So schützen Sie sich vor einer Sonnenallergie

Die polymorphe Lichtdermatose kann Ihre Haut verrückt spielen lassen. Kommen Sie ihr zuvor! Foto: Pixabay (Pexels)

Kaum wärmen die ersten wohltuenden Sonnenstrahlen, kann unsere Haut an exponierten Stellen verrückt spielen. Wie bei einem Sonnenbrand zeigen sich die vielfältigen Symptome in Form verschiedener juckender Ausschläge – allerdings erst verspätet.

Sieben Fakten und Tipps, wie man sich vor einer Sonnenallergie schützen kann.

1. Eine Sonnenallergie ist keine klassische Allergie

Der Auslöser der polymorphen Lichtdermatose (PLD), im Volksmund Sonnenallergie genannt, sind UVA-Strahlen. Bei empfindlichen Menschen können sich nach einem ausgedehnten Sonnenbad darum Hautausschläge in Form von juckenden und schmerzenden Pusteln, Papeln und Pickeln zeigen.

2. Es gibt keine akuten Symptome

Typischerweise treten die vielfältigen Ausschläge meistens erst Stunden oder Tage nach der UV-Bestrahlung auf. Meistens sind Hautstellen betroffen, die nicht bedeckt wurden und der Sonne besonders stark ausgesetzt waren – zum Beispiel das Décolleté, die Handrücken oder die seitlichen Schulterpartien. Wer unsicher ist, ob sie oder er unter einer Sonnenallergie leidet, kann durch einen Lichttest bei einem Dermatologen Klarheit erhalten.

3. Frauen leiden mehr

Studien zufolge sind etwa 10 bis 20 Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung betroffen, besonders häufig sind es hellhäutige Mädchen und Frauen zwischen 10 und 30 Jahren. Und jede bzw. jeder Fünfte, die oder der unter Sonnenallergie leidet, hat in der Familie ein weiteres «Sonnenopfer».

4. Die Ursache ist unklar

Was die genaue Ursache von PLD ist, weiss man nicht abschliessend. Man vermutet, dass autoimmunologische Prozesse für die Erkrankung verantwortlich sind.

5. Eine Sonnenallergie hat viele Gesichter

Die sogenannte Mallorca-Akne ist eine Sonderform der PLD. Sie zeigt sich vor allem bei Menschen mit fettiger Haut, die auch zu Akne neigen. Hier bildet die Haut nach der Sonnenbestrahlung stecknadelgrosse Pusteln, die ebenfalls jucken und brennen. Ausgelöst werden diese nicht nur durch die UVA-Strahlen, sondern auch nach dem Gebrauch fetthaltiger Sonnencremen.

Fachliche Beratung: Dr. med. Inja Allemann, Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie FMH sowie Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH, www.rivr.ch

5. Einer Sonnenallergie kann man vorbeugen

Wer empfindlich auf die Sonne reagiert, sollte bei warmen Temperaturen unbedingt eine Sonnencreme mit Faktor 50 verwenden, der vor UVA- und UVB-Strahlen schützt. Ob diese Filter nun physikalisch oder chemisch sind, spielt keine Rolle. Aber nicht nur der Hautschutz ist wichtig, sondern auch der Schutz mit entsprechender Kleidung oder einem Hut. Und natürlich sollte man die Sonne in den intensivsten Zeiten meiden.

Wer besonders sonnenempfindlich ist, dem können gezielte UVA-Bestrahlungen («Light Hardening») beim Dermatologen dabei helfen, die Haut langsam an das Sonnenlicht zu gewöhnen und so eine PLD zu verhindern.

Nicht bewiesen, aber durchaus möglich ist es, dass eine Ernährung mit Antioxidantien eine übermässige Sonnen-Empfindlichkeit vermindern kann. So werden Früchte und Gemüse wie Aprikosen, Pfirsiche, Tomaten, Nüsse und grüne Tees empfohlen. Auch die Einnahme von Calcium kann eine vorbeugende Wirkung haben.

7. Erste Hilfe, die wirkt

Zeigen sich die ersten Symptome, so können Hausmittel helfen. Vor allem Aloe Vera beruhigt die Haut und hilft bei Juckreiz. Quarkumschläge kühlen, und Ringelblumensalbe und Lavendel besänftigen die gereizte Haut. Wenn Hausmittel nicht mehr helfen, oder die Hautausschläge sehr stark sind und sich nicht verbessern, kann der Arzt Antihistaminika oder cortisonhaltige Cremen verschreiben.

9 Kommentare zu «So schützen Sie sich vor einer Sonnenallergie»

  • Doris sagt:

    Sonnenschutzmittel Eucerin 50 + Oil Control, bevor ich aus dem Hause gehe. Und nur noch unparfümierte Feuchtigscrèmes, keinerlei Fettcrèmes mehr und die Ausschläge mit Juckreiz bleiben seither aus.

  • Paperina sagt:

    Sonnencréme von Ladival ist sehr zu empfehlen, zudem Einnahme von Borretschöl-Kapseln – und die Symptome verschwinden. Ich leide seit 30 Jahren darunter, mit dieser Kombi bin ich beschwerdefrei

  • Berger sagt:

    Ich finde das dieser Artikel lesenswert und hilfreich ist.

  • Andreas Kühne sagt:

    Fehlerhafter Artikel: Das konventionelle Lichtharding wird beim Dermatologen durch UVB 311 nm (narrow band) und nicht durch UVA durchgeführt. In der Regel werden 12 Sitzungen vor der erstmaligen Sonnenexposition im Frühjahr durchgeführt. Auch effizient ist Betacarotin, was derzeit in der Schweiz nicht lieferbar ist. Mit diesen Tabletten konnte ich schon vielen Patientinnen und Patienten helfen. Wichtig im Frühjahr ist der dosierte Aufenthalt in der Sonne; nicht zu lange bei den ersten Malen.

  • Godi sagt:

    Ich kann bei der Dame auf dem Foto keinerlei Symptome einer Lichtdermatose erkennen. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen scheint sie auch nicht unter übermässigem Juckreiz zu leiden.

  • Geneviève Appenzeller sagt:

    Hab Sonnnenallergie bekommen, als ich von den Walliser Bergen nach Zürich zum Studium zog. Es war grauenhaft, ohne Medikamente habe ich mich nach 2 Minuten an der Sonne blutig gekratzt, Jahr für Jahr. Als ich später schwanger wurde, wollte ich in jenem Sommer keine Medikamente mehr nehmen und befolgte aus der Not den Rat einer Kollegin: täglich einen frischen Rüeblisalat mit fettiger Sauce zu essen. Meine Haut nahm nach wenigen Wochen zwar einen deutlichen Orangenton an, aber ich war beschwerdefrei! Meine Tochter ist mittlerweile eine (gesunde) Ärztin, also hat ihr das natürliche Vitamin A nicht geschadet.

  • Grisu sagt:

    Hatte jahrelang sehr starke Sonnenallergie, welche mir diverse Urlaube am Meer vermiest hat. Ich habe so ziemlich alles ausprobiert – Calcium, Beta-Carotin, Vitamin C und diverse Sonnencremes. Alles mit gar keinem oder mässigem Erfolg. Irgendwann bin ich dahinter gekommen, dass meine Haut an der Sonne auch auf die Konservierungsstoffe im Duschgel reagiert. Seither benutze ich im Sommer nur noch Duschgels ohne Konservierungsmittel (z. B. diejenigen von Weleda) und die verhältnismässig preiswerte aha-Sonnencreme aus der Migros. Mit dieser Kombination kann ich wieder unbeschwerte Badeurlaube am Meer verbringen. Aber ich halte im Sommer wirklich sämtliche Cremes mit Konservierungsstoffen von meiner Haut fern – auch „normale“ Bodylotions und Handcremes.

  • tina sagt:

    ich dachte, beta-carotin wirkt, auch in kombi mit calzium und vitamin c. man kann viele rüebli essen und/oder sich in der drogerie beraten lassen, welche präparate es gibt.
    früher bekam ich so einen wirklich üblen ausschlag erst nach 10 tagen intensiver sonnenbestrahlung (=sommerferien am meer im süden), jetzt geht das leider schneller und darum mache ich obiges. ja, diese sonnencremes, unter denen man schwitzt wie unter plastikfolie, die verstärken den effekt. leider.
    wenns dann da ist hilft mir persönlich tatsächlich ein mittel, das man auch gegen pollenallergie einsetzt (drogerie fragen) und gel gegen juckreiz, wie jene gegen insektenstiche und sonnenbrand

  • Nausika Zehnder sagt:

    Anna
    Ich bekam etwa 35-jährig plötzlich Sonnenallergie und sie blieb bis etwa 60. Dann verschwanden die Symptome genauso plötzlich und ich bin seit 10 Jahre wieder normal.
    Zwischen April und September strich ich kiloweise Crèmes auf Händen und Füssen, die Firmen haben sicher den Pik gemerkt!!

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