Sünden der warmen Jahreszeit

IMG_1875

Heute, meine Damen und Herren, möchte ich Ihnen in unserer Mittwochs-Rubrik ein Bild präsentieren, was ich nicht selbst geschossen, sondern zugesandt bekam, verbunden mit der Frage: Was macht man da? Also: Wie soll man reagieren, wenn man draussen sitzt, jetzt, wo es schön ist (oder sein sollte) und warm, im Restaurant, beim Abendessen, und am Nebentisch entledigt sich jemand seines Schuhwerks? Ich reiche die Frage an Sie weiter, liebes Publikum, und erwarte gerne Ihre Vorschläge.

Apropos warmes Wetter: Einige Herren nehmen das zum Anlass, ihr Hemd lose über der Hose zu tragen, und dies ist nun etwas, was, obschon es simpel und leger klingt, sich im Grunde nur sehr wenig Leute erlauben dürfen. Es ist in der Tat ungefähr so heikel wie weisse Lederhosen. Die meisten Typen, die das machen, sehen anschliessend bestenfalls aus wie Stephen Mangan in «Episodes». Also nicht gut. Das zugeknöpfte Hemd über der Hose lässt sogar Figuren problematisch erscheinen, die im Grund gar nicht problematisch sind.

Nicht ohne Grund wird diese Variante des Hemdentragens favorisiert von einem der fürchterlichsten Prototypen des Verlierers, dem Kleinkunst-Äquivalent eines Selbstmordattentäters: dem deutschen Comedian. Hier liesse sich, sofern das noch eines Augenscheins bedürfte, also bereits am äusseren Aufzug einmal mehr besichtigen, was deutscher Humor ist, nämlich regelmässig: more embarrassing than funny. So stand es im «Economist», der unlängst dem weltbekannten deutschen Humormanko, das in Zeiten der globalen Mobilität auch weltweite ökonomische Auswirkungen hat, einen Beitrag widmete (was wir letztes Jahr hier auch schon taten, inspiriert von Peer Steinbrück, dem deutschen Clown).

Herrje, überall Mankos und Falschheiten, und ich höre mich schon wieder an wie ein verbitterter Strickjackenträger (nichts gegen Cardigans, übrigens) – aber es gibt ja zum Glück auch immer wieder ziemlich wundervolle Sachen und Erscheinungen, zum Beispiel Susanne Klickerklacker. An die ich mich neulich plötzlich erinnert habe, als ich gedankenverloren in irgendeiner Lounge auf irgendein Flugzeug wartete. Und dann habe ich mich ins Interweb begeben, dieses süsse Monster, und Susi da wiedergefunden. Und Richie, der beste Ehemann von allen, der gerade die Butthole Surfers hört, findet, ich hätte so eine Art an mir, die sei so ein bisschen wie Susanne Klickerklacker. Und so kämpfe ich weiter für eine bessere Welt! Bis übermorn.