Serien im Haifischbecken

Eine Serie in der Hai-Falle: «Downton Abbey» (2010-2015). Bild: zvg

2010-2015. Die Serienwelt ist um eine Grabinschrift reicher. Das britische Historiendrama «Downton Abbey» über eine Adelsfamilie und ihre Angestellten hat mit einem Weihnachtsspecial das Zeitliche gesegnet. Keinen Tag zu früh. Schon seit zwei Staffeln serbelte die Serie von Produzent und Drehbuch­autor Julian Fellowes vor sich hin. Dabei war «Downton Abbey» in ihren Anfängen eine wahre Perle im Serienmeer. Eine mit Suchtfaktor, eine, die es schaffte, Menschen vor dem Bildschirm an der Frage ver­zweifeln zu lassen, ob nun dieser oder jener Rosenzüchter den Gartenwettbewerb gewinnt. Also mit «Menschen» meine ich mich. Aber ganz bestimmt haben viele andere auch so gefühlt.

Dann kam die Sache mit dem Hai. «Jumping the shark» (über den Hai springen) nennt sich das, wenn eine Serie ihren Zenit überschritten hat. Die einst charmante US-Sitcom «Happy Days» (1974-1984) lieferte die Vorlage für die mittlerweile etablierte Redewendung: Hauptfigur Fonzie, ein cooler Italohalbstarker, sprang zu Beginn der fünften Staffel mit einem Surfbrett über einen Hai – was folgte, waren sieben unnötige Staffeln voller platter Pointen:

Platt war «Downton Abbey» bis zuletzt nie. Aber es hatte sich ausgelitten: Zu viele waren gestorben, zu viele sozial auf- oder abgestiegen, zu viele zu oft zu Unrecht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. So war es am Ende der Labrador des Hausherrn Earl of Grantham, der am meisten Mitleid erntete. So ge­sehen ist «Downton Abbey» nicht über den Hai gesprungen. Aber auf den Hund gekommen.

Alle Folgen vom Serienjunkie finden Sie hier. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 07.01.2016, 10:25 Uhr)

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.