Ganz schnell was Feines

Zehn Ideen, wie Sie blitzschnell und unkompliziert etwas Gutes zaubern können – und zwar mit dem, was gerade da ist.

1 — Nudeln mit Butter, Salbei und Nüssen

Viele nutzen diese Zeit für kulinarische Kunstwerke und entspannen sich dabei in der Küche. Aber nicht immer hat man Lust dazu. Manchmal hat man den Tagesablauf nicht so gut im Griff oder ist ganz einfach nicht in der Stimmung, den Champagner zu entkorken, das beste Olivenöl über die ergatterten Spezialitäten zu träufeln oder diese fantastischen Bilder vom elegant gedeckten Tisch auf Instagram zu posten. In diesen Momenten tut etwa Köstliches gut, das man ganz schnell und einfach mit gesunden Zutaten zaubern kann. Und ja, man darf diesen Teller Pasta, den gemütlichen Reis oder die wohltuenden Gnocchi auch vor dem Fernseher geniessen. (Bild über: Le Petit Eats)

Und so gehen die Nudeln:
Nudeln al dente kochen. Geben Sie etwas Olivenöl in eine tiefe Bratpfanne, braten Sie Pilze an, und salzen Sie ein bisschen. Nehmen Sie die Pilze heraus. Geben Sie gut Butter und Salbeiblätter in die gleiche Pfanne, und erhitzen Sie beides. Würzen Sie mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss, und geben Sie einige sehr grob gehackte Haselnüsse dazu. Nun geben Sie die Pilze zurück in die Pfanne, bis sie wieder heiss sind. Mischen Sie nun die Nudeln mit etwas Pastawasser unter, und servieren Sie alles mit etwas geriebenem Pecorino oder Parmesan. 

2 — Spaghetti mit gerösteten Tomaten

Wie Sie wissen, liebe ich Tomatensaucen, aber manchmal fehlt die Lust zu schnipseln, zu braten und zu rühren. Da passen diese supereinfachen Spaghetti perfekt. (Bild über: Camille Styles

Und so gehts:
Kleine Tomaten waschen und mit Olivenöl, Salz, etwas Zucker oder Honig und gehackten Kräutern mischen. Sie können die Kräuter nehmen, die Sie haben – Basilikum, Rosmarin, Thymian, Oregano oder einfach bloss Petersilie. Geben Sie auch noch etwas fein gehackten Knoblauch bei, wenn Sie mögen. Alles auf ein Backblech verteilen und im 200 Grad heissen Backofen etwa 15 bis 20 Minuten rösten. In der Zwischenzeit Spaghetti al dente kochen. Die Spaghetti abtropfen und die Tomaten über die Spaghetti geben. Gut mischen und mit oder ohne Käse geniessen. 

3 — Kartoffelstock mit Pesto

Kartoffeln schälen, kochen, abkühlen und braten ist manchmal einfach zu aufwendig. Ein Kartoffelstock geht viel einfacher und schneller. Man muss die Kartoffeln zwar ebenfalls schälen, danach geht es aber mühelos. (Bild über: Hapa nom nom)

Und so gehts: 
Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Im Salzwasser oder in Bouillon weich kochen. Abgiessen, zerstampfen und etwas Butter und heisse Milch untermischen. Nun nehmen Sie eine Pestosauce hervor, die Sie entweder fertig gekauft haben oder noch vorrätig im Tiefkühler haben, und mischen sie unter. Tiefgekühlte Pesto zuerst auftauen. Servieren Sie den Kartoffelstock in einem Schälchen, und geniessen Sie ihn mit dem Löffel.

Ja, der Löffel ist okay!
Als ich vor vielen Jahren ein Modeshooting in London produzierte, gingen wir in ein traditionelles und beeindruckendes Lokal, in dem es nur Pie, Eel and Mash gab. Es war wie eine Kantine. Man stand da mit dem grossen, weissen Teller in der einen Hand, bekam einen Löffel in die andere gedrückt und Kartoffelmash auf den Teller getürmt. Dann konnte man auswählen, ob man Steak and Kidney Pie oder ein Stück Aal mochte. Darüber kam noch eine grüne Sauce. Die Aale lagen frisch auf der Theke. Ich weiss nicht mehr, ob sie noch zuckten, aber in meiner Erinnerung, ja. Das Lokal wurde vor allem von Arbeitern besucht. Es war lärmig, rustikal und einzigartig. Natürlich muss ich zugeben, dass ich das Essen überhaupt nicht mochte. Der Kartoffelstock war wässrig und fad, der Pie mit Nierenstücken drin für mich als junge Moderedaktorin nicht besonders verführerisch, und die langen Aale zu sehen, war auch eher gewöhnungsbedürftig. Doch der Ort war stark und blieb unvergesslich. So esse ich noch heute manchmal den Kartoffelstock mit dem Löffel und denke an dieses Erlebnis zurück. 

4 — Gnocchi mit Tomaten und Mozzarella

Für mich gehören Gerichte, die man einfach und ohne grosse Vorarbeit in den Ofen schieben kann, zum Fast Food des Alltagslebens. Während sie im Ofen «blubbern», kann ich etwas anderes machen und mich dann an den Tisch setzen und ein fertiges Gericht geniessen. Fast als wäre ich im Restaurant. (Bild über: Floating Kitchen)

Und so gehts: 
Sie brauchen fertige Gnocchi vom Supermarkt. Geben Sie eine Dose Pelati in eine Gratinform. Würzen Sie mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss, und geben Sie gehackte Kräuter wie Basilikum und/oder Petersilie bei. Mischen Sie ein bisschen Rahm oder Frischkäse dazu. Sie können auch Spinatblätter untermischen oder fein gehackten Stangensellerie und/oder ein paar gehackte Sardellenfilets beifügen. Nun kommen die Gnocchi zu den Tomaten. Alles vermischen. Mozzarella in Scheiben schneiden und darüber legen und im 200 Grad heissen Backofen etwa 20 bis 30 Minuten backen.

5 — Rüebli-Ingwer-Suppe

Eine Suppe ist auch im Frühling eine gute Idee. Suppen sind gesund, gehen schnell und trösten, auch wenn es draussen sonnig und warm ist. Trimmen Sie Ihre Suppe auf Frühling, und servieren Sie sie nicht zu heiss. Kochen Sie eher mit Olivenöl statt mit Butter, und geben Sie ihr frische Kräuter bei. Fein sind auch Croutons. Diese machen Sie mit Brotresten, die Sie in Würfel schneiden und mit Butter und Salz rösten – ein Gedicht! (Bild über: Foodie City Network)

Und so geht die Suppe ganz schnell: 
Rüebli schälen und würfeln, Ingwer schälen und raffeln, eine Kartoffel schälen und würfeln. Geben Sie Olivenöl in eine Pfanne, und dünsten Sie die Rüebli und die Kartoffeln mit dem Ingwer an. Sie können nun Kurkuma dazugeben, wenn Sie das haben und mögen. Oder auch etwas Currypulver. Auch Stangensellerie, Knoblauch, Peperoncino oder Schalotten eignen sich sehr. Geben Sie einige Blättchen Thymian bei, und wenn alles heiss ist und duftet, dann giessen Sie Gemüsebouillon dazu. Alles so lang köcheln, bis das Gemüse weich ist, und dann pürieren. Nun können Sie Rahm, Sauerrahm oder Kokosmilch beigeben, wenn Sie mögen. Die Suppe schmeckt auf jeden Fall sehr gut und gibt, abgesehen von ein bisschen Schnipseln, praktisch keine Arbeit. 

6 — Eierreis

Die Kombination von Reis und Eiern ist eine sehr gemütliche, und man kann sie eigentlich immer essen, auch zum Frühstück. (Bild über: Eat what tonight

Und so gehts: 
Sie brauchen Reis vom Vortag. Machen Sie ein Rührei mit etwa zwei Eiern pro Person. Nehmen Sie das Rührei aus der Pfanne, und stellen Sie es warm. Braten Sie den Reis in etwas Öl. Dann mischen Sie das Rührei unter. Geben Sie Schnittlauchringli dazu, und servieren Sie alles mit ein bisschen Sojasauce oder Salz und Pfeffer. 

7 — Tortellini mit Pesto und Tomaten

Tortellini hat man in drei Minuten gekocht. Statt sie nur mit Butter und Salbei oder einer Gorgonzolasauce zu machen, können Sie sie auch frischer servieren. (Bild über: Little Spice Jar)

Und so gehts: 
Kleine Tomaten vierteln. Tortellini in Bouillon al dente kochen. Mit den frischen Tomaten, etwas Pesto und heissem Pastawasser mischen und mit geriebenem Parmesan servieren. 

8 — Gemüserollen

Statt Schinken und Salamisandwiches machen Sie schicke Wraps und packen diese mit Gemüse voll. (Bild über: Chelseas Messy Apron)

Und so gehts:
Sie brauchen Wraps oder Tortillafladen. Schneiden Sie Gemüse wie Rüebli, Stangensellerie, Gurken, Peperoni, Avocado und Tomaten in Stücke und Streifen. Mischen Sie Thunfisch aus der Dose mit einer Sauce, die Sie mit Mayonnaise, Ketchup und Zitronensaft mischen. Nun belegen Sie die Wraps mit allem. Legen Sie auch noch Petersilienblätter oder Rucola dazu. Wickeln und geniessen. 

Die Sandwichvariante:
Wenn Sie keine Fladenbrote oder Wraps zu Hause haben, dann können Sie auch Sandwiches machen. Toastbrot hat man heute oft zu Hause. Es hält lange und schmeckt gut. Also toasten Sie es, bestreichen Sie es mit Butter und dann mit dem Thunfisch. Danach legen sie alles Gemüse darauf, pressen alles gut und schneiden es diagonal in zwei Dreiecke. 

9 — Rigatoni mit Tomaten und Frischkäse

Eine richtig gute Pasta ohne langes Kochen? Das geht, und erst noch mit wenigen Zutaten. (Bild über: The Modern Proper)

Und so gehts: 
Kleine Tomaten halbieren. Olivenöl in eine Pfanne geben und eine zerquetschte Knoblauchzehe beigeben. Wenn diese duftet, geben Sie die Tomaten bei und salzen. So lange rösten, bis sie etwas zusammenfallen. In der Zwischenzeit Rigatoni oder Penne al dente kochen. Die Knoblauchzehe aus der Pfanne nehmen, ein wenig Balsamico unter die Tomaten rühren und dann die Pasta mit etwas Pastawasser und zwei Esslöffeln Frischkäse wie Chavroux-Ziegenkäse, Ricotta oder Philadelphia untermischen. Mit Rucolablättern und Parmesanspänen servieren. 

10 — Coupe Osterhase

Süsses versüsst nun wirklich einen langen Abend oder Nachmittag zu Hause. Machen Sie einen Coupe mit den Zutaten, die Sie auf Vorrat haben. (Bild über: Whats Gabi Cooking)

Und so gehts: 
Sie nehmen ein grosses (oder kleines) Glas. Legen Sie ein Stück Kuchen oder grob gebröselte Guetsli auf den Boden. Nun giessen Sie einen Esslöffel Espresso oder ein kleines Gütschli Likör wie Grand Marnier darüber. Geben Sie Glace darauf. Schmelzen Sie ein bisschen Osterschokolade zu einer Sauce, und geben Sie dann Rahm und die Sauce darüber. Garnieren Sie mit Beeren, zum Beispiel Erdbeeren oder Heidelbeeren, und ein paar Salznüssli. Pistazienkerne passen gut oder zerstossene Salzerdnüsse oder Salzmandeln. Sie können auch Zuckereili oder Osterhasenschokolade zerstossen und darüber geben. 

Credits: 

Bilder über Foodblogs: Whats Gabi Cooking, The Modern Proper, Chelseas Messy Apron, Little Spice Jar, Eat what tonight, Foodie City Network, Floating Kitchen, Hapa nom nom, Le Petit Eats, Camille Styles 

7 Kommentare zu «Ganz schnell was Feines»

  • Dunja sagt:

    So schöne Rezepte, danke Frau Kohler! Ich vermisse den Button zum Drucken, könnten Sie den nachträglich noch aufschalten? Merci! Es dankt Dunja und ihr Rezeptbuch, wo das Feine von SweetHome feinsäuberlich eingeklebt wird…

  • Barbara Schlax sagt:

    Danke für die leckeren Rezepte: Schnell, schmackhaft und vegetarisch.
    Es muss wirklich nicht immer der grosse „Bahnhof“ sein; Genuss kann so einfach sein.!

  • Silvia sagt:

    Liebe Mobinka
    Ich finde es ganz wunderbar, dass da kein Fleisch dabei ist, da ich es eh weglassen würde.
    Die Rezepte sind so schön geschrieben, dass es für mich schon nur ein Genuss ist, sie zu lesen.
    Vielen Dank! Heut‘Abend gibts die Rüeblisuppe..

  • Heidi Arn sagt:

    Wer hindert Sie daran, den Gerichten Fleisch hinzuzufügen?

  • Mobinka sagt:

    Nichts gegen gute Rezepte, manche machen wirklich Lust. Was mich aber stört ist, dass Fleisch in jeglicher Form verpönt ist. Nicht ein einziges Rezepz mit Fleich, Wurst oder Schinken! WRum?

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