10 Tipps rund ums Homeoffice

Zu Hause arbeiten ist nicht für alle ein Glück, aber für viele momentan eine Tatsache. So machen Sie das Beste daraus.

1 — So geht Arbeiten mittendrin!

Sie haben kein Arbeitszimmer? Das brauchen Sie nicht fürs Homeoffice, denn Arbeiten geht auch mitten in der Wohnung. Die meisten arbeiten im Geschäft auch in einem Grossraumbüro und müssen sich mit den Gesprächen und Bewegungen der Mitarbeiter abfinden. Zu Hause ist das auch nicht viel anders. Dabei helfen Ihnen die gleichen Methoden wie im Büro: Kopfhörer benutzen oder einfach so abschalten. Richten Sie sich einen Platz ein, der so etwas ist wie Ihr Büro. Das geht auch sehr gut hinter dem Sofa, wie dieses gelungene Beispiel, entdeckt auf dem Blog Arquitrecos, zeigt. 

Ich arbeite bereits seit vielen Jahren selbstständig im Homeoffice. Es hat sich fast ein bisschen so entwickelt, wie ich es mir als Teenager vorstellte. Damals träumte ich davon, Schriftstellerin zu werden und zu Hause am Fenster zu schreiben, während meine Familie im Garten ist. Natürlich blühten in meinem Traum überall Blumen, und es war immer Sommer. Ich bin zwar keine Schriftstellerin geworden, aber ich schreibe den Sweet-Home-Blog. Zudem schreibe ich auch sonst viel, mache Fotoproduktionen, Workshops und Beratungen.

Vieles geht von zu Hause aus. Ich habe ein Arbeitszimmer in der Wohnung, arbeite aber auch gerne mitten im Wohnzimmer am Esstisch. Bei schönem, warmem Wetter richte ich mir gar ein Gartenoffice ein. Ich kann schreiben, wenn der Fernseher läuft oder es ein bisschen turbulent zugeht. Für Telefonate flüchte ich oft ins Schlafzimmer, weil meist genau mitten in einem wichtigen Gespräch der «Feind» von unserem Hündchen Miss C. vor dem Fenster meines Arbeitszimmers vorbeispaziert und sie dann so laut wie möglich bellt – und so lange, bis er ausser Sichtweite ist.

Ich liebe mein Leben, auch wenn es natürlich nicht so idyllisch ist wie die hübschen Bilder und Ideen, mit denen ich auf dem Sweet-Home-Blog inspiriere. Aber für mich bedeutet es Lebensqualität, wenn die Arbeit und das restliche Alltagsleben ineinanderfliessen. Etwas, das viele nun im Homeoffice ebenfalls kennen lernen. 

2 — Profitieren Sie von einer neuen Morgenroutine

Als ich noch angestellt war, kamen wir Redaktorinnen meist kurz vor der Chefredaktorin in die Redaktion – und das war damals nicht immer besonders früh. Wir haben trotzdem viel gearbeitet, auch abends und an Wochenenden, aber es war nicht alles so streng wie heute. Kaum aber war ich selbstständig, stand ich jeden Tag superfrüh auf und begann zu arbeiten oder zumindest tätig zu sein. Irgendwie fühlte ich mich so, als würde ich im Büro aufwachen, und wollte nicht, dass am Morgen das Bett noch ungemacht ist oder ich grad von der Dusche meine ersten Telefonanrufe machen muss.

Ich stehe immer noch sehr früh auf, das hilft mir, meinen Tag freier zu gestalten. Ab sechs Uhr früh schreibe ich meistens vier Stunden und habe so jeweils ein tolles Pensum vor dem Frühstück hingekriegt. Das lässt mich den Rest des Tages entspannter angehen. Zu Hause kann man den Morgen arbeitsmässig ganz anders nutzen als im Büro. Profitieren Sie davon, das kann Ihnen Freizeit bieten zu Zeiten, in denen Sie sonst Teamsitzungen oder sonst was hatten. (Bild über: A better happier St. Sebastian

3 — Grenzen Sie sich besser ab

Wer sich gerne mehr abgrenzt vom Wohnraum und vom Familienleben, der kann das mit einer solch charmanten Lösung auch mitten im Raum machen. Auf die Schnelle helfen Paravents. Eine gute Lösung können Sie auch mit Fotografen-Equipment hinbekommen. Da gibt es nämlich grosse Styroporplatten, die man mit Kunststoffhalter frei im Raum platzieren kann. Fotografen kreieren damit Licht- beziehungsweise Schattenführung. (Bild über: Home Brylee)

4 — Geniessen Sie neue Aussichten

Zu Hause können Sie Ihren Arbeitsplatz dort einrichten, wo Sie wollen, und müssen nicht mit einem Ihnen vorbestimmten Ort vorliebnehmen. In vielen Büros sucht man sich heute jeden Tag einen neuen Arbeitsplatz, um Flexibilität zu zelebrieren. Zu Hause müssen Sie das alles nicht, da liegt es ganz an Ihnen, wo und wie Sie sich einrichten. Versuchen Sie es zum Beispiel mit einem schönen Fensterplatz. (Bild über: SF Girl)

5 — Schaffen Sie sich eine persönliche Arbeitswelt

Als Sweet-Home-Autorin liebe ich natürlich das schöne Wohnen und das Einrichten. Daher bin ich auch der Meinung, dass der Arbeitsplatz viel Liebe braucht. Besonders zu Hause. Kreieren Sie Moodboards, stellen Sie frische Blumen ein: all das Schöne und Inspirierende lenkt auch ein bisschen ab von den beängstigenden Entwicklungen, die sich wegen dieses Virus auf der Welt gerade abspielen. (Bild über: Lonny

6 — Schwänzen Sie 

Wer nie Homeoffice gemacht hat, der lernt nun die Wohnung mitten am Tag kennen. Lassen Sie sich verführen und machen Sie auch mal was völlig anderes in den «Bürostunden». Wie wärs mit einem Bad mitten am Nachmittag? Auch eine Runde Jogging oder ein Spaziergang im Wald helfen, einen Arbeitstag, den man auf einmal alleine in seinen vier Wänden verbringt, aufzuhellen. (Bild über: Camille Styles

7 — Hier sind Sie Boss

Wer Platz hat, der erobert nun ein Zimmer oder zumindest eine Ecke mit einem eigenen Tisch. Shopping ist ja gerade nicht angesagt, aber vielleicht finden Sie noch einen alten Tisch in der Garage oder auf dem Estrich, den Sie nun als Pult einsetzen können. Als Chefsessel gehen eigentlich alle Stühle, auf denen man gut sitzt. Markieren Sie Ihr «Office» mit persönlichem Stil. Hier müssen Sie sich nicht der Firma anpassen, sondern können Ihr eigenes Reich gestalten – denn zu Hause sind Sie der Boss! (Bild über: SF Girl

8 — Das hilft gegen Unordnung

Auch wenn viele Arbeiten heute digital erledigt werden können, braucht man doch in gewissen Bereichen auch greifbare Unterlagen. Dossiers, Inspirationen, Dokumente – all das möchte man am Abend nach Arbeitsschluss nicht mitten in der Wohnung haben. Da hilft ein Schrank oder ein anderes Staumöbel. Bei wenigen Sachen sind auch ein grosser Korb oder eine Box eine gute Idee. Sammeln Sie am Abend alles ein und sortieren Sie es am nächsten Morgen wieder auf Ihrem Pult oder Arbeitsplatz. Ich finde, egal was und wo man arbeitet, wenn man fertig ist damit, muss der Arbeitstisch aufgeräumt werden, damit es am Morgen wieder leer, frisch und einladend aussieht. (Bild: Ikea

9 — Kümmern Sie sich um Ihre neuen Teamkollegen

Da nun auch alle Kinder «Homeoffice» haben, bekommen Sie neue Teamkollegen. Die heisst es zu beschäftigen. Rollenspiele mit Masken und Requisiten sind da eine gute Idee – denn wollen wir nicht alle gerade ein bisschen der Realität entfliehen? Ich habe auf Zygote Brown Designs wirklich coole Masken und Kostüme entdeckt, die man mit Wellkarton machen kann. Sie können auf der Website Vorlagen kaufen und alles selber basteln. Eine gute Idee, die Sie als spannendes Homeoffice-Projekt mit Ihrem neuen Team angehen können.

10 — Machen Sie Feierabend

Noch wichtiger als im Geschäft ist der Feierabend zu Hause! Gönnen Sie sich den Feierabend und machen Sie wirklich Schluss! Die Gefahr beim Arbeiten daheim ist, dass man noch schnell diese oder die andere Mail beantwortet, etwas fertig machen möchte, das man auch am Morgen tun könnte, und einfach nie abschalten kann. Bestimmen Sie Ihre Office-Stunden selbst. Auch wenn Sie alleine sind und keine Mitbewohner haben: Entscheiden Sie sich für einen festen Stundenplan, der Ihnen entspricht, der aber das Abschalten beinhaltet. Eine goldene Regel ist: Nie arbeiten nach dem Abendessen! (Bild über: Pinterest

Credits: 

Blogs und Magazine: SF Girl, Camille Styles, Lonny, Home Brylee, A better happier St. Sebastian, Arquitrecos 
Shops und Kollektionen: Zygote Brown Designs, Ikea

7 Kommentare zu «10 Tipps rund ums Homeoffice»

  • Ursula Lussi sagt:

    Wunderbar, dass Sie Ihren Blog aufrecht halten. Wir brauchen in diesen Zeiten alles, was das Herz erfreut. Ihr Blog verbreitet Ästhetik, die Freude am Kreativen und ist ein kleiner aber wichtiger Beitrag als Gegenpol zur Verbreitung von Angst. Ich geniesse jeden Beitrag – jetzt erst recht!

  • Urs Fellmann sagt:

    Ich mache seit acht Jahren einen guten Teil meiner Arbeit im Homeoffice. Tipp 10 mit dem Feierabend ist für mich als Nachtmensch nichts, im Gegenteil, ich liebe es nach einer ausgiebigen Feierabendpause nochmals ran zu gehen. Wie damals im Gymi, da habe ich die Matheaufgaben am speditivsten nach dem Ausgang gemacht. Homeoffice schenkt uns als wertvolles Gut mehr Autonomie über die Zeit, nach individuellem Gusto.

  • Petra sagt:

    Wohne seit 2 Jahren in meiner aktuellen Wohnung. Obwohl ich vorher einen Tag pro Woche Homeoffice gemacht habe, war das Büro ein vernachlässigter Raum. Corona sei Dank, am Montag Abend wurde kurzerhand auch dieser Raum endlich mit Liebe eingerichtet.

    Und noch was bezüglich den Fotos oben: Homeoffice macht nur Spass, wenn der richtige Stuhl vorhanden ist.

  • Ruedi Raggebass sagt:

    Ich arbeite – schon seit Jahren – ausschliesslich von zu Hause. Und das ist gut so.
    Natürlich gehört zu einem richtigen Home Office auch ein Büro – sprich ein richtiges Zimmer. Denn – dauernd tagsüber auf dem Küchen- oder dem Esstisch zu arbeiten und diesen dann Abends zur Nahrungsaufnahme umzufunktionieren – ist keine befriedigende Lösung.
    Und dann braucht es natürlich auch gefestigte Tagesstrukturen – welche den eigenen Vorlieben und den geschäftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden. Und – es braucht – ein gewisses Mass an Zielausrichtung und Eigenverantwortung. Wenn dies erst einmal gegeben ist – dann gibt es nichts was befriedigender und erfüllender ist.
    Zudem – wenn etwas nicht erledigt ist – ist auch sofort klar wer dafür verantwortlich ist. Denn – es gibt keine Ausrede.

  • Urs Mobern sagt:

    Schöner Beitrag und gute Ideen, ebenso Texte die aufstellen.
    Und wie wir hier sehen, öfter mal ein Blumensträusschen auf den Arbeitsplatz daheim, das tut der Seele gut!

    • Christel Kohler sagt:

      Die schönen Blumensträusse sind mir auch aufgefallen – wie gern würden Blumenläden ihre Frühlingsblumen verkaufen!
      Der (geschlossene) Blumenladen in unserem Dorf, die Verkaufsstelle einer Gärtnerei, bietet Heim-Lieferung an. Sicher gibt es solche Angebote auch andernorts.

  • Martin Schild sagt:

    Also für mich bedeutet es das Paradies. Weg aus dem Grossraumbüro. Kein sinnloses geplapper, keine Radios, keine Essgerüche usw. Auch hänge ich zu gewissen Zeiten das nicht stören Schild auf Skype. Den natürlich verfallen die Kollegen jetzt in den Telefonwahn. Vor allem, ich nenne sie unsere Verkäufer. Verkäufer? Verkäufer sind bei uns Leute welche den ganzen Tag Ideen wälzen aber nichts weg arbeiten. Ich arbeite lieber als darüber zu labern. Natürlich wissend, dass ich so nicht so schnell die Leiter rauf komme wie die Verkäufer aber das nehme ich hin. Kurz und gut, ich hoffe Homeoffice dauert noch bis zum Herbst, ein Traum wäre sogar Weihnachten.

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