Verkehrs­erziehung

Erziehung

Wissen Sie, wer unlängst 92 Jahre alt wurde, meine Damen und Herren? Doris Day. Vielleicht wurde sie auch 94. Doris Day hat es bis zum heutigen Tag geschafft, uns über ihren Jahrgang im Unklaren zu lassen. Als ob wir noch in den 50er-Jahren wären. Happy Birthday!

Auch ein bisschen 50er-Jahre-mässig kommen die SBB daher mit ihrer Kampagne zum richtigen Benehmen am Bahnsteig. Siehe oben. Die Botschaft ist freilich richtig. Und offenbar nötig. Dazu möchte ich gern noch Folgendes ergänzen: Sobald man einen begrenzten Raum für längere Zeit mit Fremden teilt, ist ein Gruss angebracht. Nicht in der S-Bahn. Doch beispielsweise wenn man sich neben jemandem im Zug oder Flugzeug niederlässt. Gewiss ist bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln der Raum der Mitreisenden zu respektieren, also Distanz zu wahren, physisch wie psychisch. Das suspendiert aber nicht grundlegende Mechanismen der Zivilisation: Es ist genauso selbstverständlich, dem Sitznachbarn im Flugzeug Guten Tag zu sagen, wie sich bei ihm zu bedanken, wenn er den Tomatensaft weiterreicht. So viel dazu.

Und was ist sonst noch so passiert? Im US-Bundesstaat New Jersey gibt es Bestrebungen, die Verkehrssicherheit dadurch zu erhöhen, dass das Herumtippen auf dem Mobiltelefon während des Zufussgehens unter Strafe gestellt wird. Sollte das Gesetz durchkommen, könnte die Strafe 50 Dollar betragen. Oder 15 Tage im Gefängnis. Bis übermorn.