Das wars

Was wir letztes Jahr gelernt haben.
Tingler

Das Jahr 2017 zeigt: Ein Ende des Selfie-Wahns ist noch nicht in Sicht. Foto: iStock

Heute ist der letzte Tag des alten Jahres, meine Damen und Herren, und da kann man ja nun eigentlich gar nichts anderes veranstalten als einen Rückblick. Aber stellen wir doch mal auf einer Meta-Ebene die Frage: Was soll ein Jahresrückblick, wozu machen wir das? In dieser Perspektive ist der Rückblick nichts anderes als eine Technik der Darstellbarkeit jener unerhörten Ereignishaftigkeit, die alle hermeneutischen Anstrengungen herausfordert.

Auf deutsch: Der Mensch will verstehen. Die Kohärenz der erzählten Welt und die Vernünftigkeit des Daseins stehen gleichermassen auf dem Spiel, es geht um den Bestand von plausiblen Wirklichkeiten, es geht ums Kapieren, um die Frage nach dem Grund des Geschehens, also nach seiner Verknüpfung, nach seiner Motivation, nach seiner Erwartbarkeit und seinem möglichen oder wahrscheinlichen Verlauf in die Zukunft. Wir wollen lernen. Auf gehts:

  1. Die langweiligsten Phänomene 2017 waren: Bitcoin und Brexit. Sowie die meistgetippte Google-Suche fürs ablaufende Jahr in der Schweiz: «iPhone 8».

  2. Männer, die eine Jim-Belushi-Figur haben, sehen ungefähr 30 Jahre lang gleich aus (sogenannter Danny-DeVito-Effekt). Ein erneuter Beleg für die These, dass die sichtbare Alterung sich zumeist nicht kontinuierlich, sondern in Stufen vollzieht.

  3. Auch im Jahre 2017 haben Studien wieder bekräftigt: Eltern haben ein Lieblingskind.

  4. Der durchschnittliche Millennial verbringt aktuell 2,2 Tage pro Jahr mit dem Aufnehmen von Selfies.

  5. Gleichzeitig sinkt der durchschnittliche Intelligenzquotient. Das impliziert noch keine Kausalität in keiner Richtung. Höchstens in dieser Form: Hört endlich auf, doofe Leute berühmt zu machen. Happy New Year!

15 Kommentare zu «Das wars»

  • Kristina sagt:

    Happy New Year!

  • Reto Derungs sagt:

    Es gibt keinen „durchschnittlichen Intelligenzquotienten“. Ein IQ von 100 Punkten entspricht der durchschnittlich in einer bestimmten Altersguppe einer bestimmten Population gemessenen intellektuellen Leistungsfähigkeit.
    Wenn die Intelligenz einer bestimmten Population insgesamt sinkt oder steigt, ändert sich am IQ nichts. Wenn Sie allerdings – beispielsweise – eine Südostasiatin mit dort gemessenem IQ 100 anhand zentraleuropäischer Messwerte einstufen, käme diese Person auf einen IQ von knapp über 70.
    Bei den Schweizerischen Strafgerichten gilt die Vermutung der eingeschränkten Zurechnungsfähigkeit, wenn der IQ unter 90 ist.

    • Anh Toàn sagt:

      Gemäss world ranking of countries basierend auf den Arbeiten eines britischen und eines finnischen Professors /2002-2006) stehen, vor Brittanien und (als Standard mit 100) auf Rang 1 (108) zwei Staaten aus Südostasien, Hongkong – und Singapore, auf Rang zwei Südkorea. Dann kommt Ostasien, mit China und Japan und Taiwan. Dann als erste Europäer die Isländer, Italiener, dann die Mongolei und erst dann die Schweiz, 101 points. Zuletzt aus Südostasien finde ich die Philippinen mit 87. Werte um oder gar unter 70 finden sich in Subsahara Afrika, der Karibik, nicht weit darüber in Nordafrika, im nahen Osten und Ozeanien.
      Wie man in Sài Gòn (Vietnam: 94 points) sagt:
      „Chúc mù’ng năm mới 2018“

      Ich wünsche mir 2018 weniger derartige Kommentare.

      • Anh Toàn sagt:

        Falls ein Link erlaubt ist als Antwort auf: Die Südostasiatinnen (feminin im Kommentar, Onkel Siggi hätte seine Freude gehabt) seien eigentlich im Durchschnitt weit unter der Grenze von verminderter Zurechnungsfähigkeit bei uns:

        https://iq-research.info/en/page/average-iq-by-country

      • Anh Toàn sagt:

        Wahrscheinlich liegt es mehr an meiner schmutzigen Phantasie als an Ihrem Kommentar, aber irgendwie kommt bei mir die Vermutung auf, Sie wurden einmal oder gar mehrmals von kaum zurechnungsfähigen Südostasiatinnen über den Tisch gezogen.

      • Reto Derungs sagt:

        Da habe ich bei einem vietnamesisch Bewurzelten mit meiner intellektuell herausgeforderten Südostasiatin offensichtlich in ein Wespennest gestochen. Vorweg eine Klarstellung: Ihre Phantasie hat Sie irregeführt; von den von Ihnen vermuteten Wechselfällen des Schicksals bin ich zwar nicht ganz verschont geblieben, da waren aber stets nur kaukasiche Typlogien involviert. Ich war einfach mal Zeuge, wie sich der damalige Regierungschef Thaksin gegen die IQ-mässig niedrige Einstufung seiner Thailänder wehrte und das Messverfahren in Frage stellte. Vielleicht ist der mir in Erinnerung gebliebene Wert von ü70 falsch. Und eigentlich ging es mir nie darum, irgendwelche Nationalitäten gegen andere auszuspielen; bloss Herrn Doktor Tingler zu erklären, was es mit diesem IQ auf sich hat.

  • Meinrad Thomas Angehrn sagt:

    Ein immer tiefer gehendes Streben nach dem Grund, das hinter jeden Anfang zurückgehen will, würde nie den absoluten, aus sich selbst kommenden Anfang, erlangen. Das ist auch unnötig, weil die Motive dadurch nie an Kraft verlieren werden! Als Alternative bietet sich der sichere Halt, der feste Identitätsgrund, an. Die Wahl des Wegs ist frei. Der Schrecken vor dem Unendlichen [Künftigen?] geht indes in die Motivationsbasis (Bedürfnis nach Selbstaffirmation und Identität) ein. Dennoch sollte man „Metaphysik“ und Spätmoderne nicht vorschnell einander annähern. Metaphysikkritik ist kein Rückgang zum Mythischen. [Hier lag ich kürzlich falsch.] Das ist alles von Emil Angehrn geklaut. – Ich erlaube mir: Typisch Angehrn! Höflicherweise Alternativen aufzeigen und dann doch das Eine vorziehen. 🙂

Kommentar

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