Diese Gewürze machen glücklich

Schön bunt, aber auch heilsam: Gewürzauslage auf einem Markt. Foto: Andrey Gorulko (iStock)

Die Wissenschaft kennt mittlerweile eine ganze Reihe von Ernährungsfaktoren, welche der Laune Aufschwung verleihen können. Gut erforscht sind körpereigene psychoaktive Substanzen wie das Hormon Serotonin oder der Botenstoff Dopamin, welche nur dann in ausreichender Menge hergestellt werden, wenn man die richtigen Nahrungsmittel zu sich nimmt.

Gewisse Lebensmittel wirken aber auch ganz direkt beruhigend oder stimmungsaufhellend, vor allem Gewürze wie beispielsweise Vanille oder der Scharfmacher Chili. Sie enthalten – ebenso wie Hopfen, Petersilie oder Muskat – psychotrope Stoffe, also natürliche Drogen, oder setzen solche im Körper frei. Kohlenhydrate wirken eher beruhigend. Die Aminosäure Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für das Glückshormon Serotonin und gilt deshalb als «Entspannungsmolekül», das unsere Stimmung aufhellen kann. Wird das Tryptophan-Serotonin-System optimal aktiviert, fühlen Sie sich wohler und leicht schläfrig.

Schlecht drauf? Essen Sie eines Ihrer gut gewürzten Lieblingsgerichte. Fakt ist: Was schmeckt, tut auch der Stimmung gut. Die Mittler zwischen Geschmack und biologischer Wirkung sind physiologische Erfahrungen, die der Körper mittels der sogenannten somatischen Marker mit dem Geschmack verknüpft. Anhand dieser Marker fällt er seine Entscheidungen und teilt sie dem Bewusstsein in Form von Appetit mit. Zuerst kommt also der Appetit – dann erst versuchen die Menschen, dafür rationelle Gründe und Erklärungen zu suchen.

So wirken fünf bekannte Gewürze auf die Psyche:

Vanille

Gilt als aphrodisierend. Frauen lieben Vanillin gemäss Studien mehr als Männer. Nachweislich beeinflusst Vanille beim Verzehr den Stoffwechsel der weiblichen Sexualhormone. Für die populäre Behauptung, Vanillin sei ein Pheromon, fehlen derzeit noch Belege.

Safran

Das Krokusgewächs wirkt schmerzstillend und krampflösend und in höherer Dosis, wie viele andere Gewürze, auch giftig. Die beiden typischen Inhaltsstoffe von Safran, Picrocrocin und das daraus gebildete Safranal, sind sehr reaktionsfreudig und verbinden sich bereitwillig mit den in fast allen Lebensmitteln vorkommenden Aminen zu psychisch wirksamen Substanzen. Die antidepressive Wirkung von Safran ist mittlerweile experimentell gesichert.

Petersilie

Selbst die altbewährte Petersilie enthält psychotrope Wirkstoffe und sorgt für gute Laune. Das Kraut wird übrigens illegal zur Herstellung von Designerdrogen verwendet. Das in manchen Petersiliensorten vorkommende Myristicin wirkt bekanntermassen entspannend und in höherer Dosis halluzinogen. Allerdings wirken grosse Mengen des Küchenkrautes auch leber- und nierenschädigend.

Hopfen

Der Duft von frischem Hopfen wirkt leicht hypnotisch und einschläfernd. Das überrascht allerdings wenig, wenn man bedenkt, dass der nächste botanische Verwandte von Hopfen der Hanf, also Cannabis sativa, ist. Das im Hopfen vorkommende Alkaloid Hopein wirkt, wie Morphium, krampflösend, beruhigend und hypnotisch.

Sternanis

Sternanis wirkte im Tierversuch krampflösend. Auch seine Verwendung bei religiösen Zeremonien weist auf eine psychotrope Wirkung hin. Allerdings gab und gibt es davon nachweislich zahlreiche Vergiftungen, vor allem weil diese Frucht oft mit anderen, giftigeren Früchten verwechselt wird. Darum sollte Sternanis mit Vorsicht verwendet werden.