten» belasten und empfiehlt: «Man sollte sie nur gezielt und zeitlich begrenzt einsetzen.» Räume sollten danach, insbesondere vor dem Schlafengehen, gut gelüftet werden.