So stehen Möbel bestimmt falsch

Das Aufstellen allein macht noch keine Einrichtung. Die sechs grössten Fehler.

Damit das Zuhause so richtig gemütlich und persönlich wird, braucht es Liebe, hübsche Sachen, Styling, das von Herzen kommt, und Freude am Einrichten. Beginnen aber tut alles mit der Platzierung der Möbel: Wenn Sie die folgenden Fehler vermeiden, schaffen Sie die Basis für eine gelungene Einrichtung. (Bild über: Coco Lapine Design)

1 — Sofas kein Gegenüber geben

Das Sofa wird schnell zum wichtigen Einzelstück in der Wohnung. Man stellt es in eine gemütliche Ecke oder richtet es auf den Fernseher – und lässt es oft allein stehen. Ein Sofa braucht aber Gesellschaft von anderen Möbeln, vor allem aber braucht es ein Gegenüber. Man möchte ja schliesslich auch mal mit Freunden und Familie zusammensitzen, schwatzen, sich austauschen. Das gelingt nur, wenn da auch noch Sessel, Poufs oder gemütliche Stühle sind. Diese werden so platziert, dass sie dem Sofa gegenüberstehen, sodass man sich anschauen kann. Das gilt übrigens auch für Eckgruppen, denn auch diese wirken ungesellig, wenn sie allein dastehen. (Bild über: Gravity Home Blog)

2 — Couchtische ausser Reichweite stellen

Wenn man an den Komfort denkt, dann platziert man alles automatisch besser. Ein Sitzmöbel braucht etwa eine Abstellfläche. Und zwar eine, die mühelos erreichbar ist. Wenn man auf dem Sofa sitzt, will man nicht jedes Mal bis zur Kante rutschen und dann noch weit hinauslehnen müssen, um die Tasse oder das Buch auf dem Couchtisch zu erreichen. Platzieren Sie Beistelltische so, dass sie bequem erreichbar sind, dabei aber nicht die Beinfreiheit einschränken. Wenn das schwierig wird, dann entscheiden Sie sich besser für Couchtische, die neben und nicht vor dem Sofa stehen. (Bild über: The Every Girl)

3 — Nicht durch die Wohnung führen

Wenn man eine Wohnung betritt oder durch einen Raum geht und dazu einen Zickzackkurs einschlagen muss, dann stehen ganz einfach Möbel im Weg. Schaffen Sie Platz, machen Sie aber auch Lust, um die nächste Ecke und in weitere Räume zu gehen. Auf diesem Beispiel, entdeckt über Apartment 34, wird man durch die einladende Platzierung des rosa Sessels neugierig gemacht. Denken Sie dabei an die weissen Steinchen, die Hänsel und Gretel durch den Wald nach Hause führen. Das gelingt in der Wohnung nicht nur mit dem geschickten Platzieren von Möbeln, sondern auch mit der Lichtführung oder mit Bildern an der Wand.

4 — Kein Willkommensgefühl schaffen

Wenn Sie in eine Wohnung kommen und erst mal einen Fernseher oder die Rückseite eines Sofas sehen, dann fühlen Sie sich nicht willkommen. Platzieren Sie die Möbel so, dass sie Sie empfangen. Ein Sofa, das sich Ihnen beim Näherkommen anbietet, hat die Wirkung offener Arme. (Bild über: 55 Kvadrat)

Sehr schön hat das Jürg Brawand in seinem Haus in Winterthur umgesetzt. Trotz einer tollen Aussicht stellte er das Sofa mit dem Rücken zum Fenster, so, dass man beim Eintritt von einer einladenden Sitzgruppe begrüsst wird. Foto: Rita Palanikumar für Sweet Home 

5 — Den Raum überfüllen

Grundsätzlich ist nichts gegen üppige Einrichtungsstile einzuwenden. Gerade kleinen Räumen tut eine gemütliche Einrichtung mit vielen Dingen gut. Wichtig dabei ist aber, wie die einzelnen Möbel zueinander stehen. Der Komfort ist wie immer der Leitfaden. Wenn Sie einfach Möbel zueinander stellen, weil Sie sie halt haben und sie Ihrer Meinung nach irgendwohin müssen, wirkt ein Raum schnell wie eine Abstellkammer. Ebenfalls von Bedeutung ist die Zugänglichkeit der einzelnen Stücke. Wenn Sie das Sofa wegschieben müssen, um ein Regal zu erreichen, wenn der Sessel schräg steht, weil er bloss mit einem Fuss auf den Teppich passt oder wenn jedes Mal etwas vom Beistelltisch fliegt, wenn Sie einen Lichtschalter bedienen – dann ist es Zeit für eine sinnvolle Reduktion oder eine bessere Platzierung. (Bild über: Découvrir l’endroit du décor)

6 — Fensterplätze nicht nutzen

Fenster bringen Licht, Luft und Aussicht in die Wohnung. Sie sind aber nicht unantastbar. Nutzen Sie die Fensterplätze für Arbeitstische, Esstische oder einen Lesesessel. Es gibt auch Möbel, die man durchaus vor grossen Fensterfronten platzieren kann. Bänke zum Beispiel, Regale ohne Rückwände, Kommoden, Sideboards und natürlich Sitzmöbel. (Bild über: Pretty Simple)

Credits: 

Blogs und Magazine: Pretty Simple, Découvrir l’endroit du décorApartment 34, Gravity Home Blog, The Every Girl, Cocolapine Design
Immobilienagenturen: 55 Kvadrat

12 Kommentare zu «So stehen Möbel bestimmt falsch»

  • Henri Sommer sagt:

    Ich finde die gezeigten schlechten Beispiele vielmehr ausnehmend schön und geschmackvoll. Wie sehen dann erst die guten Beispiele aus. Beim Bild des Wohnzimmers vom Haus in Winterthur gebe ich Ihnen jedoch recht. Das Sofa würde ich auch nicht vor das grosse Fenster schieben.

  • Joanna Bieler sagt:

    Das kommt auch drauf an wie Sie wohnen. Im Parterre will man nicht unbedingt jeden vorbeilaufenden sehen. Oder in die Fenster des nächst nahstehenden Blocks schauen. Dann lieber dem Eingang und auch dem Fernseher gegenüber.

  • Maria sagt:

    Punkt 6.
    Ein Arbeitstisch vor dem Fenster bedeutet, dass wir den Computer nicht benutzen können. Der Esstisch ist auch bei einem Fenster mit Heizkörper nicht angezeigt. Im Allgemeinen sollte diese Zone aus ästhetischer und harmonischer Sicht frei oder mit kleinen dekorativen Details bleiben.
    Wenn wir über moderne Architektur sprechen, was bei dem Foto nicht der Fall ist, gleiten die Fenster oft vom Boden bis zur Decke. Diese Zone verursacht normalerweise, obwohl es geschlossen ist, gewisse Luftströmungen, die es ungemütlich machen.

  • jane marple sagt:

    bin zu zeit auf wohnungsuche und habe dabei ein déja-vù nach dem anderen. es scheint mir, als gibt es nur noch ein sofa-typ zu kaufen: grau (ganz wichtig), zusammengesetzt aus quadratischen elementen (natürlich in einer ecke, damit noch seitwärts gehend zum balkon gelangen kann), riesenfernseher, ein mikriges IEKA-Billy oder Kallax mit ein paar dekosachen (auch von IKEA). Im Schlafzimmer: Schiebe-Glastür-Schrank (IKEA oder Interio), Boxspringbett… vielleicht noch ein Stuhl für den Kleiderberg… Esszimmer/Essplatz: meist schwarze Stühle und Monstertisch mit eckigen Beinen (eher Interio oder MöPfi). Balkon: Lounge-Möbel (Micasa oder IEKA) und Gasgrill… aus die Maus. Da lob ich mir doch die Ideen von Frau Kohler – auch wenn manche für normal Verdiener unrealistisch sind.

    • adam gretener sagt:

      Ich ziehe auf den ersten Oktober auch in eine neue Wohnung hier in Winterthur. Was man auf dem Möbelmarkt so findet, ohne gleich ein Vermögen auszugeben, ist genau so wie Sie das beschreiben. Schlimmer kommt es nur noch mit Shaby Chick-Möbeln

  • Clara Goodwin sagt:

    Hm. Das mit dem Gegenüber des Sofas hat in unserem kleinen Reiheneinfamilienhäuschen einen Haken., es gibt zu wenig Platz. Gegenüber dem langen Sofa (von Wand zu Wand) mussten wir unser Klavier platzieren. Wie geht man mit einer solchen Situation um?

    • Markus sagt:

      Indem man sich am Klavierspiel erfreut ohne sich Sorgen zu machen, dass die Einrichtung einigen Experten nicht gefallen könnte.

    • Maria sagt:

      Frau Goodwin
      Rechts oder links können Sie kleine Tischen platzieren, je nach Situation kann man sie anders gruppieren, zum beispielsweise beim Besuch.
      Der klassische Tisch für das Sofa ist nicht mehr so besonders wichtig.

  • Elisabeth Brezger sagt:

    Ich persönlich freue mich lieber an der schönen Aussicht vom Sofa aus und heisse den Gast mit einem herzlichen Lächeln willkommen. Und dann kann er gern die Aussicht mit mir auf dem Sofa geniessen.

  • Stephan Schärer, Töpferschiibe am Gallusplatz sagt:

    Toller Artikel! Eigentlich weiss man das mittlerweile ja (50+), aber zum Nachjustieren in der eigenen Wohnung ist es nie zu spät!

  • Hans Wanderer sagt:

    Diese guten Tipps sollten eigentlich selbstverständlich sein, danke für diese Zusammenstellung!

Kommentar

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