Was bei Cellulite hilft – und was garantiert nicht

Gut im Strumpf: Jennifer Lopez zeigt auf der Bühne genau das, was ihre Fans auch sehen sollen. Foto: Matt Sayles (Invision/AP)

Auch wenn uns die Schönheitsindustrie etwas anderes verspricht: Aus einer Orange wird keine Aprikose. Sprich, Cellulite lässt sich nicht wegcremen. Und es gibt kein Zaubermittel, das schwaches Bindegewebe über Nacht festigt.

Natürlich kann man sich fragen: Warum soll ich mich über etwas aufregen oder etwas bekämpfen, an dem zwischen 85 und 98 Prozent aller Frauen, die mehr als 20 Jahre alt sind, leiden? Und es gibt Weltbewegenderes als die unschönen Dellen an Oberschenkeln und Hintern, an denen ausschliesslich Frauen leiden. Denn ihre Oberhaut ist dünner, die darunterliegende Lederhaut flexibler als jene von Männern. Im Unterhautgewebe befinden sich grössere Fettzellen, die in Fettkammern zusammengefasst werden. Diese können sich bis um ein Vielfaches vergrössern. Eine durchaus nützliche Sache bei einer Schwangerschaft. Aber sonst?

Bei dieser eindeutigen Faktenlage – Orangenhaut ist kein gesundheitliches Problem – wäre es doch sinnvoll, den sinnlosen Kampf gegen diese «Schwäche» aufzugeben und den Realitäten ins Auge zu schauen.

Das hilft nichts

  1. Diäten: Wer seine Nahrungsaufnahme einschränkt, sich aber nicht regelmässig bewegt, kann vielleicht abnehmen, aber die Silhouette wird weder schöner noch straffer. Am schlimmsten sind Crash-Diäten: Die Haut büsst an Elastizität ein, und wenn man danach wieder zunimmt und sich ein Jojo-Effekt einstellt, gibt das Bindegewebe seinen Geist auf.
  2. Sonnenbaden: Ja, gebräunte Haut sieht optisch schlanker aus, aber wer ungeschützt in die Sonne geht, riskiert nicht nur einen Sonnenbrand, denn die schädlichen UV-Strahlen fördern Cellulite sogar, da sie die Kollagenfasern schwächen und die Dellen so schneller sichtbar werden. Ein Selbstbräuner erreicht optisch das Gleiche und ist garantiert unschädlich.
  3. Teure Zauberprodukte: Sie stehen stellvertretend für alle Cremen und Co., die das Blaue vom Himmel versprechen. Denn es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie die belegt, dass die alleinige Anwendung von Lotionen, Tabletten und speziellen Pulvern Wunder bewirken kann.

Das kann (ein bisschen) helfen

  1. Eine gesunde Lebensweise: Nicht zu viel Kaffee, Alkohol und Zigaretten. Regelmässige Bewegung, Schwimmen, Joggen oder Pilates fördern den Muskelaufbau und regen den Stoffwechsel an. Und eine zuckerarme, basische Ernährung wirkt sich positiv auf das Hautbild aus.
  2. Regelmässige Hautpflege: Wechselduschen, sanfte Bürstenmassagen mit Produkten, die Koffein oder Rosskastanie enthalten, regen die Zirkulation an und helfen, das Gewebe bei Stauungen im Sommer zu entwässern. Die Ursachen von Cellulite können sie allerdings nicht beheben, da sie nicht ins tiefere Bindegewebe gelangen können.
  3. Behandlungen beim Beauty-Doc: Sie haben durchaus ihre Wirkung, allerdings auch ihren Preis. Zum Beispiel die Subcision, ein  Verfahren aus den USA. Dabei werden Haut und Unterhautfettgewebe lokal betäubt. Danach wir eine kleine scharfe Kanüle eingeführt, mit der man  Bindegewebsstränge lösen kann. Dadurch soll der Druck auf Fettzellen, der die Haut nach aussen dellt, verschwinden. Endermologie ist eine Saug-Roll-Massage, die Unterdruck im Gewebe erzeugt und wie eine Tiefenmassage wirkt. Auch die sogenannte Liposuction, also die Fettabsaugung, kann die Oberschenkel zwar verschlanken, Cellulite abbauen kann sie nicht. Alle diese Methoden sind teuer, und eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht.

Das hilft garantiert

Akzeptanz. (Auch wenns zugegebermassen schwerfällt.)

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36 Kommentare zu «Was bei Cellulite hilft – und was garantiert nicht»

  • Kerstin sagt:

    Also ich muss schon sagen, dass ich den Weg zum Beauty Doc sehr gewagt finde. Ich finde nicht, dass es notwendig ist, sich deswegen eine teure plastische Behandlung unterziehen zu lassen. Es gibt ja natürliche Mittel und Wege, die genauso gut gegen Cellulite helfen. Bei mir zum Beispiel hat eine Ernährungsumstellung, viel Sport und die Einnahme von Celluvite plus vollkommen ausgereicht, um nach einigen Monaten meine Dellen zu minimieren und mein gesamtes Hautbild zu verschönern.
    Der Trick dabei ist dem Körper einfach zu geben was er alles benötigt: Nämlich ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Vitamin- und Nährstoffenzufuhr. Und vielleicht ab und an eine Massage, um dem Körper auch die wohlverdiente Auszeit zu geben 😉

  • Karl sagt:

    Wer „Eine gesunde Lebensweise: Nicht zu viel … Zigaretten“ schreibt, hat entweder keine Ahnung, oder er war mal von der Tabakindustrie bezahlt (tut sie heute eher nicht mehr), oder er verdrängt eine ihm ungeheuerliche Wahrheit. Jede Zigarette ist eine zuviel. Zahlreiche im Tabakrauch enthaltenden Stoffe sind Gifte ohne Toleranzschwelle. Aber was sage ich – die, die es nicht glauben wollen, paffen und schwafeln weiter.

  • Yolanda Hecht sagt:

    Jennifer Lopez trägt dicke, hautfarbene Strumpfhosen. Also das nützt doch. Das kann Frau ja auch machen, wenn die Cellulite sie stört. Viele Männer haben dafür Bierbäuche, dagegen nützt ein Strumpf zwar nichts, aber es ist ihnen so oder so egal, ihren Bauch zu zeigen. Ja, da könnten Frauen mit Cellulite-Stress etwas vom Selbstverständnis vieler Männer lernen.

  • Diego Braun sagt:

    Ich kenne mich in der..na ja…sagen wir „Schönheitschirurgie“ nicht aus. Eine Freundin hatte dasselbe Problem wie so viele Frauen leider auch. Doch siehe da – nach einer Lymphdrainage hat sich der Zustand sehr verbessert. Jetzt muss ich nur noch googlen was eine Lymphdrainage ist. Oder könnte dies effektiv eine Empfehlung für das weibliche Geschlecht sein?
    Und etwas ist mir auf meinen Reisen durch Asien aufgefallen: Warum haben die, oder viele, Asiatinnen keine Cellulite?

    • Sveta Furrer sagt:

      Es ist egal warum, Frauen sollen sich nicht einreden, dass ihr Körper falsch ist. Ihre Lymphdrainage können Sie aber gerne selber machen. Heute der Artikel über die sexuellen Belästigungen bei ETH und Agir, die strohdummen Kommentare täglich bei der Baz, Trump, Erdogan, die PIS und hier Mittel, dass Frauen ihre natürlichen Beine ändern müssen. Es muss sich etwas ändern. Wenn das frau noch nicht gemerkt hat, sollte es langsam einleuchten! Es hat keinen Sinn sich bei frauenfeindlichen Geschöpfen anzubiedern. Was soll das bringen? Es sollte einen schlicht nicht jucken!

      • Kerstin sagt:

        Fr. Aeschbach’s Artikel sind immer gleich. Sie greift einen angeblichen pro-feministischen Artikel auf, um dann zu verkünden wie der beste Weg ist. Cellulite? Frauen seid stark und akzeptiert euch. Übergewicht? Seid stark und akzeptiert euch. Sport? Ich bin auch am Kämpfen. Essen? Schaut her, ich schaffe das auch, kleine Häppchen sind en Vogue. Solange Frauen andere Frauen bevormunden, treten wir an Ort und Stelle.

    • Diego Braun sagt:

      Man liest halt Artikel und Kommentare wie sie der eigenen Meinung entsprechen. Also ich halte diese, wenn sie Freundin falsch verstehen, dann halt weibliche Bekannte, für eigenständig und die Lymphdrainage eine Selbstwahl in eigener Regie. Sie echauffieren sich da doch sehr Frau Svetta Fuhrer. Haben sie denn Cellulite, dass sie sich derart ins Zeug legen? Eigenartig, dass ich da nur eine Empfehlung weitergebe, sie jedoch den Kommentar von „Heinz“ weiter unten unberührt lassen. Ziemlich inkonsequent!!! Es steht natürlich jeder Frau frei sich mit Esswaren vollzustopfen bis man sie „rollen“ kann. Dann aber zu kritisieren, dass eventuell andere Frauen ein anderes Körperbewusstsein haben, entmündigen sie damit genau Frauen, für die sie meinen Ihre Richtlinien aufzwingen zu müssen

      • Uncle Bens sagt:

        @DB: Hä, dänk weil die so viel Reis essen. Reis entwässert doch, das ist gut fürs Bindegewebe…

    • Sveta Furrer sagt:

      Ich habe sehr wenig Celluite und die Kommentare nerven mich dennoch. Cellulite kann man nicht wegmachen. Es gibt kein Wundermittel, das ist eine Veranlagung die auch sehr dünne Frauen haben können oder eben auch nicht. Ich würde gerne mal all die Artikel sehen, mit den Gesundbeter-Tipps wie Männer ihre Glatze wegbekommen oder wie Männer es schaffen, dass ihnen keine Haare mehr auf dem Rücken wachsen. Ich empfehle dafür ein 250.- Leinsamenöl, welches Sie dann mit Schall in den Körper einmassieren bei einer Kosmetikerin für 800.-. Sie brauchen wirklich nur 5 Sitzungen dafür! Das ist etwa gleich absurd. Aber es kommt nie so in der Zeitung. Nie. Und das nervt mich.

      • Marusca sagt:

        @SF: Auf dem Rücken ginge ja noch. Vielmehr wäre es äusserst interessant zu erfahren, weshalb ihnen die Haare auf dem Kopf ausgehen, während aus Nase und Ohren üppige Borsten spriessen… Krass oder??

  • Jennifer sagt:

    Typischer Fall von Sommerloch. Dabei ist erst gerade Juni – – – gewesen?!
    Grillwürste & Co. und hippe sommerliche Ginmixes sind übrigens reines Gift. Leider. Fruchtsäfte auch. Weil viel Zucker. Nur so am Rande. Ab Ende August kommt bald Weihnachten, da müssen alle sich wieder mit Gourmetmenus beschäftigen. Es gibt immer Grund, sich über die Figur aufzuregen und einen Fett- resp. Cellulitefrust reinzuziehen. Ein bisschen regelmässiges Kraft- und Ausdauertrainig finde ich gut, auch für reifere Semester. Das gibt einen klaren Kopf, weil man sich spürt und nicht dauernd hirnt. ; )

  • SonicP sagt:

    Warum haben Männer eigentlich keine Cellulitis?

  • Zora sagt:

    Wenn Männer Zellulite hätten – niemand würde darüber schreiben, weils niemanden stören würde. Weils einfach dazugehören würde beim Mann. Wie der Bartwuchs. Da macht man doch auch nicht so ein Geschrei.
    Und, tatsächlich: ohne diese Eigenart des Gewebes hätte frau echt Mühe in der Schwangerschaft mit der Ausdehnung des Gewebes.

    • mia sagt:

      Au ja, das wäre wirklich schlimm.

    • Hans Hasler sagt:

      Die typischen Männerprobleme wie eine Glatze werden genau so als störend emfpunden. Und es gibt da auch einen enormen Markt für Schönheitsprodukte. Schauen Sie mal die Haarlinie von Silvio Berlusconi an. Nur so als Beispiel. Und das ist kein Mann, der sonst an Miderwertigkeitskomplexen leidet.

  • Jessas Neiau sagt:

    Tip aus der Praxis: Bis die angeblichen Mittelchen vielleicht, ein bisschen oder wirklich helfen, bis dahin helfen nicht zu knappe Hosen oder ein nicht zu knapper Rock. Garantiert.

  • Simona sagt:

    Warum hat etwas, das 85-98 Prozent aller Frauen haben überhaupt einen Namen wie eine Krankheit? Das ist doch die eigentliche Frage. Was, wenn man zB. die Haare am Körper des Mannes „Capillitis“ nennen würde, und den Männern eintrichtert, dass das enorm hässlich ist und sie alles zu tun haben, um es loszuwerden?

    • Henri Brunner sagt:

      Na manche Männer tuns doch …. die Haare entfernen.
      Aber ok, ob das Männer sind …..

      • Mariu sagt:

        @Simona: Machen beide Geschlechter doch schon lange und schaben sich freiwillig halb wund, als obs kein Morgen gäbe. Wer diesen Unfug ins Leben gerufen hat, weiss man bis heute nicht; auf einmal war er einfach da. Was die Guten dazu drängt, wie 10-Jährige aussehen zu wollen, ist ebenfalls unbekannt. Bekannt ist lediglich die Krankheit: Fortschreitende Imbezillität.

  • R. Wenger sagt:

    Cellulitis ist eben ein sekundäres weibliches Geschlechtsmerkmal, wie der Bartwuchs bei Mann. Also hormonbedingt. Dagegen hilft nicht. Höchstens kastrieren.

  • Gerhard Engler sagt:

    Kaffee soll schlecht sein, Koffein hingegen gut? Wie soll das aufgehen?

  • Nina sagt:

    Frauen, lernt endlich euch zu akzeptieren so wie ihr seid. Punkt.

    • Maike sagt:

      Würden sie vermutlich auch gerne, wenn da nicht die ganze Kosmetikindustrie mit ihrer Werbung wäre, wie frau auszusehen hat und wie sie es mit welchen Mittelchen erreichen kann. Und wenn frau dieser Werbung überall und immer ausgesetzt ist, dann beginnt sie auch drann zu glauben.

  • Christian Bänninger sagt:

    Mit Verlaub: Das Thema interessiert kein Schwein – ääh, Pardon: Keinen Mann.

    • Gerhard Engler sagt:

      das kann ich als Mann bestätigen

    • Nina sagt:

      Nur solange bis ihr eure ältere Frau/Freundin gegen ein jüngeres Modell ohne Cellulite ausgetauscht habt

      • Nöggi Reinhardt sagt:

        Liebe Nina, das liegt zum aller grössten Teil nicht an der Cellulite.

      • Sveta Furrer sagt:

        Nina, die meisten Männer können niemals ein „Model“ anlocken und viele wollen das wahrscheinlich auch nicht. Das Klischee, dass der starke Mann seine Potenz immer mehr ausbauen kann und besser wird und die Frau mit zunehmenden Alter verfällt, ist doch so ein Müll. Ich finde meine älteren Nachbarinnen edel, interessant, schön und mächtig. Ich bin 26 und eines meiner grossen Vorbilder ist eine 64 jährige erfolgreiche Zürcher Anwältin. Sie ist mit ihrer Uni-Liebe verheiratet, seit wohl bald 40 Jahren. Vor dieser Frau habe ich echt Respekt. Ein Mann, der sich ein jüngeres Model sucht, ist für mich nichts was mich jetzt emotional triggert. Vielleicht gibt dabei ein nettes Paar, dass sich wirklich liebt. Wieso auch nicht. Die Anwältin interessiert mich trotzdem mehr. Hat sie Cellulite? Böö!

      • Nina sagt:

        @Sveta: nichts gegen die Anwältin. Vielleicht sollten Sie sich andere Vorbilder suchen. Es gibt noch andere als Anwälte. Fakt ist: trennt sich ein Mann gegen 40-50 ist die Chance gross, dass er sich altersmässig nach unten orientiert. Ich meinte ein anderes Modell von Frau, ein anderes was er schon kennt. Ich meinte nicht Fotomodell.

      • Sveta Furrer sagt:

        Wieso sollte ich mir ein anderes Vorbild suchen? Diese Frau hat Witz, ist fit wie ein Turnschuh, fröhlich und nett? Was ist Ihr Problem mit meinem lieben Vorbild? Was interessiert mich ein Mann, der sich eine andere Frau sucht? Ich habe einen grossartigen Freund aber ich bin auch ohne ihn und mit Cellulite eine ganze Person.

    • Chlepfschit sagt:

      Warum lesen sie den Artikel und kommentieren ihn, wenn es kein Schwein, äh Pardon Mann interessiert.

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