Beiträge mit dem Schlagwort ‘Wohneigentumsförderung’

Es ist nicht Aufgabe von Pensionskassen, Banken und Bauwirtschaft zu subventionieren

claude chatelain am Freitag den 13. Juli 2012

Der Bundesrat will den Vorbezug von Pensionskassengeldern für die Finanzierung von Wohneigentum einschränken. Noch besser wäre es, diese Art von Wohneigentumsförderung würde gänzlich abgeschafft.

Die Befürworter von Pensionskassenvorbezügen werden einwenden, Wohneigentum sei Kapital. Es sei unerheblich, ob das Kapital in der zweiten Säule liege oder im Grundeigentum investiert sei. Diese Überlegung würde zutreffen, wenn die vorbezogenen Gelder bis zur Pensionierung zurückbezahlt würden. Damit ist jedoch kaum zu rechnen. Die Überlegung würde auch dann stimmen, wenn dadurch die Wohnkosten sinken würden. Auch das trifft meistens nicht zu. Und schliesslich könnte die Wohnbauförderung via Pensionskasse sinnvoll sein, wenn die Liegenschaft bei Erreichen des Pensionsalters verkauft würde. In diesem Fall könnte man mit dem Verkaufserlös den Ruhestand finanzieren.

Es gibt sehr wohl Leute, die sich ein Haus kaufen und dann bei der Pensionierung, nachdem die Kinder ausgezogen sind, in eine Mietwohnung ziehen. Doch das ist die grosse Ausnahme. Die meisten Hausbesitzer bleiben in den eigenen vier Wänden, solange das ihre Gesundheit erlaubt. Wegen des Vorbezugs werden sie eine tiefere Rente erhalten, unter Umständen sogar Ergänzungsleistungen beantragen müssen und damit der Allgemeinheit zur Last fallen.

Das kann es nun wirklich nicht sein: Die Pensionskasse ist für die Alters- und Invalidenvorsorge gedacht und nicht für die Förderung von Wohneigentum – und schon gar nicht für die indirekte Subventionierung der Bauwirtschaft und der Banken.