Die 5 schlimmsten Typen von Langweilern

The Kardashian Family Celebrates the Grand Opening of DASH Miami

Sie sind gefürchtet. Im Grossraumbüro, auf den Fluren des Bundeshauses, und auf jeder Party von Aarau bis Zuoz. Denn sie haben eine Wirkung wie ein Schuss aus dem Betäubungsgewehr: Langweiler. Der Typ des Langweilers lässt sich ex negativo wie folgt definieren: Ihm fehlt der Charme. Mit dem Charme aber verhält es sich so: Wer selbst keinen hat, kann ihn auch bei anderen nicht bemessen oder vermissen. So fehlt dem Langweiler regelmässig auch jegliches Gespür für die eigene Langweiligkeit. Das macht es so schwer, ihm zu entkommen. Es folgt nun, zu Ihrer Unterstützung, meine Damen und Herren, eine Übersicht der fünf gängigsten Langweilerkategorien. Samt Abwehrstrategie. Übrigens verwenden wir hier nur der besseren Lesbarkeit halber «Langweiler» in der männlichen Form. Auf die genauere Verteilung der einzelnen Typen über die Geschlechter wird unten eingegangen.

  1. Der Geldlangweiler

    Ist in der Tat meistens männlich. Spricht vorzugsweise über Steuern, Preise und Ersparnisse. Fragt und sagt immer, was Sachen kosten. Um den Geldlangweiler loszuwerden, erwidern Sie: «Dazu fällt mir dieses Zitat von Maurice Baring ein: If you want to know what the Lord thinks of money, you have only to look at those to whom He gives it.»

  2. Der Modelangweiler

    Mode ist was Wunderbares, aber ernst genommen wird sie sofort langweilig. Der Modelangweiler erscheint in den verschiedensten Phänotypen. Die weibliche Variante ähnelt jedem beliebigen Mitglied der Kardashians (ausser Rob). Die nicht-ganz-so-weibliche Variante ist häufig ein Homo ohne Lebenspartner. Nur nicht im Falle des Metrolangweilers oder Hipsterlangweilers. Um den Modelangweiler loszuwerden, erwidern Sie: «I already don’t care.»

  3. Der Marathonlangweiler

    Ist wiederum meistens männlich. Ausserdem häufig in den sogenannten besten Jahren. Oder jenseits von Gut und Böse. Hat häufig ’ne Wampe und diverse unerfüllte sexuelle Verlangen. Spricht ausdauernd über seinen letzten und/oder nächsten Ausdauerlauf. Um den Marathonlangweiler loszuwerden, erwidern Sie: «Kennen Sie Mandelbaum-Episode von Seinfeld?»

    Oder, alternativ: «Sie müssten bitte etwas schneller sprechen, denn ich verliere bereits das Interesse.»

  4. Die Elternlangweiler

    Treten nicht selten paarweise auf, wobei heutzutage jede Geschlechterkonstellation möglich ist. Nein, danke, es interessiert mich nicht, dass Dienstagvormittag Kleinkindersingen ist. Und wenn ich noch mehr über diese Krippentante namens Annalena hören muss, wird mir der Kopf nach hinten fallen, weil ich mit offenem Mund einschlafe. Um die Elternlangweiler loszuwerden, erwidern Sie: «Verzeihung, die Erwähnung von Kleinkindern wirkt extrem traumatisierend auf mich. Meine Mutter hat mich als Säugling bei Freunden abgegeben, die sie gerade vorher in der Kneipe kennen gelernt hatte.»

    Oder, alternativ: «Dazu fällt mir dieses Zitat von Evelyn Harper ein: Children are God’s little way of punishing us for having sex.»

  5. Der Weinlangweiler

    Ist ebenfalls überwiegend männlich. Gerne Architekt oder Kommunikationsberater. Trägt lieber Fliegen als Krawatten. Erläutert ausführlich, dass der Shiraz im Abgang einen Hauch von Schokolade zeige. Um den Weinlangweiler loszuwerden, erwidern Sie: «Also, ich persönlich kippe ja alles runter, solange es nur in der Kehle tüchtig brennt!»

Bild oben: Die Kardashian-Schwestern sind der Inbegriff des weiblichen Modelangeweilers. Von links: Kim, Khloe und Kourtney. Foto: Omar Vega/Invision/AP

44 Kommentare zu «Die 5 schlimmsten Typen von Langweilern»

  • fabian sagt:

    mit blick auf die linke kardashian: frauen mit grossem busen sind nie langweilig.

    • Philipp Tingler sagt:

      Es sei denn man hat selbst einen.

    • Philipp Rittermann sagt:

      die kardashian’s sind genau genommen ein zeitgeist-phänomen. sie wollen als reine lustobjekte für die monetäre elite wahrgenommen werden. das machen sie wohl gar nicht so schlecht, da sie nicht gar so offensichtlich trivial sind wie z.b. die exponentinnen des „dschungel-camps“ und auf der anderen seite auch keinen anspruch darauf erheben, als „pädagogisch wertvoll“ – geschweige denn „intellektuell“ rüberzukommen. ich glaube also, diese positionierung als „w****vorlage für betuchte“, hält die 3 hühner am leben.

    • Henry sagt:

      Mein lieber Herr Rittermann, es bleibt zu hoffen, daß sich die Betuchten weiterhin in der realen Welt ihrem Drange Erlösung verschaffen können und nicht mittels der imaginären.

    • Philipp Rittermann sagt:

      so ist es, eure lordschaft; obwohl. die variante welche mutmasslich und beispielsweise ein herr strauss-kahn gewählt hat, spricht doch eher für die äh-virtuellen vergehen. nicht?

  • Peter Wyss sagt:

    Naja, es ist kaum anzunehmen, dass man sich im Grossraumbüro, auf den Fluren des Bundeshauses, und auf jeder Party von Aarau bis Zuoz, über die Aussrottung des Menschen durch sich selbst oder die Vermögensverteilung auf der Welt oder das Szenario eines alternativen Ausgangs des 2. Weltkriegs unterhält. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich über Belangloses unterhält sehr hoch. Wer sich nicht langweilen will, sollte konsequenterweise diese Orte meiden oder sich nach an die Devise halten: Das Interesse am Gegenüber ist, wo nicht vorhanden, doch wenigstens überzeugend vorzutäuschen.

  • Jacques sagt:

    Die schlimmste Langeweile wäre aber diejenige – mit sich selbst. Denn dann fehlte das Vergnügen – an und für sich…

  • Laura sagt:

    Der Text erinnert mich irgendwie an Rassismus, eine Verwandtschaft mit Rassismus und der Autor merkts wahrscheinlich nicht mal. Schade, wie die Aussagen immer hässlicher werden in manchen Medien. Statt gesellig zu bleiben, prügelt man auf Alle ein, die nicht ins eigene, aufgeblasene Medienbild passen und die Moderatoren/Autoren stehen natürlich als blendende Sieger schon vorher fest.. Neid, Missgunst und Eifersucht werden bedenkenlos geschürt.

  • tststs sagt:

    Jaja, Langweile zu ertragen – oder gar zu geniessen – ist eine immer seltener werdende Tugend 😉

    • Jacques sagt:

      Da gebe ich Ihnen recht. Langeweile ist in diesem Sinn ein Luxusproblem, als sie leichter zu ertragen ist, als sich etwa in Sibirien die Füsse abzufrieren, noch dazu mit Durst. Ausserdem lâsst sich diese Langeweile, 1. schön auffüllen – und 2. sehr gut kompensieren. Sogar sublimieren geht – manchmal…

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