Ein englischer Traum am Meer

Im idyllischen Städtchen Deal in Kent gibt es seit diesem Sommer ein entzückendes, wunderschön eingerichtetes Hotel: The Rose.

Kennen Sie das Meer in Kent? Es ist anders als unser «gewohntes» Mittelmeer. Da stehen keine Liegestühle nummeriert in Reih und Glied, man trinkt auch keinen Aperitivo an der Bar. Aber es werden viele wunderschöne Geschichten aus Büchern geweckt. Hübsche bunte Boote stehen am Strand, es gibt Ebbe und Flut, Piers und einen fantastischen Strand, der zu stundenlangen Spaziergängen einlädt – und das nicht nur im Hochsommer. Danach geht man ins Pub und trinkt einen Tee oder ein Bier. Genau in einem solchen traditionellen Pub, in einem viktorianischen Haus im hübschen Küstenstädtchen Deal, ist seit Juni ein entzückendes, typisch englisches Hotel entstanden. Es heisst The Rose und ist natürlich auch wunderschön eingerichtet.

Seit 200 Jahren steht das Pub mit Gästezimmern an der Highstreet in Deal. Zwei in der Gegend wohnende Familien haben sich entschieden, das heruntergekommene Gebäude herauszuputzen und in ein gemütliches Restaurant und kleines Hotel zu verwandeln. Nach ausgiebigen Renovationsarbeiten hat nun The Rose im Juni dieses Jahres seine Türen geöffnet. Einer der Eigentümer ist gar der Urenkel der Brauerei Thompson & Son, welcher The Rose und viele andere Public Houses in der Gegend gehörten, bis sie in den 50er-Jahren verkauft wurden. 

Jedes der acht Gästezimmer ist individuell und wunderschön eingerichtet. Auf typisch englische, eklektische Art eben! Mit viel Farbe, edlen Textilien, liebevollen Details und grossen weichen luxuriösen Betten. Die Zimmerpreise liegen zwischen 90 und 170 Pfund inklusive Frühstück.

Das Restaurant flirtet stilmässig mit den Fünzigerjahren, wobei die originalen 50er-Holzpaneele hervorgeholt wurden. Bequeme Samtsessel, Retrostühle und runde Tische laden zum Verweilen ein – und zum Genuss dieser starken, süssen Tasse Tee.

Natürlich wird mehr als bloss Tee serviert. Die Küche bietet beste lokale Produkte, gibt den typisch britischen Wohlfühlklassikern den gewissen modernen Twist und verschreibt sich der Saisonalität. Die Gerichte hat Rachel Towpath kreiert, die für solch berühmte Restaurants wie das Polpo oder das Spuntino in London gearbeitet hat. Täglich werden feine Frühstückgerichte serviert, am Wochenende Brunch. Das Brunchgericht «The Scandi Plate» verwöhnt mit Rauchlachs, Avocado, weichem Ei, Toast und Schlagrahm.

Die wunderschön eingerichteten Zimmer inspirieren zu Wohnideen für zu Hause. Hier thront ein grosses mit sonnengelbem Samt bezogenes Bett vor einer fröhlichen, blaugemusterten Tapete. Zierkissen mit pinkfarbenem Chinastoff wecken die quirlig gemütliche Kombination.

In der ganzen Hoteleinrichtung findet man ausgewählte wunderhübsche Vintagestücke. Einige Zimmer haben Filmprojektoren mit Leinwänden, andere Plattenspieler mit einer Auswahl an Vinyl-Schallplatten. 

Überall leuchtet die Farbe der englischen Rosen hervor. In diesem Zimmer sind es eine rosa Füsschenbadewanne und ein rosa Plüschsessel, die vor in frischem Mintgrün gestrichenen Wänden besonders schön zur Geltung kommen. 

Viele der Vintage-Einzelstücke sind aus Rattan und verhelfen dem Einrichtungsstil zu einem gemütlichen, ländlichen Ambiente, welches die Nähe zum Meer zu vermitteln vermag.

Das englische Küstenstädchen Deal erreicht man einfach vom Londoner Bahnhof St. Pancras aus mit einer Zugfahrt von einer Stunde und 20 Minuten. Auch ist der Bahnhof vom Hotel aus zu Fuss erreichbar. Verwinkelte enge Strässchen, die umsäumt sind von alten, oft weiss gestrichenen Häusern führen ans Meer. Vom Hotel sind es bloss zwei Minuten an den Strand. 

Am Sonntag wird in The Rose der englische «Sunday Roast» serviert. In England isst man nämlich am Sonntagmittag einen Braten oder ein Poulet aus dem Ofen mit viel Sauce und Gemüse. 

In Deal gibt es eines dieser traditionellen, langen Piers, auf denen man ins Meer hinausspazieren und es auch bei Ebbe bewundern kann. Das Pier wurde in den Fünfzigerjahren neu erbaut, da seine Vorgänger von Stürmen und Kriegen zerstört wurden. Eingeweiht hat es 1957 der Duke von Edinburgh.

Credits: 

Einen Aufenthalt im The Rose buchen: The Rose
Interiordesign: Harding & Read
Styling und Creative Consulting: Michelle Kelly
Architektur: MAD Atelier

4 Kommentare zu «Ein englischer Traum am Meer»

  • Alfred Ramiew sagt:

    Ich finds toll, dass Sie die Zugfahrt in dieses Städtchen erwähnen.

  • Monique Saulnier sagt:

    Eigentlich gar nicht mein Geschmack. Aber, vielleicht finde ich es gerade deswegen traumhaft! Da will man sofort hin! Für das Buchen der nächsten Ferien sehr inspirierend.

  • Peter Dellsperger sagt:

    Aehnliche Bijoux und faszinierende Strände findet man auch in Norfolk zwischen Thornham und Sheringham oder in Suffolk in Orford oder Aldeburgh. Man fühlt sich 60, 70 Jahre zurückversetzt.

  • Michael sagt:

    Prima Tip. England war ich das letzte Mal 1972, wird Zeit mal nachzusehen, ob sich da was geändert hat.

Kommentar

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