Gwyneth Paltrow gerät immer stärker unter Beschuss

Unlauterer Wettbewerb und unzufriedene Kunden: Gwyneth Paltrow an einer Goop-Veranstaltung in New York. (Fotos: Getty Images)

Die Schauspielerin Gwyneth Paltrow ist als Unternehmerin mit ihrem natürlich-glamourösen Girl-Next-Door-Look das beste Aushängeschild, wenn es darum geht, auf ihrer Lifestyle-Website Goop erfolgreich Produkte aus Mode, Beauty oder Wellness zu vermarkten. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, denn mit dem Verkauf von Träumen operiert die gesamte Mode- und Schönheitsindustrie.

Doch seit ein paar Wochen gerät Paltrow immer stärker unter Beschuss. Dies, weil eine angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Goop-Produkten angepriesen wird. Nachdem die Werbeaufsichtsorganisation Truthinadvertising.org bereits vor einem Jahr auf diesen unlauteren Wettbewerb hingewiesen hatte, entfernte Goop 19 nicht belegte Aussagen auf der Website entfernt, wie Truthinadvertising.com im Juni dieses Jahres feststellte.  Zwei Dutzend andere Aussagen sind jedoch nicht gelöscht worden.

Beckenbodenübungen mit Edelsteineiern

Gwyneth Paltrow’s Lifestyle-Website Goop steht immer öfter in der Kritik. (Getty)

Goop wird beschuldigt, unrichtige Behauptungen über angeblich gesundheitliche Vorteile von Jade- und Rosenquarzeiern sowie einer Essenz gegen Depressionen gemacht zu haben. Paltrow empfiehlt, mit den in die Vagina eingeführten Edelsteineiern (auf der Website für 66 bzw. 55 Dollar im Angebot) täglich Übungen zu machen. Damit soll die Blase kontrolliert, die sexuelle Lust erhöht, Hormone und Menstruationszyklen ausbalanciert und der Beckenboden trainiert werden.

Nichts gegen Beckenbodenübungen, aber mit der empfohlenen Methode von Goop kann dies zu bakterieller Scheidenentzündung und sogar zu einem tödlichen Schocksyndrom führen. Nicht weniger unsinnig ist die versprochene Wirkung des «Inner Judge Flower Essence Blend», einer Mixtur aus Blütenextrakten für 22 Dollar, die bei Anflügen von Depressionen helfen soll. Goop wurde jetzt aufgefordert, alle Gesundheitsversprechen für Produkte zu unterlassen, für die keine wissenschaftlichen Beweise erbracht werden können – und den Verkauf von mit falschen Angaben beworbenen Medizinalprodukten einzustellen.

Bienengiftspritzen und Imageverluste

«Ich muss alles ausprobieren», sagte Paltrow der «New York Times». Mit «alles» meinte sie scheinbar nicht nur Make-up und Co., sondern auch diverse andere obskure Methoden. So verriet sie auf Goop, sie habe sich Bienengift spritzen lassen, um eine alte Verletzung zu behandeln. Dass gewisse Menschen allergisch auf einen Bienenstich reagieren können und im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock erleiden, hat sie scheinbar ausgeblendet.

Jetzt muss Paltrow also eine weitere geschäftliche Niederlage einstecken, nachdem schon der renommierte Condé-Nast-Verlag ein gemeinsames Projekt für ein Goop-Magazin gestoppt hat. Dies wegen der Vorwürfe gegen die Schauspielerin, gewisse Produkte mit nicht belegten Gesundheitsversprechen zu verkaufen. Paltrows Unternehmen verteidigt seine Geschäftspraktiken und will nichts Falsches gemacht haben. Inzwischen ist Goop einen Vergleich eingegangen: Unzufriedenen Kundinnen wird eine Rückzahlung angeboten, und Goop bezahlt 145’000 Dollar, um einen Rechtsstreit zu umgehen. Das mag nicht viel sein, aber hier geht es nicht in erster Linie um Geld, sondern um die Glaubwürdigkeit und den damit verbundenen Imageverlust. Denn die Schauspielerin ist nicht nur ein Teil ihres Unternehmens, für ihre Kundinnen ist sie Goop.

Vorgestern waren die Rosenquarzeier immer noch im Angebot auf der Goop-Website, angepriesen mit den Worten: «Gemacht aus herzaktivierendem Rosenquarz, verbunden mit positiver Energie und Liebe…» Ob ihr die Liebe ihrer Kundinnen noch sicher ist, wird sich weisen.

21 Kommentare zu «Gwyneth Paltrow gerät immer stärker unter Beschuss»

  • Emy Saladin sagt:

    Ich weiss nicht, wie viele Menschen wie oft noch angeben müssen, dass diese Art von Artikeln sich nicht zu lesen lohnen. …. und noch weniger zu schreiben.
    Wenn die Meinungsäusserungen nicht zur Kenntniss genommen werden, wieso hören Sie, die Redaktion, nicht auf mit der Fragestellung?????

  • S. Marti sagt:

    Ob Homöopathie hilft oder nicht ist am Ende egal. Ich leide an Cluster Kopfschmerzen. Medikamente en masse. Cortison, Imigran und sogar Botox usw usf. Die Migräne blieb. Dann bekam ich die Möglichkeit, an einer Naturheilschule bei einem Amnesegespräch teilzunehmen. Ich erhielt Tröpfchen die ich einnehmen musste. Habe ich gemacht. Und seit 6 Monaten bin ich mehr oder weniger ohne Cluster Anfälle. Die klassische Chemie hat während rund 20 Jahren nichts, aber auch gar nichts an meiner Krankheit geändert. Die Tröpfchen schon. Und wenn es nur ein Placebo Effekt ist (was ich nicht denke) dann hat es mir doch geholfen. Und das ist ja eigentlich das Ziel jeder Behandlung. Eines sollte das Andere nicht ausschliessen. Und zu Paltrow: Abzockerei.

  • Albina sagt:

    Wenn jemand so blöd ist auf solche Werbung reinzufallen ist selber Schuld.
    Solche selbsternannte vip glauben sie könnten alle Menschen für dumm verkaufen.

  • Jens Hafner sagt:

    Die Kritik mag berechtigt sein. Nur müsste man sie ausweiten auf so ziemlich alle Produkte des Beauty-Marktes. So weiss man schon lange, dass beispielsweise die menschliche Haut permeabel ist für ziemlich alle Arten von Molekülen. Anders gesagt: Was wir uns einschmieren landet auch in Blut und Gewebe. Man lese einmal die Inhaltstoffe auf den Verpackungen von Cremes, Shampoos und Lotionen. Dinge, die wir nie freiwillig essen oder trinken würden. Aber wir schmieren sie ein und sie landen im Körperinneren. Was sie da anrichten? Wie soll man das wissen bei all den hundert anderen Dingen, die über Ernährung und Atmung noch dazukommen. Fazit: Das Leben ist lebensgefährlich. Das war es früher, das ist es heute. Nur haben wir heute genial viel Möglichkeiten, uns teuer und elegant zu schaden …

  • bela summermatten sagt:

    Blöderweise habe ich mir einen dieser Rosenquarze rektal eingeführt weil ich glaubte, er würde gegen meine Rosettenwarze helfen.

  • Jürg Schmid sagt:

    Zum Ausgleich erwarte ich gelegentlich auch einen kritischen Bericht über die Tricksereien der ach so wissenschaftlichen Pharmalobby.

    • Urs Müller sagt:

      Wollen Sie wirklich die aktuelle Pharmaforschung und Pharmakologie mit dem Hokuspokus von Frau Paltrow gleichsetzen?
      Dann behandeln Sie wohl Knochenbrüche mit Salbei-Pflastern und Krebs husten Sie gemäss der Hamerschen Medizin einfach aus?

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Bei den völlig desorientierten Mitgliedern der Hollywood-Blase lässt sich mit jedem Hokuspokus Kohle schaufeln. Wer früh damit beginnt, sich mit unraffinierter nach biologischen Richtlinien produzierter Pflanzennahrung mit hohem Rohkost-Anteil zu ernähren und dabei die Ratschläge von Dr. Johanna Budwig betreffend kaltgepresstem Leinöl mit schwefelhaltigen Aminosäuren berücksichtigt, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit nie an Krebs oder einer anderen Zivilisationskrankheit leiden. Ja, so einfach geht Gesundheit, was aber nicht heisst, dass es nicht hart sein kann, dorthin zu gelangen wegen all den Verführungskünsten der amoralischen Nahrungsmittelkonzerne inklusive der rücksichtslosen Tiermissbrauchs-Industrie.

    • Anton Moser sagt:

      Huch, haben Sie ihre Hokuspokus Methoden und Argumente bei G Paltrow abgeschaut? Geht nämlich in die gleiche Richtung. Krebs ist eine sehr umfassende Krankheit die fast jedes Körperteil betreffen kann. Da können Sie mit Ihrem Leinöl einpacken.

    • Martin Frey sagt:

      Das sind jetzt aber schon fast Verheissungen von Paltrow’schem Niveau, Herr Niederer. Gratuliere!

    • Hanspeter Niederer sagt:

      @Moser, Frey, Schmidli . braingewashte Mitmenschen sind nun mal ahnungslos, aber immerhin süffisant überheblich, da sie sich im Mainstream pudelwohl fühlen. Weiterbildung würde weiterhelfen und erschreckende Aha-Erlebnisse bewirken. „Das Fettsyndrom“, Johanna Budwig. Auf einer australischen Webseite in Deutsch gratis downzuloaden. Allerdings mit enorm vielen Orthographiefehlern aufgrund eines überforderten OCR-Programms. Die korrigierte Version gibt es bei H. Niederer – gratis selbstverständlich.

      • Anton Moser sagt:

        Ich muss mich nicht weiterbilden, ich habe einen respektablen Uniabschluss. Bloss weil ich nicht auf den Homöopathie Zug aufspringe, heisst das noch lange nicht, dass ich eine Bildungslücke hätte. Im Gegenteil, ich weiss wie logisches Denken angewendet wird und wann eine Theorie einfach keinen Sinn macht.. Aber nur zu, verdünnen Sie ihre Medizin in unendliche Potenzen bis etwas gaaanz magisches passiert. Ich glaube übrigens auch nicht an den Weihnachtsmann. Muss ich mich diesbezüglich auch weiterbilden?

  • Max Demian sagt:

    Ich frage mich, ob homöopathische Mittel bald ebenfalls unter Beschuss stehen.

    Langsam wäre es an der Zeit, dass man auch hier Fakten sprechen lässt.
    In unserem postfaktischen Zeitalter sucht man sich aber halt gerne aus, an welche Fakten man glauben (sic!) will und an welche nicht (Klimawandel, Gentechnik, Homöopathie, Bio etc.) .

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Homöopathie steht seit jeher unter Dauerbeschuss der Pharma-Lobbyisten. Dummerweise arbeiten auch sehr viele ausgebildete Mediziner damit, weil sie damit Erfolg haben.

      • Anton Moser sagt:

        Es geht wie im Artikel darum, ob es erwiesen werden kann, dass es hilft oder ob erwiesen werden kann, dass es nicht hilft. Wenn für wehwehchen Homöopathie von einem Schulmediziner eingesetzt wird, weil der Placebo Effekt stark genug ist, dann ist doch alles OK. Wenn aber mit Homöopathie alleine Krebs oder andere schlimme Krankheiten geheilt werden sollen, dann hört der Spass auf und es sollen geprüfte Methoden zum Zug kommen, die tatsächlich helfen. Vorausgesetzt man möchte gesund werden.

      • Martin Frey sagt:

        Homöopathie steht unter Kritik der Wissenschaft, weil es nachweislich nicht besser, aber auch nicht schlechter ist als Placebo. Oder anders formuliert, Homöopathie ist Placebo. Das ist alles.

    • Leo Schmidli sagt:

      Homöopathische Mittel stehen schon „unter Beschuss“, weil sie nachweislich nicht wirksam sind. Fakten.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Und all die Mediziner, welche die Homöopathie anwenden sind Idioten. Richtig? Homöopathie hat übrigens keine Nebenwirkunen, ganz im Gegensatz zur Placebo-Chemie der Schulmedizin.

      • romain fink sagt:

        @Hanspeter Niederer (untendran)
        Ihre Kommentare triefen nur so von unerträglichen Falschaussagen und Unwahrheiten, dass es mir übel wird.
        Placebo-Chemie existiert nicht. Placebo beinhaltet keine Wirkstoffe, genau so wie homöopathische Präparate. Ironischerweise verschreibt ein Schukmediziner mit Placebo ein von homöopathischen Mitteln nicht unterscheidbare Substanz.

        Bei Ihnen frage ich mich, was Ihre Intentionen sind. Ist Geld im Spiel oder sind Sie so verblendet wie ein religiöser Fanatiker?

Kommentar

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