Mit diesen Tricks kochen Sie besser

Sie wollen Ihre Kochkünste ohne zusätzliches Gourmetwissen oder Kurse auf ein höheres Niveau heben? Diese einfachen Tipps helfen Ihnen dabei.

1 — Kochen Sie Pasta immer mit den Zutaten fertig

Pasta hier, Sauce dort – glauben Sie mir, das geht nie gut. Geben Sie immer die al dente gekochte Pasta in die Pfanne, in der Sie die Sauce zubereitet haben und kochen Sie sie dort fertig. Der Sinn dahinter ist, dass sich die Pasta so mit der Sauce verbindet. Bei einer richtig guten italienischen Pasta sind die Anteile der Sauce oder der Zutaten, mit denen die Pasta vermischt wird, genauso gross wie der Pastaanteil. Also nicht einfach viele Spaghetti mit ein bisschen Sugo mischen. (Bild über: Sip and Feast)

Versuchen Sie diesen Kochtrick mit Spaghetti all’amatriciana: 

Zutaten: 

  • 300 g Spaghetti
  • 150 g Speckwürfeli
  • 1 Peperoncino, aufgeschnitten
  • 400 g gehackte Tomaten
  • 1 dl trockener Weisswein
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 80 g Pecorino, gerieben

Zubereitung:

Geben Sie Öl und den Peperoncino in die Pfanne und braten Sie die Speckwürfeli langsam knusprig. Giessen Sie den Weisswein dazu und lassen Sie ihn einkochen. Nehmen Sie die Speckwürfeli heraus und stellen Sie diese warm. Geben Sie die Tomaten bei und köcheln Sie alles ca. 10–15 Minuten. In dieser Zeit kochen Sie die Spaghetti gemäss Packungsangaben al dente. Mischen Sie den Speck wieder zur Sauce, würzen Sie nach Geschmack, mischen Sie die Hälfte des Käses darunter und geben Sie dann die al dente gekochten Spaghetti dazu. Gut mischen, etwas Pastawasser dazugiessen und noch etwa 3 Minuten unter Bewegung köcheln. Servieren Sie die Pasta mit dem restlichen Käse und ein wenig gehackter Petersilie.

2 — Nutzen Sie das Pastawasser

Pastawasser ist Gold wert in der Pastaküche. Praktisch jede Pasta braucht ein wenig Pastawasser in der Fertigstellung. Das Pastawasser schafft es, dass jede Sauce cremig wird. Es enthält Stärke und verbindet so die Sauce, die Zutaten und die Pasta zu einem perfekten Ganzen. Es gibt Pastarezepte, bei denen das Pastawasser gar eine Hauptrolle spielt. Dazu gehören Spaghetti Cacio e Pepe. Diese werden mit geriebenem Pecorino, Pastawasser und schwarzem Pfeffer gemacht. Der geriebene Pecorino wird mit dem Pastawasser langsam zu einer cremigen Sauce verbunden.

Aber auch dann, wenn Sie einfach Pasta mit Gemüse kochen möchten, verbindet das Pastawasser die beiden unterschiedlichen Elemente zu einem köstlichen Ganzen. Ich benutze ein antikes Rahmkännchen, um damit Pastawasser vor dem Abgiessen abzuschöpfen. So kann ich das Pastawasser auf einfache Art dosiert einsetzen. Profis giessen die Pasta nicht ab, sondern schöpfen sie mit Schöpflöffel vom Kochwasser in die Sauce. Auch so kommt Pastawasser in das Gericht. Das braucht aber, meiner Meinung nach, ein kleines Bisschen mehr Können und Routine. (Bild über: Taste Cooking)

3 — Werfen Sie Parmesanrinden nicht weg

Wie Sie sich bestimmt denken können, gehöre ich nicht zu denen, die Bouillon selber machen. Aber ich bin begeistert von allen, die sich die Zeit nehmen und mit Liebe stundenlang Knochen, Gemüse und Kräuter köcheln, bis der Sud eine richtig gute Bouillon ergibt. Statt Knochen kann man auch Parmesanrinde nehmen. Dieser Trick verhilft nicht nur zu einer schmackhaften vegetarischen Bouillon, sondern verhindert auch Foodwaste. Eine andere feine Möglichkeit ist, die Parmesanrinde mit einer Bolognese- oder einer Tomatensauce mitzukochen. Ich koche sie manchmal auch in einer Suppe oder in einem Risotto mit. Parmesanrinden sind so was wie vegetarische Knochen; in ihnen steckt viel Geschmack, Fett und Substanz. (Bild über: Giadzy)

4 — Überfüllen Sie keine Pfanne 

Wundern Sie sich, dass Ihre Bratkartoffeln nie so golden und knusprig werden, wie Sie es sich wünschen? Das liegt ganz einfach an Ihrer Ungeduld. Sie geben wahrscheinlich so viele Kartoffeln wie möglich in die Bratpfanne, weil Sie nicht möchten, dass es zu wenig zum Essen gibt. Das ist zwar gut gemeint, führt aber nicht zum Ziel. Hier gilt: «Weniger ist mehr» – nicht auf dem Teller, aber in der Pfanne. Braten Sie die Kartoffeln in Portionen. Das dauert zwar, aber es ist die einzige Möglichkeit, um zum Ziel zu kommen. Das gilt auch für anderes Gemüse und für Fleisch. (Bild über: Hey Grill Hey)

5 — Toasten und rösten Sie

Ein viel gelesener Beitrag, den ich mitten in der Lockdown-Zeit gepostet habe, zeigte, wie man mehr aus dem Notvorrat rausholen kann. Darunter war ein Tipp, der zeigte, wie man müdes Gemüse wieder schmackhaft macht. Man röstet es! So ähnlich kann man das mit Kuchen von vorgestern machen: Man toastet ihn und geniesst ihn warm mit Beeren und/oder Rahm. Dieses Prinzip kann man auch auf andere Lebensmittel anwenden. Denn Wärme holt den Geschmack zurück – oder lässt ihn erst richtig entfalten. Rösten und toasten Sie also Gewürze, Nüsse, Körner und Kerne, bevor Sie mit ihnen etwas zubereiten.  (Bild über: Zen and Spice

Tipp:
Sie können Nüssen und Kernen beim Rösten Zusatzgeschmack verleihen: Rösten Sie Nüsse mit etwas Honig, Chili oder anderen Gewürzen, bevor Sie diese über den Salat oder Gemüse verteilen.

6 — Nutzen Sie die Schere auch in der Küche

Als ich mal bei einem Lunch auf einer Fotoproduktion die Pizza mit einer Schere schnitt, entsetzte sich ein Teammitglied und meinte, dass dies Blasphemie gegenüber der italienischen Küche sei! Doch in meiner Lieblingsbäckerei in Mailand, in der ich immer Focaccia und Tortellini kaufe, schneiden sie die Focaccia auch mit Scheren. Und dann ist da noch die sexy-glamouröse Nigella Lawson, die fast dahinschmilzt, wenn sie erklärt und zeigt, wie sie Poulet, Kräuter und vieles mehr mit der Schere zerkleinert. Also ich schneide beim Kochen so viel ich kann mit der Schere. Ich stehe voll zu meinem Hausfrauenstatus in der Küche. Messer mag ich nicht besonders, bestimmt auch, weil ich mir einmal ziemlich viel an einem Finger zerschnitten habe – und das mit einem Buttermesser! Und ja, da ist auch der Film «The Shining», den ich wahrscheinlich viel zu früh in meinem Leben gesehen habe! 

Als ich mir im Dezember bei einem Sturz vor dem Weihnachtsbaum das linke Handgelenk gebrochen habe, musste ich sechs Wochen lang einen Gips tragen. Das Kochen war eine Herausforderung. Doch die Schere half mir, zusammen mit einer hohen Tasse, Kräuter fein zu «hacken». Wenn ich für Miss C., unser Hündchen, Fleisch zerkleinere, mache ich das mit einer Schere. Ich denke, dass sich das auch für Kinderfood aller Art sehr gut eignet – und auf jeden Fall für Schnittlauchringli! (Bild: MKN

7 — Machen Sie Croutons

Meine Mutter wusste, wie sie mir ein Gericht, das ich nicht besonders mochte, schmackhaft machen konnte. Sie machte «Grümeli», so hiess bei uns das, was man in der gehobenen Küche Croutons nennt. Diese liebte ich über alles und allem. So erhielten Suppen, Gemüse oder Salate diese knusprig buttrigen Brotstückchen und machten sie für mich zum Festessen. Mein absolutes Lieblingsessen war «Öpfelbrot». Bei uns zu Hause wurde diese Speise mit in Butter und Salz geröstetem Brot und gekochten Apfelschnitzen zubereitet. Dazu gab es Wienerli und Senf! Kein Wunder, bin ich auch heute noch ein Fan von Croutons und mache diese immer noch gleich, nämlich mit geschnittenem altem Brot, viel Butter und Salz. Alles mit Achtsamkeit in der Bratpfanne geröstet. (Bild über: Foodie Crush)

Tipp: Sie können beim Rösten Butter mit Olivenöl ersetzen, fein gehackte Kräuter wie Rosmarin, Salbei oder Thymian beigeben oder den Croutons mit geriebenem Parmesan oder Gewürzen einen feinen Geschmack verleihen. 

8 — Bereiten Sie Dressings im Konfitürenglas zu

Salate brauchen ein Dressing, damit sie gut schmecken. Wenn Sie dieses mit ein bisschen mehr als nur mit Essig und Öl zubereiten möchten, dann mischen Sie die Zutaten in einem Konfitürenglas: Alles rein, Deckel zu, gut schütteln und dann über den Salat träufeln. Diese einfache und clevere Zubereitung hat noch einen anderen Vorteil. Falls Sie zu viel Salatsauce gemischt haben, dann können Sie den Rest perfekt und sauber ein paar Tage lang aufbewahren. (Bild über: Wonky Wonderful)

9 — Marinieren Sie im Zip-Bag

Nach einem ähnlichen Prinzip geht das Marinieren von Fleisch, Fisch oder Geflügel. Geben Sie das Mariniergut in einen Zip-Bag. Geben Sie alle Zutaten dazu und verschliessen Sie den Zip-Bag. Nun können Sie alles gut und sauber mischen und im Kühlschrank einwirken lassen. Danach heisst es nur noch braten oder grillieren. Die übrige Marinade bleibt im Plastiksack und kann so später einfach unter die Sauce gemischt oder zum Bepinseln des Grillguts genutzt werden. (Bild über: The Gunny Sack)

10 — Aromatisieren Sie Butter

Oft fehlt Fleisch oder Gemüse das gewisse Etwas. Da hilft eine würzige Butter. Diese können Sie einfach mit weicher Butter und Kräutern, Gewürzen oder anderen Zutaten zubereiteten.  (Bild über: Sprinkle and Sprouts)

Diese aromatischen Buttermischungen schmecken fein: 

  • Butter mit Kräutern
  • Butter mit Senf
  • Butter mit Meerrettich
  • Butter mit Gorgonzola
  • Butter mit gerösteten Schalotten
  • Butter mit Honig und Salz
  • Butter mit getrockneten Tomaten
  • Butter mit Chili, Koriander und Limette

Credits: 

Bilder über Blogs und Magazine: Sip and Feast, Taste Cooking, Giadzy, Hey Grill, Zen and SpiceFoodie Crush, Wonky, The Gunny Sack, Sprinkle and Sprouts

19 Kommentare zu «Mit diesen Tricks kochen Sie besser»

  • Ruth Zwyssig-Vesti sagt:

    Parmesan-Rinde ist wirklich nicht vegetarisch… die Idee ist aber super

  • Sonusfaber sagt:

    Vielen Dank! Die Pasta „risottata“, wie man im italienischen Sprachraum sagt, ist tatsächlich um Welten köstlicher …

  • glancy mueller sagt:

    supörb.. genau, darauf habe ich schon lange gewartet. messi boggu frä kohler!

  • D. Meier sagt:

    oky Pizza schneide ich auch oft mit der Schere aber für alles andere hat man 2 gute Koch Messer zu Hause aber ja als gelernter Koch ist man e speziel was Messer angeht.
    Super Tipps und noch was einfach mal drauf los Kochen und wenn’s halt nicht schmeckt nicht aufgeben

  • B. Suter sagt:

    In Italien schneidet man Pizza taglio üblicherweise mit der Schere. Aber ich würde es auch machen wenn die Italiener es nicht machen würden. Es geht einfach besser.

  • adam gretener sagt:

    Bratkartoffeln sind sowieso eine Wissenschaft für sich. Ich mach sie folgendermaßen: Kleine, mehlig kochende Kartoffeln schälen. Kochen mit etwas Bouillon und 2 oder 3 Lorbeerblättern. Anschliessend die Kartoffeln sehr gut ausdämpfen lassen. In einer Pfanne mit Beschichtung und Butterschmalz die Kartoffeln unter permanentem bewegen der Pfanne ca. 20 Minuten schwenken. Mittlere Temperatur. Bis sie schön Farbe haben, aber nicht zu viel.

    Dann vorsichtig gesalzenes Paniermehl über die Kartoffeln geben und weiter schwenken bis alles goldbraun ist. Ganz am Schluss zwei Knoblauchzehen und etwas frischen Rosmarin dazugeben und nur kurz mitbraten.

    Meine Schwägerin würde dafür töten. Also mich, wenn ich die nicht mehr machen würde.

    • Christof Walker sagt:

      Mjam, tönt super danke!

    • marsel sagt:

      Bratpfannen mit Beschichtung habe ich vor Jahren alle entsorgt. Bin ich nie so ganz glücklich geworden mit, weil sich das Öl oder die Butter nicht schön verteilt, sondern sich im Gegenteil an einem Ort sammelt, irgendwie. Jetzt wird in geschmiedeten Eisenpfannen gebraten.

      • Luisa sagt:

        YEAH! Ich habe das Glück, die alte, grottenschwere Bratpfanne meiner Grossmutter von meiner Gotta übernehmen zu können. Da ist keine, noch so wundervoll modern beschichtete Tefklon-Pfanne was daneben. Diese Eisenpfanne ist ein Traum, und Härdöpfeli – egal wie und mit was – werden traumhaft Spiegeleier, wie einst im Mai, mit dunkelbraunem, knusprigem Rändli schlitteln nur so in den Teller. Und erst die Steaks, gebraten mit dem Rinderfett, das man leider nur bei wirklich exzellenten Metzgern noch bekommt. (Als wäre Rinderfett Gift…)
        Natürlich wird die Pfanne NIEMALS mit Abwaschmittel gewaschen. Wasser und auswischen. Punkt.

    • Heidi Arn sagt:

      Abgeschrieben (Kommentare lassen sich nicht drucken) mit der Absicht nachzukochen resp. nachzubraten ;-) Gruss und Dank!

  • Marc sagt:

    Gute Idee mit der Parmesanrinde. Aber Achtung: Parmesan ist wie viele andere Käse nicht vegetarisch!

    • Ursula sagt:

      Käse ist vegetarisch, aber nicht vegan. Vegetarier essen Milchprodukte, Eier, Honig, kleiden sich in Wolle. Veganer lehnen alles tierische ab.

      Danke für die wunderbaren Beiträge, die stets den Tag verschönern!

  • Simon Moser sagt:

    Das ist einer meiner absoluten Lieblingsblogs, weil er immer so hübsch daherkommt. Ob hingegen eine Bouillon mit mitgekochtem Parmesan als vegetarisch bezeichnet werden kann? Vermutlich eher nicht. Guten Appetit!

  • ma brügger sagt:

    Danke für die Reha der Schere; hatte bis anhin ein schlechtes Gewissen, dass dieses Utensil eigentlich in der Küche nix verloren hat… Für die Butter benutze ich ein kleines Holz-Messerchen, das ist praktisch und sehr effizient. Aber ohne Messer gehts dann bei mir auch nicht… Ich benutze ein richtig grosses, schweres Messer, bei Hantieren lasse ich die Messerspitze immer auf dem Brett ruhen und schiebe das Schnittgut dann Richtung Klinge. Eine sehr scharfe Klinge hilft dabei, dass der Kraftaufwand gering bleibt und das Verletzungsrisiko klein. Schneiden sie zu Beginn langsam und konzentriert, nur die TV-Chefs lassen ihre Blicke vom Schneidbrett wegwandern…

  • Yve Delaquis sagt:

    « CroÛtons » wird so geschrieben, chère Marianne Kohler.
    Sobald (Produkte-) Namen aus anderen Ländern, sprich Sprachen verwendet werden, sollen sie so wie in der Originalsprache buchstabiert werden (Claudia Schmid, Tagi Gastroschreiberin, macht diesen Fehler oft, Daniel Böniger nie). Also: pÂtisserie, crÈme, entrÉe, glacE (das schweizerdeutsche « glacé» stammt aus der dialekt- Aussprache, und bedeutet nichts anderes als « gefroren, erfroren » – nicht Eis-crème- als solches), pralinÉ, entrecÔte, stEAk, « à la meuniÈre », mÉdaillon, usw.

    Bei Unsicherheiten, im Gastrowörterbuch Duboux (Rot-Weiss Verlag), nachschauen. Oder mich fragen (caralingua.com): ich schreibe, adaptiere, revidiere und übersetze für die Gastronomie (Menükarten inkl.), seit eh und je . À bientôt? YD

  • Burkart sagt:

    Danke für Ihre Tipps. Als erfahrener Hobby-Koch habe ich alles schon irgendwo schon einmal gehört und nun von Ihnen wieder in Erinnerung gerufen bekommen. You saved my day.

  • Maura Hanley sagt:

    Heia – super Ideen! Freue mich, ALLES auszuprobieren. Vielen lieben Dank. Ich erinnere mich an die Öpfelrösti meiner Mutter – herrlich. Habe das nie mehr nachgekocht. Jetzt werde ich! Sie bringen mich mit sanfter Hand wieder zum Kochabenteuer, zu Wohnbehaglichkeit! Vielen Dank – so wert-voll!

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