Dating Dealbreakers

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Die 5 wichtigsten Alarmsignale



  1. Schweigen hat einen Grund

    Vorsicht bei Leuten, die dir erzählen, dass andere nicht mehr mit ihnen reden. Also: Sie sitzen Ihrem Date gegenüber, und alles läuft so ganz OK, und dann erzählt Ihnen besagtes Date von einem ehemaligen Lebenspartner (oder auch nur einer ehemaligen Bekanntschaft), der/die plötzlich den Kontakt eingestellt habe oder heute höchstens noch flüchtig grüsse. Ich kann hier nur aus eigener Erfahrung sagen: Jedesmal, wenn ich sowas gehört habe, konnte ich den Kontakteinsteller früher oder später verstehen.

  2. Manieren richten sich an alle

    Sie erhalten wertvolle Aufschlüsse über die Persönlichkeit Ihrer Verabredung, wenn Sie darauf achten, wie Ihr Date nicht Sie, sondern andere Leute behandelt. Also beispielsweise das Personal in dem Restaurant, in dem Sie sitzen. Kann Ihr Date «bitte» und «danke» sagen? Verliert es bei unwesentlichen oder vermeintlichen Fehlern oder Ungeplantheiten gleich die Fassung? Kann es improvisieren? Sich entscheiden? Bestellen? Sie wissen, worauf ich hinauswill: All diese kleinen Dinge, die an und für sich ja vielleicht nicht viel bedeuten mögen, in ihrer Gesamtheit aber instruktiv und auch furchtbar sein können als Zeichen der Beschaffenheit einer Seele. Gibt Ihr Date Trinkgeld? Zu wenig Trinkgeld ist nie ein gutes Zeichen.

  3. Geld als Charakterenthüller

    Und das bringt uns zu Geld. Der Umgang mit Geld ist ein klassischer Charakterenthüller. Oft genug kann man, wenn man das Psychogramm eines Menschen zu liefern hat, seinen Umgang mit Geld als sein hervorstechendstes sichtbares Merkmal bezeichnen und daraus alle anderen Eigenschaften ableiten. Das hilft uns beim Dating. Neuerdings gibt es ja, jedenfalls in Kontinentaleuropa, keine so festen Regeln mehr darüber, wer etwa ein erstes Date zu bezahlen hätte; es gehört sich, dass beide die Bezahlung anbieten und einer sie dann ohne lange Diskussion übernimmt.

  4. Never Go Dutch – Ever

    Hingegen existiert nach wie vor eine eherne Grundregel, die ich gerade kürzlich wieder in einer wundervollen Paraphrasierung von diesen beiden Damen im amerikanischen Frühstücksfernsehen gehört habe, bei denen ich nie weiss, ob die eine jetzt die Schwester oder die Mutter der anderen ist (vielleicht sind sie auch gar nicht verwandt). Eine der beiden jedenfalls traf die Feststellung: «Splitting the bill – going Dutch – is the height of unsophistication.» Oder, in den Worten von Jamie Randall: «No one ever got laid by going Dutch.» Wenn Ihr Date also vorschlägt, die Rechnung zu teilen: go away. Genauer: pay and go away. (Das Gleiche gilt auch, wenn Ihr Date beginnt, über Roaminggebühren zu sprechen.)

  5. Sex und Sprache

    Aus dem Konversationsstil Ihres Dates können Sie verlässliche Rückschlüsse auf dessen sexuelle Performanz ziehen. Leute, die ein Konversationsverhalten haben wie ein Cockerspaniel, der einem Ball hinterherrennt, oder wie ein Kapitän, der einsam mit seinem Schiff untergeht, sind auch im Bett kein Vergnügen. Genausowenig wie Leute, die «Small Talk» verwechseln mit «mein deprimierendes Leben in 90 Sekunden». Wortkarge Charaktere hingegen können vielversprechend sein. Im Gegensatz zu Menschen, die Worte wie «Liebesspiel» benutzen. Oder «Schickeria». Sofort abwimmeln!

Im Bild oben: Julia Koschitz und Felix Hellmann in «Der letzte schöne Herbsttag». (Quelle: Warner)

59 Kommentare zu «Dating Dealbreakers»

  • Mimi Horn sagt:

    Was ist denn so verwerflich daran, die Rechnung zu teilen?

    • Mimi Horn sagt:

      Ach ja, wie wärs mit Punkt 6:
      Wenn’s nicht gerade um Leben oder Tod geht, gehören Handy und Smartphone bei einem Date NICHT auf den Tisch. Denn sonst kann Mann (oder auch Frau) beim nächsten Mal mit seinem Gadget ausgehen.

    • Roli BoLéro sagt:

      Hallo Mimi! Es ist absolut nicht tragisch, sich die Rechnung zu teilen, wenn die Dame am Schluss wirklich fest darauf besteht. Wenn der Herr aber von Anfang an vom Teilen des Betrages spricht, dann geht das natürlich gar nicht. Ein Gentleman sollte ganz klar bereit sein, sein Date einzuladen. Bei ersten Date geht man ja normalerweise auch nicht gleich zu Caminada und so wird das den Herrn auch nicht gleich finanziell ruinieren ;-).

    • Rosmarie Thoma sagt:

      Leute die nur genau das bezahlen wollen, was sie konsumiert haben, sind in der Regel kleinlich. Sie wollen nicht, dass man etwas für sie bezahlt aber sie sind auch nicht bereit, auch nur einen Rappen für Dich auszulegen. Wenn jemand mit dem Geld um sich schmeisst, sagt das noch nicht viel über seinen Charakter. Wenn die Person aber auf dem Geld sitzt, meistens eben schon. Leute die geizig sind, haben auch noch andere Defizite, sie schauen primär für sich.

    • Daniel Küttel sagt:

      Ich bestehe sogar öfters darauf die Rechnung zu teilen, und das hat dem „Rest“ keinen Abbruch getan. Ich trinke nie Wein, aber dennoch teile ich die Rechnung gerne, auch wenn der andere Champagner oder sein Essen doppelt so viel gekostet hat. Hier gibt es eine Symbolik die von vielen Kleingeistern nicht gesehen wird. Das Leben besteht andauernd aus Kompromissen; genau eine solche stellt auch eine Rechnung dar. Ich sehe absolut keinen Grund warum ich beim Date alleine die Kosten tragen soll; Pantoffelhelden hat es genug auf der Welt.

    • Esther Burri sagt:

      Ich erwarte grundsätzlich, dass der Mann bei einem Date einlädt und nicht, dass Erbsen gezählt werden… einer konsumiert ja immer mehr (ist dann grundsätzlich mal unzufrieden)… Wer nicht die Grosszügigkeit hat, einzuladen (darauf kann ja mal explizit eine Gegen-Einladung folgen)… ist nicht so mein Stil. Ich bin dann enttäuscht, weil die Frau bei einem Date sowieso mehr Vor-Kosten hat (mehr Auslagen für Kosmetik, Coiffure, Kleider, Strümpfe etc.). Ansonsten sollte der bezahlen, der mehr verdient, resp. mehr Geld hat.

  • Armin Morid sagt:

    Ebenso sollte man das Weite suchen bei Leuten, die Anglizismen dilettantisch eindeutschen („sexuelle Performanz“) und gleichzeitig überhöhte Massstäbe an Andere anlegen. Liz Lemon hat die Dealbrakers treffender und witziger gemacht – nicht so von oberflächlichen Werten getrieben (Geld, Geld, wenig Reden = viel in der Hose…)

  • Milan Dedic sagt:

    Leute, die nicht selber merken, ob ein Date mies ist oder nicht und diese fünf „Alarmsignale“ dafür benötigen, möchte ich nicht daten. Die meisten interessanten Menschen sind eben gerade die, welche nicht überall perfekt sind, Fehler haben; alles andere ist auf die Dauer zu anstrengend und langweilig.

  • Marco Dähler sagt:

    Also ich als Mann finde es unangemessen, wenn einfach angenommen wird, dass ich zahlen soll. Wo bleibt da die Gleichberechtigung. Eine Frau die negativ auf eine geteilte Rechnung reagiert ist für mich ein „Golddigger“, eine Frau die durch einen Mann und ohne eigene Anstrengung zu einem angenehmeren Leben kommen will. Ich finde das übel.

  • Stephan Birchmeier sagt:

    Natürlich bezahle ich als Mann die Rechnung. Schliesslich habe ich einen gutbezahlten Führungsposten, und die Frauen meistens irgend ein unwichtiges Teilzeitssekräterinnen- oder Verkäuferinnen-Jöbbli. Durchs Bezahlen des Essens muss der Mann nachher auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn er die Frau flachlegen will. Hat doch alles seine Richtigkeit.

    • Milan Dedic sagt:

      Es gibt sicher viele Frauen, wahrscheinlich die, welche sie aufgezählt haben, die sich für ein Abendessen von ihnen flachlegen lassen wollen, um dadurch an ihrem gutbezahlten Fürhungsposten zu partizipieren. Mir selber gefallen jedoch Frauen mit Bildung und einem guten Job, die einen Mann wie sie nicht nötig haben. Um eine solche Frau zu erobern und ihr Herz zu gewinnen, dazu braucht es Geist und der kostet halt etwas mehr als ein Nachtessen.

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