Dinnerparty – jetzt aber richtig!

5 Dinge, die Sie unbedingt beachten sollten, falls Sie Menschen einladen, die sich nicht kennen.

Das Essen ist wichtig, aber Geselligkeit und Timing sind wichtiger. Foto: iStock

Feiertage stehen vor der Tür, meine Damen und Herren, und vielleicht möchten Sie ein paar Leute zum Essen einladen? Womöglich sogar ein paar Leute, die sich gegenseitig nicht kennen, und die Sie so zusammensetzen, dass inspirierende Unterhaltungen die Folge sind? Das wäre famos. Die Kunst der überlegten Platzierung von Gästen (fachsprachlich: Placement) ist nämlich leider etwas aus der Mode geraten. Wie ein paar andere kleine Regeln und Praktiken für die erfolgreiche Dinnerparty:

  1. Kochen

    Als Gastgeber probieren Sie am fraglichen Abend am besten keine neuen Rezepte. Grundsätzlich gilt: a) Die Gesellschaft ist wichtiger als das Essen. b) Das Timing ist wichtiger als das Essen.

  2. Gastgeschenk

    Als Gast sollten Sie nichts mitbringen, was belastet. Blumen jedoch sind akzeptabel, auch wenn sie versorgt werden müssen, denn sie sind hübsch und haben einen weiteren Vorteil: Sie zerstören sich selbst. Selbstverständlich können Sie als Gastgeschenk auch was zu essen mitbringen, ohne weiteres auch Verzehrbares, das Sie nicht persönlich hergestellt haben. Falls Sie was Selbergemachtes mitbringen, dann am besten in einem Gefäss, auf das Sie zur Not für immer verzichten können. Also vielleicht nicht in dieser Staub-Terrinenform, die Sie gerade zum Geburtstag bekommen haben. Und wenn immer Sie etwas Essbares schenken, sollten Sie keinesfalls erwarten, dass das am selben Abend unter Ihrer Mitwirkung verzehrt wird.

  3. Trinken

    Letzteres gilt ebenfalls für mitgebrachten Alkohol.

  4. Technik

    Es gehört sich grundsätzlich nicht, das Essen Ihres Gastgebers zu instagrammen. Ebenso wenig die Gäste, fremde oder eigene, für Social-Media-Gruppenbilder zusammenzutreiben.

  5. Reziprozität

    In der Schweiz sehr wichtig. Und überbewertet. In der Tat sieht es so aus: Es gibt interessante und unterhaltsame Menschen, die nicht im Traum auf die Idee kämen, sich bei Ihnen für eine Dinnerparty mit einer ebensolchen zu revanchieren. Wollen Sie die wirklich deswegen nicht einladen?

8 Kommentare zu «Dinnerparty – jetzt aber richtig!»

  • Ralf sagt:

    Der Punkt Reziprozität gefällt mir. Wir hatte manchmal sogar ein schlechtes gewissen, aber wenn jemand uns einlädt, nur dass wir uns revanchieren? Wir bringen gerne etwas mit, kochen oder backen etwas leckeres, aber zu uns nach Hause einladen, nie. Wenn das ein Problem ist, dann verzichten wir gerne auf die Freundschaft/Bekanntschaft.

    • sophie sagt:

      Ralf : Wenn sie nicht willig sind andere einzuladen, sollten sie darauf verzichten Einladungen anzunehmen. Sie können diese Gastgeber auch ins Restaurant einladen wenn sie selber nicht gut kochen.

    • Alex sagt:

      Lieber Ralf, wer nie eine Gegeneinladung ausspricht, darf sich nicht wundern, nach der dritten Einladung keine viertes Mal eingeladen zu werden. Es muss ja nicht bei Euch zu Hause sein! Du kannst ja auch mal für ein Fondue-Essen im Restaurant einladen.

  • sophie sagt:

    Leute welche ich nicht kenne aber kennenlernen möchte, lade ich zu einem Apero-Dinner ein. Es ist gemütlicher um sich kennenzulernen, die Hausfrau ist nicht gestresst.

  • Ann sagt:

    Jetzt wo auch in der Schweiz der Wohnraum enger und kleiner wird bzw. über alle Altersgruppen aus finanziellen Gründen eine WG notwendig wird, kanns schwierig werden mit der Gegeneinladung. So trifft man sich eben mal im Restaurant, zum Tee/Kafi oder geht ins Museum. Ich lade auch niemanden zu mir ein, weil mein Zuhause mein absoluter Rückzugsort ist. Das hält aber andere nicht davon ab, mich einzuladen.

  • Adrian Wehrli sagt:

    1: Falsch! Gerade neue Experimente sind eine Wertschätzung des Eingeladenen. Ich würde sagen, wir spüren hier eher Tinglers Präferenz: Soziales ist wichtiger als kulinarisches.
    5: Yes!! Reziprozität ist wirklich Schrott. Wir z.B. laden lieber Leute ein als eingeladen zu werden.

  • LiFe sagt:

    Zur Zeit nicht denkbar Einladungen annehmen und sich revanchieren……später näheres erklärt.

Kommentar

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