Mad April

Das Politdrama «House of Cards» ist sooo schlecht gespielt und das Fantasyepos «Game of Thrones» total uninspiriert. Kein Vergleich zu «Beverly Hills, 90210», der besten Serie aller Zeiten!

Keine Bange, das ist natürlich ein Aprilscherz. Was hingegen zutrifft: «Mad Men» hat an Glanz verloren. Zwar ist es auch in der siebten und letzten Staffel interessant mitanzusehen, wie sich der Werber Don Draper (Jon Hamm) durch das New York der Sechzigerjahre trinkt, raucht und – entschuldigen Sie den Ausdruck – vögelt. Aber sein Charakter hat sich kaum weiterentwickelt. Wieder strauchelt er über sein Ego, wieder scheitert er am Vorsatz, ein besserer Vater zu sein, und wieder zerbrechen Beziehungen an seinem masochistischen way of life.

Auch die gesellschaftliche Komponente der AMC-Serie reisst nicht mehr vom Fernsehhocker. Geschickt wie eh und je verweben die Macher real (politische) Geschehnisse mit der fiktiven Handlung rund um eine Werbeagentur. Doch Themen wie Sexismus, Chauvinismus und Rassismus wurden in den vergangenen sieben Jahren ausgeschöpft und hören sich nun – kurz vor dem Ende der Serie – wie die Tracks auf einer stockenden Schallplatte an.

Wie auswechselbar die einzelnen Folgen mittlerweile sind, zeigte sich neulich, als ich mir versehentlich die sechste statt die siebte Staffel zu Gemüte führte. «Welch Déjà-vu!», dachte ich – und realisierte erst nach vier Episoden, dass ich das alles schon mal gesehen hatte. Und der kleine Don Draper in meinem Ohr rief: «April, April!»

Letzte Folgen: Am 5.April starten in den USA die letzten sieben Folgen von «Mad Men». Die erste Hälfte der finalen Staffel ist auf DVD erhältlich (Universal Pictures Germany).

Alle Folgen vom Serienjunkie finden Sie hier. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 01.04.2015, 14:54 Uhr)

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