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Kick it like Bürki

Thomas Kobler am Montag den 29. April 2013


Im Spiel der Grasshoppers gegen Luzern vor acht Tagen traf der herauslaufende und –springende GC-Torwart Roman Bürki den Angreifer Pajtim Kasami mit dem Fuss schwer an der Schulter. Schiedsrichter Hänni wertete die Aktion als unbedenklich, auch wenn sie den Luzerner Stürmer beinahe Kopf und Kragen gekostet hätte. Die Partie lief ohne Unterbrechung weiter. Dass es mindestens grenzwertig war, spürte das Heimpublikum in Luzern sofort und begann wütend zu pfeifen. Das rief auch TV-Kommentator Sascha Ruefer auf den Plan, der sich ob der Szene fürchterlich aufzuregen begann. Aber war die allgemeine Empörung gerechtfertigt?

Im SRF-Sportpanorama am Sonntagabend stempelte der Sportreporter im Gespräch mit dem Moderator Jan Billeter den GC-Goalie zum «Hitzkopf», und wertete die Szene, belegt von Zeitlupenaufnahmen, als «miese Tätlichkeit». Roman Bürki sah das naturgemäss etwas anders und stufte es als «normale Torhüter-Schutzmassnahme mit dem Bein voraus» ein. Noch im Interview nach dem Spiel bedauerte er, dass er seinen U21-Nationalmannschaftskameraden unglücklich getroffen hatte, und versicherte, dass «bestimmt keine böse Absicht» dahinter stand. Herr Hänni hatte seinem Tatsachenentscheid – nicht zu pfeifen – auch nichts mehr hinzuzufügen.

Damit hätte man zur Tagesordnung übergehen können und Kasami in die Physio. Denkste. Sascha Ruefer blieb kein einsamer Rufer im Fernsehstudio, sondern wurde von der Swiss Football League (SFL) gehört, und eine Untersuchung wurde eingeleitet. Wenn es für einmal keine offensichtlichen Fehlentscheide sind, die das Ansehen unserer Schiedsrichter untergraben, dann ist es halt die Liga. Der SFL-Disziplinarrichter entschied nach sorgfältiger Untersuchung und Abwägen aller Fakten zum Spieltag hin, dass Roman Bürki für seinen Kick, den er als «grobe Unsportlichkeit» einstufte, mit einer Sperre von drei Spielen zu belegen sei.

Daraufhin verlor Adrian Fetscherin, Marketing- und Kommunikationsmanager der Grasshoppers, die Contenance – er «flippte» auf gut Deutsch – und warf der SFL «Verfälschung der Meisterschaft mittels eines skandalösen Präzedenzfalles (Musterfall)» vor, weil der Disziplinarrichter den Tatsachenentscheid des Referees umstiess und Bürki, der sich seines Vergehens auf dem Feld durchaus bewusst zu sein schien, nachträglich zum dreimaligen Zuschauen verdonnerte. Wenn GC vorne schon nicht mehr richtig traf, dann musste man hinten doch möglichst dicht bleiben, dachte Herr Fetscherin wohl.

Der Tritt war heftig – die Strafe saftig. Somit musste der Gerechtigkeit doch Genüge getan worden sein, sollte man denken. Nehmen wir jetzt einfach einmal an – damit dieser Blog, und die ganze Aufregung überhaupt Sinn machen – es wäre eine «miese Tätlichkeit» (Ruefer) oder eine «grobe Unsportlichkeit» (SFL-Disziplinarrichter) gewesen – war es dann richtig, nötig oder gar zwingend, den Tatsachenentscheid Hännis nachträglich zu kassieren und allenfalls schon wieder die Schlusstabelle der Super League am grünen Tisch mitzuentscheiden? Was glaubt ihr, Sportsfreunde?

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59 Kommentare zu “Kick it like Bürki”

  1. Stefan Niederer sagt:

    Die Situation als solche ist eindeutig, die Tätlichkeit ist gegeben (sorry, Herr Bürki). Mag zwar nur ein Reflex gewesen sein, aber in der Auswirkung wäre ein Entscheid für Rot und Penalty zwingende Folge. So sehr ich es hasse, dass nachträglich auch noch Juristen entscheiden, aber neuerliche Katastrophen analog Schumacher/Battiston darf es im Fussball nicht mehr geben! Herr Hänni sollte ebenfalls (samt seinen Assistenten) in sich gehen und seine Leistung als Schiedsrichter kritisch hinterfragen. GC kann sich aber am SCB ein Beispiel nehmen, der trotz der Sperre von Scherwey die richtige Antwort gegeben hat!

    • John G. sagt:

      ALSO DOCH:
      Die Sperre gegen Bürki wurde aufgehoben aufgrund eines Tatsachenentscheides des Schiedsrichters!

  2. Probst sagt:

    1. Es war kein Tatsachenentscheid. Ein Tatsachenentscheid kann es nur sein, wenn der Schiedsrichter einen Entscheid getroffen, bzw., gepfiffen hat. Das war in diesem Fall nicht der Fall
    2. Es ist absolut korrekt, dass grobe Unsportlichkeiten und Tätlichkeiten, welche der Schiedsrichter nicht gesehen hat nachträglich bestraft werden können. Dies sehen nämlich die Reglemente ganz klar vor und jeder Club weiss darüber Bescheid.
    3. Es war eine klare Tätlichkeit und Bürki nahm eine schwere Verletzung des anderen Spielers bewust in Kauf. Auch dies muss geahndet werden, da ein solches Verhalten nicht auf den Fussbalplatz gehört.
    4. GC muss nicht jammern, sondern sollte lieber dazu stehen, dass der Torhüter einen Fehler gemacht hat und damit wäre die Sache gegessen.

    • H.P. sagt:

      100% korrekt – und sachlich akurater Beitrag. Wäre schön wenn einzelne Exponenten bei GC ähnlich objektiv wären und sich auf den Kern ihrer Aufgabe fokussieren würden.

    • Diego sagt:

      Der Schiedsrichter hat zu Protokoll gegeben,dass er die Szene KLAR gesehen hat – also Tatsachenentscheid!
      Künftig dürften also nach nun gängiger Praxis diverse Schiedsrichterentscheide im nachhinein umgestossen werden…

      • Marco sagt:

        Zu Punkt 1: Auch ein Nichtpfiff ist ein Entscheid, sofern der Schiedsrichter die Aktion gesehen hat. Und dies hat Herr Hänni ja so zu Protokoll gegeben. Also ist es durchaus ein Tatsachenentscheid… Und damit ist jeder weitere Kommentar eigentlich überflüssig

    • max sagt:

      Selbstverständlich war das ein Tatsachenentscheid. Hänni hat diese Aktion gesehen und nicht als Foul taxiert. Tatsachenentscheid kann eben auch ein Nicht-Pfeifen sein. Gemäss Reglement ist es mit wenigen Ausnahmen nicht zulässig, einen Tatsachenentscheid umzustossen. Und keine dieser Ausnahmen kommt in diesem Fall zur Anwendung.

      • paul jud sagt:

        Klar war das ein Tatsachenentscheid. Der ist aber durch die Disziplinarkommission auch gar nicht umgestossen worden! Oder ist nachträglich gepfiffen worden? Gab es nachträglich Penalty oder eine rote Karte? Nichts davon. Wie im Eishockey schon lange üblich, wurde ein Übeltäter nach Ansicht der Filmausschnitte zu Recht mit Spielsperren gebüsst. Eine Aktion, die der Gesundheit der Akteure dient. Ist doch gut – oder?

        • Bernhard Bianker sagt:

          Wie kommt es, dass Sie vom Eishockey zu erzählen beginnen? Zudem wurde der Tatsachenentscheid umgestossen. Schiri: “Das war kein Foul!”. Disziplinarkommission: “Foul! Bürki raus! Basel muss Meister werden!”

          • Bruno Vogt sagt:

            Richtig, ich sehe kein Argument das gegen Basel spricht. Soll etwa dieses GC in der Championligue die Schweiz vertreten und immer verlieren?

  3. Peter H. sagt:

    Zitat: «Verfälschung der Meisterschaft mittels eines skandalösen Präzedenzfalles (Musterfall)». Auch andere Spieler wurden in der Vergangenheit im Nachhinein aufgrund von ähnlichen Handlungen gesperrt und wenn man bedenkt, dass Bürki diese Art von Tritt beretis in einem anderen Spiel ohne Folgen ausgeführt hat, kann man ihn durchaus als Wiederholungstäter für seine Aktion sperren. Zudem handelt es sich um einen einzigen Spieler, wenn dann hier von Meisterschaftsverfälschung gesprochen wird, muss man auch einfach sagen, dass das Kader von GC schwach besetzt ist. Man kann nun mal realistisch gesehen keine Meisterschaft gewinnen, wenn man nur 11 taugliche Spieler hat und die Bank schwach besetzt ist.
    GC sollte mal ein bisschen zurückhaltender sein. Wenn man sich Zusammenfassungen des SF anschaut werden aufgrund der Kantons-herkuft der meisten Kommentatoren die GC Spiele schon sehr oft (über-)wohlwollend kommentiert.

  4. Fritz sagt:

    Ich bin mit dem Fall nicht in alle Einzelheiten vertraut, aber konnte Haenni die Taetlichkeit sehen und klar beurteilen oder hat er den Tritt Buerkis nicht gesehen. Im ersten Fall waere es ein Tatsachenentscheid und wird normalerweise nicht mit zusaetzlichen Spielsperren geandet, im anderen Fall ist es nur normal wenn nachtraeglich Sperren ausgesprochen werden.

    Aber in anbetracht des Trittes finde ich sollte GC lieber Ruhig sein, denn der Tritt war unnoetig, absichtlich und sehr gefaehrlich oder um es in Rufers Worten zu sagen, und da stimme ich ihm mal ausnahmsweise zu: eine”miese Tätlichkeit”!

    • Bruno sagt:

      Zu erst analysieren und danach doch eine subjektive Meinung nachschieben. Wieso dann den unnötigen Weg gehen und 5 Zeilen mehr schreiben, wenn du sowieso deine Meinung gemacht hast? Wenn, dann müsstest du den Schiri nochmals beobachten und sehen ob er direkt sehen konnte oder nicht.
      Aber viele kriegen langsam Angst vor dem GC. Neid ist die höchste Form von Anerkennung, danke Neider.

      • Fritz sagt:

        Vor GC Angst? Dazu gibt es nun wirklich absolut keinen Grund! Und warum eine sachliche und anschliessend eine subjektive Meinung aufzeigen: Auch Recht und Gerechtigkeit sind zwei Verschiedene Worte oder nicht?

      • Tom sagt:

        Lieber Bruno
        Ich denke, dass die ganze Liga die überraschend positive Saison des GCZ respektiert und würdigt – aber BITTE verfallt doch nicht gleich wieder in die alte Arroganz (betreffend Neider) – und das nach einer einzigen kurzen guten Saison … Bitte, das alte GCZ mit der Nase zum Himmel hoch will doch niemand mehr sehen …

      • Leider Neider sagt:

        😀 selbstüberschätzung ist auch eine form der selbsschätzung…

  5. Michel sagt:

    In der Annahme, dass die Annahme des Bloggers stimmt: Ja klar, bei solch einer (angenommenen) Unsportlichkeit muss im Nachhinein eingegriffen werden. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich so schlimm war: Ich bin FCZ-Fan und wahrlich kein Bürki-Anhänger, ganz im Gegenteil. Aber von der Mimiik und von der Bewegung her glaube ich nicht an eine “miese Tätlichkeit”.

    • Thomas Meier sagt:

      Gut reflektiert! Ich persönlich sehe Bürki etwas “schräg” in der Luft, aber ein Kick/Tritt wie es nun von vielen genannt wird, erkenne ich selbst nach 10 Mal hinschauen nicht. Es ist eine normale Bewegung um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Eine Tätlichkeit ist es garantiert nicht, sonst hätte es schon dutzende andere Tätlichkeiten in dieser Saison gegeben (als Tätlichkeit bezeichnet man ein regelwidriges Verhalten, ohne oder mit sehr geringer Aussicht, an den Ball zu kommen!)
      So wie ich das sehe, hatte jedoch Kasami kaum Chancen an den Ball zu kommen und versuchte ihn trotzdem zu erobern, was ja sein gutes Recht ist. Und klar reagiert das Heimpublikum, wenn ein eigener Spieler am Boden liegt, aber gab es irgend eine Reaktion der Mannschaft?

      • Matthias sagt:

        Kasami kann ja keine Chance gehabt haben, an den Ball zu kommen, denn Bürki hatte den Ball bei der fraglichen Aktion bereits.

  6. Diego sagt:

    Man kann Bürki mögen oder nicht,aber wenn Tatsachenentscheide in Zukunft regelmässig (und willkürlich!) umgestossen werden,verkommt diese Liga endgültig zur Farce.

    • Leider Neider sagt:

      willkürlich?!?!?!?!? HALLO? Tomate uf de Auge? Dagegen war Oli Kahn ein Streicheläffchen! Raus mit diesem Wiederholungstäter der keine Besserung gelobt!

      • A.V. sagt:

        Absolut einverstanden. Wiederholungstäter haben so Zeit, sich Gedanken über sportliches Verhalten zu machen.

  7. Heiner Schäublin sagt:

    Wenn er ihm das Genick gebrochen hätte, wäre dieser Tatsachenentscheid tatsächlich unumstösslich.

  8. Daniel Degen sagt:

    Hätte es solche Entscheide früher schon gegeben (also im Nachhinein am grünen Tisch), hätte der FCZ jetzt zwei Meistertitel weniger inne.

  9. xyxyxy sagt:

    ich finde es toll das GC so weit vorne mitspielt – fände es super, wenns bis zum Schluss spannend bleibt
    aber der Kick von Bürki ist nun mal nicht zu tolerieren

    ob es Absicht war oder nicht, kann sowieso niemand beurteilen, darum sollte das auch keine Rolle spielen
    Fakt ist dass sich ein Golie solche Karatesprünge abgewöhnen muss, weil sonst mal ein schlimmer Unfall passieren kann, also ist es richtig, dass er eine Strafe aufgebrummt kriegt, dann passt er in Zukunft etwas besser auf.

    Unsportliches Verhalten soll auf jeden Fall auch im Nachhinein bestraft werden können, so gibt es mehr Disziplin und mehr Sportlichkeit auf dem Platz.

  10. david sagt:

    Die Regelauslegung durch Verband und Schiedsrichter entscheidet immer die Schlusstabelle mit. Das ist auch gut und richtig so, da die Regeln fixer Bestandteil des Spiels sind. Zu Bedauern ist nur, wenn Fehlentscheide die Schlusstabelle mitbestimmen. Hier wird ein Fehlentscheid so gut es geht korrigiert, ohne das am Ergebnis des Spiels gerüttelt wird, das erscheint mir eine gute Lösung (anders z.B. als im Fall Muntwiler). Es braucht halt einen gesunden Ausgleich zwischen Regeldurchsetzung und der Finalität des Endstandes einer Partie. Einen Grossteil der Diskussionen könnte man sich ersparen, wenn man in überschaubaren Masse im Spiel selbst Entscheide korrigieren könnte (Videobeweis z.B. Challenge-System wie im Tennis).

    • Meier sagt:

      Im Fussball ist das halt nicht so einfach. Angenommen, der Schiri pfeift einen Stürmer, der alleine auf das Tor ziehen könnte, zu unrecht aus dem Offside zurück. Aufgrund des Pfiffs brechen Stürmer oder Torhüter die Aktion ab. Im Video-Beweis ist dann ersichtlich, dass es kein Offside war. Wie geht es nun weiter? Im übrigen bleibt es oft auch nach Studium der Fernsehbilder ein Ermessensentscheid. Insbesondere bei Fouls kommt es oft vor, dass gesagt wird: “man kann das Foul pfeifen, muss aber nicht”. Die Diskussionen werden also weitergehen. Videobeweis ist meines Erachtens höchstens für den Fall angebracht, dass unklar ist, ob ein Ball im Tor war oder nicht (Stichwort: Wembley-Tor). Alles andere ist nicht sinnvoll.

      • Martin Eggenberger sagt:

        Nö, das ist überhaupt kein Problem. Mal angenommen, jedes Team hätte pro Halbzeit eine Challenge. Würde die verschwendet für eine Aktion die beide abbrechen? Sicher nicht, da das Team keinen Vorteil daraus ziehen könnte, welches im Recht ist. Anders sieht es sicher aus, wenn z.B. ein Tor nicht gegeben wird weil ev. eine Offside-Position vorlag. Oder es wird ein Tor gegeben, obwohl ein Foul vorausgegangen ist. Das Challenge-System wäre m.E. sehr gut anwendbar. Man müsste nur wollen… 🙂

        • Meier sagt:

          Natürlich wäre der Video-Beweis in gewissen Situationen möglich, aber wie meine Beispiele zeigen eben auch in vielen nicht. Und dass die Entscheidung Foul/kein Foul eben oft ein Ermessensentscheid bleibt, daran ändert auch der Videobeweis nichts. Aber Sie haben schon recht, in gewissen Situationen wäre es möglich, es käme dann aber oft darauf an, ob der Schiri früh abgepfiffen hat oder nicht (bei Offside-Toren). Abgesehen davon halte ich es nicht für erstrebenswert den Spielfluss durch zusätzliche Unterbrechungen noch weiter einzudämmen.

          • Beat sagt:

            Hr. Meier, wenn der Videobeweis eingeführt wird ist das eine Änderung des Reglementes. Also kann man ganz gut auch das Reglement gleichzeitig so ändern dass der mögliche Torschütze nicht abbrechen muss wenn er überzeugt ist nicht im Offside gestanden zu haben. Somit kann die Situation die Sie als Argument gegen Videobeweis bringen in fast allen Fällen abgedeckt werden. Etwas Kreativität und es funktioniert.

  11. Seppi sagt:

    Wäre dieses Foul im Mittelbereich gewesen, hätten alle sofort ROT gefordert. Richtig , das der SFV dies nachträglich gahntet hat. Noch etwas höher in der Halsregion , wäre wo möglich Blut geflossen.
    Schiedsrichter aber auch Trainer sind gefordert, solche Auswüchse zu stopen und schon gar nicht aufkommen zu lassen. Ich weis, dass gewissen Trainer diese Härte und Unsportlichkeit von ihren Spielern fordern um den Gegner einzuschüchtern. Es sind auch immer die selben Manschaft die solche Härte praktizieren.

  12. Otto sagt:

    Wer am Match dabei war und gute Sicht auf die Szene hatte, sah genau, wie verstohlen sich Torhüter Bürki nach seinem “Fehltritt” verhalten hat. Keine Entschuldigung und den Angst in den Augen, sofort ausgeschlossen zu werden. Nicht zuletzt sind solche nachträglichen Sperren als Warnung für allfällige “Nachahmungsgoalies” zu verstehen.

    Das Verhalten vom GC ist bis zu einem gewissen Grad verständlich (vor allem nach den Gegentoren von Thun), jedoch einen Entscheid akzeptieren und eine Gegenreaktion zeigen, wäre die bessere Lösung. Der SCB hat es vorgemacht.

  13. Sukki sagt:

    Es war nicht das erste mal, dass Bürki eine Verletzung eines Gegenspielerers in Kauf nimmt. In einem der letzten Spiele gegen den FCZ hat er schon mit einer ähnlichen Aktion Chermiti verletzt. Er hatte am Oberschenkel eine tiefe Fleischwunde und konnte ein paar Wochen nicht spielen (fehlte dem FCZ in einer wichtigen Phase). Schon dort hätte es rot und Penalty geben MÜSSEN und der FCZ hätte diesen Match nicht verloren (dies zur Meisterschaft Verfälschung). Somit ist Bürki ein wiederholungs Täter und es würde im gut tun etwas selbstkritischer zu sein.

    • Jack Pott sagt:

      Sehen Sie sich die Szene genau an. Der chermiti stand ja im Abseits..Abr ja danach war es wohl ein Foul. Wäre woll gelb für Bürki und Freistoss für GC richtiger Entscheid gewesen.

  14. Beni sagt:

    noch zu erwähnen auch damals bei Chermiti: kein Penalty geschweige denn eine Karte oder sonst was, da muss man sich schon ab und zu fragen wo die “guten“Schiedsrichter manchmal hinschauen oder eben eher nicht hinschauen!!!!

  15. Urs Tobler sagt:

    Dazu kommt die wöchentliche Bevorzugung des FC Basel mit den Anspielzeiten. Auch dieses Wochenende hatte GC wieder weniger Regenerationszeit von Meisterschaftsspiel zu Meisterschaftsspiel. Das ist der eigentlich der SKANDAL! Die Restschweiz sollte eigentlich zusammenhalten egal wer Meister wird hauptsache nicht der FC Basel.

    • Peter H. sagt:

      1.
      Ihnen ist aber schon bewusst, dass auch in anderen Ligen ein Spiel um einen Tag verschoben wird, wenn ein Team international engagiert ist?
      Zudem bestimmt in der Schweiz hauptsächlich das Fernsehen wann ein Spiel angepfiffen wird.
      Ich persönlich würde für alle Spiele Samstag Abend 20.00 bevorzugen.
      Kommt noch dazu, dass GC um einiges mehr Regenerationszeit hat als der FC Basel.
      Der FCB wird Ende Saison 15-20 Spiele mehr auf dem Buckel haben als GC.

      2.
      Hauptsache nicht der FC Basel? ich würde eher schreiben, Hauptsache nicht GC, denn GC ist immer noch mit grossem Abstand Rekordmeister und hat in der Vergangenheit viel zu viel gewonnen, da wäre es schlicht langweilig, wenn schon wieder GC Meister werden würde und den Vorsprung an gewonnenen Titeln noch weiter ausbaut.

    • Trudi Gerster sagt:

      Basel wird aber Meister! Ob es Ihnen passt oder nicht. Und dies schaft dr FCB sogar ohne so lange Regenerationszeiten, wie sie aktuell GC hat, da Basel noch immer International spielt.

      Regenerationszeit von GC: von Sonntag bis Samstag!
      Regenerationszeit vom FCB: von Donnerstag bis Sonntag!

      Das ist wirklich gemein für GC, hahahaha!

  16. Batman sagt:

    Es handelt sich um einen klaren Tatsachenentscheid des Schiedsrichter (er hat ja hingesehen), welcher nicht durch einen Einzelrichter umgestossen werden darf. Und falls doch, dann sollte sich der Einzelrichter ab sofort jedes Spiel über die volle Distanz antun, und jegliche Anflüge unsportlichen Verhaltens (Bedas Tritt im Liegen im letzten Meisterschaftsderby, Stockers Schwalben und ja, auch Bürkis z.T. übermotivierten Einsätze, etc.,etc.,etc.) mit nachträglichen Sperren belegen. Wie absurd das wäre, ist ja wohl nicht zu leugnen und deshalb ist dieser Entscheid schlicht und einfach nur falsch und dumm! Hinterhältige Attacken, welche sich abseits des Spielgeschehens und deshalb auch ausserhalb des Blickfeldes der Unparteiischen abspielen, diese müssen geahndet werden. Dies passiert allerdings viel zu selten.

  17. Roger Kübler sagt:

    Bürki ist viel zu mild bestraft worden. Er ist ein äusserst aggressiver u d damit für seine Gegner gefährlicher Torhüter. Der Beispiele gibt es etliche. Schauen Sie sich doch mal das Video vom Okt. 2012 GC – YB an, als Bürki ungestraft eine ähnlich gefährliche Attacke gegen Alain Net beging. Gut, dass es diesmal von der Liga endlich gesehen und geahndet wurde.

  18. Harry sagt:

    Als FCB Fan bin ich wahrlich kein Anhänger der “Zürcher Sport und TV Institutionen”:Generell erachte ich den Kick, aufgrund dessen wie er ausgeführt wurde (seitlich und nicht in Ballrichtung) nicht als Schutzreflex, sondern als klare Tätlichkeit.
    ALLERDINGS:Vom Schiri wurde dies nicht so taxiert und entsprechend weder im offiziellen Protokoll, noch in der Befragung erwähnt. Somit gibt es nach meiner Kenntnis des Regelwerks keine juristische Grundlage Bürki zu verurteilen!
    Meine Anmerkung:Es kann nicht sein, wenn keine entsprechende Regelung vorhanden ist, dass aufgrund einer Indizienkette welche primär von den Medien forciert wurde, ein Spieler verurteilt wird. Schafft die Regeln (TV-Beweise zulassen), dann ist solch eine Bestrafung auch gerechtfertigt!

    • Mäse sagt:

      Sehr guter Kommentar

      • Pio schwarz sagt:

        Gerne schliesse ich mich des Lobes für den Kommentar an. Ich haben den Vorfall vor Ort aus guter Sichtdistanz gesehen und masse mir als Sportler an, ein Urteil zu fällen. Ich bin überzeugt, das ein unsportliches Verhalten vorliegt und dies nicht toleriert werden soll. Aber wo ist die Grenze der Aufklärung? Es wird dann schwierig, wenn die Medien einzelne Fälle aufdecken und andere nicht erkannt werden. Um möglichst Gerecht zu sein, müsste wohl ein weiteres Gefäss geschaffen werden, mit welchem im Spiel ungeahnte Regelwidrikeiten durch Spieler, sanktioniert werden könnten. Aber dies würde mit Sicherheit zu grotesken Situationen führen, was wir alle auch nicht wollen.

  19. Wishaw Thomas sagt:

    Die Kickbewegung, in der Luft Richtung Kasami ist keine normale Bewegung einer solchen Fangaktion.
    Geht man davon aus, dass GC solche Spielsituationen auch im Training intensiv praktiziert, wundere ich mich dass es ihm GC-Camp keine Verletzten durch Burki zu beklagen gibt.
    @Otto: Bin ganz ihrer Meinung. Er wusste wohl gleich nach der Aktion, dass er sich zu einer Tätlichkeit hinreissen liess.

  20. Chris Chelios sagt:

    Wieso Tatsachenentscheid? Was steht im Schiri Rapport zu dieser Szene? Das ist das einzig Entscheidende und nicht ob der Schiri im Spiel gepfiffen hat oder nicht. Wenn der Schiri bewusst entscheidet, dass die fragliche Szene nicht foulwürdig war und dies so Im Rapport steht, dann ist keine nachträgliche Sanktion mehr möglich. Also können wir davon ausgehen, dass dies im Rapport eben nicht so steht und dann ist es auch keine Tatsachentscheidung.

    • max sagt:

      Dann müsste der Schiedsrichter allerdings erklären, weshalb er zugegeben hat, die Szene gesehen zu haben und sie nicht als Foul, geschweige denn Tätlichkeit geahndet hat.

    • Erich sagt:

      Ganz genau, das ist der springende Punkt. Im Rapport steht ja offenbar, dass der Schiedsrichter die Situation gesehen hat und die Szene für nicht foulwürdig hält. Und genau deshalb ist es ein willkürlicher Entscheid der SFL und schafft Präjudiz. Wäre so gegen Sion entschieden worden, würde CC ganz bestimmt vehement rechtlich dagegen vorgehen – und Recht bekommen!

  21. Petter sagt:

    Welcher Tritt? Bürki konzentriert sich auf den Ball, steigt in die Luft und der Gegenspieler läuft absolut unmotiviert und mit keiner Chance auf den Ball in den Fuss von Bürki. Wahrscheinlich hat er gedacht, Bürki nimmt den Ball aus der Luft und legt in vor… Absolut selbst schuld!
    Der Schweizer Fussball und insbesondere das Schiedsrichterwesen sind eine Farce, mehr gibt es nicht zu sagen…

    • Nick Schmid sagt:

      @Petter: Gegenspieler läuft in den Fuss von Bürki? Da hat aber Kasami gut gezielt, dass er den Fuss von Bürki so gut getroffen hat. Im Ernst: über Absicht oder nicht kann man diskutieren, aber ihre Argumentation ist doch ziemlich abenteuerlich.

      @Redaktion: Werden heute nicht alle Kommentare freigeschaltet?

  22. Matthias sagt:

    Es war ein ganz klarer Tatsachenentscheid, da der Schiedsrichter zu Protokoll gegeben hatte, die Szene gesehen zu haben. Er hat kein Foul gepfiffen, richtig oder falsch ist unerheblich und daher ist es ein Tatsachenentscheid, den die Liga nicht aufheben darf. Tut sie’s trotzdem, dann “Guten Nacht” Fussball. Ich sehe schon dutzdende Beschwerden, nachträgliche Entscheide der Liga, Spielwiederholungen etc. Ich hoffe, die habe sich gut überlegt, was sie da machen!

    • Paul sagt:

      Wissen Sie wirklich ganz genau was der Schiedsrichter zu Protokoll gegeben hat? Wenn ja, bitte teilen Sie mir mit woher.
      Ich möchte auch überhaupt nicht verhehlen, dass ich in solchen Fällen ganz klar für nachträgliche Bestrafungen bin. Es kann ja nicht angehen, dass, wie hier, eine ganz miese Tätlichkeit! keine Konsequenzen nach sich zieht!

  23. zerberus08 sagt:

    Solche “Kung-fu” – Attacken müssen zwingend bestraft werden, Tatsachenentscheid hin oder her, oder glaubt ihr im Ernst wenn ein Spieler einen anderen Spieler erschiesst kommt dieser straffrei davon nur weil der Schiri es nicht gesehen hat? Etwas krass diese Beispiel aber es zeigt das Problem. Bei anderen Entscheiden wie Penalty, Offside, normale Fouls usw. finde ich dass die Tatsachenentscheide als nicht anfechtbar korrekt.

  24. Tinu sagt:

    Sinnvoll wäre doch, dass die Sofort-Entscheide des Schiedsrichters nur Einfluss aufs aktuelle Spiel haben (ausser automatische Sperren bei gelben/roten Karten). Ein Entscheid wie im Fall Bürki – Situation gesehen, aber nicht als Tätlichkeit taxiert – darf den Spieler nicht vor einer Sanktion schützen, falls sich durch eine Untersuchung herausstellt, dass die Aktion doch regelwidrig war. Andererseits darf die Liga (oder das Untersuchungsgremium) den Ausgang des Spiels nicht nachträglich umstossen. Wenn plötzlich nachträglich Tore ab- oder anerkannt werden könnten, würde der Fussball zum Juristenzirkus. Für “normale” Spielsituationen (Fouls mit/ohne Karte, Schwalben, Offsides, etc.) gilt der Tatsachenentscheid des Schiedsrichters, wird eine Tätlichkeit vermutet, welche Sperren zur Folge hätte, wird diese Situation untersucht, unabhängig davon, ob der Schiedsrichter etwas gesehen oder bestraft hat. Eine Untersuchung beantragen können Schiedsrichter (im Spielrapport) oder Vereinsoffizielle, wie bei Protesten heute bereits üblich. Natürlich macht diese Art der Sanktionierung nur in höheren Ligen Sinn, wo auch TV-Bilder vorliegen.

  25. allenspach sagt:

    Da muss gar nicht weiter diskutiert werden, wenn Entscheide des SR, die immer als Tatsachenentscheide deklariert werden, von Behörden umgestossen werden können wir den Fussball beerdigen. In jedem Spiel gibt es Szenen, wo der SR nicht richtig lag, die können nun alle richtiggestellt werden, nach dem Beispiel bürki- GC – Luzern

  26. Ernst Rietmann sagt:

    Leider ist es ja nicht die erste Kung-Fu-Attacke von Bürki. Schon in einem Spiel gegen den FCZ durfte er unbestraft einen FCZ-Spieler auf fast gleiche Art angehen, mit dem Resultat, dass der Betroffene während längerer Zeit ausfiel und Bürki ungestraft weiter wüten durfte. Bürki ist zweifellos ein guter Goalie, scheint aber bei den Schiedsrichtern wie andere GC-Spieler auch unter Denkmalschutz zu stehen. Es wäre schön, wenn Bürki und GC sich über diesen Entscheid nicht beklagen würden. Besser wäre es, wenn sowohl Bürki als auch GC das eigene Vorgehen und Verhalten hinterfragen würden. Die GC-Attacken gegen den Verband waren und sind unterste Schublade, mir scheint, der momentane Erfolg ist einigen zu sehr in den Kopf gestiegen.

  27. Jeanclaude sagt:

    Tatsachenentscheid ist Tatsachenentscheid. Zicken- gegen Steinbock-Krieg interessiert niemanden. Bürki hat sich bereits mehrfach als Rambo erwiesen und wird hoffentlich eine Lehre aus diesem Fall ziehen. GC wird ob mit oder Bürki dieses Jahr nicht Schweizermeister. Fast ausnahmslos werden immer die reichsten Clubs Meister.

  28. Supermario sagt:

    Bürki ist ein Wiederholungstäter der scho beim groben Foul an Chermiti rot hätte erhalten müssen. Er musste gestoppt werden, sonst hätter er irgendwann jemanden noch lebensbedrohlich verletzt.

  29. Meier sagt:

    Es ist allgemein eine Unsitte, dass die Torhüter bei jeder Flanke, die sie pflücken, zumindest das Knie anziehen. Den Junioren-Goalies wird das schon so beigebracht. Bürki hat diese “Schutzrvorkehrung” nur noch perfektioniert, indem er das ganze Bein ausfährt. Das Problem ist, dass die Schiedsrichter diese Aktionen seit Jahren durchgehen lassen. Der Goalie kann dem Stürmer das Knie in den Rücken oder den Bauch rammen und nichts passiert. Es gibt keinen Grund dafür, einen Goalie ausserhalb des 5-Meter-Raums anders zu behandelt als einen Feldspieler.

  30. TK sagt:

    Zum Ende der Diskussion noch meine Ansicht: Es war keine “miese Tätlichkeit” von Roman Bürki. Aber es war ein unsportlicher und grober Reflex im Affekt. Das heisst: Bürki ging nicht zum Ball mit dem Vorsatz Kasami zu treffen, aber antrainiertes Verhalten liess ihn dem Luzerner zeigen, wer der Herr im Strafraum ist. Das gehört zum Torhüter ABC. Den “Sündenfall” der SFL, Schiedrichter Hännis Entscheid nachträglich zu korrigieren kann man so oder so sehen. Der Diszplinarrichter wertete wohl die Gesundheit der Spieler als höheres Gut als einen Schiedsrichterentscheid und setzte mit seinem Entscheid ein Zeichen: Solche Aktionen werden nicht toleriert, basta. Das kann ich nachvollziehen, auch wenn es etwas unschön ist.

    Weil Bürki aber damit schon zum wiederholten Male Verletzungen von andern Spielern in Kauf nahm, sollte er eine leichte Verhaltensänderung ins Auge fassen. Er ist ein grossartiges Talent zwischen den Pfosten und hat in dieser Saison bereits eine bemerkenswerte Wandlung vom flatterhaften zum grossen Rückhalt seiner Mannschaft gemacht. Ich bin überzeugt, dass ihm auch bei seinen dummen Reflexen ähnliche Verbesserungen gelingen werden. Ein feiner Goalie ist er bereits, ein feiner Sportsmann wird er auch noch werden. Davon bin ich überzeugt.