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50 + 1 = kein Tschagajew

Mämä Sykora am Samstag den 10. September 2011


Zu Saisonbeginn übten sich die Xamax-Anhänger noch in Optimismus. Man freute sich auf die in Aussicht gestellten Millionen, mit denen man endlich wieder einmal ein Wort mitreden wollte im Titelkampf. Warnungen wurden in den Wind geschlagen, stets wurde darauf hingewiesen, dass Xamax ohne Retter Tschagajew praktisch zahlungsunfähig gewesen wäre. Tatsächlich waren gegen Xamax Ende Juni 2011 fünf Betreibungen im Wert von 1,5 Millionen Franken hängig, zudem wird aus Protokollen des Verwaltungsrat ersichtlich, dass Ex-Präsident Sylvio Bernasconi mehrmals für die Löhne aushelfen musste.

Offensichtlich war es Bernasconi leid, ständig seine Privatschatulle öffnen zu müssen, hat er doch eher vorgehabt, mit dem Verein Geld zu verdienen, und nicht als Mäzen aufzutreten wie sein Vorgänger Facchinetti. Und weil kein anderer Interessent bereitstand, verscherbelte Bernasconi den Verein an den windigen Geschäftsmann Bulat Tschagajew aus zweifelhaftem Umfeld. Eine Opposition gab es nicht. Die Abstimmung über den Verkauf endete mit dem Ergebnis 297’994 zu 3.

Tschagajew räumte die wenigen Hoffnungen, dass er vielleicht ja doch ein vernünftiger Vereinsboss sein könnte, schnell aus der Welt. Ein kurzer Überblick über sein bisheriges Schaffen:

  • In der Halbzeit des Cupfinals stürmt Tschagajew die Kabine und droht den Spielern, sie alle umzubringen. Nach dem Spiel behauptet er, das Spiel sei gekauft gewesen.
  • Bei der Heimpremiere gibt es auf der Videowand kyrillische Texte und tschetschenische Volkstänze. Einige verdiente Spieler wie Nuzzolo werden gratis abgegeben, der neue Goalie nach einem Spiel entlassen.
  • Bis zum Transferschluss holt Xamax diverse Spieler aus Spanien zu absurd hohen Löhnen, wie es sie hierzulande noch nie gegeben hat. Victor Sanchez etwa kassiert über 2 Millionen im Jahr.
  • Nach dem 0:2 gegen Basel entlässt Tschagajew den gesamten Trainerstab und zwei Spieler. Präsident Rudakow wird kurz darauf gefeuert. Sein Nachfolger Satujew ist ein abgewiesener Asylbewerber. Auch der eben erst eingestellte Medienverantwortliche wird rausgeworfen.
  • Der neue Trainer Caparros fliegt nach 5 Spielen, ebenfalls mit dem gesamten Staff. Erstmals regt sich bei den Fans leiser Protest.
  • Nach der anhaltenden Kritik von Fans, Aktionären und Politikern droht Tschagajew damit, zurückzutreten und der Stadt Neuenburg den Verein zu schenken.
  • Nur kurz darauf will er hingegen plötzlich mit dem Verein wegziehen, nach Genf oder Lausanne. Die Fans reagieren mit einem Boykott des nächsten Heimspiels.

Bulat Tschagejew ist als Vereinsboss untragbar. Der Weg des Traditionsvereins ist vorgezeichnet: Irgendwann, vielleicht schon bald, wird der Tschetschene die Lust an seinem neuen Spielzeug verlieren. Selbst wenn er wie angekündigt den Verein verschenken sollte, stünden seine Nachfolger vor einem Scherbenhaufen. Die Löhne der Entlassenen müssen weiter bezahlt werden, die aktuellen Spieler verdienen unbezahlbare Unsummen. Geldgeber mit hehreren Absichten als Tschagajew sind für Schweizer Vereine nur sehr schwer zu finden. Entweder man lässt sich dann wieder auf einen Investor ein, oder es droht – wie vor dem Verkauf – der Konkurs und der Fall in eine tiefere Liga. Vom Scherbenhaufen zum noch grösseren Scherbenhaufen.

In einer Zeit, in der jeder Multimillionär von einem eigenen Fussballklub träumt, braucht es geeignete Mittel, um Zustände wie in Neuenburg zu verhindern. Schweizer Vereine gibt es für ein Butterbrot, Tschagajews gibt es Hunderte. Ideal für die Schweiz wäre deshalb die «50+1-Regel», wie sie in der Bundesliga angewendet wird. Nach dieser Regel ist es Investoren nicht möglich, die Stimmenmehrheit zu übernehmen. Das bringt zwar der Bundesliga finanzielle Nachteile gegenüber dem Rest der Top-5-Ligen, in denen viele Vereine dank Investoren ihre Budgets gewaltig aufstocken konnten, aber mit denen braucht sich unsere Super League nicht zu messen. So eine Regel wirkt zumindest abschreckend auf viele dubiose Investoren und zwingt damit die Vereine, wieder zu lernen, kleine und gesunde Schritte einzuplanen. Ein Abstieg ist nicht das Schlimmste, das passieren kann. Sondern die Zustände nach einer Amtszeit wie diejenige von Tschagejew.

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57 Kommentare zu “50 + 1 = kein Tschagajew”

  1. Nino sagt:

    Tschagajew fehlt alles ausser Geld, er ist einfach eine menschliche ‘Flasche’.
    Der Glaube stirbt zuletzt, wenn kein Wunder geschieht dann sehe ich leider schwarz für Xamax.

    • Rolf Schild sagt:

      Nino: Das er eine Flasche ist das wissen sicher fast alle und Du sagst ( “ausser Geld eine Flasche”?) Bin nicht so sicher
      dass er soviel Geld hat, den in Kiew ist es immer noch sehr viel Geld schuldig laut Aussage des Präsidenten! Ich kann nicht
      verstehen dass S.Bernasconi (sonst ein wircklicher Monsieur) einem solchen Blender Xamax verkauft, aber wie ich schon
      öfter gesagt habe: GELD VERDIRBT DEN CHARAKTER.

  2. Gilles Goodman sagt:

    Unglaublich, dass weder der Verband noch die Justiz hier eingreifen. Mit den Bedrohungen anlässlich der Pause des letzten Cupfinals ist das persönliche Gefahrenpotenzial offensichtlich geworden. Es ist strafrechtlich zu untersuchen, ob die öffentliche Sicherheit verletzt worden ist.

  3. Markus Vetsch sagt:

    Dieser Kolumne gibt es nichts hinzuzufügen. Sie haben den Nagel ganz genau auf den Kopf getroffen. Es tut einem als nicht affinem Xamax- aber jedoch als Fussballfan in der Seele weh, wenn Neureiche sich Vereine wie ein neues ungeliebtes Smartphone anschaffen und wieder verscherbeln, wenn es dann doch nicht so ganz passt. Man bedenke nur, dass da auch Arbeitsplätze vernichtet würden, wenn Tschagajew den Verein in die Insolvenz regierte.

  4. Roger sagt:

    Sucht Tschagajew eventuell noch einen Balljungen (nicht mehr ganz so jung, dafür mit viel Erfahrung)? Für ein Jahressalär von CHF 500’000 (netto) würde ich mich dazu gerne zur Verfügung stellen. Zuschriften bitten an meine E-Mail Adresse (der Redaktion bekannt). Dankeschön

  5. Urban Zürich sagt:

    Danke Mämä. Endlich mal ein guter Blog von Dir.

  6. Elsi sagt:

    Putin–>Kadyrov–>Tschagajew–>Fussballclubkauf–>Verkauf

  7. DK sagt:

    Neuchâtel Xamax wird diese Saison nicht in der Super League beenden, und danach für einige Zeit von der Bildfläche verschwinden. Schade, aber es soll keiner sagen, das hätte man nicht von weitem sehen können. Wer sind eigentlich die 3 Stimmen, die gegen die Übernahme gestimmt hatten?

  8. als ehemaliger spieler von ys(eishockey-club v. ne) hab ich xamax noch gekannt, als der club noch nicht fusioniert hatte mit cantonal.
    herr facchinetti war mehr als ein mäzen. ein gentleman der alten schule und ich kann mir in etwa vorstellen, was in diesem mann jetzt vorgehen muss.
    hoffen wir, dass herr tschagejew xamax nicht fallen lässt, wie eine heisse kartoffel, denn es wäre jammerschade, wenn xamax aus der super league oder challenge league verschwinden würde!
    es wäre auch gut, wenn die swiss football league, in zukunft solchen wahnsinn, stoppen würde oder wenigstens im rahmen des sportlichen halten würde.

    • Andi Gentsch sagt:

      Wie soll die Liga hier etwas unternehmen? Wenn sich der Verein verkauft ist das alleine deren Entscheidung. Eigenverantwortung wäre hier das Stichwort, nicht immer nach “der Liga” oder “dem Verband” rufen.

      • ja sicher andi gentsch. eigenverantwortung ist schon das richtige stichwort. aber eben geld macht blind, darum meine ich sollte es eine möglichkeit geben, solchen wahnsinn zu stoppen.

        • Andi Gentsch sagt:

          Ich finds halt einfach erstaunlich, wie in solchen Momenten dann immer nach den höheren Instanzen gerufen wird, aber wehe sie hätten eine derartige Übernahme verhindert, dann wäre Neuenburg wohl vor Gericht gegangen. Nein, das Vereinsrecht, oder in diesem Fall ja eigentlich die GV muss genug Kontrolle für sich selber sein. Meine Meinung.

  9. Ruedi vo Stette sagt:

    Der Typ soll zurück in seine Heimat, was will der hier ?!
    Solche Leute wie Tschagajew braucht der Schweizerfussball am allerwenigsten…ausser vielleicht etwas Geld hat der Mann sowieso nichts !
    PS. Nicht mal Nerven !

  10. Kurt Blaser sagt:

    Ist doch alles egal solange er Geld hat, das ist die Neue schweizer Moral von vielen Business-Leuten, willkommen bei euren Ostfreunden

  11. Schweinereien sagt:

    Das ist doch kein Sport mehr, nur noch Schweinereien. Müssen wir solche Geschwüre wirklich ertragen? Abtreten wäre besser.

  12. Eric Schmid sagt:

    Ich mag mich noch sehr gut daran erinnern, dass der “Doyen” des Schweizer Sportjournalismus, Mario Widmer, vor ca 2 Monaten einen Artikel verfasst und darin Tschagajew quasi in Schutz genommen hat. Gleichzeitig wurden die Warner als Ewignörgelnde hingestellt. Ich warte gespannt auf einen neuen Artikel von Herrn Widmer…..

    • yorgi sagt:

      Mario Widmer ist der mit Abstand unfähigste Sportjournalist, den ich kenne

      • Boris sagt:

        Habe ebenfalls an diesen Artikel gedacht – schön, dass jemand es bereits erwähnt hat. Es gibt also nicht nur unfähige Bosse sondern ebenfalls dazugehörige Schreiber und Medien, die es auch noch drucken! Für Xamax könnte es langfristig durchaus gut sein – auch wenn sie kurzfristig grosse Probleme hätten. Doch in so einem Fall müsste zum Beispiel bestimmt werden, dass dieser Ex-Präsident die Gehälter seiner von ihm selbst entlassenen Spieler weiter aus eigener Tasche zahlen müsste. Hier aber existiert seltsamerweise keine Selbstverantwortung (etwas, dass ein Boss mitbringen müsste) und dies ist doch sehr seltsam! Dies gilt ebenfalls für die Bedrohung – hätte dies jemand von uns Kommentatoren getan, dann sässe er bereits seit einiger Zeit in einer Einzelzelle oder zumindest in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie – und dies zu Recht!

    • josé bütler sagt:

      richtig ^^ da hat der widmer mario entweder provozieren wollen oder ein grosses luftloch geschlagen: http://www.tagesanzeiger.ch/sport/axpo_super_league/Bully-der-neue-Staatsfeind/story/28574121#kommentar

  13. Karl Eigenmann sagt:

    Es ist halt schon sehr gewöhnungsbedürftig, wenn auf einmal jemand mit Geld um sich wirft und für Schweizer Verhältnisse nicht nachvollziehbare Entscheidungen trifft… Aber neben all den negativen Eindrücken, sollte man vielleicht auch etwas positives erwähnen: Die Verpflichtung von Haris Seferović! Da wurde YB und Gross in den Himmel gelobt weil sie Ben Khalifa aus der BL zurück holten. Als Seferović von Florenz nach Neuenburg kam, war das hingegen kein grösseres Thema. Dabei hat Seferović mindestens genauso viel für den U17-WM-Titel getan und ist mindestens genau so talentiert wie Ben Khalifa. Die Entlassung von Sonny Anderson, François Ciccolini und Co. konnte ich ja noch nachvollziehen – insbesondere Anderson ist def. ein Typ den man nicht in seinem Club haben will… aber dann Joaquín Caparrós nach nur fünf Runden wieder zu entlassen, grenzt meiner Meinung nach an Dilettanz – schade… Ich bin aber dagegen, dass man da irgendwelche Schutzmechanismen analog der BL einbauen sollte – die Clubs sollen solche Erfahrungen ruhig machen müssen – Servette z.B. ist nach seinem Taucher ja erstarkt wieder zurückgekehrt!

    • Reto sagt:

      Naja, auch das wiedererstarken von Servette steht auf wackligen Füssen…

      • Karl Eigenmann sagt:

        Weiss nicht ob die Füsse von Servette wackliger sind, als jene von anderen Clubs: eines der schönsten FUSSBALL-Stadien der Schweiz, echter Rasen, bis dato am meisten Tore geschossen, die eher schwache Defensive punktuell mit einem grossen Talent (Roderick) verstärkt, eine attraktive, offensive Spielweise usw. – sieht für mich alles sehr vielversprechend aus, was daran wackelig sein soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen… vielleicht weil man bei Servette kein Posten mit Cervelat- oder Weisswurst-Prominenz besetzt hat?

        • josé bütler sagt:

          ich denke reto hat den präsidenten gemeint, der ja aus dem land der ayatollahs stammt …

          • Franz sagt:

            Seltsame Schlussfolgerung! Was soll das jetzt bedeuten? Dass er auch ein Ayatollah ist? Oder à la SVP: Orient gleich dubios? Er hat übrigens die kanadische Staatszugehörigkeit …

          • Andi Gentsch sagt:

            Ach, die Herkunft ist also das Kriterium? Ich denke die Bank-Allianz die GC damals noch tiefer in den Dreck geritten hat ist Beweis genug dafür, dass auch wir Super-Schweizer nicht perfekt sind in solchen Belangen. Was für ein Kommentar… Madjid Pyshiar macht bis jetzt einen ausgezeichneten Job. Er hat aus seinen Sünden in Österreich offensichtlich gelernt. Der ganze Aufbau mit der Rücksichtnahme auf die Genfer-Ausgangslage zeugt von guten Beratern und Zurückhaltung in fachlichen Fragen. Da stehen andere Vereine doch wesentlich wackliger auf den Beinen behaupte ich.

  14. J.Th. Weber sagt:

    “Sein Nachfolger Satujew ist ein abgewiesener Asylbewerber.” Was tut der noch in der Schweiz?

    • Rene R. Meier sagt:

      Satujew wohnt in der Schweiz. Falls Sie finden, er solle die Schweiz verlassen, teilen Sie ihm das mit – oder getrauezi sich nid ?

      • josé bütler sagt:

        ein abgewiesener asylbewerber sollte eigentlich die schweiz verlassen müssen oder verstehe ich da was falsch? auf die frage eines journalisten, mit was er seinen lebensunterhalt verdiene, hat er mit unverständnis reagiert. ich vermute mal, dass er unsere sozialversicherungen angezapft hat. meine frage wäre: wieso muss ein satujew in der schweiz um asyl bitten, wenn sein mentor tschagajew, den tschetschenischen diktaor kadyrov als seinen bruder bezeichnet?

    • yorgi sagt:

      Arbeiten vielleicht?

  15. Jakob Kühnig sagt:

    Ich plädiere dafür, dass das dauernde (billige und zuweilen latent rassistische) Tschagajew-Bashing aufhört.

    • josé bütler sagt:

      da können sie plädieren soviel sie wollen, was tschagajew abzieht ist schädlich für die schweiz und den schweizer fussball, amen!

      • Jakob Kühnig sagt:

        Schädlich für die Schweiz… diese Art hirnlo$e Argumentation ist auf den ersten Blick im Politblog besser aufgehoben. Andererseits ist es nur logisch, dass die Welt$icht der Leute vor dem Sport nicht halt macht.

        • Auguste sagt:

          hmm…, kleiner reality-check, jakob kühnig: ein undurchsichtiger “businessman” aus einem krieg- und krisengeschüttelten, bettelarmen land, wo das recht nichts gilt, folter und politischer mord an der tagesordnung sind, und eine perverse führungs-clique die einzigen nationalen reichtümer rücksichtslos unter sich aufteilt oder sinnlos verprasst, produziert sich hierzulande in frivolster und inakzeptabler weise als “präsident”.

          möglicherweise ist die eine oder andere weltsicht nicht perfekt – aber das schlägt ihre sehkraft immer noch um längen. machen sie sich woanders lächerlich, wenn sie es nicht lassen können. mit unzulänglichkeit kann ich gut leben, mit ignoranz nur schwerlich.

    • M. Bättiger sagt:

      Also wer die Faktenlage eingangs dieses Artikels liest und schreibt, es gehe hier um Rassismus und Bashing, den verstehe ich nun echt nicht mehr. Tschagajew hat wohl schon gegen 50 Personen in seiner kurzen Amtszeit entlassen (es geht hier um Menschen nicht um Stühle) und zeigt null Respekt gegenüber der Clubgeschichte, der Heimstädte und der hiesigen Gepflogenheiten.

  16. Ruedi Lienhard sagt:

    Ich versteh die Aufregung nicht. Es ist schade für Xamax, aber sie haben das verdient, denn offenbar gabs es ja nur 3 Gegenstimmen. Xamax wird dann halt nächste Saison durch St. Gallen ersetzt und einige Jahre später stürzt Servette oder GC ab und es kommen wieder andere Vereine vom B ins A. Das ist gut so, denn nichts wäre langweilier als jeden Saison diesselben 10 Mannschaften im A. Es ist schon langweilig genug, dass jedes zweite Jahr der Titel an den FCB geht.

    • Nino sagt:

      @Ruedi Lienhard: Sie meinen SR Delemont oder Vaduz könnten Xamax ersetzen? Was bei Xamax abgeht hat doch nichts mehr mit Sport oder gesundem Menschenverstand zu tun.

  17. Ruedi Lienhard sagt:

    @Nino, nein ich habe weniger an Delsberg oder Vaduz gedacht, schon mehr an die Kult-Vereine Aarau oder Lugano, von denen jeder schon einige Titel gewonnen hat. Aber es gibt auch andere Clubs in grösseren Agglomerationen, wie Biel oder Winterthur. Wichtig ist einfach, dass immer wieder andere Clubs neuen Leben in die Liga bringen. Diese Saison vielleicht Thun, YB, Sion oder Luzern, und ein anders Mal andere Clubs. Der Einheitsbrei mit FCB und FCZ interessiert ausserhalb von Basel und Zürich nämlich herzlich wenige Leute. Xamax hat übrigens seit Jahren einen sehr tiefen Zuschauerschnitt, sollen die doch mal im B wieder neuen Anlauf holen. Wetten wir, dass der FC Aarau heute mind. 5’000 Zuschauer im Brügglifeld haben wird? Soviele Leute sind eigentlich fast nie in der Maladiére.

    • Nino sagt:

      @Ruedi Lienhard: Ich würde die Liga sowieso um mind. +2 Teams erhöhen, Voraussetzung ist ein neues Stadion für den Aufstieg, resp. ein geplantes Stadion mit Baubewilligung. Dann denke ich zusätzlich an Lugano, Aarau, Winterthur, Biel, Fribourg und selbstverständlich St.Gallen, aber Xamax sollte auch oben bleiben. Dies gäbe dann einen interessanten Mix der Clubs in der Schweiz, mit allfälligem sportlichem- wie Zuschauer-Potential.

      • Ruedi Lienhard sagt:

        @Nino, bin einverstanden, eine Aufstockung der Liga, sofern bezüglich Infrastruktur gute Stadions vorhanden sind, wäre für den Fussball in der Schweiz gesamthaft vorteilhaft. Aber Grossclubs wie Basel sind da vehement dagegen, denn die wollen ja nicht, dass die Aargauer den FCA besuchen, die wollen die Aargauer, Solothurner, Jurassier und Berner (Oberaargau) bei Ihnen haben. Solange solche Partikularinteressen obsiegen, wird sich leider nicht viel ändern. Aber statt einen FCBasel-Match anschauen gehe ich dann halt lieber nach Olten und schau mir einen Eishockey-Match an oder schaue mir denen BuLi-Match im TV an.

      • Rolf sagt:

        Es spielen diejeningen Klubs in der Super-League die die Vorgaben erfüllen. Leider sind dies des Geldes wegen immer die gleichen. Xamax gehört zwangsrelegiert aufgrund dessen und des Tschetschenen Gefolge ausgewiesen. Braucht der CHer Fussball tatsächlich solche Klubbesitzer ?

        • Nino sagt:

          @Rolf: Scheinbar ist das so. Ist aber für eines der reichsten Länder der Welt nicht nachvollziehbar, dass keine nachhaltigen Sponsoren gefunden werden. Wie gesagt, der CH-Fussball wird sich mit Erfüllung der Auflagen für richtige, moderne Fussballstadien hinsichtlich Zuschauerinteresse und Vermarktung positiv verändern. Siehe bereits bei Luzern, Basel, YB, Thun, Servette, St.Gallen – Zürich, Aarau, Lugano, Lausanne, Sion sind noch nicht so weit, aber diese Clubs werden noch folgen.

  18. Marcel S sagt:

    “Die Abstimmung über den Verkauf endete mit dem Ergebnis 297’994 zu 3.” Kann mir bitte jemand erklären was das bedeutet? Xamax hat ja wohl keine 297’997 Mitglieder.
    Mich erstaunt, dass Xamax doch schon 6 Punkte geholt hat trotz dieser Hire und Fire Politik — aber wahrscheinlich werden die bald bedutungslos, wenn der Irre wieder abhaut und alle Spiele annulliert werden (da wird ja der FCZ am meisten davon profitieren, nach der peinlichen Heimschlappe gegen Xamax) — dieses Oligarchenpack ist ja wirklich was widerliches, mit ihrem vielen Geld machen die den Fussball nur noch kaputter als er schon ist — werde mich glaub in Zukunft der rythmischen Sportgymnastik zuwenden, da ist die Welt noch heil… 🙂

  19. Pedro sagt:

    Da kann man gar nichts weiter dazu sagen…
    Sind ja allle der gleichen Meinung 🙂

  20. Geni Meier sagt:

    Gilbert Facchinetti und Sylvio Bernasconi haben einige der mit öffentlichen Aufträgen verdienten Millionen privat in diesen Verein reingepumpt. Sonst würde Xamax längst in der 1. Liga spielen. Reiche Sponsoren sind im Kanton Neuchâtel leider dünn gesät. Eine Fusion Xamax-Yverdon-Lausanne wäre eventuell ein Ausweg. Ein nicht regional vernetzter oder mit dem Klub verbundener Sponsor ist selten eine gute Lösung.

    • Nino sagt:

      @Geni: Was würde Yverdon dazu sagen, es ist das gleiche wie wenn Aarau mit Wohlen fusionieren würde? Auch sonst, eine Fusion bringt doch gar nichts. Yverdon hat gar keine Tradition und ist finanziell auch nicht auf Rosen gebettet. Xamax/Yverdon Nein! Die Sponsoren müssen ja nicht aus Neuenburg kommen (auch nicht aus Tschetschenien), Sponsoren und Reichtum gibt es in der ganzen Schweiz. Will die Schweiz mit den Grossen im Weltfussball mithalten, geht das nicht ohne Geld. Eben diesen Anspruch haben die Medien und die Zuschauer, siehe die Reaktionen wenn die Schweiz gegen Deutschland verliert……..’Gurkenfussballer usw.’, obwohl so ein Spiel finanziell wie ein ‘Äpfel mit Birnen’ Vergleich ist.

  21. M. Bättiger sagt:

    Das Kernelement des guten Artikels liegt tatsächlich bei den eingekauften und entlassenen Spielern respektive deren Saläre. Das verunmöglicht es, den Club in neue, seriöse Hände zu geben – den mit oder ohne Tschagajew – die Spielerverträge gehen an den neuen Besitzer über inkl. Lohnansprüche. Das wird niemand stemmen können und stemmen wollen. Der Untergang von Xamax ist damit früher oder später besiegelt.

  22. Frank Z. Marg sagt:

    Ich habe schon vor vier Monaten etwa hier geschrieben, dass ich das erste Mal für eine radikale Ausweisung eines Ausländers aus der Schweiz bin. Dieser Ausländer heisst Bulat T. und er soll in Tschetschenien von mir aus den Leuten die Röcke runterreissen während den Volkstänzen, die sie für ihn machen müssen. So einen Trottel hat kein Land verdient.

  23. marcel finn sagt:

    Da sind paar Chaoten das wesentlich kleinere Übel…

  24. Born_in_Basel sagt:

    In Deutschland selbst, wo diese Regelung ja Gang hat, wird sie oftmals angegriffen; dies selbst von Fußballklubs und nicht nur von „geknebelten“ Eigentümern. Wahrscheinlich ist eine solche Regelung auch nicht Gesetzeskonform; man sollte vielleicht bei Herrn Christian Constantin vorher nachfragen ob das beim FC Sion und nachfolgend der gesamten Schweiz anwendbar wäre. [Beiläufig zum FC Sion: frage mich ob jetzt diese superprovisorische Lizenzierung der Spieler Stillschweigend für alle ASL Spiele gebilligt ist, oder ob da noch ein juristisches Nachspiel folgt]
    Fazit bei Xamax : außer Tschagaiev gab’s keine (einheimische) Interessenten den Klub zu übernehmen. Es ist wohl schweizer Mentalität nichts zu unternehmen und dann nachträglich mit immensen Theorien aufzuwarten über’s Wenn und Aber. Ähnliches ja auch bei Servette, Sion (CC gehört schließlich ebenfalls zu den Üsserschwiizer 🙂 ) usw der Fall…. wo bleiben die einheimischen Investoren? Fussball ist bestimmt zu wenig rentabel, deshalb wohl. Und Idealisten wie Xamax-Gilbert Fachinetti, FCB-Gigi Oeri, FCZ-Edwin Nägeli, FC Sion-André Luisier, usw sind bei uns eher „Mangelware“.
    Tschagaiev soll sein Spielchen deshalb weiter treiben, die fußballerischen Ereignisse von gestern scheinen ihm Recht zu geben. Wenn Xamax auf Erfolgskurs weiter macht, werden die jetzt erbosten „Fans“ wieder ins Stadium zurückkehren und dem „Despot“ untertänig Beifall spenden…das Kollektivgedächtnis ist dermaßen kurz.

  25. Hans vom Hübel sagt:

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!

    Übrigens empfehle ich jedem, der sich mit Herrn Tschagaews Hintergrund ein Bisschen eingehender befassen möchte, die Artikelreihe im “kurzpass” zu lesen. Allerdings, es könnte sein, dass einem beim Lesen dieser Zeilen das Kalte Kotzen kommt…

    http://www.kurzpass.ch/Fussball/Super-League/russenfussball-in-neuchatel.html

  26. Rolf Schild sagt:

    Dieser Tschagajew sollte wieder nach Hause gehen, aber wahrscheindlich kann er das nicht mehr: denn der Tschetschenische
    Sportminister Alkhanow sagt: dass Tschagajew bei Terek Grosny immer noch schulden hat, es könnte auch sein dass er gar
    nicht soviel Geld hat wie er sagt (oder behauptet wird) zur Erinnerung: GC hatte auch schon einen Millionensponsor????
    Ich kann Facchinetti nicht verstehen, dass er diese Ratte ins Boot zog, aber eben Geld verdirbt den Charakter!!